Feuchtigkeit und Rissbildung

17.04.2004



Mein Fachwerkhaus ist vor zwei Jahren komplett saniert worden. Alte Gefache raus, marode Balken heraus genommen und neue Balken ( abgelagerte Eiche ) wieder eingesetzt.
Die Gefache wurden mit Lehmziegeln ausgemauert und mit Kalkmörtel verputzt.
Jetzt entstehen zwischen Balken und Putz ( Mauerwerk )
Risse, die eine Breite von 1mm bis zu 3mm haben.
Bei starkem Regen schlägt mir die Feuchtigkeit durch.
Ich suche eine sinnvolle Abdichtungsmöglichkeit.



Risse



Hi, die Risse sind normal und entstehen natürlich weil das Holz einfach mehr arbeitet bzw. der Putz geschwunden ist.
Sollte aber bei den von Ihnen verwendeten Materialien nichts ausmachen, weil das Wasser welches eindringt wohl vom Lehm aufgesogen wird und auch durch den offenporigen Kalkputz wieder ausdampfen kann.
Somit ist das Holz nie dauerhaft feucht und es entsteht kein Schaden!

Gruß
Markus



Risse



Guten Morgen Herr Schulze,
die Risse zwischen Putz und Balken sind unvermeidlich, Durchschlagende Feuchtigkeit sollte aber nicht sein. Aus der Entfernung läßt sich aber nicht sagen, woran das liegt.
Folgende Ursachen kämen in Frage (alleine oder miteinander kombiniert):
- es fehlen die Dreiecksleisten auf dem Holz
- Bewegungen des Fachwerkes sind ungewöhnlich groß, weil die Statik der Wand nicht ausreichend ist oder weil starke Erschütterungen das Gefüge beanspruchen
- die Verfugung ist nicht mit plastischem quellfähigen Mörtel sondern mit einem hydraulischen Kalk oder Zement vorgenommen worden
- die Wände sind sehr dünn, z.B. 12 bis 15 cm
- es fehlt eine innere Schale, z.B. ein dicker Lehm- oder Kalkputz auf geeignetem Putzträger, z.B. einer Schilfmatte.

Abhilfe besteht in der Beseitigung der jeweiligen Ursache, welche das genau ist, wird Ihnen nur ein Sachverständiger vor Ort sagen können. Vielleicht können Sie aber auch selber schon einiges abklären.
Vorab könnte man mit Spritzkork experimentieren, aber....wie gesagt, man müßte das sehen.



Risse



Sehr geehrter Herr Beckmann,
vorab einmal vielen Dank für Ihre Antwort.
Der Wandaufbau besteht aus dem Gefache und der Lehmausfachung, ca. 15cm dick. Die innere Schale besteht aus einer Dachlatten-Konstruktion, die mit einer Schilfmatte als Putzträger versehen ist. Zwischen Gefache und Schilfmatte ist eine Flocken-Schüttung, ca.8cm stark.
Die Schilfmatte ist innenseitig mit Lehm verputzt.
Ist die Materialwahl Kalkmörtel und Lehm richtig ?
Manche Gefache klingen hohl beim Abklopfen?
Ich möchte aber auf keinen Fall alles wieder aufstemmen und fand ihren Vorschlag mit dem Spritzkork sehr interresant.
Können Sie mir evtl. Bezugsquellen nennen ?

Einen sehr freundlichen Gruß
M.Schulze



Feuchtigkeit in Wand



Guten Tag Herr Schulze,

tippen Sie mal "Spritzkork" bei Google ein. Ich habe 109 Hinweise erhalten, darunter zahlreiche Bezugsquellen. Allerdings habe ich eine Befürchtung: So wie Sie mir den Wandaufbau schildern, entsteht durch 8 cm Flocken + 5 cm Schilfdämmung eine respektable Innendämmung, die die Außenschale daran hindert sich zu erwärmen.
Die Schüttung (was für Flocken sind das eigentlich ?) hindert den Lehmputz daran, anfallende Feuchtigkeit (schnell) kapillar weiterzuleiten und nach innen zu verdunsten. Der ganze Aufbau ist auf Trocknung nach außen im Sommer sowie auf (langsame)Diffusion im Winter nach innen (bei trockener Raumluft) angewiesen.

