Zwischensparrendämmung bei Schieferdach

20.05.2013 Moritz



Hallo liebe Forenmitglieder,

bei der Sanierung unseres Dachgeschosses stehen wir vor der Dämmung und damit einem Rätsel. Unsere "einberufenen" Handwerker (Dachdecker wie Innenausbauer) haben uns bislang keine überzeugenden Konzepte vorlegen können, so dass wir jetzt lieber auf gesunden Menschenverstand + Expertenwissen vertrauen.

Rahmenbedingungen:
- Haus von 1912
- Schieferdach nicht saniert, sondern immer nur geflickt
- Unterspannbahn uralt
- Zwischensparren ca. 10 cm tief und werden auf 20 aufgedoppelt
- Aufsparrendämmung ist keine Option
- Dachraum soll als Schlafraum genutzt werden

Mein Plan zum Aufbau der Innendämmung (bin kein Handwerker):
- Schiefer (alt)
- Unterspannbahn (alt)
- Dachlatten (alt)
- Schaffung Hinterlüftungsebene ca. 3-4 cm (geplant), um mögliche Durchnässung der Steinwolle zu verhindern
- (ggf. regensichere Holzweichfaserplatte, sinnvoll?)
- Steinwolle (160 mm) in die Zwischensparren
- Dampfsperrbahn
- Konterlattung
- Aufsparrendämmung
- Gipskarton

Meine Fragen:
- Macht eine Hinterlüftungsebene Sinn?
- Muss ich Luftzufuhr und Abluftöffnungen je Sparrenfeld extra schaffen oder ist das allein schon durch den Dachaufbau gewährleistet?
- Benutzt man besser eine Dampfsperr- oder Dampfbremsfolie?
- Wie gewährleistet man die Hinterlüftungsebene? Will da einfach schmale Dachlatten als Abstandshalter an die Zwischensparren anschrauben. Gibts da eine cleverere Lösung?
- Sollte man ggf. noch eine regensichere Holzweichfaserplatte hinter die Hinterlüftungsebene bzw. vor die Mineralwolle setzen?
- Empfohlenes oder alternatives Dämmmaterial?

Für Anregungen und Expertenrat bin ich mehr als dankbar. Wo kann man sich denn vn einem unabhängigen Experten Rat holen?

Besten Dank und viele Grüße
Moitz



Dachausbau



Unabhängig von Ihrer Fragestellung würde mich einmal interessieren, wie Sie die oberen Dachfenster bedienen wollen.
Was die Dämmung betrifft kann man dazu nur ein paar grundsätzliche Empfehlungen geben. Der Teufel steckt hier im Deteil. Egal wie gut das System theoretisch funktioniert, es kommt auf die Ausführung der Dutzenden von Details an.
Ich würde- wenn es brandschutztechnisch keine Probleme gibt- als System das Warmdach wählen und zu Weichholzfaserdämmung mit feuchteadaptiver Dampfbremse greifen.

Viele Grüße



Soso! Ihr habt also



keine Handwerker mit gesundem Menschenverstand und Expertenwissen gekriegt.
Vielleicht wollten die einfach nicht unbezahlt Architektenarbeit machen.
Das< könnte auch sein, oder?
Ralph Schneidewind





Herr Böttcher

… mit einer Leiter geht das, iss solch Dingen mit Sprossen dran, zum hinauf und herab steigen gedacht.





Das mit solchen Leitern habe ich auch schon gehört. Kann eine Menge Geld und Platz sparen, z.B. statt einer Treppe. Und das Treppenputzen fällt dann auch weg.



Hallo die Herren,



vielen Dank für Ihre Nachrichten.
Dennoch bitte ich um Sachlichkeit. Ihre Beiträge helfen hier keinem weiter!

Beste Grüße
Moritz



Architektenarbeit



Hallo Herr Schneidewind,

mit solchen Aussagen über Architektenarbeit habe ich bis vor einigen Jahren auch oft zu kämpfen gehabt.
Wenn ich einen Handwerker bestelle, der eine Tätigkeit ausführen will(!), erwarte ich gleichzeitig auch eine Beratung welche die beste Lösung ist.

