Oberste Geschossdecke

10.08.2011



Hallo, nachdem ich nun seit tagen das Forum durchstöbere habe ich mehr Fragen als zuvor, doch zu meiner Frage:
Ich habe ein Haus (Bj.1944), und muss die oberste Geschossdecke zum Kaltdach (Ziegel mit Unterspannbahn) isolieren. Hier ist irgendwann in der DDR saniert worden. Von unten nach oben: an den Balken verputzte Holzwolleplatten (Sauerkraut), darüber so 5cm Fehlraum, Zwischenschalung und Schüttung aus Sand, Lehm und ganz viel Schutt (aus alten Dachziegeln), darüber alte alukaschierte Steinwolle. Kaltdach begehbar mit Brettern. Die Schüttung liegt großflächig auf den Sauerkrautplatten auf und lässt diese durchbiegen, die Schüttung muss also raus, die alte Steinwolle auch.
Was bleibt, ist über den Sauerkrautplatten ca 15cm Balken im Abstand von 60-80cm.
Was ist als Dämmung hier sinvoller: Mineralwolle oder Zellulose? Fungieren die Sauerkrautplatten als Dampfbremse oder brauche ich überhaupt eine?
Danke schon mal, Oliver





Egal welche Dämmung, Dampfbremse ist zwingend erforderlich! Details unter www.u-wert.net



Dachgeschossdecke



Eine Dampfbremse ist nicht zwingend erforderlich.
Falls die HWL- Platten und der Putz nach dem Ausräumen der Deckenfelder noch in Ordnung sind, können Sie die Decke neu aufbauen.
So wie ich es verstehe soll das DG nicht als Wohnraum ausgebaut werden, sondern verbleibt als Kaltdach.
Dann sollten Sie den Einschub erneuern/reparieren, einen (diffusionsoffenen) Rieselschutz einbauen und dann eine neue Deckenfüllung einbringen. Ich würde mineralisch reinen Sand oder eine Trockenlehmschüttung einbauen, darauf dann eine Dämmlage. Hier bietet sich eine Einblasdämmung aus Zellulose an. Wenn Schall- und Brandschutz passen dann kann auch auf die schwere mineralische Schüttung verzichtet werden, aber das erfahren Sie vom Systemanbieter, der Ihnen die Dämmung einbaut. Zum Begehen kann eine Laufbohlenanlage aufgeständert werden; als Winddichtigkeitsebene eine Unterspannbahn.
Alternativ können sie auf die Schüttung auch wieder eine mehrlagige (Fugen versetzt!) Dämmlage aus Mineralwolle aufbringen. Darauf dann wieder USB als Winddichtung und aufgeständerte Laufbohlen.
Der Dachboden sollte über eine gewisse Querlüftung verfügen.

Viele Grüße





Stimmt, so funktioniert es auch. Muss nach oben eben diffusionsoffen sein. :-)



Danke schon mal



Herr Böttcher: Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Ja, das Dach soll als Kaltdach bleiben mit gelegentlichen Lagermöglichkeiten. Die unter den Ziegeln verlegte USB ist nicht sonderlich dicht, hier denke ich ist ein reger Luftaustausch möglich. Die HWL-Platten sind größtenteils in Ordnung, bzw. Undichte werden wieder instand gesetzt.
Sollte die USB auf der Dämmung aus Folie oder Pappe sein, wegen möglicher Feuchtigkeitsdiffusion?
Welche Dämmstärke würden Sie favorisieren?

Dominik: Auch vielen Dank für die Antwort, ich hatte den möglichen Deckenaufbau vorher mal bei www.u-wert.net durchgerechnet und das Ergebnis (0,0% Tauwasser) kam ohne Dampfbremse aus... Die meisten Forenbeiträge hier deuten mehr in Richtung "keine Dampfbremse" da diese entweder sinnfrei ist oder nicht funktioniert. Ich hätte bei den obigen vier Räumen eh nur in einem Raum die Möglichkeit eine Sperrbahn unterhalb der Balken anzubringen, da in den anderen (wahrscheinlich aus in meinem ersten Beitrag genannten Gründen) die Decken abgehangen sind.
Dummerweise ist mir das beim Kauf des Hauses nicht aufgefallen....

Viele Grüße



Deckenaufbau



Mit USB meine ich diffusionsoffene Unterspannbahn in Vliesform.
Die Dämmstärke ergibt sich aus den Vorgaben der EnEv u nd hängt vom jeweiligen Material ab.

Viele Grüße