Fachwerk.de - Fussbodenaufbau mit 35kg/m² im Allgemeinen unproblematisch?

Guten Tag,
wir planen den Neuaufbau der Fussböden in einem ca. 1750 errichteten Fachwerkhaus.

Im Prinzip haben wir ähnliches vor, wie in diesem Forum auch schon diskutiert wurde:
Auf die vorhandenen (aber schiefen) Dielen eine Ausgleichsschüttung auftragen und anschließend Estrichelemente und Lamit aufbringen. Natürlich alles mit Isolierfolie etc.

Das alles ergibt eine Zusatzlast von ca. 35kg/m² und auf die Ebene von 90m² folglich ca. 3t.

Natürlich existieren auch keine Bauunterlagen oder ähnliches mehr, das einzige, was man quasi als Fakten auf dem Tisch liegen hat sind die Abstände der Querbalken (80cm) und die Stärke der Balken (ca. 20cm). Alle Trocken und in einem optisch guten Zustand.

Muss man nun wirklich den Schritt gehen und alles duch einen Statiker berechnen lassen? Oder gibt es Erfahrungswerte, dass eine solche Zusatzlast grundsätzlich ok ist, ohne nun noch zusätzliche Holzbalken installieren zu lassen, welche die Statik verstärken?

Ich meine in vielen Innenstädten befinden sich in Fachwerkhäusern komplette Arztpraxen. Hier wurden die Innenräume inkl. der Fussböden ebenfalls begradigt und neu aufgebaut, so dass man quasi gar nicht mehr das Gefühl hat in einem Fachwerkhaus zu stehen. Es ist doch eigentlich sehr unrealistisch, dass an diesen ganzen Häusern auch nun noch die Holzkonstruktion an sich verstärkt wurde oder?

Oder seid Ihr der Meinung, dass auf jeden Fall ein Statiker ran muss?

Gruss
Herbert


Herbert Meier | 10.07.11

wenn die Ausgleichsschüttung mit Perlite o.ä. leichtem Material geschieht, verringert sich das qm gewicht um 15-20 kg.
Würde trotzdem den Statiker mal zuhilfe holen, sicher is sicher. Erfahrungswerte sind gut und schön, aber jedes FW Haus ist anders.
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Schildgen | Sascha | 11.07.11
Der Vorteil der statischen Berechnung ist, ...
... dass man auch das maximal mögliche Gewicht einbringt und dadurch den möglichen Schallschutz durch Masse nutzt.

Bei den Balken ist nicht nur der Abstand voneinander wichtig, sondern auch die freittragende Länge.

Jeder Zimmerer hat aber auch Tabellen zur Hand, um ein grobe Einschätzung zu ermöglichen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Natural Naturfarben Shop | Frank Lipfert | 11.07.11

Fussbodenaufbau

Ich möchte Ihnen raten eine statische Berechnung der vorhandenen Decke durch einen Statiker durchführen zu lassen. Grobe Einschätzungen geben nur einen Hinweis auf die eventuelle Tragfähigkeit der Deckenbalken.

Grüße aus dem Erzgebirge

Bauing. F. Teichmann
Sachverständiger
Qualität
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Sachverständigenbüro | Bauing. Friedrich Teichmann | 11.07.11

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