Dielen auf Dielen?

10.11.2006



Hallo!
Der Dielenboden in unserer neuen Wohnung kann nicht mehr aufgearbeitet werden. Zurzeit liegt noch Linoleum drauf (was für ein Verbrechen!). Ist es möglich, einen neuen Dielenboden auf dem alten zu verlegen? Müssen wir das Linoleum entfernen? Was ist zu beachten?
Vielen Dank!



Öhm, habe mich eben dabei verschluckt...



.. zu lesen, dass Linoleum kein natürtlicher Baustoff ist.
Mal abgesehen davon, dass es viele Bodenbeläge gibt, die sich im Nachsatz so nennen, ist echtea Linoleum ein natürliches Produkt, oder (an die Fachleute geht das Fragezeichen)?
Was haben sie vorgefunden, einen PVC-Bodenbelag?

Liebe Grüsse
Heide



Darum geht es uns eigentlich nicht...



..., sondern um die Frage, ob man den Linoleum Boden als Trittdämmung liegen lassen kann und darauf eventuell einen neuen Dielenboden verlegen kann, der ggfs. mit dem alten verschraubt wird. Der Linoleum Boden ist schon sehr hochwertig, allerdings auch ziemlich verwohnt und keinesfalls akzeptabel für einen Einzug. Hat jemand Erfahrungen?



doppelt hält besser ?



Hallo !

Wie sieht es mit der Ebenheit des Bodens aus, Balkendurchbiegung ?
Wenn die neuen Dielen mit den alten verschraubt werden, erhält man keine entkoppelte, schwimmende Ebene, das Linoleum dient dann nur als zusätzliche Masse in der Decke.



Viele Grüße,
Karsten





Sehr geehrter Herr Vahlenkamp,
das Linoleum sollten Sie entfernen und gegen Rollkork austauschen. Sind denn die vorhandenen Dielen tragfähig? Durch das Aufbringen eines zusätzlichen Dielenbodens bekommen Sie eine andere Aufbauhöhe. Hat das keine Auswirkungen auf angrenzende Bauteile?
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Möglich ist es



@Kiebis
Der Meinung schließen wir uns an, doch statt Rollkork kann auch eine Hanfvliesmatte aufgebracht werden (5 oder 8 mm). So wäre eine zusätzliche Nivellierung von schüsselnden Dielenbrettern kompensiert und auch KInarrgeräusche würden nicht auftreten.
Türblätter und Übergangsbereiche sollten gut aufeinander abgestimmt werden, damit keine Stolperbereiche entstehen (der Menschn ist ein Geohnheitstier!).
Außerdem wäre eine entgegengesetzte Verlegung vorteilhaft.

Grüße Udo





Hallo Herr Mühle,
hallo Udo,
nur am Rande: Kibies, nicht Kiebis!
Grüße aus Köln
Bernd Kibies



Vielen Dank für die vielen Antworten!



Einzelne Bretter des alten Bodens biegen sich ein wenig. Der weitaus überwiegende Teil ist aber o.k. Der Boden selbst ist auch noch in allen Räumen recht eben und hängt in der Mitte nicht durch. Warum soll das Linoleum eigentlich raus? Ist es nicht eine zusätzliche Schalldämmung? Das Haus ist insgesamt ganz schön hellhörig und wir haben 2 wilde Kids. Mein Plan ist es, als zusätzliche Trittschalldämmung eine 3-5 mm PE-Folie zu verlegen. Alternativ ziehe ich auch die Verlegung einer Trittschalldämmung aus Pappe in Betracht (öko). Diese hat allerdings nur eine Dicke von 2,5 mm. Was meint Ihr? Was sind die Nachteile, wenn ich den neuen Boden mit dem alten verschraube. Die wenigen quitschenden Bretter dürften doch dann nicht mehr zu hören sein. Danke! Viele Grüße! Jörg



Hallo,



wenn es um Trittschall geht, sind die bisherigen Lösungsansätze alle falsch. Trittschall wird nur durch Entkoppelung errreicht. Alle Nägel oder Schrauben bieten aber genau das Gegenteil: perfekte Schallbrücken. Da hilft das vorhandene Linoleum (bestimmt doch eher PVC) und igendwelche Matten und Pappen gar nichts.

Wenn die alte Dielung tatsächlich irreparabel kaputt ist, warum hängen Sie dann so an ihr? Ich stelle hier die (leider etwas blaue) Skizze eines völlig entkoppelten Aufbaues einer neuen Dielung ein. Sollte aus statischen Gründen eine Scheibenwirkung des Bodens erforderlich sein (kommt eher selten vor, haben Sie vielleicht einen Statiker im Bekanntenkreis?), müssten noch diagonale Windrispenbänder vorgesehen werden. Das böte den Vorteil, daß sich die Bodenhöhen nicht ändern.

Grüße

Thomas W. Böhme



den Linoleumbelag würde ich als Trittschallschutz liegen lassen,



dann Lagerbretter mit Hanf-Filz-TrittschallstreifenUnterlage Stärke 5mm auslegen (bitte alles schwimmend verlegen, keine Vernagelung mit den alten Dielen!)und in die Lagerbretter den neuen Dielenboden fixieren. Länge der Nägel/Schrauben= Lagerbrettdicke + Dielenbodendicke -1cm.





