Wand- und Fussbodenheizung

05.07.2012 Nicole



Hallo Zusammen

Ich bin neu hier, da wir beabsichtigen einen alten Bauernhof im Sundgau-Elsass zu kaufen. Hoffentlich klappt es.

Nun bin ich schon fleissig mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten (Planung) beschäftigt und benötige Hilfe.

Im Erdgeschoss möchte ich Steinböden Verlegen und im Obergeschoss Holzböden (die Vorhanden Aufarbeiten und wiederverwenden). Der Vorbesitzer hat die Aussenwände von innen isoliert, jedoch vor 20 Jahren mit "neuzeitlichen Produkten" (von innen sieht das Haus aus wie ein Bau aus den 70ern). Wir wollen die Innenisolation entfernen die Fassade sanieren und neu von innen isolieren. Nun habe ich mir überlegt und bereits auch hier gelesen das dies Sinnvoll ist, eine Wandheizung installieren. Im Erdgeschoss würde ich aber gerne zusätzlich eine Bodenheizung in Tonelementen (Lithotherm) installieren.

Nun meine Frage: Ist es technisch möglich eine Wand- und eine Bodenheizung zu kombinieren? Auf was müssen wir achten?

Vielen Dank für Eure Informationen
Nicole



Die Kombination...



...ist ohne weiteres möglich, beide Heizungen arbeiten mit geringen Vorlauftemperaturen.

Ich würde einen unabhängigen Fachplaner für Heizungen hinzuziehen, Installationsbetriebe bieten häufig nicht das Optimum an.

Steinböden sind außerhalb der Heizperiode kalt, das wäre nicht so mein Fall.

Grüße

Thomas



Danke



Sehr geehrter Herr Böhme

Danke für die Antwort. Das war meine Ueberlegung (beides Niedertemperatur). Aber den Tipp mit dem Fachplaner werde ich beherzigen (wusste nicht, dass es auch diesen Beruf gibt) und bei uns sind die Installateure sehr konventionell (was der Bauer nicht kennt ...).

Uebrigens: Im Sommer sind Steinböden toll und mit unseren Hunden viel pflegeleichter. Aber da auch ich Holzböden liebe (viel gemütlicher, Atmosphäre etc.) werden wir nur den Eingangsbereich, Küche, Essen, Sitzplatz mit Steinböden gestalten und der Rest erhält die alten, wunderschönen Holzböden.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen und erfolgreichen Tag.
Nicole



Wandheizung...



... ist nicht GRUNDSÄTZLICH gut und sinnvoll... hier und da möchte man ja schon mal ein Bild aufhängen oder ein Möbel stellen...

Nichtsdestotrotz vertragen sich die beiden Systeme GRUNDSÄTZLICH sehr gut, solange nicht der Systembaukasten ausgepackt und irgendwelche seltsamen mit Folie oder Leichtmetall bestückten Platten punktuell an die Wand gedübelt werden... U.U. kann man beide Systeme sogar über eine Mischergruppe "fahren"...

Das Hinzuziehen eines Fachplaners, der sich nicht nur mit Flächenheizung, sondern auch mit Bestandsbau auskennt, erscheint sinnvoll, kostet aber ein paar hundert Euronen... Es geht auch um Trockenheizen, Einregulierung, hydraulischen Abgleich, etc... halt darum, dass die Heizung möglichst effektiv funktioniert...

Nebenbei: Wie wird denn die Wärme erzeugt? Und was verstehst Du unter "Steinböden" (ein Massivpflaster ist nicht unbedingt für FB-Heizung geeignet)?...

Viel mehr lässt sich kaum sagen ohne weiter Kenntnis des Gebäudes und der Situation...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Eine Wandheizung...



kann nicht mit dem "Hausfrauenargument" des Bilderaufhängens kritisiert werden.

Hängeschränke sollte vorher geplant und mit der Verlegung berücksichtigt werden, und im übrigen sind WH nicht nach der Chaostheorie zu verlegen, sondern nach einem Raster. Es wäre also schon mit dem Zollstock und einer einfachen Fotodoku alles im Lot, ferner gibt es(neben vielem Schrutz) Leitungsfinder, die zuverlässig funktionieren.

Die paar Euri für die Planung kommen im Bauablauf mehrfach wieder 'rein, das ist also gut angelegtes Geld.

Wenn Hunde in's Spiel kommen, verstehe ich auch den Wunsch zum "Stein"boden durchaus. Schönes Cotto gibt es z.B. unter www.cottohof.de bei Marianne und Alois Geugis.

Grüße

Thomas



Doch, kann sie...



..., wenn nicht eine gewisse Disziplin im Umgang damit ausgeübt wird... darauf wollte ich hinaus...

... Aber man legt ja auch keine dicken Perserteppiche auf die bodenbeheizten Fliesen, oder man wundert sich ja auch nicht, dass die Heizung das baufeuchte Massiv-Haus bei -12° nicht innerhalb von 2h auf 22° warm bekommt, wenn man zum 31.12. in den ungedämmten Rohbau (wegen der Wüstenrot-Prämie) gezogen ist...

Alles schon erlebt, inclusive des Volltreffers mit dem Dübelloch fürs Familienportrait...

Es wären möglicherweise auch noch ganz andere Ansätze möglich, die Wohnräume heiztechnisch kostengünstig und behaglich zu gestalten... hier hilft i.d.T. ein Fachmann... ein TGA-Planer, ein Energieberater oder auch durchaus ein versierter Heizungsbauer... jedenfalls jemand, der nicht nur dem letzten Schrei nachheult oder in Richtung "hamma imma so gemacht, keine Klagen", sondern sich mit der bestehenden Bausubstanz und dem Nutzerverhalten befassen wird...

Diese Perlen sind schwer zu finden... 90% aller Heizanlagen in D sind hoffnungslos überdimensioniert, weil nach DIN EN (u.ff.) "berechnet" und ausgelegt, und dann kommt noch ne Schippe Sicherheit drauf... Das hat zur Folge, dass solche Anlagen meistens mit Jahresnutzungsgraden von unter 75% arbeiten...

Krasses Beispiel von neulich... Gasetagenheizung im san. Altbau, 120qm WF, klassische Verteilung 2-Rohr und Kompaktheizkörper, ausgelegt auf 50/40, Normheizlast (nach DIN EN) 4,8 KW... und der Klempner kommt mit 'ner 24 kW Brennwerttherme... "wegen Warmwasser"... trotz 150l-Speicher... Das ist Heiztechnik von vor 50 Jahren!!!

Es würde funktionieren, die Räume würden warm, keine Frage... aber es wird nix Modulieren, die Regelung wird im unteren Grenzbereich sehr hohe Toleranzen fahren, die Pumpe schiebt irre hoch, die Ventile pfeifen irgenwann, Nutzungsgrad (geschätzt) um die 50%...

Hier kommt man dann irgendwann ins Grübeln, ob nicht eine strombetriebene IR- oder sonstige Strom-Strahlungsheizung die bessere Empfehlung ist...

EIN SCHREI DES ENTSETZENS brandet auf...
Nein, es ist tatsächlich mein Ernst... Der Sprit geht aus, ob jetzt in 40, 50 oder 60 Jahren ist weitgehend egal, Kriege und Konflikte werden ums Öl und Gas geführt werden, zum Teil jetzt schon, allein, damit man weiter Krieg führen kann (siehe tagesschau.de irgendwann diese Woche)...

Weiter wird mit dieser Entwicklung die Stromproduktion durch sogenannte "sanfte" Energien steigen, jetzt unabhängig von der Situation in D...
Es wird einen Verbund geben...

In der Quintessenz heißt das, dass Strom mittel- oder langfristig gesehen seinen Preisnachteil gegenüber Öl, Gas und auch Holz/Pellets verlieren oder relativieren wird...
...und hierüber sollte man heute schon mal als Planer von Investitionsgütern mal nachdenken

Nicole/Merlin: Mach Deine Wandheizung, momentan ist alles gut...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Momentan...



...stehen eher weitere Strompreiserhöhungen bevor.

Es bringt ferner keinen Erkenntnissgewinn, wenn eine falsch berechnete Heizung mit einer "Infrarot"-Heizung verglichen wird. Ein Audi mit Getriebedefekt ist halt auch langsamer als eine Sackkarre...

Grüße

Thomas



Ich wundere mich



manchmal. Wir geben viel Geld für eine Fassadensanierung aus, reissen die alte, unnatürliche Dammung (die Korrekt verarbeitet ist) herraus um dem Haus natürliche Baustoffe zu geben und ein paar Euros für die Planung sollen wir sparen?

Ich habe bereits ein Haus gebaut (Neubau JG 1990, Zweischalen-Mauerwerk, FBH, Marmorböden und Holzböden). Das war in der Schweiz. Nun sind wir in Frankreich. Als ich das 1. Mal das Wort Statiker in den Mund genommen habe wurde ich ausgelacht: Das braucht doch keiner, dass kann der Maurer, Zimmermann etc. doch selber berechnen. Was ich den Glaube, was die den ganzen Tag so machen. Die haben die Erfahrung und Tabellen!

Leider weiss ich nicht was Massivpflaster ist. Steinböden: Naturstein, Terracotta, Klinker etc. Aber unser Konzept ist es aus einem alten Fachwerkhaus ein natürlich saniertes Fachwerkhaus mit modernen Elementen (Küche, Bad, Installationen) zu machen. @ Thomas: Danke für den Tipp mit www.cottohof.det. Für solche Tipps bin ich sehr dankbar. Ubrigens Sie haben auch ein tolles Sortiment.

Ich als "Hausfrau" habe mich bereits erkundigt, wie ich das "Problem" mit Bilderaufhängen lösen kann. Na ja, ich brauche nur ein zusätzliches Hilfsmittel neben Nagel, Wasserwaage und Hammer. Das ist ja einfach!!!

Uebrigens: Hier werden immernoch Radiatoren eingebaut (bei Neubauten) da FBH ja so ungesund ist!

Grüsse aus dem schönen Sundgau
Nicole



Ergänzung:



Als Leitungsfinder kann ich das BOSCH d-tect 100 bzw. dessen Nachfolgemodell empfehlen. Nicht billig, hat aber mit der ersten nichtperforierten Stom-, Wasser, Heizleitung sein Geld eingespielt und kann ja möglicherweise auch ausgeliehen werden.

Ich habe damit bei einer Baustelle, wo Wandleisten zu montieren waren, den Karren aus dem Dreck ziehen können: über rund 250 laufende Meter führten die vertikal aller 10cm stehenden WH-Rohre (Kunststoff, 1cm Durchmesser)in den Leistenbereich! Ein verwirrter Planer hatte da Probleme mit dem Laser oder was Falsches geraucht. Mehrere Hundert Dübelbohrungen haben jedenfalls die Leitungen konsequent verfehlt! Was will mann mehr...

Danke für die Blumen für mein Sortiment. Wenn's 'mal konkrete Wünsche gibt, ich bin nur 3 Klicks weit weg :-)

Ein sonniges Wochende wünscht

Thomas