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02.06.2019 Goggy



Hallo,
ich wollte diese erste Juniwoche anfangen das erste Stockwerke eines Wochenendhauses zu verputzen.
Mein Nachbar hat sein ganzes Haus innen und aussen mit Kalk verputzt. Er meinte ich sollte folgdendes machen:
Mauerwerk gut nassmachen,

dann

Vorspritzen
4 Schaufeln Sand
2 Schaufeln Zement
1 Schaufel Edelbinder

dann 1 Woche trocknen lassen und dann Verputzen mit:

4 Schaufeln Sand
1/4 Schaufel Zement
2 Schaufeln Kalk

Er meint er ist sehr zufrieden wie sein Putz geworden ist.

Ich habe ungefähr 35 qm zu verputzen. Bimststein und Ziegel. (Kein Fachwerkhaus übrigens). Putzdicke dachte ich 1 cm bis 1,5 cm.

Was sagt ihr zur Mischung und Putzdicke? Reicht vornässen?

Wieviel kg Kalkhydrat und Sand benötige ich ungefähr pro halber cm putz pro qm? Gibts da ne grobe Formel?

Was ich auch noch wissen muss, ist brauch ich Kantenschutzprofile und Putzlehren? Wie bekomme ich die Wand gerade. Weiss nicht ob Schnellputzprofile so eine gute Idee sind und ob man die später auch noch sieht.



Wand verputzen



ich halte die Mischung für zu fett. Wenn schon ein Kalk-Zementputz, dann würde ich auf fertige Sackware zurückgreifen. Man sagt, dass Sand und Zuschläge im Raumteileverhältnis von 1:3 stehen sollen. Schnellputzprofile im Außenbereich sehe ich kritisch, normalerweise legt der Laie sich da Putzlehren an. Auch bin ich mir nicht sicher, ob die Anleitung zum richtigen Außenputz, angefangen von der Mischung über die Herangehensweise aus dem Internet zu erfragen ist. Nicht umsonst ist Maurer ein Ausbildungsberuf mit einer mehrjährigen Lehrzeit.



Erfahrung mit Kalkputz



Hallo Goggy, aus eigener Erfahrung (Total-Renovierung Sommer 2018) kann ich die Kalkputze von Hessler empfehlen. Die von uns verarbeiteten Innenputze (HP9 und HP 90) sind von "konventionellen" Malern und Putzern aufgetragen worden. Nach Studium der Verarbeitungsinformationen, stets freundlichen Auskünften von Hessler selbst und etwas Eingewöhnung seitens der Maler waren diese recht angetan, vor allem wegen der angenehmen Verarbeitbarkeit und wegen des ansehnlichen Ergebnisses. Zum Thema Kalkputz empfehle ich auch die Webseite von Malermeister Engist: https://www.gerold-engist.de/

Wir haben zusätzlich komplett Armierungsgewebe eingebettet. Das war aber teilweise eine reine Vorsichtsmaßnahme wegen der Unerfahrenheit der Maler konkret mit reinem Kalkputz. Im Nachhinein hätte ich bei der Gelegenheit evtl. statt normalem Armierungsgewebe ein Gewebe zur elektromagnetischen Abschirmung verwendet - aber jetzt komme ich vom Thema ab ... ;-)



Was bitte ist "Edelbinder"



Bei 35 qm , wenig bis keiner Erfahrung im Selbstanmischen von Putzen würde ich auf eine einfache Fertigmischung zurückgreifen. Sackware ist einfacher in der Handhabung und bietet anschließend ein gleichmäßiges Bild...
Es ist ein schlichter einfacher "neuer" Untergrund wenn ich das richtig lese. Also auch wenn ich sonst gerne mit Kalkputz ( da lasse ich aber immer lieber arbeiten, bei größeren Flächen ;) ) oder Lehm arbeite, hier reicht m.E. Ein einfacher Putz und Maurermörtel , zweilagig aufgetragen...gut vornässen und vielleicht noch warten, bis die Temperaturen nicht mehr um 35 Grad sind, zur Not beschatten um ein Aufbrennen zu verhindern. Schnellputzschienen haben wir tatsächlich auch noch an einer Außenwand, eine Gartenmauer...sind seit 15 Jahren drin und bis heute weder verrostet noch sehr störend zu sehen. Bei einer größeren glatten Fläche würde ich als Anfänger vermutlich mit Hilfsschienen, die vor dem Durchhärten entfernt werden, arbeiten. Eckschutzprofile aus PE können unbesorgt draußen verwendet werden und erleichtern die Kantenbildung doch sehr...
Viel Erfolg



Gute Frage, was ist Edelbinder? :-D



Also das kam wohl falsch rüber. Ich verputze innen. Die Außenmauern von innen.

