Alte Betonbodenplatte im Fachwerkhaus, gibt es Alternativen?

04.12.2009



Hallo Liebe Fachgemeinde,

bin ja schon seit Jahren passiver Mitleser hier.
Omas Fachwerkhäusen soll in den nächsten Jahren fertig werden. Im EG sind Betonbodenplatten (60er JAhre), im jeden Zimmer gibt es unterschiedl. Höhen, vermutlich auch unterschiedliche Herstellungsjahre. Den Estrich darüber habe ich entfernt. Unter dem Estrich war es ganz schön feucht, alle Schwelleninnenbalken sind Morsch und müssen ersetzt werden, lagen teilweise im Estrich.
Die Betonplatten liegen ungefähr auf Außenflächenhöhe bzw. deutlich drunter, Unterkante Schwellenbalken.

Soll man diese nun entfernen? Welche Alternativen gibt es für einen gescheiten Fußbodenaufbau. (Glasschotter? Kalkestrich?)

Die Straßen und Hofhöhen sind in den letzten 100 Jahren bestimmt um ein gutes Stück erhöht wurden, woher kommt die Feuchte, von unten, von der Seite durch den Bruchsteinsockel (der liegt jetzt frei)?



da bisher



keine Antwort kam, ist Deine Frage - wie mir ebenso scheint - sehr allgemein. Dazu kann ich dann nur sagen - hole bitte jemanden vor Ort, denn raus - oder nicht, das sind nicht nur technische, sondern auch finanzielle Folgen. Besser vor Ort vom Fachmann prüfen, um alle Umstände zu kennen. Hier gibt es Tips und keine Ausführungsplanung. Aber ruhig weiter fragen, wenn Du mehr wissen willst.





Hallo Olaf,

"sogenannte Fachmänner" gibt es hier leider zu hauf.....

Was empfiehlt sich denn grundsätzlich für ein Bodenaufbau im Fachwerkhaus, angenommen der Betonboden ist weg und ich blicke aufs Erdreich?

Bin an den Möglichkeiten Interessiert die sich bei dem einen oder anderen bewährt haben.



wenn



ich Dein Foto betrachte - dann hast Du ab EG Fachwerk - und das war mal in unserer Region anzutreffen. Kenne hier aber kein Haus mehr, welches noch so anzutreffen ist. Deshalb kann ich persönlich auf Deine Frage wegen fehlender Ergfahrung nit dieser Bauweise nicht antworten, sonst hätte ichs wohl schon getan. In meiner kleinen Hütte (massives EG, Fachwerk ab 1.OG) habe ich überall Unterbeton, Dämmung mit Sperrschicht und Estrich. Das war aber notwendig wegen Befall einzelner Bereich der alten Dielung mit Hausschwamm und Einbau des Bades im EG. Dieser Aufbau ist aber, da keine Fußbodenheizung vorhanden ist, relativ fußkalt.
Wie tief sind denn die Fundamente unter den Schwellen oder liegen die auf der durchgehenden Betonplatte ?





Hi Olaf,

Die alten Bruchsteinsockel, sind unter allen Schwellenbalken vorhanden.

Habe mal noch im Forum gegoogelt und dass hier gefunden:

das mit dem

---Forenreferenz-----------
das mit dem -
Beton würde ich nicht machen ...
da können Sie viel Geld sparen

... die Balken waren morsch, weil die Teerpappe drauflag - evtl waren auch noch auf den Dielen Spanplatten oder ein dichter Belag (PVC, Fliesen, Gummirückenteppich etc.) verlegt.
Schotter Splitt Lagerbalken Unterlüftungsebene Dielen
Fertig
Offen für alles
Billig
Langlebig

keine Folie, keine Beton, keine Teerpappen ...etc.

frohes Schaffen

FK mehr ...
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Beton würde ich nicht machen ...
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... die Balken waren morsch, weil die Teerpappe drauflag - evtl waren auch noch auf den Dielen Spanplatten oder ein dichter Belag (PVC, Fliesen, Gummirückenteppich etc.) verlegt.
Schotter Splitt Lagerbalken Unterlüftungsebene Dielen
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keine Folie, keine Beton, keine Teerpappen ...etc.

frohes Schaffen

FK

langlebig - nachhaltig - einfach
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
pfk3.com | Florian Kurz - Architekt | 10.07.06

Hört sich gut an. Evtl. noch mit Kalkestrich.



Vorschlag



setze dich doch mal mit Florian Kurz direkt in Verbindung.
Ich habe nur Erfahrung mit massiven EG-Wänden und da würde ich ohne zu Zögern Unterbeton einbauen. Hängt aber auch mit meiner Ausbildung als Baufacharbeiter im Hochbau zusammen.



Bodenplatte



Das Problem ist nicht der Beton innen, sondern die Geländehöhe außen.
Die Grundschwelle muß aus dem Spritzwasserbereich heraus!

Viele Grüße





Der Graben ist schon rund ums Haus, nachdem die Schwelle eingegraben war.
Schwelle liegt im Luftkalkmörtel, die Fugen des Bruchsteinsockels werden noch mit Luftkalk verfugt, weiter unten möchte ich den Sockel mit Ton abdichten.

Höhe Betonplatte ist = tiefster Punkt Graben.
Der Sandboden z.B. (auf dem 1. Foto) ist immer etwas feucht, weiteres Problem sind alle Innensockel die feucht sind, bzw. die Schwelle unten angefault ist.

Habe die Vermutung dass die Betonplatte dicht macht und die Feuchtigkeit sich andere wege nach oben sucht, falls es denn aufsteigende Feuchte wirklich gibt.