Ein Feuchteaustausch findet dann nur auf folgenden Wegen statt:
Sommers Aufnahme von Luftfeuchtigkeit und Regenwasser, Abgabe bei entsprechenden Temperaturen und Trockenheit durch Kapillartranport und Verdunstung an der Oberfläche.
Winters zusätzliche Aufnahme von diffundierendem Wasserdampf aus der Innenluft mit Entstehung von Kernkondensat, das im Sommer vollständig ablüften muß.
Die Perioden des Naß- Trockenwechsels sind zu groß, das Holz kann geschädigt werden.
Wenn das so ist, ist der Wandaufbau grundlegend falsch.
Sorry..............



Frage zur Feuchtigkeit in Wand



Hallo Herr Beckmann,

hätte man das gechilderte Problem mit der Feuchtigkeit verhindern können indem man zwischen Schilfmatte und Aussenwand ein paar Zentimeter Leerraum gelassen hätte und zusätzlich einige kleine Öffnungen in der Aussenwand zur Hinterlüftung eingebracht hätte?



Betreff Risse



Hallo Herr Schulze ,hatte das gleiche Problem ..Habe die Risse mit Luftkalkmörtel ausgespritzt,,,
Risse sind dicht hat super funktioniert.

Gruß Peter SChneider



Risse



Hallo Herr Schneider,

Ich habe schon den Vorschlag bekommen , den ich sehr gut fand, mit dem Spritzkork.
Bin natürlich für jeden weiteren Vorschlag dankbar.
Luftkalkmörtel sagt mir so jetzt nichts.
Bitte um kurze Info.
vielen Dank
M.Schulze



Luftkalkmörtel



Hallo Herr Schulze weitere Infos unter www.Solubel.de...Da bitte Herr Ruff jun.ansprechen

Gruß Peter SChneider



Feuchtigkeit und Rissbildung



Hallo Herr Schultze,

von "gummizeug" raten wir von vornherein ab das ist klar.
wenn Sie nun den Riss öffnen,eine Fuge zum Balken hin schneiden,ca.1,5cm tief oder mehr,dann mit naturfasern den spallt zwischen Lehmstein und balken zustopfen sollten Sie darauf denselben kalkmörtel nehmen wie vorhanden.Genau beobachten,mit wasser arbeiten.vielleich währe das eine dauerhafte lösung (selbst noch nie ausgeführt)
tritt wasser zwischen balkenverbindungen ein,-stopfen mit fasern /ca.1,5cm zurückbleiben,auswerfen mit Kalkmörtel.
weitere möglichkeit:
die ganzen felder nochmals überputzen?
mit holz verkleiden?
wen wir sollche arbeiten ausführen dürfen,nehmen wir nur unseren kalkmörtel zum mauern und bleiben 1,5-2cm mit den lehmsteinen zurück.den Spalt zwischen Mauer und balken (dreieckleiste)dichten wir mit naturfasern ab.
darauf nehmen wir unseren kalkgrundputz,bürsten vorher die mörtelfugen,den Sand gründlich vom stein-strohfasern stellen sich auf.darauf schmieren wir von hand (ergibt beste verbindung)unseren kalkpgrundputz und werfen schlitze aus.
das man vornetzen,nachnetzen muss,brauche ich wohl nicht zu erklären.als Schutz vor witterung verwenden wir hauptsächlich dichte jute,die bei starker sonneneinstrahlung im hochsommer nassgespritzt wird.
am nächstem tag,nach gründlicher entfernung der sinterhaut,ziehen wir unseren kalkgrundputz mit kelle auf,die lehmsteine sind nun rundherum geschützt, bleiben so weit zurück das platz für den deckputz.
je witterung kan der deckputz am nächsten tag oder später erfolgen
(wir verwenden als Bindemittel nur einen mehrmonatigen holzgebrannten sumpfkalk:holzgebrannt darum,weil schwefelarm)
den deckputz ist etwa bündig balkenkante aber lieber etwas zurück alls darüber
die anstriche erfogen in fresco

mit freundlichen Grüssen
limestone-kalkbaustoffe
Klepac Mladen