Kalkputz Fertigmischungen Ok?




Hallo zusammen,

so langsam verliert das Gästezimmer seinen Altputz und ein neuer soll bald dran. Im Forum wurde ich ja bereits geimpft, dass Gips doof ist (auch wenn vermutlich 95% der Handwerker Rotband nehmen). Jetzt hab ich aber auch wieder gelesen (das Internet macht einen Wahnsinnig), dass die Fertig-Kalk-Mischungen auch nicht so toll sind. Diese würde ich aber eigentlich gerne verwenden.
So hab ich mir also 5 Möglichkeiten rausgesucht und bin auf Grund der techn. Datenblätter etwas verwirrt.

Rotkalk - Angepriesen als Kalkputz, aber in der Putzmörtelgruppe II, das passt doch nicht?
http://www.rotkalk.de/system-rotkalk/produktuebersicht/rotkalk-grund.html

Weber.Cal 174 (Mein Favorit, da schonmal verarbeitet)- In der Gruppe I, aber mit Zement?
https://www.de.weber/fassade-wand/mineralische-unterputze/webercal-174

Hessler HP9 - Gruppe 1c
https://www.hessler-kalkwerk.de/hks-produkte/items/0a-hp-9---kalk-grundputz-40bio-putz41.html

Otterbein CALCEA - Gruppe 1c
http://baunativ.de/pdf_de/CALCEA-Kalkgrundputz_de.pdf

Baumit Kalkin - Kalkputz aber in der Grupp 2
https://www.hornbach.de/data/shop/D04/001/780/493/486/10/8404913_Doc_01_DE_20171212145735.pdf

Damit dürften doch Baumit und Rotkalk aus der favorisierten Gruppe Kalkputz rausfliegen, oder?
Aber wie kann der Weber in Gruppe 1 landen?

Würde sich einer der Kalkprofis dazu positionieren, dass ein Fertigkalkputz genauso Mist ist wie Rotband, weil dann kann ich den ja gleich nehmen :-D
Falls nicht, wäre der Weber okay, trotz der Angabe mit dem Zement? (wir haben im OG Holzständer (1900) mit gemauertem Gefach und Zement und Holz mögen sich ja nicht so.

Vielen Dank für Aufklärungsarbeit.





Im Prinzip kann ich der Vorauswahl zustimmen.

"Rotkalk" (Tonerdezement, mit Dreingabe von Ziegelstaub als Pigment), "Kalkin" (lediglich naturweiss) beides Kalkzementputze.

Der "Weber 175" ist Weißkalkhydrat (Luftkalk) mit Zementzugabe, Körnung 1,0 mm.

Im unterschied dazu ist der "Calcea" von Otterbein mit natürlich hydraulischen Kalk (NHL), Kalk der von Natur aus einen Tongehalt hat (mergeliger Kalk) gebunden und zementfrei. Im Unterschied zum "Weber 175" hat dieser ein deutlich geringeres E-Modul und ist damit "elastischer". Körnung 1,2 mm.

Der "Hessler HP 9" ist ebenso mit einem NHL gebunden und wird standardmäßig mit der Körnung 1,8 mm ausgeliefert, ist aber auch "fein" mit 1,0 mm und "grob" mit 4,0 mm verfügbar.

Also mit dem "Hessler Kalk" machst du nichts verkehrt. Kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Der "Calcea" ist vergleichbar, habe selber aber bisher nur die reinen Kalke von Otterbein verarbeitet.

Auch preislich, dürften die Auswahl nahezu gleich aufliegen.

Wenn du den "Weberputz" verarbeitet hast gelingt dir das auch mit den Anderen.



Kalkputze von Gräfix



Hallo,

ich kan noch die Kalkputze von Gräfix empfehlen oder wenn es billig sein soll, den Weber CAL172

Gruß



Kalkputz



Danke für die ausführliche Rückmeldung. Der Gräfix 61 ist ja nochmal eine Nummer teurer.
Beim Weber hab ich ehrlicherweise den Unterschied zwischen den Weber.Cal 172 & 174 nicht ganz verstanden. Abgesehen Mal von der Farbe.

Dann schau ich mal, wo ich mir Mal einen Sack HP9 besorgen kann. Würde auch am WE Mal ein Bild der Wand einstellen.



unterschied



der 172 ist ohne zement



Kalkputz?



´der 172 ist ohne zement`

leider steht im Sicherheitsdatenblatt etwas anderes, dort ist nämlich Portlandzement als Inhaltsstoff aufgeführt.



Einer noch...



zu dem Thema würde ich noch den
tubag (quick-mix) HKP
ins Rennen schicken, ein reiner Kalkputz, den haben wir verwendet, kann keine negativen Erfahrungen Teilen.

PS:
Die Pauschale Aussage "Holz und Zement mögen sich nicht" halte ich persönlich übrigens für sinnbefreit. Wenn es um eine Innenwand geht, sehe ich da weder bei Gips noch bei Zement ein Problem.

Grüße



Kalkladen



Hallo zusammen,

ich hab jetzt einen "Öko"-Laden bei mir in der Nähe gefunden und werde ihn an meinem "freien" Freitag, der eigentlich nur fürs Putz abschlagen reserviert war, mal aufsuchen.

Gemäß Website hat er einige der "guten" Hersteller auf Lager. Wie ich die Balken zu umkleiden habe, habe ich mir bereits aus dieser recht rauhen Forumsdisskusion geholt.

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/putz-balken-122603.html

Kurz: Putzträger am Mauergefache um die Balken befestigen und direkter Kontakt zwischen Holz und Putz. Wie es an den Ränder des Türeingangs funktioniert, werde ich dann einfach ausprobieren.

Jetzt hat die Chefin des Hauses gesagt, dass in jedem Fall eine Vlies-Tapete an die Wand kommt. Ist dann wirklich die ganze positive Eigenschaft des Grundputzes durch den Kleister und das Vlies dahin? Oder reden wir von einer Einschränkungen, welche aber immernoch viel besser ist als z.B. Gips, Kleister und Vlies?

PS: Auf die Diskussion keine Tapete kann ich hinarbeiten, aber womöglich steht mir dann eher ein Auszug aus dem Haus oder ein Verlust meiner runden Kugel auf dem Hals bevor.





Das textilartige Vlies ist ja der Trägerstoff, der ja durch seine Robustheit auch auf rissgeneigten Wänden einsetzbar sein soll. Je nachdem wie die Materialien der Oberfläche beschaffen sind ergibt sich hier eine "Wirkung" nicht nur in ästhetischer Hinsicht.

Verklebt werden diese Tapeten gemeinhin mit einem Dispersionkleber aus Polyvinylacetat. Bei einfachen Papiertapeten kommt man hingegen mit Methylcellulose oder gar Stärkeleim aus.

Allerdings würde ich mich fragen ob der vorhandene Putz nach partieller Reparatur nicht doch noch einen hinreichend trag- und tapezierfähigen Untergrund bildet. Dann müsste ja kaum soviel Material bewegt werden, was auch in den Kosten Niederschlag findet.



Reparien stat erneuern



Hallo Mario,

da zwei Wände schon vom Putz befreit sind, fällt die Option raus. Eben das Problem mit dem Kleber lässt ja die Befürchtung keimen, dass ich mir die positiven Vorteile des Kalks verderbe.





Ich kann dir die Entscheidung nicht abnehmen. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen das Bauwerk der Gründerzeit wieder mit tradierten Material zu ertüchtigen.

Du selbst hattest einen Kalkputz befürwortet. Zur Auswahl eines bestimmten Fabrikates sind hier veritable Vorschläge unterbreitet wurden. Die Verarbeitung sollte problemlos gelingen.

Die Ausführung eines Gipsputz (P IV) hingegen ist nicht empfehlenswert. Auch wirtschaftlich macht es wenig Sinn. Neben den Aufwendungen für Material, investierst du auch (deine) Zeit.

Die angestrebte Oberflächengestaltung mit möglicherweise kunststoffbeschichteten Tapeten fügt sich nun nicht ganz stringent ins Konzept.

Dieser Konflikt ist aber nicht aufzulösen.



Zwischenstand


Zwischenstand

Hallo zusammen,

der grobe Putz ist ab und so sieht die Wand aus. Also von allem ein wenig dabei.
Ich würde jetzt über dem Holz Streckmetall anbringen (am Mauerwerk) und nachher nochmal im Putz Armierungsgewebe einbetten. So richtig, oder reicht z.B. das Armierungsgewebe aus?

Wegen Vorbehandlung muss ich nochmal schauen wie die Saugfähigkeit der Untergründe ist. Aber da gibt es ja von Hessler auch Produkte.