Für die Erstellung eines seriösen Angebots ist es m.E. zwangsläufig notwendig, ausführlich über das Vorhaben nachzudenken und Lösungen für Details etc. zu finden. Dass ein Kunde vor Ausführung hierüber informiert werden möchte und keineswegs den gefürchteten Spruch "Das machen wir schon alles..." hören will finde ich absolut selbstverständlich. Ich bin genau zwei mal darauf reingefallen und es wird sicher kein Drittes mal geben.

Einerseits möchte man als Bauherr vorher alles abklären damit es hinterher keinen Stunk gibt, andererseits wird das ständig abgeblockt. Das kann doch nicht sein!

Das Beste finde ich, dass in Zusammenarbeit mit einem Architekten dann aber erfahrungsgemäß nicht selten Aussagen wie "SO werden WIR das nicht bauen, Garantie müssen schließlich wir geben" kommen.

Ohne diesen konkreten Fall von Moritz bewerten, oder hier gar jemandem zu Nahe treten zu wollen, aber es kann nicht sein, dass man als Bauherr eigentlich immer als Idiot hingestellt wird, weil man gerne wissen würde, wie der Handwerker plant, eine Tätigkeit an meinem Eigentum gegen Bezahlung durchzuführen.

Jetzt bin ich gespannt ob ich zerfleischt werde oder Zustimmung bekomme. ;-)

Gruß
Patrick





Patrick

Sie bestellen einen Handwerker der eine Tätigkeit ausführen will???

Nein Sie bestellen sich einen Handwerker der Sie kostenlos beraten soll und das deklarieren Sie dann als Angebotsanfrage!
Der schlaue Handwerker soll sich mal eben 2 oder auch 3 Stunden Zeit nehmen und Sie beraten, alles natürlich kostenlos, Sie sind ja nicht blöd gel.



@ All und insbesondere Patrick



Der Handwerker sollte etwas von seinem Handwerk verstehen und zwar im besten Fall mehr als der Bauherr.

Als Bauherr gebe ich demjenigen Handwerker den Zuschlag für eine Maßnahme, der ein überzeugendes Konzept zu einem wettbewerbsfähigen (vernünftigen) Preis anbieten kann.

Insofern darf der Handwerker ja selbst entscheiden, ob er ein Angebot abgeben möchte oder nicht.

Aber scheinbar gilt: Denken gehört nicht zum Handwerk.
Diejenigen brauchen sich dann aber nicht über ausbleibende Aufträge und den Drang von Hobbywerkern zu beschweren!

Bitte diese Diskussion in einem anderen Forum führen!





Wenn der Handwerker die Tätigkeit nicht ausführen will, braucht er gar nicht erst vorbei kommen.

Sie erwarten also auch, dass man in gutem Glauben an seinem Eigentum rumwerkeln lassen muss ohne Anspruch auf vorherige Beratung?

Wie soll man ohne vorherige Absprache einen Preis mit dem anderen vergleichen können?

Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Arbeit, wenn Sie vorab sagen 'jo, kostet 1000 Euro' und vorher eigentlich noch keine Ahnung haben? Ich denke der Anspruch an die eigene Arbeit wird genau in dieser Besprechungsphase vom Kunden eingeschätzt und deshalb sollte diese Phase vom Handwerker genutzt werden, ein gutes Gefühl zu vermitteln.

Gerade mit einem guten Gefühl zahle ich auch gerne etwas mehr. Vermutlich bin ich damit nicht allein.



Dann mal sachlich...



Und Frage an @Moritz:
...Was haben denn die angefragten Handwerker für Konzepte vorgelegt und was war daran nicht überzeugend?

MfG,
sh





KEINE
steht doch in der Eingangsfrage.





Da steht keine ÜBERZEUGENDEN Konzepte...
... also komm' gleich mal wieder runter...

sh



@Moritz, volle Zustimmung!!!



Ich kann es auch nicht ganz verstehen. Einerseits erschleicht mich die Vermutung, dass viele Handwerker aufgrund voller Auftragsbücher einfach arrogant werden und meinen sich aufführen zu können wie die Axt im Walde und andererseits beschweren sich viele Handwerker, dass sie kostenlose Planungsleistungen übernehmen sollen und wenn das Angebot nicht zusagt die Bauherren dann doch den billigsten mit der fremden besten Lösung beauftragen oder gleich das Material im Internet billiger bestellen und die Ausführung selber vornehmen.

