Renovierung mit Ständerwänden

28.10.2007



Hallo.
Besitze seit kurzem ein Fachwerkhaus Bj. 1850. Die Außenfassade ist mit Mineralputz seit ca.20Jahren zugeputzt. Von innen möchte ich die Wände begradigen.Dies möchte ich in Trockenbauweise tun. Ständerwände stellen und daran Rigips. Zwischen Ständerwand und alter Wand evtl. noch eine Isolierung???Mein Frage ist jetzt ob dies so machbar ist und keine Folgeschäden mitzieht in Bezug auf Feuctigkeit usw.?
Danke für eure Antworten



Ist das wirklich Ihr Anspruch zu diesem Haus?



Klingt provokant und soll es auch sein!
Entschuldigung für diese Arroganz, doch ist es das Haus wert, wenn man diesem einen so sterilen Charakter verpassen will?
Schaffen Sie doch private Individualität, die nur Sie haben.
Einfach eine Ständerwand davorstellen, Dämmung rein, Folie drauf und Rigipsplatten drüber, wird spätestens nach ca. 5 Jahren beginnen zu gammeln.
Wenn Innendämmmaßnahmen erfolgen sollen, so sind umlaufend die Decken- und Fußbodenbereiche mit einzubeziehen. Ansonsten entstehen Ihnen gerade dort Feuchtigkeitsprobleme!!
Sinnvoller wäre es mit Lehm, Holzweichfaserplatten, eventuell Wandheizung oder ähnlichem zu arbeiten. Und dabei den Charakter des Hauses zu wahren, indem Sie die vorzufindenden Verläufe einfach mitgehen.
Gewisse begradigungen werden da trotzdem erreicht, aber man beläßt eben die Natürlichkeit. Und trotzdem kann man eine hohe geschmackliche Variante damit erzielen.
Über weitere Hilfestellungen sind wir gern mit bereit und verbleiben
zum Sonntag mit besten Grüßen

Udo Mühle



Gerade Wände in einem Fachwerkhaus? Gibt es nicht!



Da kann ich mich Herrn Mühle nur anschließen. Mit Ständerkonstruktion, Dämmung und Rigips, womöglich noch eine Folie dazwischen, schon habe ich den gravierensten Baufehler begangen. Lehm mit Wandheizung ist natürlich das Beste, alternativ kann man noch ausflocken und mit Gipsfaserplatten abstellen, aber ohne Hohlräume zu erzeugen. Also genau informieren bevor viel schief geht.

viel Erfolg

Michael Janocha



Den Wunsch nach geraden Wänden...



...kann ich nachvollziehen. Wenn sie denn unbedingt gerade sein sollen, dann aber nicht mit Rigips und schon gar nicht mit einer Dämmung dahinter.
Gerade Wände macht man, ich bin nicht der Fachmann für Lehmputz, da weiß Udo bescheid, ob es da genauso funktioniert, links an die Wand eine Putzschiene ins Lot, rechts genauso und dazwischen nach dem Trocknen oben/mitte/unten eine Schnur spannen und im Kartätschenabstand weiter Schienen setzen.
Wenn Innendämmung, dann wie Udo beschrieben. Ansonsten Aussendämmung.
Man ist immer verleitet, Rigips zu nehmen, weil es so einfach aussieht und es so schön gerade ist. Mal abgesehen von ein paar Ausnahmen ist es aber immer die schlechter Wahl gegen einen massiven Putz, unabhängig mal vom Material. Es wird halt ein Karton...

Gruß Patrick.





Hallo Andres,
das vorgehen mit Lehmputz wurde ja schon beschrieben.
Als alternative kannst du Kalziumsilikatplatten(5cm) vor die Wand kleben.
Hebt den Dämmwert und begradigt die Wand.
Das beste daran, das bekommst du auch im Do it yourself verfahren hin.

MfG jens



Trockenbauweise



Danke für eure Antworten. Geschmäcker sind verschieden. Ich möchte trotzdem nochmal bei der Trockenbauweise mit Rigips bleiben. Wie ich aus den Texten lese ist eine Innendämmung zwischen Ständerwand und Rigips ein Fehler.Folie mache ich natürlich nicht dazwischen. Wie sieht es aus wenn ich den Hohlraum frei lasse?Aus welchem Grund soll dies anfangen zu gammeln?Entstehen dann auch Feuchtigkeitsprobleme?Rigips nimmt doch auch Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab?





