Dach in Himmeltraurigen Zustand ..Hilfe

09.01.2008


Habe in unserem Haus , welches wir Renovieren wollen (Für Ferien ca.4 Wochen im Jahr ) etwas entdeckt was mir gar nicht gefällt . DAS Dach .
Man sieht von Innen direkt an die Ziegel und an 4 Stellen habe ich auch etwas Feuchtigkeit auf der Innenseite der Ziegel gesehen .
Was kann ich tun , wenn das neumachen (Ganzer Dachstuhl plus Ziegel) zuviel kostet und mich und meine Familie auf den Rücken werfen würde .
Gibt es eventuell eine Lösung von innen .zB Eternit Meteo Unterdach oder ähnlich .

Hat jemand von Euch Erfahrung damit oder so etwas schon gemacht ... Ihr seid meine letzte Hoffnung ; sonst platzt der Traum vom Urchigen Walliser Haus in den Schweizer Alpen .... gruss und vielen Dank

Michel



Dach



Das sieht nicht so schlimm aus. Da wohl Schnee auf dem Dach ist, dürfte etwas Feuchtigkeit unten an den Ziegeln kondensiert sein. Das passiert regelmässig, wenn wetterbedingt Feuchte Warmluft durch den Dachboden streicht, auf dem noch Schnee liegt, so dass die Ziegel kalt sind, d.h. bei Warmlufteinbrüchen wie es letzte Woche einen gab. Manchmal drückt bei viel Nassschnee auch etwas Schmelzwasser durch die Ziegel zurück, oder es kommt mal etwas Flugschnee hinein. Das trocknet wieder. Wenn das Dach wirklich undicht ist, sieht man auf dem Dachboden und an der Konstruktion massive Wasserschäden. Ein kalter zugiger Dachboden ist das beste für die Lebensdauer des Daches, da es keine Probleme mit Kodensation von Feuchtigkeit aus dem Wohnbereich gibt. Also keine Panik! Und nichts überstürzen! Wenn die Ziegel alle ganz und nicht verschoben sind, hält das ewig! Unterdachbasteleien mit Folien und dergleichen führen nur dazu, dass es feucht bleibt, d.h. es verursacht erst den Schaden.

Wo steht Euer Haus denn?



Dach ..



Danke zuerst für die schnelle Antwort .
Du sagst , es sehe gar nicht so schlecht aus .. aber schau mal das neue Bild , was ich hochgeladen habe .
Unter den Ziegeln sieht man Schwarten als Schalung . Hat dieses Dach eine Zukunft ? --Hoffentlich ...

Bei einer Totalsanierung ..Abbrechen und neu legen bin ich am Rumpf .. gibt es eine ALternative.

Das Haus wird Max. 6 Wochen im Jahr benutzt .

Standort Eischoll , 1200M.Ü.m im sonnigen Wallis



Zimmermann



Hoi Michel
Ein Zimmermann aus der Gegend ist hier sicher ein guter Ansprechspartner. Als Fachmann kann er dir schnell und kompetent den IST-Zustand bestimmen und dir nützliche Rat- und Vorschläge machen.

Du ersparst dir so einige schlaflose Nächte.Viel Glück!

Gruss in die alte Heimat
Marlene



Engerer Kontakt zu Fachmann!



Hallo Micha,

nachdem mehrere Versuche zu einer persönlichen Gesprächsfindung nicht glückten, werde ich hier trotzdem weiter an Deinen problemlösungen mit feilen zu helfen.
Viele Dinge sind mit der Bildbereitstellung zwar besser zu beurteilen, doch trotzdem ist eine wesentlich komplexere Situation gegeben.
Hier werde ich Dir jetzt nachfolgend einen Kontakt aus dieser Plattform heraus mit senden.
Diesen Kontakt über ein geführtes Telefonat präzise schildern, was Sache ist und wie man verfahren sollte.

Peter Gust Dachdeckermeister GmbH&Co.KG
Peter Gust Dachdeckerm.GmbH&CoKG
Wolfssteinweg 5
02689 Sohland/Spree
Tel.: 035936-42490
Fax : 035936-42499
Mob : 0162-9070606
eMail: Peter-Gust@t-online.de

Ich hoffe auf's erste weitergeholfen zu haben.

