Renovierung nach Hausschwamm

11.03.2012


Hallo zusammen,
nachdem unsere Oma verstorben war, wollten wir das Dachgeschoß für uns nutzen. Nachdem wir sämtlichen Rigips und die Spalierdecke abgenommen hatten, kam eine völlig zersetzte Fußpfette zum Vorschein. Die senkrechten Balken in den Ecken zwischen der Fußpfette und den Deckenbalken in der Außenmauer sowie ein Teil der Balkenköpfe waren zersetzt oder angegriffen. Vom hinzugezogenen Zimmermann wurde echter Hausschwamm festgestellt (wurde zur Untersuchung eingeschickt). Vorschriften entsprechend hat der Zimmermann neue Hölzer (Dachsparren, Balkenköpfe, Fußpfette) erneuert. Die Ecken wurden nicht mehr mit Holzbalken versehen. Hier rät der Zimmermann dazu hochzumauern. Bemerken müssen wir nun, dass wir nur äußerst ungern Vorsorgemaßnahmen (spritzen, injizieren etc.) treffen wollen, was die Schwammsanierung betrifft, weil wir keine Biozide verwenden wollen. Das Mauerwerk ist völlig trocken. Als einzige unschädliche Vorsorge haben wir das Mauerwerk abgeflammt. Vor ca. 15 Jahren wurde das undichte Dach/Dachrinnen erneuert. Dies war vermutlich die Ursache für den entstandenen Hausschwamm. Wir gehen davon aus dass der Hausschwamm gestorben ist, auch wenn jetzt wieder viele der Meinung sind, dass der Hausschwamm nie stirbt. Der wurde der Putz Anfang November abgeschlagen und die Fugen ausgekratzt. Bis heute ist keine Veränderung von dem Schwamm erkennbar. Kein Fruchtkörper oder Ähnliches. Wir beabsichtigen nun die Ecken mit Kalksandsteinen und TrassKalkMörtel (z. B. von der Fa. tubag) hochzumauern. Sind uns aber mit den Materialien nicht sicher, weil Kalk ja ein Naturprodukt ist und der Schwamm dieses Material wohl „mag“. Auf der anderen Seite haben wir festgestellt, dass in den vor Jahrzehnten schon ausgemauerten bodentiefen Fenstern mit Kalksandsteinen und normalem Zementmörtel sich kein Schwamm befand. Sollten wir einen anderen Stein nehmen und normalen Zementkalkmörtel? Nach dem Ausmauern der Ecken fragen wir uns auch sollten wir die ausgekratzten Fugen mit normalem Zementkalkmörtel Verputzen oder auch Trasskalkputz verwenden. Wir möchten die Wand die mit Hausschwamm befallen war danach mit einem Ständerwerk versehen und mit OSB-Platten verkleiden, sodass wir zur Sicherheit nach einer gewissen Zeit nachsehen können, was sich hinter der Verkleidung getan oder nicht getan hat.
Ein anderes Problem, das wir noch haben, sind unsere erneuerten Balkenköpfe. Diese wollten wir wie im Forum geraten wird, eigentlich mit Kokoswolle umwickeln. Leider ist Kokos bei uns nur mit Latex versehen, erhältlich. Dies steht zwar nicht auf den Verpackungen vermerkt, erfahrt man aber bei Nachfrage beim Hersteller. Ob dies dann wiederum gut bzw. kein Problem ist, fragen wir uns. Nun empfahl man uns, die Köpfe mit Hanf zu umwickeln, weil Hanf nicht schimmelt. Über diesem Trägermaterial wollten wir dann Trasskalkmörtel wegen der Luftdurchlässigkeit verwenden und den restlichen Teil dann noch mit normalen Steinen und Zementkalkmörtel verschließen, da Zement sich an sich ja eigentlich nicht mit Holz verträgt.
Wir freuen uns über jeden Tipp und jede Meinung.
Freundlich grüßen die
Forschis





Hallo Forschis

Es gibt Kokosstrick,einfach nur verdrillte Kokosfasern ohne Latex ,50m kosten um die Zehn Euro.
Finde es etwas seltsam ,das ein Zimmerer die Eckständer durch KS-Stein ersetzen möchte.
Zum EHS können dir andere bestimmt mehr sagen.

Grüße Martin



nach der EH - Sanierung



Hallo Forschis,
Ihr habt mit Hilfe des Zimmermanns schon das Wesentliche getan. Alle geschädigten Bereiche freigelegt, das betroffene Holz ausgebaut und ersetzt. Der Echte Hausschwamm benötigt als spezieller Organismus Holz oder anderes organisches Material, Feuchtigkeit und eine gewissse Abgeschiedenheit.Bei der Temperatur ist er nicht so anspruchsvoll. Ab 4°C wächst er schon und steigert sich bis maximal 25-27°C. Wenn ihm diese Bedingungen fehlen wächst er auch nicht. Ein gewisser vorbeugender Schutz ist natürlich sinnvoll, da man nicht alle Parameter immer kontrollieren kannn, auch wenn Ihr "Revisionsklappen" einbauern wollt. Es gibt inzwischen viele wie Euch, die keine herkömmlichen Schwammsperrmittel im Haus haben wollen. Ich arbeite seit Jahren mit der künstlichen Versteinerung des Holzes und behandele auch das Mauerwerk mit Kalksinterwasser plus einer stark alkalischen Silikatlösung. ( PH - Wert 11,5 ) Alle Schritte einer fachgerechten Schwammbekämpfung sollten bis auf das abweichende Mittel unbedingt eingehalten werden. Flammen,Fluten Injektieren und alle begleitenden Arbeiten.
Dann braucht Ihr Euch keine Sorgen zu machen auch wenn Ihr außerhalb der DIN 68.800 Teil 3+4 arbeitet.

Falls Fragen sind könnt Ihr mich gern anrufen. 030/6731365 0der 01777/5214479

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin Altglienicke


Werner Gensky