Rigips der feucht wird beginnt zu Schimmeln.
In deinem Fall bevorzugt auf der Rückseite, da hier keine oder nur sehr wenig Luftzirkulation stattfindet.
Es wäre also sinnvoll, wenn schon Rigips, am Fußpunkt und unter der Decke lüftungsöffnungen einzubauen um eine gewisse Zirkulation hinter der Rigipswand zu gewährleisten.
gruß jens



Renovierung mit Ständerwänden



Ein Vorteil von Lüftungsöffnungen in Ständerwänden ist,
das die Raumluft dadurch sehr gut entfeuchtet wird, man braucht weniger Lüften und spart so Heizenergie.
Angst davor, das Kondenswasser unten aus den Lüftungsöffnungen herausläuft, braucht man nicht zu haben, das Holz des Fachwerkes kann eine Menge Wasser speichern.

Das waren die Vorteile...

Ich denke, was die Nachteile betrifft, werden sich andere Teilnehmer melden!

Viele Grüße
Georg Böttcher





Dieser kapitale Bock wird mir eine Lehre sein!
*Schuster bleib bei deinen Leisten*
Ich halte eh nix von Rigips und zweiter Innenschale.

Andres, du kannst also die Sache mit den Öffnungen in der Schale getrost als Unsinn ansehen.

Vielen Dank für die nett verpackte Richtigstellung Georg.
gruß jens



Lüftungsöffnungen



Vielen Dank das ihr euch trotz der unbeliebten Bauweise soviel Mühe gebt. So wie ich es jetzt verstanden habe kann ich mir die Lüftungsöffnungen sparen da das Fachwerk die Feuchtigkeit aufnimmt.Also ist mit einer zweiten Innenschale mit Rigips und leerem Hohlraum nichts kaputt zu machen außer die Optik.



Mach es nur !!!!!!



Wir werden uns vielleicht in 10 Jahren wiedersprechen.
Dann wird es zwar mich nicht mehr geben, aber eventuell Erben.
Rigips ist einfach nur eine Sondermüllentsorgung für Menschen (Rauchgasentschwefelungsabfallprodukt und das zum "Baustoff" gemacht!!!) und das soll wirklich Klimatrisch sinnvoll sein?
Hohlraumlösungen in Fachwerkkonstruktionsbereich sind tödlich, da hohe Thermik vorhanden ist und diese zu Bauschäden führt.
Homogen aufgebrachte Wandschalen sind daher eher sinnvoll, weil eine gute Difussionswikrkung erreicht wird.

Grüße

Udo



Pappeverkleidung,



na denn vor mir aus.
Udo, ich hoffe doch, daß es dich in zehn Jahren noch gibt :-).
Sehen wir es doch mal so, immerhin hat er (hoffe ich doch) von der Dämmung zwischen Rigips und Aussenwand abgesehen. Ohne die Dämmung sehe ich es nicht ganz so dramatisch, aber Hohlräume im Bereich Außenwändung schaue ich denoch kritisch an. Nachhaltig ist anders.
Ich wünsche dir denoch viel Spaß beim Renovieren (Sockelleisten in den Karton bohren z.B.:). Achte auch drauf, daß nix Schweres gegen die Wand fällt bei den restlichen Arbeiten, Löcher in einem solchen Wandaufbau sind ätzend zu flicken...

Gruß vom Naßputzer Patrick.



Pappverkleidung



Über die Nachteile von Rigips bin ich mir ja bewusst. Mir ging es ja nur darum ob dieser Aufbau überhaupt funktionieren kann ohne gravierende Schäden am Fachwerk bzw. Schimmelbildung am Rigips bzw. im Hohlraum. So wie ich aus dem letzten Beitag entnehmen kann ist eine Rigipswand ohne Dämmung im Hohlraum zwischen Außenwand und Ständerwand weitesgehend problemlos was Schimmel usw. angeht. Bis auf die allgemeinen Nachteile von Rigips. Bin über weitere Beiträge dankbar.



Hohlraum zwischen Fachwerk und Ständerwand ?



Es ist doch immer wieder verwunderlich, daß es anscheinend nur Rigips gibt.

Zum einen ein Hohlraum zwischen Fachwerkwand und Vorsatzschale, muß nicht unbedingt Rigips sein, ist für die Fachwerkwand tödlich. In den Hohlraum dringt unkontrolliert Luft ein, von Außen genauso wie von Innen, wodurch es zu Tauwasserbildung im Hohlraum kommen kann.

Der richtige Aufbau ist eine diffusionsoffene Bauweise in beide Richtungen, d.h. z.B. eine Dammung mit Isofloc mit einer Vorsatzschale aus Gipsfaserplatten, die sind diffusionsoffen. Eine einfache und kostengünstige Version.

Schimmel auf der Rückseite von Rigips ist nur das kleine Problem bei einer Ausführung mit Rigips und Hohlraum.

Michael