Naja also die Rezeptur ist von jemandem der sein ganzes Haus so verputzt hat. Zusammen mit einem Maurer der mittlerweile gestorben ist und von dem hatte der Hausbesitzer die Rezeptur.

Ich wusste bisher selber nicht was Edelbinder ist und weiss es wohl immer noch nicht. Ich konnte rausfinden dass das wohl ein Prdukt der Firma Schwenk ist. Diese bietet Schwenk Edelbinder MC5 an. Wo aber was von Portlandzement drin steht. Laut Datenblatt Mörtelgruppe P2a (P II: Kalk-Zement-Mörtelgruppe (Gemisch aus Sand, gebranntem Kalk und Zement) P II a: Mörtel mit Putzbinder ). Mehr konnte ich nicht rausfinden. Schwenk bietet aber noch Edelkalk MC5 an was auch Mörtelgruppe P2a ist. Vielleicht meint er das?

Der Baustoffhandel hatte das Zeugs dann auch nicht mehr vorrätig.

Mein Bekannter meinte ich sollte hydraulischen Kalk aus dem Baumarkt kaufen. Da ich aber schon ein bisschen hier gelesen hatte, habe ich dann zu 10 Sack (à 25kg) Cl-90 gegriffen. Ich musste mich schnell entscheiden denn es war eine halbe Stunde vor Ladenschluss und nur an diesem Tag 20 % Rabatt :-D

Hier um die ecke wird "gelber Putz und Mauersand" für 24 Euro der kubik verkauft. Da hole ich mir morgen nen halben Kubik.

Ich werde dann eine Mischung 1:3 (Kalk:Sand) machen.

Steine sind ja Bimsstein und Ziegelsteine. Ich habe jetzt paar mal gelesen, dass ich bei so rauhen und saugenden Untergründen nicht vorspritzen muss, sondern gleich loslegen kann? Was sagt ihr dazu? Gelesen habe ich: einfach draufwerfen verreiben und auf die gewünscht Höhe bringen. Mein Bekannter hatte mich schon kritisiert dass ich das "weiße Zeugs" gekauft hab, jetzt hat er mich gewarnt dass wenn ich nicht vorspritze wird mir der Ziegel das Wasser aus meinem ohne vorspritzen aufgezogenem Putz saugen und dann bindet der nicht ab :-D

Gut ich habe noch Ripenstreckmetall (über dem Balken), das muss ich bestimmt erst vorspritzen. Zwischen Balken und Rippenstreckmetall ist Luft. Das Rippenstreckmetall finde ich ein bisschen flexibel. Wird das dann robust mit dem Putz oder muss ich Angst haben dass sich das eindrückt (und der Putz bricht) wenn man dran kommt?

Kann ich so Metalle ohne Probleme im Kalkputz verarbeiten? Mir ist mittlerweile klar, dass es sich wohl um einen weichen Putz handelt, weswegen ich denke dass ich wenn ich gerade Ecken mache, auch Kantenschutzprofile einbaue, damit die Ecken nicht beschädigt werden.

Welche Farbe wird der Putz haben, ist der schon weiss? Wenn ich weisse Wände haben will, werde ich freskal Streichen müssen?

Und ich müsste noch wissen, muss ich wirklich den Putz nassspritzen nachdem ich ihn aufgezogen habe?



Kalk putzen



zum genauen prozedere kannst Du dich auch mal unter der Themenübersicht Stichwort Kalkputz einlesen oder nach den kalkputzregeln googeln, da gibt es massenhaft Hinweise. Sorgfältig sollte mehrfach vorgenäßt werden, im Innen bereich brauchts keinen hydr. Kalk, da reicht der CL 90 völlig aus. nachnässen nur bei heißen Temperaturen, ich habe es allerdings immer gemacht, nachfeuchten mit der Gartenspritze tägölich 4 Tage lang.



Achtung bei Kalkputz aus dem Baumarkt!



Mit Kalkputz wird viel Betrug getrieben. Beim Stichwort "Baumarkt" ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch, dass Sie keinen richtigen Kalkputz bekommen haben. Teilweise werden Putze als Kalkputz verkauft, die nicht einmal 2 % Kalk enthalten. Ich empfehle hier nochmals die Websiter von Herrn Engist.

Ich hatte mich seinerzeit intensiv mit Kalkputz beschäftigt, hatte auch Kontakt mit Herstellern usw. Aber von "Edelbinder" habe ich auch noch wie etwas gelesen.

