Welchen Putz für Sandsteininnenwand - feucht im Sockelbereich

04.10.2010



Wir haben einen ehemaligen Viehstall zu einem Raume umgebaut und mit Gips verputzt. Nunmehr ist die Nässe von unten nach oben gezogen. Wir haben den alten Gipsputz abgetragen und die Wand ist wieder trocken. Welchen Putz sollen wir jetzt nehmen, Trasskalk, Lehm oder?





Hallo,

haben Sie messtechnisch oder nur visuell festgestellt das die Wand jetzt wieder trocken ist?


Grüße aus Schönebeck



Welchen Putz für Sandsteininnenwand - feucht im Sockelbereich



nein nicht messtechnisch. Wir haben die Wand abgefühlt.





Das Problem bei alten Viehställen ist, das sich im Mauerwerk meist erhebliche Mengen an Salzen, hier dann Nitrate, befinden.
Diese nehmen Wasser aus der Luft auf (hygroskopische Feuchte).
Ab etwa 50% rel. LF gehen diese Nitrate in Lösung, die Wand ist dann feucht, sinkt die rel. LF wieder unter diesen Wert sieht die Wand wider trockener aus,die Salze kristalisieren dann aus.
Dieser Vorgang hat mit der art des Putzes erstmal nichts zu tun.

Grüße aus Schönebeck

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Feuchte Wand



Hallo

Oliver hat schon recht mit dem Salz und der Feuchte.
Wenn die Wand stark belastet ist können Sie mehrere Sachen machen:

Zementären putz aufbringen - der wird anfangs aussen trocken sein, dann Risse bekommen und die Feuchte wird dahinter bleiben und nach oben steigen - irgend wo muss das Zeug ja hin.

Dann können Sie einen "Sanierputz" mit einem giganto Preis drauf machen - da wird ähnliches wie vor passieren

Sinnvoll wäre einen Opferputz aufzubringen, der die Salze und die Feuchte aus dem Mauerwerk ziet - entweder Lehm oder Kalkputz.
Der muss dann nach ein paar Monaten oder so wieder runter, wenn er sich vollgesaugt hat - immer wieder abkehren - dann runterschlagen und als Dünger nehmen

Wenn dann die Wand relativ "leer" ist und der "Opferputz" unten dann mit einem Kalkputz finishen!

Einfach ist das nicht mit so alten Stallwänden!

Wenn Sie s riskieren können Sies mit einem SP 50 von solubel auf einmal versuchen - aber ob das klappt kann ich nicht sagen.
Man müsste wissen wie hoch der Salzgehalt der Wand ist.

Am sichersten ist die Opferputzmethode, die haben Sie ja teilweise schon mit dem Gipsputz gemacht. Also kann ich nicht genau sagen wie viel noch in der Wand ist!

Wie lange war der Gipsputz drauf?

FK





lassen Sie doch einfach mal eine Salzanalyse machen. Dann wissen Sie genau wieviel und welche Salze sich in der Wand befinden, und können dann weitere Schritte planen.





Der erwähnte Kalkmörtel ist auch nicht wesentlich preiswerter als ein vernünftiger Sanierputz.
Und ob ich einen Kalkputz alle paar Monate wieder runterkloppe oder gleich einen Sanierputz verwende der 5, 10 oder auch 20 Jahre hält ist dann wohl doch ein kleiner Unterschied.
Ich habe aus meiner Praxis durchaus Sanierputze auf stark Salzbelasteten Untergründen verarbeitet die nach 15 Jahren immer noch ohne jeden Schaden stehen.
Ich habe allerdings auch Flächen mit Sanierputzen verputzt die nach 2 Jahren schlimmer als vorher aussahen.
Das Problem ist einzig die Untergrundvorbereitung, die Verarbeitung, die Nachbehandlung sowie folgende Anstrichsysteme.
Wenn nur einer dieser Punkte nicht eingehalten wird kann ein Sanierputz nicht funktionieren.

Kalkputz kann das von vorne herein nicht.

Grüße aus Schönebeck



Welchen Putz für Sandsteininnenwand - feucht im Sockelbereich



Herzlichen Dank für die vielen kompetenten Beiträge. Jetzt bin ich schon einmal ein kleines Stück weiter. Um die Frage von Florian Kurz zu beantworten, der Gipsputz war mindestens 15 Jahre darauf und tapeziert. Auf der Tapete waren dann regelmäßig Salpeter Ausblühungen, die wir abkehren konnte. Ein ganz schlauer Mensch hat uns dann geraten, die Wand mit einer Folie abzudichten. Dann wurde es ganz schlimm - Nässe und Schimmel. Daher haben wir alles abgeschlagen, so dass nur noch die Sandsteinwand sichtbar ist. Eine Frage hätte ich dann noch, wer macht den eine Salzanalyse und was sagt mir das Ergebnis?





Gute Frage wer eine Salzanalyse macht.

Normalerweise sollte jeder der als Berater fungiert, wie auch jeder Bautenschützer diese ausführen können.

Wenn Sie das alleine machen wollen können Sie Proben auch ins Labor schicken.

Über die Salzanalyse erhalten Sie Aufschluss welche Salze in welchen Mengen wo im Mauerwerk verteilt sind.
Danach erst kann festgelegt werden wie effektiv weiter zu verfahren ist.

Grüße aus Schönebeck