Bedezimmerwand mit Dampfsperre nach aussen?????

21.12.2005



Wir renovieren gerade das Badezimmer eines Sicht-Fachwerkhauses.
Es entwickelte sich so, dass wir die alten Rigibsplatten herausgenommen haben. Nun stehen wir vor der Frage, wie diese am Besten zu verkleiden sind. Wir hatten vor, zwischen die Holzlatten, an die die Rigipsplatten wieder draufgesetzt werden (die grünen für Feuchträume), mit Mineralwolle auszukleiden, um eine bessere Dämmung zu haben. Es wurde uns angeraten eine Dampfsperre zwischen Dämmung und Rigibsplatten zu verlegen.
Ist das sinnvoll??
Wir wären sehr dankbar über einen schnellen Tip, da wir natürlich nicht falsch machen wollen.



Sollten Sie noch lange etwas von Ihrem Fachwerkhaus haben wollen,



lassen Sie Dämmarbeiten!

Dies gilt insbesondere für Innendämmungen!

Da Sie einen schnellen Vorschlag möchten mache ich Ihnen folgenden, bereits mehrfach erprobten.

Vorher muß ich noch Folgendes loswerden:

Ein Bad ist eben kein Nassraum, es sei denn, das Wasser läuft den genzen Tag die Wand runter, und auf dem Boden steht auch das Wasser!


Bitte denken Sie daran, daß das Wasser das bei der Benutzung des Bades durch Wasserdampf im Raum und später in der Wand ist auch wieder aus dem Haus muß!
Am einfachsten ist es, das Wasser durch die Wände nach außen zu drücken! Lüften bringt nicht immer den gewünschten Erfolg, zumal dann die bereits bekannten Schimmelproblematiken im Fensterbereich auftreten werden!

Um der Sache aus dem Weg zu gehen, ist es besonders wichtig die Wände warm zu halten, damit die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk verdunsten kann(und möglichst nach außen, deshalb bitte Ziegel, Kalk, Lehm, Holz verwenden)
Also Strahlungswärme!

Die können Sie mit einer direkten Wandheizung erzeugen (so wie ich das jedoch gelesen habe, fällt das jedoch aus!), mit Heizleisten vor den Außenwänden (diese können auch an bereits bestehende Heizungsanlagen angeschlossen werden!) oder auch durch einen Badheizkörper (auch Handtuchheizkörper genannt).

Da Sie jedoch auch gleich eine neue Wandoberfläche haben möchten, empfehle ich Ihnen einfach unbehandeltes Holz einzubauen! Es kann sehr gut mit Wasserdampf umgehen und hat eine angenehme, weil wärmereflektierende Oberfläche!
Auch brauchen Sie nie mehr zu tapezieren oder zu malern!


Mit den besten Grüßen von der Ostsee

Der Ingo


Foto: Badezimmer in einem Fachwerkhaus Nordseite
Installation auf Konterlattung mit Luftschicht
Unten sind sehr gut die Heizleisten zu sehen!
Es ist keine Fußbodenheizung notwendig, denn Heizleisten sind indirekte Wandheizungen, die auch den Fußboden durch die Strahlung auf die Temperatur der Wände erwärmen!



Auf die Dämmung zu verzichten halte ich für falsch!!



Gerade im Badezimmer sind kalte Wandoberflächen unangenehm. Auch bei einer Wandheizung sind dann die Wärmeverluste sehr groß. Wir empfehlen eine leicht Innendämmung die winddicht sein sollte, die aber ohne Dampfsperre ausgebildet wird.

Wo soll denn die Feuchtigkeit sonst hin??

Viele Grüße aus Koblenz Gerd Meurer



Na ja, aber wer es warm haben will, muß halt heizen!



Daß kalte Wände nicht nur im Bad unangenehm sind, versuche ich jedesmal zu betonen! Auch deshalb lege ich auf die Feststellung, daß es ohne Strahlungswärme nichts Richtiges wird.
Holz hat wunderbar reflektierende Eigenschaften, die passen hervorragend zu Heizleisten, weniger zu direkten Wandheizungen.

Winddicht ist nun wirklich keine Frage! Auch eine Weichfaserplatte ist sicher kein Beinbruch, darauf dann noch eine Lage Schalholz wagerecht und als Abschluß dann Rauhspund!

Da sind wir dann schon wieder bei der Geschichte mit dem Dachausbau ohne leichten Baustoff!



Wohin die Feuchtigkeit noch kann?

Nun in den Rest des Hauses/der Wohnung, wie in 95 % aller Fälle! (Ganz zu schweigen von den innenliegenden Bädern)
Dann ist auch noch die Möglichkeit der Ablüftung durch das Fenster. Aber da vergisst man ständig es wieder zu schließen und friert sich dann beim nächsten Besuch regelrecht den Hintern ab!