Bodenplatte



Hallo Andre,
Es sollten etwa 30 cm zwischen der Bodenoberfläche und dem Holz der Schwelle liegen, wenn der Dachüberstand Schlagregen am Fuß der Wand nicht verhindert. Eventuell kann man den Streifen vor der Wand absenken, aber dabei die Entwässerung der Eintiefung nicht vergessen!
Zum Sockel:
Wenn es ein aus Quadern gesetztes, eng gefugtes Natursteinmauerwerk ist, brauchen Sie sich um Abdichtungen keine Gedanken zu machen, so ein Mauerwerk ist nicht kapillar leitend.
Beim Austausch der Schwelle sollte Sie darauf achten, das die Oberfläche des Sockels, besser die Stoßfugen, leicht nach außen geneigt bzw. gekehlt sind. So kann kein Wasser zwischen Holzunterseite und Sockeloberfläche stehenbleiben oder nach innen laufen.
Ein vorspringender Sockel ist immer ungünstig. Sie sollten ihm eine steile Anfasung zum Holz geben und die Stoßfugen im äußeren Drittel eintiefen, damit Wasser ablaufen kann.

Eine Tondichtung ist unnütz und ungeeignet als senkrechte Abdichtung des Sockels.

Zum Innenausbau:
Ich vermute als eine der Hauptfeuchtequellen von außen eindringendes Wasser, dazu Kondensat und Bodenfeuchte.
Von Kalkestrich rate ich Ihnen ab.
Glasschaumschotter als Dämmung und Tragschicht ist machbar, aber teuer. Sie müssen erhebliche Mengen an Aushub bewältigen.
Bei der jetzigen Aufbauhöhe des Fußbodens liegt die Grundschwelle oberhalb des Fußbodenaufbaues, das sollte auch so bleiben.
Als Neuer Fußbodenaufbau bieten sich folgende Varianten an:

1. Dielung
- 6-8 cm Sauberkeitsschicht aus Beton,
- Abdichtung,
- Lagerhölzer, dazwischen Dämmung,
- Dielung

2. Estrich

- Sauberkeitsschicht,
- Abdichtung,
- Wärmedämmung aus EPS bzw. PS
- Zementestrich
Bei einem Heizestrich, hier auch im Flur, wäre die Grundschwelle durch die Wärmequelle Estrich besser geschützt.
Die Innenseite der Außenwand sollte eine diffusionsoffene und vor allem kapillaraktive Beschichtung erhalten.

Viele Grüße



Ich hatte...



...ein ähnliches Problem.

Schwellbalken weggefault. Der Einfluß von Feuchtigkeit, Pilz und Insektenfrass war nicht zu übersehen. Der Austausch der Schwelle fand in einem recht heißen und trockenen Sommermonat statt, der Sockel (aus Sandsteinblöcken) war aber auch zu dieser Zeit naß!

Ob das aufsteigende Feuchtigkeit war, vermag ich nicht zu sagen, denn auch bei meinem Haus war eine Bodenplattte aus Beton in Höhe des Schwellbalkens gegossen worden. Ein Rückbau der Betonplatte war nicht geplant.

Beim Austausch der Schwelle habe ich auch den Sockel "zerlegt" und eine Teerpappe IN den Sockel (wenn möglich unter die oberste Steinlage) verarbeitet. Also nicht in direktem Balkenkontakt.

Nach wenigen Tagen war erkenntlich, dass die Steine oberhalb der Pappe (die vor der Maßnahme naß waren) nun zu Trocknen begannen.

Für mich heißt dass, das die Teerpappe verhindert, dass die Feuchtigkeit bis an den Balken kommt. (Auf dem Bild gut zu sehen. Das Bild stammt aus einem älteren Beitrag)

Möglicherweise von Außen (oder Oben) eindringende Feuchtigkeit (Schlagregen, Spritzwasser) wird durch den verwendeten TrassKalkMörtel vom Balken abgeleitet.

[pubimg 11208]

Bisher funktioniert das Ganze gut. Die Schwelle ist trocken.

Selbstverständlich muß die vorstehende Sockelkante zumindestens angeschrägt werden um Wasser schnell abzuleiten.

Das Ganze würde ich mal als flankierende Maßnahme bezeichnen, bevor am Ende noch ein chemisches oder elektroosmotisches Verfahren Einzug findet ;-)

Grüße
M.Wittwar



Sockel



angeschrägter Sockel, hier durch die Verwendung von Trasskalkmörtel (Wetterseite).

Eine "Tieferlegung" der Umgebung kam nicht in Frage!



man achte



auf die Treppe, dann sieht man schon, daß hier irgendwas nicht stimmt. Alte Baupläne wären gut...

Gruß...J.



Hhhmmm...



...was hat die Treppe mit dem Problem zu tun?

Alte Baupläne würden möglicherweise zeigen dass da keine, oder eine andere Treppe war.

Eine an den Schwellbalken gegossene Betonplatte werden sie nicht offenbaren, oder?

Als "echte" Alternative käme vermutlich nur der Rückbau der Betonplatte und der Ersatz dieser durch einen historischen Bodenaufbau infrage (meiner unmaßgeblichen Meinung nach).



Naja,



die Treppe verrät schon einiges. Der Durchgang im Vordergrund wurde wohl erst nachträglich erstellt, um dahinzugelangen, wurden vermutlich 2 Stufen komplett entfernt und die dritte "kreativ" modifiziert. Ungefähr eine Steigung wurde durch den erhöhten Fussbodenaufbau ausgeglichen, aber der Rest stellt immer noch eine extreme Unfallquelle dar.
Eine neue Betonplatte sollte auf jeden Fall keinen Kontakt mit der Schwelle haben. Eventuell wäre eine 50 mm Heraklithplatte als Randstreifen zur Belüftung der Schwelle eine Lösung.
MfG
dasMaurer