Auch muss ich Patrick zustimmen. Ein Architekt ist gut und wichtig und für bestimmte Aufträge auch nicht wegzudenken. Für eine einfache und Dachdämmung braucht es nach landläufiger Meinung aber sicherlich keinen Architekten und diese Leistung muss ein Handwerksmeister erbringen (können).

Erst letzte Woche berichtete mir eine Bekannte, die vor kurzem neu gebaut hat von ihren Problemen mit den Handwerkern. Einen unabhängigen Architekten hatten sie von Baubeginn an als Baubegleitung dabei. Trotz Architekt kam es zu Pfusch fast am laufenden Band und die Handwerker schieben sich gegenseitig die Schuld zu und der Architekt ist nutzlos. Häufig wurde sie bei Bedenken abgespeist mit den Worten "das machen wir immer schon so", "wir wissen wie das geht, wie sind ja schließlich hier die Profis" oder "auf dem Papier ist das ja schön und gut, aber dieser studierte Fuzzi hat von der Praxis doch gar keine Ahnung".

Noch ein Beispiel:
Dachsanierung in der Nachbarschaft. Zimmermann-/Dachdeckerbetrieb bietet alle Leistungen aus einer Hand an. Abdecken funktioniert ja noch, das Dachgeschoss ist bereits ausgebaut und von innen verkleidet. Nachdem die Sparren frei gelegt waren brachte der Handwerkerbetrieb von außen über die Sparren eine Dampfsperrfolie in die Gefache ein. Also über die Sparren und in die Gefache. Dort hinein kam die Dämmung in Form von Mineralwolle, darauf eine Holzfaserplatte und dann die neuen Ziegeln. Nachdem ich dort ein wenig das Treiben beobachtet habe sind mir folgende Mängel aufgefallen:
1. Die Folie scheint mir für diesen Zweck ungeeignet. Es handelte sich um normale, klare "Baufolie" als Dampfsperre und keine Dampfbremse oder gar die für diesen Zweck spezielle Folie Dasatop von pro clima.
2. Ich glaube, man sollte die Folie nicht einfach nur 50 cm überlappen lassen sondern die Folien miteinander verkleben. Ist hier nicht geschehen.
3. Die Mineralwolle wurde nicht vernünftig eingepasst sondern von Hand von der Rolle gerissen. Einige Bahnen passten, andere waren zu groß und wieder andere zu klein. Die zu großen wurden einfach reingepresst bis es passte, die zu kleinen dann mit irgendwelchen Resten verpresst.
4. Die Folie wurde an der Seite zum First nicht mit einem Kartuschenkleber verklebt oder mit einer Latte fixiert sondern einfach nur überlappen lassen und an der Hauskante bündig abgeschnitten.

Diese Liste liese sich noch mit weiteren Kleinigkeiten fortsetzen, aber dies zeigt für mich schon sehr gut exemplarisch, wie es mit der Qualität von soganannten regionalen Meisterbetrieben bestellt ist.



Missverständnis



Mit meinem Satz:

"Das Beste finde ich, dass in Zusammenarbeit mit einem Architekten dann aber erfahrungsgemäß nicht selten Aussagen wie "SO werden WIR das nicht bauen, Garantie müssen schließlich wir geben" kommen."

war gemeint, dass sich Handwerker tatsächlich weigern nach Forderung des Architekten zu bauen.

Wir haben beides durch. Und mit meinem Post wollte ich dem Threadersteller eigentlich zustimmen. Scheint nicht angekommen zu sein. ;-)

Wir haben die gleiche Show mit Handwerkern durch. Kein Konzept liefern, aber den Auftrag haben wollen.



@ sh



Die angefragten Handwerker und Innenausbaufirmen haben eine Glaswolle-Dämmung (180 mm) + Dampfbremse empfohlen.