Grüße für's neue Jahr 2008 noch mit,

Udo
WWW: Homepage



Nochmals: Nichts überstürzen



Die Leute hatten früher in der Gegend nicht soviel Geld und haben halt das billigste genommen. Besäumabfälle statt Dachlatten hab ich schon des öfteren gesehen. Entspricht halt nicht der DIN-Norm XXY.
Wie alt ist die Lattung denn? Früher war sicher eine Eindeckung aus Steinplatten drauf, mit handgespaltener und mit Holznägeln befestigter Unterlattung.
Ich bleib dabei: Wenn Du morsche Balken und feuchte, verpilzte Dach"latten" siehst, oder/und Wasserflecken bzw. beginnende Vermorschung am Dachboden, solltest du sofort was machen. So etwas kann ich aber auf dem schlimmen Bild nicht erkennen. Meist ist nur ein schadhafter Ziegel die Ursache, den kann man auswechseln. Die Balken sind wahrscheinlich uralte Lärche, die halten nochmal 500 Jahre. Sonst: Fachmann fragen ist nicht falsch, aber nichts überstürzen und weiterhin ruhig schlafen. Und sich die Freude an dem, was unter dem Dach ist, nicht verderben lassen! Im Zentralwallis kann man auf dem Dachboden Trockenfleisch machen, sowas mögen Pilze nicht. Wenn Du jetzt aber anfängst, irgendwelche Folien oder Unterdächer hineinzubasteln, kannst Du ungewollt erreichen, dass das Kondenswasser, das sich sowieso bilden wird, eingesperrt wird, und das macht es den Pilzen viel behaglicher.

Beim Fachmann musst Du aufpassen: Je nach Einstellung gibt es Leute, die prinzipiell finden, herunter mit dem alten Gelump und alles neu. Das ist oft unnötig, zumal wenn Du den Dachboden nicht als Wohnraum nutzen willst. Dazu sieht es aber auf dem Bild ziemlich niedrig aus. Wenn Ihr doch zum Schluss kommt, das Dach müsse erneuert werden, zuerst prüfen, ob es reicht, die Lattung zu erneuern und nur schadhafte Ziegel zu ersetzen, wenn diese noch erhältlich sind. Das ist dann auch bezahlbar. Die übliche vorgeschlagene Konstruktion mit dichter Bretterschalung und Unterdachfolie erfordert oft neue Sparren, da die alten behauenen zu unregelmässig sind. Ich würde dazu eher einen lokalen Dachdecker fragen.
Der Vorteil von unterseitig offenen Kaltdächern wie bei Dir ist der, dass man Schäden von innen leicht erkennen kann und dass gelegentliches Eindringen von etwas Wasser, wie es etwa bei heftigen Gewittern mal vorkommen kann, eher lästig als schlimm ist, da es rasch trocknen kann.
Noch eine Bemerkung, die Dir aber nix hilft: Warum merkst Du das erst jetzt? Vor dem Kauf eines Hauses guckt man doch mal auf den Dachboden?



@ Udo:



Die Vermittlung eines Fachmanns ist ja nett, aber ein seriöser Unternehmer wird sich die Sache erst mal vor Ort anschauen wollen, bevor er etwas sagt. Und von der Lausitz aus ist das Wallis doch etwas abgelegen.
Kommt dazu, dass das lokale Gewerbe auch leben will, und gerade wenn Du einen Altbau als Feriensitz renovierst bist Du oft mal darauf angewiesen, dass du jemanden vor Ort per Telefon um etwas bitten kannst. Da brauchst Du dann die lokalen Handwerker, die das Haus schon kennen. Sonst kann es Dir passieren, dass du dann mehr oder weniger höflich auf den Dachdecker aus Deutschland verwiesen wirst, der doch damals ...
In diesen Orten kennt jeder jeden. Der immer anwesende Nachbar oder Wirt hat den Schlüssel, der Dachdecker kennt den Spengler, der mal rasch das alte Traufblech auswechselt, und so weiter. Das sollte man ausnutzen.



