Gefache ausdämmen

30.05.2015 MaikDenise



Hallo,
wir sind gerade dabei uns in unser Haus(außen komplett Verputz,EG wurde ca.1960 das Fachwerk, durch Mauerwerk ersetzt, 1.OG teilweise Fachwerk)im 1.OG ein Bad einzubauen.
Da ich Maurer bin, will ich vieles selber machen. Das Haus soll irgendwann mal von außen gedämmt werden.
Nun doch mal zu meiner eigentlichen Frage.
Da wie gesagt das 1.OG aus Fachwerk besteht, wo der Außenputz sehr gut erhalten(keine Risse und blasen) ist, würde ich gern bei der Sanierung von innen, die Fächer(Holz/Lehm) entfernen und durch Steinwolle ersetzen.Die Balken sind zum größtenteil alle io, bis auf einen, den hat der Holzwurm geholt. Diesen werde ich durch Gasbeton ersetzen. Als weiterer Wandaufbau ist OSB und Gipskarton geplant. Was haltet ihr, von der Variante?
Dämmung von innen kommt aus Platzgründen nicht in Frage und ausserdem halte ich nichts(Taupunkt) davon!
Viele Grüße
Maik



wie soll die Ausfachung weg ohne den Putz zu zerstören ?



Grundsätzlich bin ich durchaus dafür, Ausfachungen durch Dämmstoffe zu ersetzen. Aber nicht mit Steinwolle (nicht kapillar leitfähig, Kondensation landet im Holz). Eingeblasene Zellulose oder flexible Holzfaserdämmung sind hier besser geeignet.

Beim Entfernen der Ausfachung wird der Putz garantiert beschädigt. Aus meiner Sicht funktioniert das nur wenn man aussen eine verputzbare Holzfaserdämmung montiert. Das sollte man aber über die ganze Fassade machen, geht nicht für einen einzelnen Raum... Von wegen "irgendwann" aussen dämmen.

Ein beschädigter Balken sollte wieder durch Holz ersetzt werden, das Fachwerk ist nur im Verbund stabil.

Raumseitiger Abschluss mit OSB / Gipskarton: Wichtig ist dass eine Dampfbremse vorhanden ist, entweder durch das OSB mit abgeklebten Fugen, oder durch eine Folie. Gipskarton würde ich im Bad mit Vorsicht verwenden. Wenn Leitungen an den Aussenwänden verlegt werden sollen, würde ich eine Installationsebene empfehlen, z.B.

OSB / Dampfbremse
ausgedämmte Installationsebene (4 bis 6 cm)
raumseitiger Abschluss



Badeinbau



Andere Variante:
Defekten Balken reparieren,
Innenseite der Außenwand bei Bedarf mit Putz egalisieren,
WEDI- Platten 50 mm innen als Trockenputz vollflächig aufkleben,
Fliesen oder spachteln und streichen.



Danke für die Antworten



Erstmal danke für die Antworten und anregungen!
Das ersetzen des Balkens, durch einen neuen Balken erscheint mir im nachhinein als klar und wird gemacht!;o)
@yogumon: Sprich, alle Holzrahmenhäuser sind unsachgemäß aus geführt? Die die ich mal aufgebaut habe, wurden mit Miwo gedämmt.
Eine Installationsebene(halbhoch15-20cm tief) ist wegen der Installationen geplant.
Das es riskant ist, zu probieren die Ausfachung von innen zu entfernen ist mir klar, das Risiko gehe ich ein! Dadurch das die Fächer aber aus Lehm/Holz bestehen, habe ich die hoffung das der Aussenputz bestehen bleibt, wenn ich die Fächer nur bis Holz+lose teile leer mache.
@Herr Böttcher: Wie geschrieben, halte ich von einer Innendämmung, auf Grund der Taupunktes garnichts. Wohin soll das Kondenswasser was entsteht? Dann Dämme ich lieber garnicht!



Innendämmung



warum fragen wenn du schon weißt wie du es machen willst?
- Gefache demontieren trotz Gefahr den Außenputz zu beschädigen
(worauf befindet sich der Außenputz wenn nicht auf dem Gefach???)
- Mineralwolle, obwohl diese nicht sorptionsfähig/ kapillar- ist?
- keine Innendämmung, trotz Bad und irgendwann erst die Außendämmung?

Mineralwolle ist sicher fehlerträchtiger als kapillaraktive Dämmstoffe, zudem geht selbst bei geringer Feuchtigkeitsaufnahme der Dämmwert massiv zurück im Gegensatz zu Zellulose u.ä. Dämmstoffen.
Hitzeschutz erheblich schlechter etc.
Ökologische Gründe noch gar nicht berücksichtigt.

Das sinnvollste wäre, innen alles weitestgehend unverändert zu lassen und gleich die Außendämmung mit Holzträgern u Zellulose,Hanf oder Holzfaserplatten zu installieren.

Im Bad kann natürlich eine Vorwandmontage erfolgen, wenn die Installationen in der Außenwand erfolgen sollen und es von der Raumaufteilung her anders nicht machbar ist.
Ggf innen Dampfbremse vorsehen- je nach Wandaufbau

Andreas Teich



Innendämmung



Hallo Maik:
Gegenfrage: Woher soll das Kondensat kommen?
Die Wediplatte ist wasser- und dampfdicht, angebaut wird sie hohlraumfrei.
Ich empfehle ihnen sich mit den Wirkprinzipien einer Innendämmung näher zu befassen; es gibt hier anscheinend ein Verständnisproblem.



Innendämmung



@Herr Teich,
hoffe das es erlaut ist, sich gedanken zu machen und nicht gleich zu allen ja und amen zu sagen? Wenn ich nicht auf andere hören wollte, hätte ich nicht gefragt, es muß dann halt für mich nur nachvollziehbar sein!
Nach Ihrer Aussage hat jede Dämmstofffassade aus MiWo nach ein paar Jahren, keine Dämmwirkung mehr, oder habe ich Sie da falsch verstanden.
@ Herr Böttcher,
nach meinen Erkenntnissen entsteht Kondenswasser, an den Punkt wo warme und kalten Temperaturen aufeinander treffen. Somit würden die Balken Feuchtigkeit bekommen, oder?



Andere Idee



Ich habe gerade in meinem Fachwerkhaus angefangen mit Lehm einen Innenputz aufzutragen. Ich war verblüfft wie einfach das ging und das wäre doch einen Alternative zu OSB/Rigips. Lehm verteilt die Feuchtigkeit und lässt sie wieder abtrocknen und benötigt keine Dampfbremse die angeblich in Fachwerkhäusern in der Praxis nicht funktionieren soll.

Bei mir sind die Wände recht uneben und ich muss teilweise bis zu 5 cm egalisieren. Ich wollte eben den Hohlraum zwischen evtl. Platten und dem Fachwerk vermeiden. Nachteil ist eben dass das ganze ziemlich lange trocknen muss.



Innendämmung



Hallo Maik,
genau das ist Ihr Problem, Verständnis und Hintergrundwissen.
Diese Art Innendämmung habe ich gewählt weil es sich um die (relativ geringe Fläche im Vergleich zur gesamten Fassadenfläche) Außenwand eines Bades handelt. Bei anderen Nutzungsarten sind andere Dämmsysteme mit anderen Materialien und Wirkprinzipen besser geeignet.

Die Prinzipien:
Im Bad mit temporärer Nutzung und kurzzeitigen hohen Feuchtespitzen
hohlraumfreie Innendämmung, dampfdicht und spritzwasserdicht.

In Wohnräumen mit kontinuierlicher Nutzung
hohlraumfreie Innenendämmung mit kontrolliertem Feuchtemanagement ohne absolute Diffusionsdichtigkeit und kapillarem Rücktrocknungspotential.