Dielenboden auf Lagerhölzer, EG nicht unterkellert

07.03.2010



Hallo zusammen,
ich habe folgendes Problem:
In einem Raum im Haus befindet sich keine Bodenplatte. Das Haus ist nicht unterkellert. Es sind dort Lagerhölzer vorhanden, zwischen denen eine Art kleinere Schottersteine, als Schüttung dienen. Darauf sind dann Bretter aufgenagelt, und darüber dann ein Teppich.
Nun wollten wir einen neuen Boden auf die Lagerhölzer anbringen, das heißt: Die vorhandenen Bretter und den Teppich entfernen, und statt dessen neue Dielen auf die Lagerhölzer verschrauben.
Meine Frage: Was gibt es dabei zu beachten? Dürfen die Dielen komplett mit Lack versiegelt werden, oder würde dies dann dazu führen, dass die Lagerhölzer und die Dielen von unten her zu "verfaulen" beginnen (weil der Boden nicht "atmen" kann)?



Ein paar Bilder wären hilfreich



um die Situation besser beurteilen zu können.
Um aber die Bilder hochladen zu können, sollten Sie sich zuerst anmelden.

Grüsse Thomas



Bilder Bodenaufbau nicht möglich



Hallo,

leider kann ich keine Bilder zur Verfügung stellen. Der Boden ist noch komplett geschlossen. Das heißt, die Bretter sind noch auf die Lagerhölzer genagelt, und darüber ist auch noch der Teppich verlegt. Zudem ist der Raum noch ganz möbiliert.

Den Aufbau des Bodens, so wie ich ihn geschildert habe, kenne ich nur daraus, weil es in diesem Haus noch einen zweiten solchen Raum, ohne Bodenplatte gibt. Bei diesem hatte ich einmal einige Bretter von den Lagerhölzern entfernt, und konnte so sehen, was sich darunter befand. Aber auch dieser Raum ist schon länger wieder mit Teppich und Möbeln "ausgestattet", so dass ich kein Bild mehr vom Bodenaufbau machen kann.

Grüße Michi



Moin Michi,



du hast das Problem richtig erkannt: Also Lagerhölzer raus, Folie drunter und seitlich hochziehen, Lagerhölzer wieder rein, dazwischen dämmen, Dielen drauf.

Lohn der Arbeit: Nich so kalte Füsse wie vorher.

Gruss, Boris



Eine Möglichkeit wäre



dann, die Lagerhölzer entfernen, die Schüttung entfernen und folgender Aufbau

- Feuchtigkeitssperre
- Thermoplan als Höhenausgleich
- Thermo A8
- Largehölzer
- Thermofill
- Dielen

Grüsse Thomas



Wie jetzt?



Folie direkt auf Mutter Erde? Das klingt schon revolutionär.

@ Michi

So ganz neu ist das Problem nicht. Über die Suchfunktion (Button oben rechts) oder die Schwerpunktthemen/Dielen und Parkett (Mitte links) wirst Du feststellen, das alles dazu schon mehrfach und ausführlich besprochen wurde.

Grüße

Thomas





Hallo Michi,



es kommt darauf an, wie weit Du gehen willst:

- Die von Dir angefragte Variante beschreibt lediglich den Austausch der Dielen. Wenn dies so durchgeführt werden soll dürfen die Dielen nicht lackiert oder anderweitig versiegelt werden. Du kannst wachsen oder ölen, wobei ich letzteres bevorzuge.
Teppichboden, PVC, Laminate, Linoleum, etc. auf den Dielen behindern den Luftaustausch und führen früher oder später zum vergammeln.

Wenn es bisher keine kalten Füße gab, alles trocken ist und alles zur Zufriedenheit, reicht diese Maßnahme aus.

- Im anderen Falle wäre die bereits angesprochene energetische Ertüchtigung zu bedenken. Hierzu müsstest Du aber etwas mehr zum Haus, Baujahr und dem bisherigen, tatsächlichen Bodenaufbau (Materialien) erzählen, und vor allem zum Bodenmaterial darunter. Wie feucht ist der Bereich dort?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



schwer zu sagen



da wir die verhältnisse vor Ort nicht kennen, ist es natürlich schwer eine klare Aussage zu treffen.

Mein Bodenaufbau ist wie folgt:
15-20 cm Kiesschicht
10/10 cm Lagerhölzer
38 mm Fichtendielen
Ich habe bewusst auf die Fechtigkeitssperre und Dämmung verzichtet und bin glücklich mit dem Bodenaufbau.
Gestern saßen wir bei Aussentemperaturen von -15°C auf dem (geölten) Holzboden. Von wegen kalt von unten. Einfach super angenehm.
Wie Herr Kornmayer schon geschrieben hat, sollte der Boden auf keinen Fall lackiert werden.

Grüße aus dem Unterallgäu



Danke für die vielen Antworten!



Hallo,

falls ich tatsächlich einen neuen Bodenaufbau machen sollte, werde ich mich wohl an eine Trockenbaufirma wenden müssen.
Ansonsten denke ich mal darüber nach, ob das Auswechseln der Dielen alleine - wie von mir angefragt - und von Christoph Kornmayer (Danke!) beantwortet, in Frage kommt. Es hängt wohl auch davon ab, wie sich die Angelegenheit darstellen wird, wenn ich den Boden geöffnet haben werde. Erst dann werde ich sehen, wie feucht es dort sein wird, und ob die Lagerhölzer noch in gutem Zustand sind, ect.
@Thomas W. Böhme
Vielen Dank für den Hinweis zur Suche in diesem Forum, zu diesem Thema. Als "Neuling" übersieht man so manches auf einer Homepage.

Vielen Dank
Michi



Anfrage beantwortet



Vielen Dank für Eure Antworten!

Ich denke, dass die Angelegenheit für mich ausreichend beantwortet worden ist.

Viele Grüße
Michi



@ Christian Regenscheit



Nicht, daß ich Ihnen einen superhaltbaren, für viele Generationen unverändert stabil bleibenden Boden und Unterbau nicht gönnen täte.

Wenn Sie aber schreiben: "Ich habe bewusst auf die Fechtigkeitssperre und Dämmung verzichtet"; dann muß ich Ihnen widersprechen. Sie haben da eine Bauideologie umgesetzt ("Alles muß atmen können, überallhin und immer") in der Hoffnung, daß es funktioniert. Etwas bewußt tun hingegen sollte auch bedeuten, allumfassend die eigenen Aktivitäten qualifiziert bewerten zu können. Das bezweifle ich. Ich für meinen Teil beschäftige mich seit vielen Jahren umfassend theoretisch und praktisch mit Holzböden und Unterbauten. Trotzdem ich bisher ausnahmslos ohne größere Reklamationen gebaut habe - zu Ihrer erstaunlichen Sicherheit habe ich es bisher nicht gebracht.

Ich weiß aber mit Sicherheit, daß die WAHRSCHEINLICHKEIT von Holzschäden zunimmt, wenn Holz (vielleicht auch noch ungeschützt) unbelüftet und kühl über dem Erdreich verbaut wird. Das Sie nach 5 Jahren (oder wie lange steht denn jetzt Ihre Konstruktion?) noch nicht durchgebrochen sind, hat keinerlei Aussagewert. Auch wenn das vor Jahrzehnten oder -hunderten eine begrenzte Zeit gut ging (Holzböden sind auch damals verfault, und es gab einfach keine praktikablen Abdichtmöglichkeiten) - heute sind die Wohnbedingungen anders. Es wird mehr geheizt, reichlich geduscht, Zimmerpflanzen sind beliebt. Es ist also viel mehr Wasserdampf unterwegs. Gleichzeitig wird der Baukörper abgedichtet, auch die Ofenheizung entfiel. Der Luftwechsel wird somit wesentlich geringer.

Nun können Sie freich so bauen wie beschrieben, aber es ist nicht vernünftig, so zu bauen, weil die Wahrscheinlichkeit von Holzschäden zunimmt. Insofern halte ich Ihren Bodenaufbau für nicht empfehlenswert und vor allem nicht für verallgemeinerbar.

Bedenken Sie ferner noch folgendes: Sie haben sich mit der Problematik beschäftigt und "bewußt" so gebaut. Das liest jetzt hier mancher, der sich nicht in Ansätzen Gedanken macht zu den Randbedingungen, die ihrem Aufbau die Chance der begrenzten Haltbarkeit geben könnten. Neben verrotteten Altböden habe ich einfach schon zu viele vergammelte Nachwendekonstruktionen aufnehmen müssen, um solche Empfehlungen gut zu finden.

Grüße

Thomas