Geschenkt



Habe das Haus Geschenk bekommen und die oberste Decke ,Sprich unterdach soll weichen um dem darunterliegenden Raum mehr Platz/Höhe zu geben . Das Dach muss dementsprechend gedämmt werden . Bis vor einem halben Jahr hing im obersten Geschoss tatsätzlich noch Walliser Trockenfleisch und Hamma(Speck) für den lokalen Metzger , und es war wirklich gutes Fleisch .
Das Haus stammt aus dem Jahre 1640 und wurde vor ca.40 Jahren neu bedacht , nur Ziegel . Die Bretter und die Lärche (Man bringt keinen Nagel rein .Härter als Stahl) sind über 300 Jahre alt !!!

Aber einen Termin mit einem lokalen Zimmermann besteht und ich lass wohl das Dach machen ,, ist irgendwie schade ..aber das Dach ist bleibt und war immer schon das wichtigste in einem Haus .

Auf die nächsten 368 Jahre und vielen Dank für Eure Tipps ..

Gruss aus dem Wallis

Michel





Zum eigentlichen Thema hab ich leider nix beizutragen, nich mein Fachgebiet.

Aber hey Walliser Michel,
wenn in nächster Zeit dort in der Botanik wieder mal ein Haus zu verschenken ist, denk bitte mal an mich!

Verschmitzte Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Renovieren
jens



Lokale Zimmerleute



Hallo

Beim Thema "Lokale Zimmerleute und Handwerker" kann ich Jens nur zustimmen. Wie alle Fachwerkhäuser ist auch das Walliser Haus ein regional typisches Bauwerk mit seinen umweltangepassten Eigenheiten. Und bei diesem Baujahr gehört es wahrlich zu den wohl taditionellsten Bauten im Wallis, die es zu erhalten gibt.

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, liebe Lausitzer und andere Fachwerk-Communarden, doch kann ich mir vorstellen, dass gerade bei diesen traditionellen Bauarten der "Bergler" ein, wie es so schön auf Schweizerisch heisst, Hiesiger oder übersetzt: ein Einheimischer, eventuelle Schäden und deren Akutheit leichter beurteilen kann als ein weitan- und weitgereister Zimmerer (wobei ich nie das Wissen eines gewanderten Zimmerers im Allgemeinen anzweifeln würde).

Und da die Walliser genauso Dickschädel wie die Ober-. Unter- und Irgendwie-Bayern sind, könnt ihr jetzt wohl nachvollziehen, dass das beschriebene Horrorszenario von sich weigernden lokalen Handwerkern kein Traumgespinnst sondern leider traurige Realität sein würde.

Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen Michel

Grüsse
Marlene



Nicht's für ungut!



Wer nach Hilfe sucht, soll Hilfe bekommen und dann eben nur die, die man auch verantworten kann und auch kennt.

Die Plattform läßt grüßen und so sollte diese auch funktionieren.
Sorry!

Und manchmal ist es aber trotzdem interessant, wenn ein Fachhandwerker mal in die Welt geht und dabei sich komplett neuen Herausvorderungen stellt.
Moderne Wanderschaft könnte man da sagen.
Dies sollten aber eben immer die beiden Betreffenden ausklabüstern.

@Jens H.Schröters
Dieser Gedanke ist fantastisch.
Da schließen wir uns auch mit an.
Vielleicht könnte man dann eine "Fachwerk.de - Community-Herberge" schaffen.

Mal 'ne Wortmeldung dazu

Verteidigende Grüße

Udo Mühle





ey ich hör wohl nich richtig.
ich krieg n haus im Wallis geschenkt und soll daraus ne Commune für Handwerker machen??!

für wie verrückt hältst du mich?
.....ich hol mir doch nich freiwillig die Handwerker ins Haus!!

humorvolle grüße



Neeeeeeeeeeee wir!!!!



Ätsch, mach'mers eben beeeede!

Wenn wir uns die Arbeit teilen, könn' wer mehr Klumper fahren im Winter oder im Sommer mehr auf der Alm liegen.

Kongrete Vorstellungsgrüße

Udo



Klumper .. Hand Made Schlitten aus dem Wallis



Apropos .. Klumper ..
Für alle hier im Forum die sich auch für Sportgeräte interessieren , den sei ein Blick auf meine Homepage empfohlen ..(Wow ist das ne Werbung.;-).) Ich baue seit ca. drei Jahren selber Holzschlitten und will Sie auf einem unkoventionellen unters Volk bringen . Ich stelle nämlich den Bauplan ins Web und hoffe , dass möglichst viel Personal;-) sich einen Klumper bauen . Bedingung : regelmässiger Besuch von www.Klumper.info und Spass haben ..

