Kaufe oder nicht

14.07.2004



Zwei von uns beauftragte Zimmermänner bewerten den Zustand eines Fachwerkhauses unterschiedlich, der eine meint die Balken müsste man nach und nach erneuern, wegen des Holzbocks und weil sie spröde sind. Der andere hatte an den Balken nichts auszusetzen und wir wissen nicht mehr weiter.

mfg
Olteanu



Holz "versprödet" ?



Sollte Zimmermann 1 das so gesagt haben, würde ich Zimmermann 2 glauben.
Der Begriff ist nämlich zumindest bei Konstruktionsholz ungebräuchlich. Der mit zunehmender Trocknung einsetzende Elastizitätsverlust von Holz ist dafür keinesfalls nachteilig, knochentrockene alte Eiche ist das beste, was sie haben können. Elastizität ist überhaupt kein Kriterium, für die Anfertigung von Flitzebögen oder auch Hammerstielen mag ja was anderes gelten. Sie sehen an diesem Beispiel, daß "Sprödigkeit" eine Eigenschaft der Holzsorte sein kann, weniger aber ein Qualitätsmerkmal für Bauschnittholz.
Wie hat man Ihnen das denn erklärt ? Ein entsprechender Befund sollte ja auch immer so vermittelt werden, daß das, was gesagt wurde, nachvollziehbar ist, zumindest für den interessierten Laien, der Sie ja hier sind.
Wer das nicht kann, der kann auch keine Gutachten verfassen und sollte es besser nicht tun.
Vielleicht helfen Ihnen diese Überlegungen weiter.

mit besten Grüßen



Kaufen oder nicht kaufen??



Guten Tag Olteanu
die zwei die von ihnen beauftragten Zimmerleute haben sich ein Objekt angeschaut das sie kaufen wollen?
und oder ist es ein Objekt ist das schon in ihrem Besitz ist?
zu Ihrer Frage wir wissen nicht mehr weiter!
Was möchten Sie genau wissen??
sie sollten Ihre Frage ein bisschen deutlicher formulieren und genau auf den Punkt bringen dann kann man ihnen hier bestimmt auch gut weiterhelfen.

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Hinweis um auch als Laie etwas mehr vom Fachwerk zu verstehen



Hallo Olteanu,
wenn Du Dich bisher mit Fachwerk nicht auskennst macht das erst mal Probleme weil Du im Rahmen einer Sanierung viel mit Spezialisten zu tun haben wirst. Aber das lässt sich lösen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat seit 2 Jahren eine Fortbildungsstätte für Eigentümer von historischen Gebäuden eingerichtet. Sitz ist Romrod (zwischen Frankfurt und Kassel) und Görlitz (an der deutsch-polnischen Grenze). Dort gibt es Seminare, die sich sowohl in ihrer Thematik als auch in der Vermittlung an den Nicht-Fachmann (Fachfrau) wenden. Einfach mal unter www.denkmalakademie.de nachsehen.
p.s. Durch die Förderung der Deutsche Stiftung Denkmalschutz sind die Seminare auch gar nicht so teuer (ca. 60,-- € für einen Tag).
Viel Spaß mit dem Haus!!!