Hilfe! Leichte Schimmelbildung unter Spanplatten auf Tonschüttung!

31.07.2007



Hallo alle zusammen, dies ist meine erste Frage, habe aber schon sehr viel im Forum nachgelesen.

Ich habe schon unter Schimmel im Forum gesucht, auch in Verbindung mit Spanplatten, aber eine konkrete Lösung nicht gefunden, also hier ist mein Problem:

Wir haben auf unsere Dielendecke eine Dampfbremse gelegt und darauf eine 8 cm hohe Ausgleichsschüttung aus Tongranulat geschüttet. Darauf liegen dicke Spanholzplatten, worauf zum Teil ein verschraubter Bretterboden verlegt wurde. Der größte Raum hat auf den Spanplatten jedoch noch keinen weiteren Belag. Beim Hochnehmen einer Platte zum Beseitigen einer Unebenheit ist mir eine ganz feine, weiße, watteähnliche Schicht aufgefallen, die an einigen Stellen auf der Unterseite der Platte klebte. Ich gehe davon aus, dass diese Schicht den Anfang einer Schimmelbildung darstellt. Zudem hat die Unterseite der Platte das Wasser aus dem offensichtlich noch feuchten Granulat gezogen und die oberen 1cm dadurch getrocknet. Beim Hochnehmen weiterer Platten bin zum gleichen Ergebnis gekommen, an einigen Stellen vermehrt, an anderen Stellen eher weniger.

Im größten Raum der Etage können die Platten problemlos wieder hochgenommen und gelüftet werden, was ich auch gliech morgen machen werde.
Aber im kleinen Flur und in einem weiteren kleinen Zimmer sind wie schon erwähnt Bretter mit Nut und Feder auf die Platten verscharubt worden. Es ist doch sicherlich notwendig, den ganzen Kram wieder loszuschrauben und die Platten wie auch im großen Raum rauszunehemen und die Schüttung 2-3 Wochen austrocknen zu lassen, oder?

Kann man, nachdem die Schüttung und die Unterseiten der Platten ausgetrocknet sind, die Platten wiederverwenden( die "Spinnenweben" aus Schimmel, wie gesagt, sind nur sehr dünn und fein, und ich werde sie natürlich abwischen)? Wenn ja: Muss man damit rechnen, dass sich die Platten wellen( Die Unterseite ist auch nur ein bisschen feucht, man kann es keinesfalls nass nennen)? Müssen sie chemisch behandelt werden oder müssen sie doch ganz weg, was natürlich sch***e wäre?!

Wie lange würde es cirka dauern, bis die Schüttung ausgetrocknet ist?

Oder ist es sogar so, dass man es liegen lassen kann? Kann man die Feuchtigkeit im bevorstehenden Winter "rausheizen", sodass dem Schimmel die Lebensgrundlage entzogen wird? Würde der Schimmel dadurch "absterben" oder würde er immer weiter wachsen? Zudem: Kann er im Inneren der Decke für den Menschen schädlich sein? Die Decke hat ja unten eine Dampfbremsfolie und oben die Platten, die das Innere "einschließen".

Ich würde mich sehr über eure Antwort freuen!



Luftzug



Ja, es ist sicherlich sinnvoll, die Platten wieder abzunehmen und die Schüttung austrocknen zu lassen. Die Schüttung kann vielleicht drinbleiben, wenn sie nicht allzu feucht ist und wenn sonst nichts schimmelt. Sie können die Trocknung durch Luftzug sehr beschleunigen. Also: Ventilator aufstellen, öfter mal "umrühren" (feuchte Schüttung von unten nach oben bringen), ansonsten dauert das sehr lange, bis alles trocknet. Die Platten würde ich mit einem Tuch abwischen (dabei lässt sich der Belag doch entfernen, oder?) und auch im Durchzug trocknen.

Lassen Sie das nicht einfach bis zum Winter liegen, wenn sich Schimmel erstmal gebildet hat, ist er sehr hartnäckig, und der Geruch ist einfach widerlich.

Pech gehabt. Mein Mitgefühl.

Stefan



Fußbodenschimmel



Hallo
ich halte von dem Aufbau nichts.
Was soll die Granulatschüttung ausmachen - für was soll die helfen?
Und darauf die Spanplatten!
Sehr diffusionsdicht werden die eigentlich keine Feuchte durchlassen und es wird sich eigentlich latent Feuchte an der Unterseite bilden.
Es wird zwar allerorten so gemacht und so hingehend beraten - aber die wenigsten heben dann eine Platte hoch nach dem Einbau ...
Die Schüttung wird immer Feuchte ziehen - ist ein physikalisches Gesetz.