Gruss aus der Schweiz ..

Michel

http://www.klumper.info





und ich dacht immer meine Gerüstkonstruktionen seien abenteuerlich.

...nich schlecht, sieht nach richtig Gaudi aus!



@ Udo



Ich denke, da hast eventuell etwas falsch verstanden. Meinewenigkeit wollte nur gewisse Punkte von Jens Paulsens Rat verständlicher machen, da ich genau so ein Missverständnis befürchtet hatte.

Jede Art von Wanderschaft von Handwerksgesellen ist unterstützungswert, da stimme ich dir voll und ganz zu :)Da ich aus einer alten Linie von Zimmerleuten abstamme, bis ins 17. Jh, weiss ich nur all zu gut was Wanderschaft bedeutet und wieviel man dabei lernen kann.

"holzwurmiger" Gruss
Marlene



@ Marlene Leimbach


Faschingsumzug 2004

Was, soooooo alt bist Du schon?

Das dachte ich mir auch, denn die Plattform soll ja auch handwerkliches Geschick mit vermitteln.
Und das geht nur durch vor-Ort-"Machenschaften".

Befürwortende Grüße

Udo



@ Udo



Aber sicher, und ab dem 1. Februar (1. Geburtstag des Haussanierens) noch ein Jahrhundert älter! Irgendjemand muss doch die ganzen Kosmetikzemente und -verputze kaufen, wer denn sonst ausser mir :)))))))))))))))

verspachtelte Grüsse
Marlene



Alles wird gut



Lieber Michel,
das geschenkte Haus (warum passiert sowas nicht mir?) ist wohl der kleine Schuppe im Bild Mitte unten? Dann sei beruhigt, es wird nicht so teuer ;-))

Wenn es gleich gebaut ist wie bei uns (40 km talabwärts) dann besteht der Dachboden aus etwa 5cm dicken Brettern die in eine rundum durchgehende Nut der Wandbalken und eines Mittelbalkens unter dem First eingelegt sind. Wenn du die entfernst hast du dann diese Nut in der Wand.
Da Du offenbar knapp bei Kasse bist, prüf doch auch, ob man nicht einfach diese Bretterdecke höher setzen kann. Das würde auch den Charme der alten Zimmerdecke erhalten. Setzt allerdings Geduld und Sorgfalt beim Entfernen dieser Bretter voraus.

Lieber Udo,
Ich wollte niemandes Kompetenz anzweifeln,
Ich hab aber gelesen
"Firma xyz GmBH & Co KG Sohland/Spree" und "telefonische Schilderung", deswegen meine Bedenken; es liegt mir fern die Kompetenz dieses mir im übrigen völlig unbekannten Herrn Gust anzweifeln zu wollen.



Dach in himmeltraurigem Zustand



Das hier ist ein Dach in himmeltraurigem Zustand:

http://www.heimatschutz.ch/cms/cms.cgi?list=id|id&prm=81&cfg=6&sort=a&tmpl=|detail_de



Hab`' da auch immer noch was zu bieten!


Schlechter Zustand eines historischen Daches

Nicht nur in der Schweiz, sondern überall gibt es solche "Phänomene" zu sichten.

Grüße an den Selbstbauer

Udo



@Jens



Das Haus ist das in der Mitte des Fotos .
Es hat 146 m2 und es hat genau wie vermutest diesen spezielle Deckenaufbau .
Diese Decke ist nicht mehr so schön im Schuss ,und ich will darum entfernen . Auch ist die Höhe des Obergeschosses durch dies Zwischendecke gerade mal 1.82m und ich bin mit meine 1.83m knapp ;-) Die Bretter werden jedoch wiederverwendet : Zu diesem Haus gehört auch eine alte Schreinerwerkstatt und dort werden die Balken und die Decke als zwischenboden verwendet . Aber dies erst wenn das Haus - Objekt fertig gestellt ist .



Ich beneide Dich ...



...immer mehr (Geschenk???)!
Wir hatten Glück, bei uns ist die Deckenhöhe knapp 2 Meter.
Du kannst auch eine Balkenreihe mehr im Obergeschoss anordnen.
Viel Spass noch!




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