Wer sich auch nur einmal kurz in das Thema Dämmung im Altbau bei Schieferdach einliest, weiß, dass bei einem alten Schieferdach Wasser und Feuchtigkeit dann direkt in die Mineralwolle geht. Folge: Dämmung dahin

Holzweichfaserdämmung ist mir etwas zu teuer, würde aber schon deutlich besser passen.



Garantie



Und wenn man einen Mangel anmeldet und die Behebung wünscht, dann weigern sich die meisten Handwerker und leugnen einen Mangel schlicht oder verstecken sich hinter dem nicht im Detail beschriebenen Auftragstext oder den VOB. Schon viel zu oft erlebt. Das meiste mache ich mittlerweile selber. Dauert länger aber sich einzulesen und mit dem Thema auseinander zu setzen macht ja auch Spaß.



Der Fisch



stinkt vom Kopf her!

Lasst euch doch ein Konzept erarbeiten, ja, ja … so was kostet auch Geld iss nämlich auch Arbeit.
Mit dem Konzept könnt Ihr dann Preise bei den dummen, sturen, arroganten und teuren Handwerksbetrieben einholen.





@Thomas: So halte ich es mittlerweile auch! Und wenn es mal keine optimale Lösung gibt, kann ich wenigstens selbst zwischen verschiedenen Kompromissen entscheiden.

@bpb: Das ist doch in anderen Branchen nichts anderes.
Beispielsweise handele ich mit Industriebedarf. Wenn ich ein Angebot ausarbeite und dem Kunden zufaxe, reicht der es nicht selten weiter und die Konkurrenz muss nur noch bessere Preise dahinter schreiben um den Auftrag zu bekommen.
Mir gefällt das auch nicht, aber so what?! Das ist Business. Und ich sitze an so manchem Angebot auch 3-4 Stunden bis hin zu ganzen Tagen wenn es um viel geht.
Schreibe ich kein Angebot, verkaufe ich nicht.



Konzept



Das man Angebote erstellt und diese eventuell nicht angenommen werden gibt es in jeder Branche und gehört schlicht zum unternehmerischen Risiko. Wenn ein Betrieb aber von der eigenen Leistung überzeugt ist und einwandfreie Arbeit abliefert, muss er sich i.d.R. auch nicht vor übermäßig vielen Ablehnungen fürchten. Mal gewinnt man, mal verliert man. Im Ergebnis gleicht es sich aber aus. Sehr einverstanden wäre ich bei einem Angebot auch mit einer Bepreisung der planerischen Leistung, bei der eine Verrechnung bei Auftragserteilung stattfindet, wurde mir aber noch nie angeboten. Leider.

Meiner bescheidenen Meinung nach geht es bei der ganzen Diskussion eigentlich darum, dass die Branche nicht mit dem Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt klar kommt und die Verweigerung von transparenten Angeboten ein verzweifelter Schutzmechanismus ist. Funktionieren wird das allerdings auf Dauer nicht, bin ich mir sicher.



@ All



Vielen Dank für die Beiträge, auch wenn die alle sich keineswegs am Thema orientieren.

Hat denn einer der Herren noch etwas Fachliches zu dem o.a. Problem Dämmung bei Schieferdach beizutragen???

Beste Grüße
Moritz



Rein konzeptionell...



... ist die von Georg Böttcher angedachte Warmdachkonstruktion ohne Hinterlüftung mit penibelst verarbeiteter Dampfsperre hier vorzuziehen.

Die Schaffung einer funktionierenden Hinterlüftung erscheint aufwendiger, als die genannte prinzipielle Bauweise.

Detailplanung geht nicht aus der Ferne...

(Ich konnte mich vorhin nicht anmelden, "Cheffe" hatte auch gerade Probleme gemeldet)

MfG,
sh





Suchen Sie sich einen Handwerksbetrieb, bei dem sie ein gutes Bauchgefühl haben und konfrontieren Sie diesen mit den für Sie kritischen Fragen wie beispielsweise Taupunkt und eindringendes Regenwasser und bewerten dessen Antworten und die Reaktion auf Ihre Fragen. Ein fähiger Handwerker wird Ihre Fragen dankbar aufnehmen und Ihnen passende Konzepte präsentieren. Versuchen Sie auch möglichst detailliert die Auftragsbeschreibung schriftlich zu fixieren und schließen Sie einen Vertrag nach BGB mit dem Handwerker und nicht nach VOB. Das BGB schützt Sie als Verbraucher i.d.R. deutlich besser als die VOB dies tun.