Also durch die Wand nach draussen ist schon das Beste!
Geht aber nur vernünftig mit.....

Genau Strahlungswärme!


Der Ingo


Foto:
Ich hatte überlegt auch mal ein Bild einer anderen Strahlungswärmequelle zu nehmen, aber bei diesem Bad ist leider kein Holz verbaut, deshalb entschied oben ich mich für das andere Bild!
Außerdem gut zu sehen:
Eine massive Runddusche! Freihändig von meinem genialen Maurer mit Ziegelbruch gemauert.
Leider ist sie mit 2 Lagen derselben Fliesen beklebt!
Der erste Fliesenleger hatte es leider nicht drauf.



Dämmung



@ Ingo
1. von einer Dämmung abzuraten halte ich für nicht verantwortungsvoll.
2. wie soll man ein Sichtfachwerk Dämmen, wenn nicht von innen.
Ich halte es hier mit Gerd Meurer!
Als Dämmung wäre eine Holzfaserweichplatte (gibt es von Gutex und auch von anderen Firmen als Putzträgerplatte)und ein Lehmputz zu empfehlen, der die Feuchtigkeit im Bad reguliert!
Da ich aus Deiner Frage nicht erkennen kann, daß eine Wandheizung für Euch nicht in Frage kommt, möchte ich Euch doch empfehlen, einige Gedanken daran zu investieren.
Rigips, Mineralwolle und Dampfsperren habe ich für mich bei Fachwerk aus dem Sprachschatz gestrichen.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Fachwerk dämmen



dem vorgesagten schliesse ich mich an.
Im Fachwerk ist Materialverträglichkeit besonders wichtig. Und Materialien ohne gute Feuchte- Speicherfähigkeit und kapillare Leitfähigkeit (wie z.B. Mineralwolle) bergen grosse Gefahren für die Konstruktion, insbesondere in Bädern, die zwar nicht unbedingt Nassräume sein müssen, aber bestimmungsgemäss einen hohen Dampfdruck haben.

Ich würde daher auch immer eine kapillar wirksame Dämmung aus Leichtlehm vorschlagen, vorzugsweise in Kombination mit Wandheizung.
Neben den bauphysikalischen Vorteilen erhält so eine Konstruktion auch am besten den Charakter eines alten Fachwerkhauses.

Gutes Gelingen,
jh



Richtig! Kapilare Leitfähigkeit!



Wie sieht es denn mit der kapilaren Leitfähigkeit einer Weichfaserplatte oder einer Schilfmattendämmung aus?

Keine Frage, Wandheizung direkt oder indirekt ist in jedem Fall die erste Wahl!
Dabei sollte aber der finanzielle bauliche Aufwand im Auge behalten werden.

Es ist im vorliegenden Fall mit Sicherheit einfacher, in trockenbauweise zu arbeiten.

Wenn es um eine optimale Lösung gegangen wäre, kämen all jene Vorschläge mit komplexen Wandaufbauten, Lehm, und eingeputzter Wandheizung in Frage.
Wenn jedoch in einem bewohnten Quartier nur mal eben das Bad saniert werden soll, würde ich eine übersichtliche, einfache und preiswerte Maßnahme, bei der nicht zentnerweise Mörtel durch das Haus geschleppt werden müssen, empfehlen.

Dabei ist dann eine dünne Weichfaserplatte(zur Schaffung der Winddichtheit) und/oder eine oder mehrere Lagen Holz durchaus zu empfehlen.
Für die "Erzeugung" von Strahlungswärme sind Heizleisten und/oder ein großer Handtuchheizkörper nun mal die einfachste und preiswerteste Variante!
Und das folgt meinem Motto!


Der Ingo



Dämmung



@Ingo
Bei einem monolithischen Wandaufbau ist die Holzfaserweichplatte als Dämmung erste Wahl. Schilfrohr wird von mir (wegen der Lufteinschlüsse) nicht forciert.
Wo zentnerweise Müll raus geschleppt wird, macht es wahrscheinlich nicht viel aus, dass auch zentnerweise Mörtel rein geschleppt wird. Das ist also kein Argument für eine "übersichtliche Sanierung".
@ Veronika
Vielleicht könntest Du ja mal ein Bild von Deinem Bad rein stellen oder hier mitteilen, ob es schon Tendenzen für die Sanierung gibt.
Schreiben und nur Beiträge von anderen Forumsmitgliedern zu bekommen ist zwar auch interessant, man möchte aber auch ab und zu Reaktionen von denjenigen haben, die hier Hilfe suchen.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik