Dielen auf scheitrechter Kappendecke mit sehr hohem Ausgleich

02.01.2019 Blechmann



Hallo und Frohes Neues liebe Forumsgemeinde,

da ich meinen alten Faben zu dem Thema nicht bearbeiten kann möchte ich hiermit noch mal ins Detail gehen.
Thomas hat mir schon gute Tipps gegeben (danke dafür), aber so ganz habe ich die Planung noch nicht abgeschlossen.

Ausgangssituation:
Haus Bj. 1911 mit scheitrechter Kappendecke, Trägerabstand ca. 100 - 120 cm, Felder ausbetoniert, ca. 10 cm stark und natürlich ohne Bewehrung. Die Träger sind ca. 3-4 cm erhöht.
Dank Bergbau sehr schräg (ca. 1,6% Gefälle ). Daraus ergibt sich im niedrigsten Bereich eine Aufbauhöhe von ca. 20 cm und im höchsten Bereich ca. 30 - 32 cm (!) über den Trägern.
Der Keller darunter ist nicht gedämmt. Temperatur zur Zeit ca. 8 °C. Die niedrige Decke lässt eigentlich keine Dämmung von unten zu.

Ich würde gern neue Dielen (28 mm Kiefer) auf eine KVH Unterkonstruktion aufbringen und die Konstruktion mit eine Folie oder Bitumenbahn gegen aufsteigende Feuchte schützen.
Wenn ich den Aufbau durch den U-Wert Rechner schicke kommt er zu Tauwasserbildung unter der Folie.

Nun ergeben sich folgende Fragen:
1. Bei niedrigen Temperaturen kommt es auf dem Beton zu Kondensatbildung. Ohne Folie ist die Tauwasserbildung etwas geringer und die Trocknung geht schneller.
--> Macht es dann nicht Sinn auf die Folie zu verzichte, auch wenn üblicherweise immer zur Folie geraten wird? Ich habe etwas Sorge das sich der Beton mit der Zeit voll saugt und mit die Träger weg rosten. Das Kondensatproblem habe ich nur bei < 10° im Keller. Ohne Folie könnte aber das bisschen Wasser wieder ungehindert abtrocknen.

2. Eine gebundene Ausgleichsschüttung bündig mit den Trägern sorgt für etwas höhere Temperatur und damit etwas geringerer Tauwasserbildung. Würde für mich aber vor allem Sinn machen wenn ich eine Folie aufbringe, da sie sich so leichter Verlegen lässt. Auf 80 m² kommen da natürlich einige €€€ zusammen.
--> Untergrund bündig mit den Träger? ja/nein?

3. Die eigentlich Unterkonstruktion mit bis zu 30 cm KVH klingt für mich absurd. Die Kosten wären üppig und ich hätte Angst das die Konstruktion kippelt - vor allem bei der Montage.
--> 12 cm KVH mit ca. 80 cm Abstand, unterlegt mit entsprechenden massiven Holzböcken/Klötzen (8 - 18 cm entsprechend dem Gefälleausgleich) auf den Trägern dürften doch den gleichen Zweck erfüllen, oder?

Vielen Dank für eure Hilfe.
Torsten



Foto



In diesem Zimmer kommen wir auf gut 32 cm Aufbauhöhe.



U-Wert1



mit Folie



U-Wert2



ohne Folie



Wenn es denn...



...über der Folie wärmer ist als unter ihr (und das ist ja wohl bei oben Wohnraum und unten Keller zuverlässig der Fall) - warum dann sollte sich Kondensat unter der Folie bilden?



Da stimme ich dir vollkommen zu.



Genau das hatte mich bei dem Ergebnis im U-Wertrechner auch verwundert.
Wenn ich die Folie dicht verlege, kommt doch keine feuchte und warme Luft an die kalte Betondecke. Allerdings kann es doch auf der Oberseite der Folie kondensieren, oder?

Wenn Abdichtung, welche Bahn hätte Vorteile in der Verlegung? Eher eine EPDM- oder Bitumenbahn?

Wenn die Bahn über die vorstehenden Stahlträger verlegt wird, sollte ich sie dann besser noch mit Gummistreifen vor dem Gewicht der Holzunterkonstruktion schützen?



Ich würde...



mir Keilleisten zum Abziehen herstellen, auf den Trägern liegen die wunderbar auf. Und dann einen Leichtbeton in geeigneter Höhe abziehen, oder ohne Hilfsleisten einen niveauebenen Leichtestrich herstellen. Darauf eine Schweißbahn.

