Spaltverfüllung zw. Schwellbalken und Bodenplatte ? Wie?

09.01.2011



Hallo Gemeinde,

der jetzige Winter veranlasst mich dazu mein Vorhaben, welches ich schon lange in der Warteschlange habe in diesem Jahr durchzuführen.

Geplant ist, in einem Zimmer eine Innenschale aus Leichtlehmstein zu errichten. Die möglichen Hohlräume zwischen Ausfachung und Innenschale werden mit Lehm verfüllt um einen homogenen, geschlossenen Wandaufbau zu erlangen.

Sinn soll eine "Massenerhöhung" der Wand sein (ich verwende den Begriff Dämmung bewußt nicht).

Ausgangslage:

durch umfangreiche Fachwerkinstandsetzung ist der ursprüngliche Wandaufbau flöten gegangen. Dieser war von außen nach innen, Putz, Ausfachung (unterschiedliche Materialien)in 18´er Eichenfachwerk, ca 5 cm Lehmputz.

Das Fachwerk wurde instandgesetzt und mit Leichtlehmsteinen ausgemauert.

Nun das Problem.

der Raum ist nicht unterkellert. Irgendwann einmal wurde eine Betonbodenplatte gegossen. Diese Bodenplatte wurde direkt (mit Folie dazwischen) an den alten Schwellbalken gegossen.

Der alte Schwellbalken, der vergammelt war und erneuert wurde hatte eine Krümmung nach innen.
Der neue Schwellbalken ist gerade.

Dadurch besteht nun zwischen Schwellbalken und Bodenplatte ein Hohlraum, teilweise bis zu 5 cm breit.

Nun überlege ich, wie ich diesen Holraum verfüllen kann.

Ihn so belassen will ich nicht, denn da hätte ich wohl eine wunderbare Mäuserennbahn.
Ihn homogen mit Kalk oder Lehm verfüllen gefällt mir irgendwie auch nicht. Da wäre mir der Schwellbalken zu sehr "eingepackt".

Nun kam mir die Idee zur Verfüllung des Hohlraums groben Kies oder Split zu verwenden. Damit gäbe es keine "Rennbahn" und es wäre etwas "luftiger" als eine homogene Verfüllung.

Spricht etwas dagegen, oder anders gefragt, welche Ideen habt ihr dazu?

Danke im Voraus und Grüße
Martin

P.S.: ich hoffe die Erläuterung und die Grafik ist halbwegs verständlich und verdeutlicht das Problem.



Innendämmung Fachwerk



Der Spalt muß zu, damit dort keine Luft zirkulieren und damit Feuchte vagabundieren kann.
Mein Vorschlag:
Weißkalkhydrat und feinen Sand 1:1 trocken mischen und so einfüllen (fertiger Mörtel als Sackware geht auch)
Falls Feuchtigkeit in den Spalt gelangt, wird sie vom Kalk gebunden; das basische Milieu verhindert Schädlingsbefall.

Viele Grüße





Der Kies würde eventuell anfallendes Wasser nicht abzutransportieren in der Lage sein.
Wenn gleich nach DIN einen “Luftumspühlter” richtiger wäre, würde ich es auch mit Kalk, wie Herr Böttcher schreibt, oder mit Lehm, analog den Hohlräumen der Wand verfüllen.´


Grüße aus Schönebeck



eine weitere Altenative



ist, Perlite einzusetzen, diese bringt zusätzliche Dämmung und vermindert die Wärmebrücke am Wand/Boden Anschluss.

eine Perlite wie Thermo-Floor hat nicht nur den Vorteil, dass sie diffusionsoffen, verrottungssicher ist und dämmt, sondern sie kann auch wenn nötig verdichtet werden.

Grüsse Thomas



Genau



Hallo
Wie meine Vorgänger schon schrieben würde ich auch das Material verwenden das du als Zwischenlage einbringen. Geeignet wär hier Hanf- Lehm- Dämmschüttung LLS 400. Dieses Material verwende ich in solchen Fällen und ist von den voran beschriebenen Eigenschaften genau das richtige.
http://www.lehmschwalbe.de/Laden/media/docs/i_hanflehmmischung.pdf
http://www.lehmschwalbe.de/Laden/media/docs/db_lls400_stampflehm.pdf
oder http://www.lehmschwalbe.de/Laden/media/docs/db_lls_200.pdf
mit freundlichen Grüßen aus der Uckermark
Die Lehmschwalbe
Ralf Pawlik



Schwellbalken



Hallo Martin Wittwar,

zunächst ein, zwei Gegenfragen.Siehe Grafik.
-Auf welchem Niveau befindet sich das Gelände?
-Wie ist der Aufbau, Zustand unter der "Bodenplatte", Estrich?
-Wurde unter die Schwelle eine Folie eingebaut?

Mit freundlichen Grüßen

Mladen Klepac





Zunächst einmal vielen Dank für eure Antworten und Tipps.

Um ehrlich zu sein bin ich nicht auf die Idee gekommen, Kalkmörtel trocken zu verwenden.

Da ich noch welchen liegen habe und ich tatsächlich nicht abschätzen kann wie der "Feuchtehaushalt" in diesem Bereich ist (dazu weiter unten ein paar Hinweise für Mladen), gefällt mir die Lösung am besten.

Hinter der Folie auf dem Bild verbirgt sich die Bodenplatte

Wie gesagt, ich weiß nicht wie es sich mit der Feuchtigkeit verhält. Von daher besser keinen Lehm?

@Mladen
die Schwelle liegt auf einem Bruchsteinsockel (Sandstein) und ragt etwa 5 cm über die Bodenplatte hinaus.

Was unter der Bodenplatte ist, weiß ich nicht, ich vermute aber normales Erdreich.
Einer der Vorbesitzer des Hauses war wohl in der Baubranche beschäftigt. Alles was im Haus und um dem Haus herum mit Beton zu tun hat, "besticht" durch unglaubliche Festigkeit und lässt sich nur schwer entfernen (außer Sprengung ;-)). Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Bodenplatte mehr als 30 cm stark ist.

Der neue Schwellbalken liegt in einem Bett aus Trasskalkmörtel. Innerhalb des Sockels (nicht direkt am Balken) habe ich eine Horizontalsperre verbaut.

Die Situation beim Ausbau des alten Balkens war "nass" (Schwelle und Sockel). Seit dem Austausch und dem Einbau der Sperre ist das Holz und der Sockel oberhalb der Sperre aber trocken.

Grüße
Martin


[pubimg 11183]



Spaltverfüllung zw. Schwellbalken und Bodenplatte



...also hat die neue Schwelle teilweise direkten, oder beinah Kontakt zur Folie, der maximale Abstand beträgt unter 5cm und in der Höhe deckt sie mehr als die Hälfte der Schwelle.

also ich würde dem Fussholz mehr "Luft" verschaffen.

MfG
Mladen





Aha...und wie?

Bodenplatte entfernen, Schwelle 20 cm höher setzen?





denke eher; einen Streifen, dem Balken entlang abschneiden, abspitzen...

Grüße

Mladen



Zunächst Danke...



...für Deine Ratschläge, Mladen.

Wie jedoch unschwer zu erkennen ist, ist das Fachwerk fertig (mittlerweile auch ausgemauert).

Schwelle wieder ausbauen, ist nicht (keine Lust).

Im Bestand "rumschnitzen" auch nicht.

Und um ehrlich zu sein ist mir die Vorstellung den Querschnitt der Schwelle in der genannten Form zu schmälen sehr suspekt.

Niemand baut für die Ewigkeit. Und wenn die neue Schwelle statt 300 Jahre nur 100 hält, ist mir das ehrlich gesagt "wumpe" (Sorry).

Nach der Aktion ist es wie ich es sehe, glaube ich einfacher eine Schwelle auszutauschen als den vorhandenen Baumangel zu beheben (und das ist sicher einer).

Aber danke nochmal für die Tipps. Die Hinweise auf mögliches Füllmaterial haben mir sehr weitergeholfen. Und da gilt: Versuch macht kluch ,-)

Grüße
Martin



Verfüllungen...



...mit organischen Anteilen verbieten sich von selbst, denke ich. Und die Idee mit dem trocknen Kalkmörtel klaue ich jetzt einfach für ein eigenes Projekt, danke Georg.

Grüße

Thomas



Spaltverfüllung



Hallo Martin,

...nicht den Balken abschneiden!oder vorläufig herausnehmen das meinte ich nicht, sondern im Abstand zum Balken den Beton entfernen; z.B. erst in einer Linie vorbohren, dann abstemmen.
Wie auch immer- wünsche weiterhin gutes Gelingen.

Grüße

Mladen



Oha.....



...da habe ich dich aber völlig falsch verstanden ;-)


Danke und Gruß
Martin