Viel Erfolg.





Den Aufbau finde ich nicht verkehrt.

1. Ich würde in jedem Fall eine Belüftungsebene anlegen. Ich würde aber aufgrund der Belüftungsebene auf die Weichfaserplatten verzichten.
Was sollen die machen außer noch mehr Feuchtigkeit in der Konstruktion halten?
Bekommt die Dämmung mal ein paar Tropfen ab, kann sie durch die Belüftung trocknen. Oder sieht der Schiefer eher schlecht aus, sprich geht viel Regenwasser durch?

2. Be- und Entlüftungen gehören in jedes Sparrenfeld. Das ist viel Arbeit, habe ich auch hinter mir.

3. Ich habe eine Dampfsperre verbaut und halte damit die Feuchte Raumluft von der Dämmung weg. Ggf. anfallende Tropfmengen durch Regen können ja durch die Belüftung wieder abtrocknen.

4. Was meinst Du mit Zwischensparren? Dachlatten dürfen nicht zwischen die Sparren gebaut werden, da sie ja den Luftzug blockieren würden. Du klemmst ja die Dämmung nur im Unteren Bereich zwischen die Sparren, so dass die übrigen 4cm zwischen Schalung (siehe Foto) und Dämmung sowieso frei sind.

5. Auf die Weichholzfaserplatten würde ich gänzlich verzichten. Habe bei mir eine Frankfurter Pfanne, die auch nicht 100% dicht ist. Das ganze funktioniert mit Belüftungseben seit über 25 Jahren.

6. Habe mich aus Kostengründen auch für Steinwolle entschieden. Die ich einfach im Austausch für die alte Glasfaser eingebaut habe.

Im übrigen halte ich die 4cm Belüftungsebene für sehr gut dimensioniert. Bei mir funktioniert es jedoch auch mit 2cm scheinbar gut.

Patrick



@ Patrick



vielen Dank für die Anmerkungen.

zu 1) Der Schiefer sieht eher schlecht aus.
zu 2) Besteht dann nicht die Gefahr, dass die Dämmung nach hinten auf die Dachlatten (Dachschalung) rutscht? Daher wollte ich noch sog. Abstandshalter einbauen.





Wenn Du die (Steinwolle-)Dämmung mal zu breit schneidest, kann es sein, dass sie sich in eine Richtung wölbt. Das passiert aber direkt beim Einbau, sodass Du sie wieder herausnehmen und beiarbeiten kannst. Fehler sieht man sofort.

Der schlechte Schiefer ist natürlich schade. Das Warmdach (ohne Belüftung) wird so vermutlich nur mit den von Herrn Böttcher empfohlenen Weichholzfaserplatten funktionieren, die wieder teuer sind.

Kannst Du einschätzen wie die Unterspannbahn aussieht?



@ Patrik



Die Unterspannbahn ist vermutlich genauso alt wie der darauf liegende Schiefer, ca. 100 Jahre.
An einigen Stellen wird bei Regen die darunterliegende Holzeindeckung von innen feucht.
Das Durchtropfen kann ich dann auch nicht ausschließen.

Das Problem wollte ich mit der Hinterlüftungsebene und einer dünnen Weichholzfaserplatte beheben. Erst dann würde ich 180 mm Steinwolle legen.



Funktionierende Hinterlüftung...



... ist ein bisschen mehr als Abstand zwischen Dämmung und Dachhaut. Überlege mal, wie die "Hinterlüftung" bei den Dachfenstern gestaltet werden soll?

Zu einem funktionierenden Dach gehört allgemein unter anderem eine Schlagregen-/Flugschnee sichere Abdichtung dazu...

So wird das nix...

MfG,
sh



Wenn das Schieferdach



jetzt schon undicht ist und feuchte Stellen an der Schalung sichtbar werden, würde ich mich erstmal um die Dichtheit der Außenbedachung kümmern anstelle über eine Dämmung nachzudenken. Eine Hinterlüftung ist doch eigentlich hauptsächlich nicht dazu gedacht, den Feuchteeintrag einer desolaten Dachhaut zu beseitigen.
Ich weiß, dass dies sehr, sehr teuer würde.

Grüße



Schieferdach



1) wird aktuell repariert (ausgebessert), dennoch wird man bei einem Schieferdach nie über Jahre hinweg eine völlige Wasserundurchlässigkeit garantieren können.

3) Komplett neue Dacheindeckung ist bei Schieferdach wenig sinnvoll, habe ich mir erläutern lassen. Mein Plan: Einmal im Jahr einen Dachdecker das komplette Dach prüfen lassen.

2) Verstehe: zur Hinterlüftungsebene gehört mehr als einfach nur 4 cm Zwischenraum zu lassen. Ist mir bewusst, aber eine minimale "Luftdurchlässigkeit" der Dacheindeckung dürfte doch für eine Zirkulation ausreichen, oder?



Man kann nur davor warnen...



... dieses so auszuführen...

Jetzt aktuell kann das Unterdach eingedrungene Feuchtigkeit ja noch einigermaßen in den freien Dachraum ablüften. Aber nach dem Einbau der Dämmung ist sie quasi eingesperrt oder zumindest stark behindert.

ad 1. Eine Dachdeckung ist fast nie 100% schlagregensicher, deswegen ja auch die Unterspannbahn... nur muss die auch funktionieren...

ad 3. Wer sagt das denn?... der Dachdecker wahrscheinlich, der die Folgeaufträge bekommt... Was will er denn großartig prüfen? Auf Sicht von außen erkennt man nur defekte Platten...

ad 2. Eine Hinterlüftungsebene ist dazu da, von INNEN eingedrungene Feuchtigkeit durch Frischluftzirkulation abzulüften. Dazu sind ausreichend dimensionierte Öffnungen im Traufbereich zu BElüftung und die entsprechenden Gegenstücke zur Entlüftung im Firstbereich vorzusehen, gegebenfalls auch noch dazwischen. Nur so ist das ganze beherrschbar.

Egal ob Kalt- oder Warmdach: ohne Dichtigkeit wird das nix... Nach wenigen Jahren ist mit einiger Wahrscheinlichkeit die "ganz große Lösung" fällig... auch da freut sich der Dachdecker wohl schon drauf...

Bei vergrößerter betrachtung des Fotos lassen sich auch Farbverfärbungen und Stockflecken erahnen. Dies deutet auf beginnende Vermoderung hin...

Mach es richtig... auch wenn ich hier gerade sozusagen Dein Geld ausgebe...

MfG,
sh



Das beste oder nichts!



Hallo Moritz,

ich würde Sebastian Hausleithner hier recht geben wollen. Das wird so nichts!

Früher, als alles besser und der Dachraum offen war, mussten Dächer nicht 100% schlagregendicht oder flugschneesicher sein und waren es auch nicht. Die geringe Menge Nässe drang in den Dachraum, trocknete weg, war kontrollierbar und man konnte das Dach notfalls von innen flicken.

Auch heute ist eine Dachhaut nicht wirklich dicht. Also muss ein funktionierendes Unterdach her, so dass eindringende Nässe schadlos ablaufen kann und eben nicht in die Dämmung eindringt und dort verharrt. Das ist ohne Rangehen von außen praktisch nicht zu schaffen.

Dann muss eine vernünftige Be- und Entlüftung hergestellt werden. Neben der austretenden Raumluftfeuchte gibt es auch noch Kondensat an der Unterseite der Eindeckung, das weggelüftet werden muss.

Mindestens an der ersten Voraussetzung fehlt es bei dir in höchstem Maße.

Wie die Dämmung zwischen den Sparren dann ausgeführt wird, ist eigentlich fast egal. Ich persönlich präferiere hier Holzfasermatten, weil ich glaube, dass diese mit geringen Mengen Feuchte (aus dem Innenraum) besser fertig wird, als Glas oder Steinwolle.

Kritisch wird es dann wieder bei der Dampfbremserei. Da kommt es wirklich auf sorgfältigste Ausführung der Anschlüsse an, das heißt an den Giebeln, an Kaminen, um die Fenster, an den Mittelpfetten.... das ist ohne Rangehen von Innen praktisch nicht zu schaffen.

Fazit:

Um eine vernünftige Zwischensparrendämmung zu erhalten, muss man von außen und innen ran und dabei sorgfältigst bis in die letzte Ecke arbeiten.

Meine bescheidene Erfahrung bzw. Beobachtung ist, dass sowohl was die sorgfältige Ausführung des Unterdachs als auch der Dampfbremse angeht, meist gepfuscht wird. Die Gründe will ich hier nicht diskutieren. Sieht man jedenfalls erstmal nicht, weil zugedeckt. Im Altbau ist eben alles krumm und schief und was in den Prospekten der Dämmmaterialhersteller in der Fläche so schön einfach aussieht, verlangt in der Praxis regelrechtes Engineering und Planung bis ins letzte Detail. Bei einer guten Planung sollte m.E. Augenmerk auf eine sparsame Verwendung von "intelligenten Baustoffen", notwendigen Klebebändern, etc. zugunsten von guten Konstruktionen gelegt werden. Glaubt einer wirklich, ein Klebeband auf einer Unterspannbahn ist in 10, 20, 30 Jahren noch intakt?

Es mag Fälle geben, wo es auch anders gutgegangen ist, aber da haben dann eben andere Randbedingungen zufällig gestimmt (zum Beispiel die Dachdeckung mit superdichten Ziegeln einschließlich Verwahrungen, einfache Dachform ohne viele Anschlüsse, etc.) und dazu kam eine Portion Glück.

Das ist bei dir nicht der Fall. Mach ein vernünftiges Unterdach und eine vernünftige Dacheindeckung - oder lass den Dachraum offen.

Meine Meinung.

Gruß
Björn



Hallo Sebastian, hallo Björn,



vielen Dank noch einmal für Eure Einschätzung.

Die Unterdachbahn bekomme ich wahrlich nicht ausgebessert, ohne das Dach neu einzudecken zu lassen.

Eure Argumente finde ich schlüssig.
Unser Architekt ist der Meinung "Ein Schieferdach muss aussehen wie ein Flickenteppich". Das mag zwar sein, aber die nicht mehr funktionstüchtige Unterbahn bleibt dann die immer währende Schwachstelle.

Das Dach wurde heute noch einmal neu ausgebessert. Ich warte jetzt noch ein paar Wochen mit der Dämmung und schaue, ob es noch weitere Nässedurchbrüche gibt, bevor ich mich für / gegen Neueindeckung entscheide.

Ich würde dann aber nur diese eine Seite (Wetterseite) komplett machen lassen, da die andere Seite des Daches überhaupt keine Probleme bereitet und der Schiefer da auch optisch einen guten Eindruck macht.
Ist die neueindeckung nur einer Seite dann sinnvoll, oder brauche ich hier auch die "große" Nummer?

Noch einmal herzlichsten Dank an alle, für die lebhafte und hilfreiche Diskussion!
Moritz



Die Schiefereindeckung



sollte nach dem ganzen disputieren als erstes richtig gemacht werden. Durch die ewigen Reparaturen dürfte die Dachpappe ziemlich "offen" sein ,daher undicht bei Treibregen.Sie haben die Art der Eindeckung noch nicht erklärt !Eckig, Rund, Halbrund,Rheinisch, Schwäbisch, Altdeutsch,etc. ,etc.
Und dann nur von denen und denen machen lassen, nicht von den doofen Handwerkern.



Dachaufbau



Der geplante Aufbau wird nicht funktionieren!
Gleichviel ob Warm- oder Kaltdach, der Aufbau muss komplett nach den Fachregeln ausgeführt werden und zwar mit intakten Bauteilen.
Wenn aber die Deckung nicht oder nur teilweise erneuert werden soll, bleibt als mögliche Lösung ein Raum im Dach, wenn denn genügend Platz vorhanden ist.





Ich denke mal...
... dass Du das Problem mit der angedachten Dämmkonstruktion in Verbindung mit der bestehnden Dachdeckung noch immer nicht so ganz verinnerlicht hast.
Das Dach MUSS auf allen Seiten dicht sein. So ein blöder Regensturm kommt halt auch mal von der anderen Seite, auch wenn es nicht in den nächsten Wochen ist, so dann irgendwann in fünf Jahren vielleicht...
Auch wenn man von außen nix sieht, ist Dir denn doch u.U. die Dämmung abgesoffen und die gesamte Dachkonstruktion liegt im Feuchten...
Die daraus resultierenden Schäden ziehen dann die wirklich "ganz große Lösung" nach sich...

MfG,
sh



Zustimmung



Ich sehe das ganz ähnlich! Halbgare Sachen bringen Sie nicht weiter. Es ist das eine, dass viele Handwerker nicht viel von ihrem Gewerk verstehen, aber das andere, wenn die Auftraggeber offensichtlich nur die günstigste und nicht fachlich sauberste Ausführung wünschen.

Gehen Sie am Besten nochmal in sich und überdenken Ihren Plan. Abdecken und die Schieferplatten wiederverwenden sollte doch auch möglich sein. Und in diesem Zusammenhang könnte man auch direkt über eine Dämmung von außen nachdenken.

Gruß



Na aber....



Schiefer von einem über 100 Jahre altem nur geflickten Dach wiederzuverwenden ist keine gute Idee, ehrlich gesagt sogar Blödsinn.
Die Schiefer wird man nichtmal mehr ganz abbekommen.

"Unser Architekt ist der Meinung "Ein Schieferdach muss aussehen wie ein Flickenteppich"
Das ist eine seltsame Meinung, Ihrem Architekten sollte ein funktionierendes und dichtes Schieferdach wichtiger sein.

Für die oben gelegenen Veluxdachfenster gibt es von Velux auch Teleskop-Bedienungsstange 108 - 188 cm für VELUX Schwingfenster, dann könnte man sich die Stehleiter sparen.

Ein Bild vom Schieferdach wäre auch noch interessant.

Mit Grüßen
Danilo



halbe Sachen bringen nichts



Hallo Moritz,

ich muss Sebastian ein weiteres Mal recht geben. Eindeckung und Unterdach müssen am gesamten Dach passen, sonst ist alles andere rausgeschmissenes Geld. Natürlich sind alte patinierte Dächer schöner als neue, aber wenn sie partout nicht mehr gut sind, dann müssen sie halt erneuert werden.

Das Wesentliche wurde eigentlich schon gesagt.

Grüße
Björn



@ All



vielen Dank für die Anmerkungen.
Ich freue mich über die rege Diskussion.
Fotos versuche ich morgen Abend nachzureichen und zwar von beiden Dachseiten.

Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass ich die eine Seite auf jeden Fall neu machen werde, inklusive der Holzverschalung.
Die andere Seite würde ich eher so lassen, da diese noch völlig in Ordnung ist.

Beste Grüße
Moritz



Bild: Schieferzustand



Anbei ein Bild zum Zustand der Schiefereindeckung.
Kommentare gern gesehen



Weiteres Bild



Anbei noch eine weitere Ansicht zum Dach



Und nun die andere Dachseite



Das Bild der gegenüberliegenden Dachseite, wo der Schiefer nach meiner Einschätzung noch völlig in Ordnung ist.

Beste Grüße
Moritz



Hallo Moritz,



schön das Sie Bilder eingestellt haben.
Eine komplett Sanierung der Dachhaut ist der richtige Weg.

Die Dachreparatur auf dem ersten Bild entspricht nicht den Fachregeln. ( Sichtbare Befestigung mit Anschlussband abgedeckt! Für Schiefer gibt es extra Reparaturhaken/Bleche, die sind auf dem zweiten Bild zu sehen.)

Bei einer Dachneueideckung mit Schiefer würde ich zu anderen Eindeckrahmen der Veluxfenster raten, ein Eindeckrahmen mit Schichtstücken ist eventl. besser geeignet.

Die Gebindesteigung der Schieferreihen scheint mir nicht zur Dachneigung zu passen? Kann mich aber täuschen da man es nicht genau erkennt auf den Detail- Fotos.

(Ganz schön mutig, die Dachleitern in Leiterhaken bei so einem alten Dach einzuhängen...)

Mit Grüßen
Danilo