Nebenbei: Die Kalkputze von Hessler sind auch deutlich günstiger als die von Kreidezeit & Co. Auch hier im Forum ist Hessler vertreten: https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/5752$.cfm



Die Regeln hab ich gelesen, und nun hab ich Kalkhydrat



ja die regeln hab ich schon gelesen. Gekauft habe ich Kalkhydrat cl90 und keinen kalkputz. Auf der Seite von Herrn Engist habe ich auch schon.

Ich mache mir jetzt sorgen darüber wie weich der putz nun sein wird. Was habe ich zu erwarten? Kann bzw. soll ich vll noch etwas dazumischen?

Und kann ich Eckenprofile verbauen, wenn ja welche? Ich meine, wie kann ich die denn überstreichen die eckprofile? Oder werden die leicht überputzt?, weiss aber net ob mein sand zu grob dafür ist.



Re:



""dass ich bei so rauhen und saugenden Untergründen nicht vorspritzen muss, sondern gleich loslegen kann?" - Nach meiner Kenntnis ist das genaue Gegenteil der Fall: Gut vornässen! Ich habe das mit einer 5-Liter-Pflanzenspritze gemacht.
Man muss wissen, dass das Material erst beim Trocknen/Abbinden überhaupt zu richtigem Kalk wird. Und dazu braucht es Wasser und Luft. Also auch gut Lüften. Bei sehr warmer Witterung auch während des Abbindens ruhig noch 1-2 mal nachträglich befeuchten. (Aber nicht übertreiben, der Putz soll nicht wieder abgespült werden.) Wenn das Abbinden nicht richtig abläuft, ist die Gefahr groß, dass sich der Kalkputz nicht richtig mit dem Untergrund verbinden kann.

Apropos "loslegen": Ich empfehle auch langärmelige Kleidung, Atemschutzmaske und Schutzbrille. Meine Maler hatten das unterschätzt und sich dann gewundert, dass sie rote und leicht brennende Haut hatten. ;-)



Armierungsgewebe



Die Eckschienen werden überputzt. Aber die handwerklichen Details kenne ich nicht so gut, habe es nicht selbst gemacht.

An schwierigen Stellen ruhig großflächig Armierungsgewebe einbringen. Falls die Abbindung hier und da nicht so gut geklappt hat (was man ja erst mal nicht sieht) oder falls Spannungen im Putz auftreten.

Extrem saugende, poröse Flächen haben wir mit dampfdiffusionsoffenem Tiefengrund vorbehandelt, um die Saugfähigkeit zu reduzieren.



Vornässen und Putzfestigkeit



Pope schrieb ja auch was von mehrfach vornässen. Ich dachte ich nehm mir nen tapezierpinsel dafür.

was habe ich für einen Putz zu erwarten, mit was ist er denn vergleichbar bezüglich der Festigkeit?



Vornässen und Festigkeit



zum Vornässen und auch Nachnässen empfiehlt sich, wie schon beschrieben, eine Gartenspritze. Damit kann man gut dosieren und durch den feinen Sprühnebel ist auch die Gefahr des Abspülens nicht so hoch. Ich habe immer so vorgenäßt, dass der Untergrund kaum noch Wasser aufnimmt. Dann brennt auch nichts auf. Grundierung habe ich nur einmal verwendet, bei Ytong. Die Festigkeit bei Kalkputz finde ich völlig ausreichend, ganz selten bzw. nie gehe ich mit Hammer durch die Wohnung und bearbeite die Wände - will heißen, für den normalen Wohngebrauch geeignet.



ok. Danke! Material Alu?



Also hab gestern mal einen Kalputz in 3 zu 1 Sand : Kalkhydrat im Außen und Innenbereich in Natura gesehn. Festigkeit war super.

Ich würde noch gerne wissen, weil ich um mein Werkzeug besorgt bin, ob ich reinen Kalkputz mit meinen Aluabziehlatten bearbeiten kann, oder ob die iwie beschädigt werden?

Habe auch gelesen dass frischer Kalkputz die verzinkung angreift. (Streckmetall).



Wow



Goggy kennt das Wort "danke". ;-)



Kalkputz



@Goggy

-Mischungsverhältnis: Bindemittel:Zuschlagstoff
Die Sande unterscheiden sich nach örtlichem vorkommen voneinander. 1:3 ist so die gängige Faustregel.
Bei angemachter Mischung sollte die Bindemittelverteilung zwischen dem Zuschlagstoff geprüft werden, also mit nasser, sauberen Kelle über die Mischung streichen (Erfahrungsache).
-Besser weniger Bindemittel als zuviel.
-Wand gut vornässen

Wenn von Hand verputzt wird:
-Vornässen, je nach Untergrund unterschiedlich
-Auf ein Aufziehbrett (ca.30x60 cm.) Kalkmörtel schöpfen und mit der Kelle anwerfen.
-Kalkmörtel mit dem Aufziehbrett an die Wand Kreuz und quer auftragen, verteilen.
-Man kann mit einer H-Profil-Kartätsche arbeiten und ausgleichen.

T- und Eck-Schienen sind nicht zu empfehlen. Soll eine Wandfläche Im Lot und Flucht gerade erstellt werden, mit reinem Luftkalkmörtel verputzt werden, wäre es von Vorteil Mörtelleisten zu erstellen.

Wenn es schneller gehen soll:
-z.B Putzmeister S5 und einen Zwangsmischer Mieten (Starkstromanschluss)
-Variante:statt dem Zwangsmischer; zwei Mulden à 200 Liter und ein Handmixer mit grossem Rührkorb(PFT,Flex)

-Den Kalkputz mit einem Reibebrett abscheiben
-Vor zu schneller austrocknug bewahren
Fertig ist der Grundputz

Mit besten Grüßen

M.Klepac



Kalkputz



Fertig...



Kalk und Alu



also, Deinem Richtscheit passiert nichts, ich mache das aber auch nach Gebrauch sauber. Eckputzschienen sind bei mir seit 25 Jahren drin, bis jetzt noch keine Abplatzungen etc.,gehe deshalb davon aus, dass sie ok sind. Im Zweifel gibt es auch Kunststoffschienen.



Super! Dann kann ich meine neuen Alukartätschen beruhigt einsetzen.



@M.Klepac

Also kein Vorpsritzen nötig, sondern vornässen dann anwerfen und verreiben? Welche Putzstärke ist in einem Gang möglich?

Wie mache ich eine Mörtelleiste?

Was ist der Vorteil einer H-Kartätsche?

Das Haus auf dem Bild hat nur den Grundputz oder ist danach noch etwas anderes passiert?


Vielen Dank!

Wie kann ich denn ein Bild hinzufügen?



Und die Steckdosen...



ich müsste auch wissen, wie ich Steckdosen setzen kann. Ich habe es mit schnellzement versucht, aber der ist zu teuer und bindet zu schnell ab. Die Bimssteine haben innerhalb des Steines zu große Löcher welche ich verschliessen will damit kein Luftzug entsteht. Deswegen brauche ich iwas was ich in größerer Menge ansetzen kann und ich gut in die Steckdosenlöcher und die angrenzenden Hohlräume in den Steinen einbringen kann. Habt ihr da nen tipp? Irgendwo habe ich was von sockelputz gelesen???



@Goggy



Kalkputz händisch an die Wand...
vornässen, Putz anwerfen, darum weil man die Fugen besser füllen kann, ergibt noch nicht die endgültrige Putzstärke.
Aufziehen; hier ein grösseres werkzeug wählen, das Aufziehbrett, so kriegt man mehr Material in kürzerer Zeit an die Wand und es bleibt noch Zeit um: entweder mit Reibebrett zu scheiben oder mit Abriebschwamm abreiben ("Reibeputz") natürlich kann man auch mit der Mailänder-Kelle auch nur anglätten und dann streichen, oder eine Abkellung machen oder...oder...

Mörtelleiste erstellen.
Gebraucht wird: Maurerhaken, Maurerschnur, Holzlättchen 1X12 cm, Stuckgips, Gipsbecher, Wasser
Soll eine Wand in Flucht und Lot verputzt werden dann erstellt man Mörtelleisten.
Hier soll alls erstes der höchste Punkt der Wand ermittelt werden.
Maurerhaken einschlagen, Schnur daran befestigen, Gips anmachen und die Holzlättchen unter die Schnur damit ankleben. Zwischen den Holzlättchen Kalkmörtel anwerfen und mit einer Latte auf den Lättchen abziehen.

Vorteil einer H-Kartätsche: viel leichter als ein Holzbrett
Nachteil: bei Bearbeitung vom Putz zieht man das Bindemittel an die Oberfläche, je länger umso mehr.

Das Haus wurde mit deckputz versehen. Laibungen Sumpfkalkglätte, Flächen mit Sumpfkalkputz 1,5mm angeglättet, Anstrich mit Sumpfkalk.

Bild: Mörtelleiste

MfG
Mladen Klepac



@Goggy



Mörtelleiste.

so kann man Wände gerade und winklig verputzen...