FK



Alte Decke



Hallo !

Was ist denn im Raum unter der Decke, Keller oder auch ein bewohnter Raum ? Zwischen beheizten Geschossen hat normalerweise eine Dampfbremse nichts verloren.
Da hat euch aber auch einer die falsche Schüttung verkauft, es gibt das Tongranulat für Trockenschüttungen mit max. 1,5% Restfeuchte und für Nassestrich ohne Anspruch an die Restfeuchte. Vermutlich wird die letztere Variante preiswerter sein.


Viele Grüße,
Karsten



Schüttung



Also die Schüttung hat den Zweck, dass sie die Unebenheiten
der Eichendielen, die z.T. verschiedene Dicken haben, ausgleicht, damit oben ein ebener Boden geschaffen werden kann. Er soll zudem den Trittschall senken, da keine Schallbrücken vorhanden sind, und die 1. Etage vom Erdgeschoss in Sachen Schall trennen.

Also es ist ein Einfamilienhaus, das neue gebaut und nicht saniert wird! Unten im Erdgeschoss befinden sich Küche und Wohnzimmer, oben in der ersten Etage mehrere Zimmer. Bevor die Schüttung drin war, lagen halt nur die Dielen, die quer auf den Eichenbalken lagen und zwischen welchen man größtenteils durch die Ritzen die Stube unter einem sehen konnte.
Darauf kam dann halt die DELTA VENT S Folie und darauf die Schüttung.

Die Spanlplatten wurden auch schon entfernt und werden auch entsorgt werden. Jetzt ist halt die Schüttung wieder "offen" damit sie erst einmal austrocknen kann. Dann werden wir uns wohl OSB Platten zulegen und diese dann auf die trockene Schüttung legen, worauf wiederum ein Laminat und im anderen Zimmer ein Korkbelag gelegt wird.

Also der Vertreiber des Granulats hat gesagt, dass es bei 1800° gebrannt wurde und somit keine starke hygroskopische Wirkung mehr habe. Dass wir falsche Platten genommen haben, haben wir schon eingesehn, da sie halt nicht atmungsaktiv sind und sich wellen, was in beiden Punkten bei der OSB Platte nicht der Fall ist.

Bitte schreibt mir eure Meinungen!



Platten



Hallo !

OSB Platten sind nicht "Atmungsaktiver" sprich Dampfduchlässiger als Spanplatten und spätestens mit dem Laminat wird die Konstruktion praktisch dampfdicht.
Zur Unterseite wäre eine Rieselschutzbahn vielleicht die bessere Wahl gewesen. Wie gesagt, zwischen beheizten Räumen gibt es normalerweise kein Dampfdruckgefälle, das gebremst werden müsste.
Achtet beim Verlegen der Platten dann aber bitte darauf, das sie schwimmend liegen, also die Wände nicht berühren, sonst habt ihr Schallbrücken.


Karsten



Ursachen für Schimmel



Hallo,

als biologische Bedingung zum Wachstum von Schimmelpilzen wird über einen längeren Zeitraum Feuchtigkeit benötigt. Die Wachstumsbedingungen verbessern sich für den Pilz, je näher sie an seine idealen Bedingungen heranreichen. D.h. er benötigt auch Wärme und keine Luftbewegungen (Brutkastenbedingungen).

Bauphysikalisch werden die Wachstumsbedingungen nur durch eventuelle Bereitstellung der benötigten Feuchtigkeit geschaffen.

Die anderen Bedingungen (warm + keine Luftbewegungen) sind nur dann durch die Bauwerke zu beeinflussen, wenn eine Klimaanlage installiert ist.

Die Feuchtigkeit wird entweder durch einen Bauschaden (Wassereinbruch, aufsteigende Feuchtigkeit in Wänden, Dachschaden etc.) oder durch Kondensation der Feuchtigkeit, die sich in der Raumluft befindet, bereitgestellt.

Die Bedingungen zur Kondensation sind nur dann gegeben, wenn sich innerhalb des Raumes Flächen unterhalb des zu ermittelnden Taupunktes abkühlen. Dieser Taupunkt
ist immer von der Temperatur und der in der Luft vorhandenen Feuchtigkeit abhängig.

Der Feuchtegehalt der Luft wird als relative Luftfeuchte ausgewiesen, weil sie immer an der Sättigungsmenge zur jeweiligen Temperatur gebunden ist. Warme Luft kann mehr
Feuchtigkeit aufnehmen – sie hat also eine höhere Sättigungsmenge als kalte Luft.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann sich erst Schimmel bilden. Prüfen , Messen der Ursache ist das A und O.

MfG Andrea Cyba