Weiterer Aufbau: Steico base 20mm 3 oder 4 Lagen überlappend verlegen, mit zwischenliegenem, 2-3mm flacherem Lagerholz. Darauf die Dielen schrauben und ölen. Hohlraumfrei, äußerst solide, weil die Dielen flächig auf der HWPl aufliegen. Kondensatprobleme gibt es in dem kapillar sehr gut leitenden Material auch nicht.

Grüße

Thomas



Die Keilleisten zum Gefälleausgleich



entlang der Trägerkann ich nachvollziehen, auch wenn das bei ca. 7,70 m nicht ganz einfach wird.

Mit den Steico-Platten wird leider nicht reichen. Ich muss ja, wie anfangs geschrieben, am höchsten Punkt gut 32 cm ausgleichen.
Ich habe noch mal den Bauplan zur Veranschaulichung angefügt. Linke Raumseite ca. 20 cm Höhe, rechte Seite 32 cm. Die drei Striche sollen die Stahlträger darstellen und der Pfeil die Blickrichtung am Foto.
Hausflur, Türen, bodentiefe Fenster, Heizkörper etc. lassen keine Abweichung von der Höhe zu. :-(



Ich meinte...



...denn Leichtbeton so hoch ausführen, daß Du mit Sperrbahn+ 10cm Steico + Dielung die gewünschte Aufbauhöhe erreichst. So bekommst Du schon unter der Sperrbahn etwas Dämmung.

Ich bräuchte die Keilleisten (oder auf Keilen nivellierte Latten), um im Niveau zu bleiben. Ein Estrichbauer macht das freihand :-)



Aufbauhöhe



ich habe noch nicht verstanden warum auf der jetzt höheren Seite 20 cm Aufbau drauf müssen ? Bei der von Thomas beschriebenen Variante kommt der Leichtbeton vorne auf null zu den Trägern, bei der großen Höhe aufs Wasser zu vorn, dann die vorgeschlagenen 3x20mm plus Dielung, macht hinten max 80-85mm, vorn dann insg. eben 12 cm mehr.



Jetzt



verstehe ich was du meinst Thomas. Das werde ich mir später im Haus noch mal mit einem Überleg-Bier durch den Kopf gehen lassen.
Aber ist es nicht so das bei scheitrechten Kappendecken die Last nur auf die Träger darf? Das wäre beim Ausgleich über Leichtbeton/Estrich ja nicht mehr gegeben. der wäre ja deutlich höher als die Träger jetzt aus dem Beton schauen.

@Pope:
Die Dielen und Unterkonstruktion sind komplett entfernt. Die 20 cm auf der linken Seite der Küche entsprechen dem originalen Aufbau des alten Bodens. D. h. ich muss dort diese "Mindesthöhe" einhalten um auf einem Niveau mit z. B. dem Treppenhaus zu bleiben. Die Anstieg auf 32 cm ergibt sich aus der Schräglage des Hauses.



Ich bin...



...kein Gewölbe-Spezialist. Hier wird mir wieder einmal bewusst, wie sehr Georg Böttcher fehlt...



Das



ist leider wahr.
Mit dem Gedanken fällt es etwas schwer zum Thema zurück zu kommen.

Ich spiele gerade mit einer Variante die in den 3-4 cm unterhalb der Oberkante Stahlträger XPS oder Bauplatten (da komme ich sehr günstig ran) vorsieht. Darauf dann die Feuchtesperre.

Thomas, ich habe bisher keine Erfahrung mit dieser Art der Abdichtung. Würdest du einer EPDM Folie oder eine selbstklebenden Bitumenbahn den Vorrang geben? Bei der EDDM-Folie stelle ich mit die Verarbeitung in Innenecken, bei Heizungsrohren oder anderen Einbauten schwierig vor.
Was mich bei den Rechner immer wundert ist das die Folie sicher weder positiv noch negativ auf die gesamte Konstruktion auswirkt. Aber so ist das vielleicht mit der Theorie...

Unterkonstruktion aus 120 x 60 KVH und Höhenausgleich aus 8 - 20 cm hohen Holzblöcken auf den Trägern.
Zum Schutz der Abdichtung wurde ich auf die Träger und unter die Holzblöcke Gummimatten legen.

Ich befürchte meine Gedankenspinnerei ist nicht ganz leicht nachvollziehbar. Der U-Wertrechner belohnt das mit 0,06 kg/m² Tauwasser und 18 Tagen Trocknungsdauer. Wenn ich den Keller dauerhaft auf >10°C halte hätte ich gar keine Probleme. Da werde ich wohl ansetzen.