@Thomas W. Böhme
Natürlich, eine erhebliche Verbesserung des Trittschalls ist nur durch eine Entkoppelung zu erreichen.
Meine Antwort bezog sich vielmehr auf „Dielenboden auf alte Dielen“. Sinn und Unsinn dieser Ausführungsart lasse ich jetzt auch einmal außen vor.
Manchmal übersieht man einfach etwas, insbesondere wenn die Fragestellung nicht umfassend ist
und Nachträge scheibchenweise einfließen.
Ich bin nur froh, daß ein gewisser Lukas hier nicht mitliest.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Hallo



@ Klaus Schillberg
Halten Sie diesen Aufbau wirklich für vorteilhaft? Allein mit der Aufbauhöhe von ca. 70mm entstehen möglicherweise einige Probleme bei Türen, Treppen etc.
Ferner: Wenn das "Linoleum" wie meist PVC ist, wird es auch nach Jahren noch Weichmacher absondern, außerdem ist es eine überflüssige oder gar schädliche Diffusionsbremse. Die Kommunen nehmen das Zeug doch als Sperrmüll gratis ab, wozu dann im eigenen Heim "deponieren"?

@ Jörg Vahlenkamp

Auf den Balken könnte man beim von mir vorgeschlagenen Aufbau auch noch Unebenheiten ausgleichen. Für die Dämmung zwischen den Balken sollten massereiche Schüttungen verwandt werden. So die Wärmedämmung keine Rolle spielt, weil Sie oben wie unten heizen, kann man da durchaus alte Ziegel unterbringen und mit geglühtem Sand oder trockenem Splitt auffüllen. Wir haben vor Jahren im eigenen Haus Feinsand aus einer Gießerei benutzt, das kostete nur den Transport, er war völlig trocken, und er "fließt" in jede Ecke. Auf dem Einschub sollte dann aber unbedingt ein Rieselschutz in Form einer diffusionsoffenen Folie, Pappe etc. liegen. Ich setze hier natürlich voraus, daß die Balken diese zusätzliche Belastung aufnehmen können. Bei 20-22cm hohen Balken, Spannweiten bis 5m und lichten Weiten um 80cm (wie häufig im Altbau anzutreffen) geht das gut. Vermutlich ist Ihr Haus auch deshalb so hellhörig, weil im Balkenzwischenraum augenblicklich (fast) nichts ist und dadurch ein schöner Resonanzkörper entsteht.

@ Bernd Kibies

Ich seh's genauso.

Sonntagsgrüße

TWB



@Antworten für Herrn Kiebies



Echtes Linoleum ist ein baubiologisch einwandfreier Baustoff aus Korkgranulat + Leinöl und hat gut Trittschalldämpfende Effekte. Was die Aufbau-Mehrhöhe von ca 5,5-6cm angeht,das muß der anfragende Bauherr selbst entscheiden. Eine Tür ist schnell gekürzt.



@ Klaus Schillberg



"Eine Tür ist schnell gekürzt."

Ein Tischler sind Sie jedenfalls nicht. In Altbauwohnungen fanden fast ausschließlich Füllungstüren Verwendung. Deren unteres Querstück ist selten höher als 12cm. Wenn ich davon nun 7cm (4cm Lagerholz, 2,4-2,8cm Dielung, 5-8mm Dämmstreifen unter Lagerholz) wegschneide, sehen nicht nur die Proportionen der Tür wie bei Heimwerkers aus, die abgesetzte Schlitz-Zapfen-Verbindung wird in diesem Bereich so stark geschwächt, daß sie sich baldigst lösen wird. Wir haben dann für einen unpassenden Fußbodenaufbau auch noch die alten Türen geopfert. Klasse. Nach dem Prinzip "Schäden zubauen" könnte man freilich Spanplatten zur Stabilisierung draufschrauben und mit Holztapete bekleben.
Die oberste Stufe (falls es hier direkt in's OG geht) ist auch schnell um 7cm erhöht. Wir sind ja jung und springen gern.

Was da tatsächlich auf dem Fußboden liegt, hat uns Jörg Vahlenkamp noch nicht verraten. Gemäß dem üblichen Sprachgebrauch ist es zu 90% PVC, und auch, wenn's Korklinoleum wäre, was soll's dort? Wichtig ist die Entkoppelung und das Auffüllen von Hohlräumen. Erstere würde auch durch die vorgeschlagenen Streifen realisiert. Mit Ihrem Aufbau entstehen ohne weitere Maßnahmen zwischen den Lagerhölzern neue schallaktive Hohlräume, diejenigen unter der alten Dielung bleiben erhalten.

Fazit: Eine Verlegung von Dielen auf Dielen ist möglich, aber nicht sinnvoll. Mit gleichem oder geringerem Aufwand läßt sich auch die Erneuerung des Dielenbodens mit annähernd gleicher Aufbauhöhe und in diffusionsoffener und sehr gut trittschallgedämmter Ausführung realisieren.

Grüße

Thomas W. Böhme
(der statt des angeschriebenen Bernd Kibies antwortet, da sich Ihr Beitrag auf den meinigen bezieht)





@Herr Schielberg,
ich hatte Linoleum doch garnicht bezüglich baubiologischer Eigenschaften in Frage gestellt. Ich glaube, da haben Sie jetzt etwas durcheinander gebracht.
Ich habe nur Bedenken wg. der mangelnden Dampfdiffussionsfähigkeit. In einer ähnlichen Konstruktion habe ich mal einen pflanzlichen Holzschädling in nicht unerheblichem Ausmaß vorgefunden.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies