Innendämmung bei Natursteinmauerwerk

08.02.2011



Hallo,

mein Haus ist aus einfachen Feldsteinen mit viel Mörtel gemauert, die Wände sind fast einen Meter stark. Das Gebäude ist unterkellert.

Im Obergeschoss ist kein Naturstein verarbeitet. Dort sind die Wände wahrscheinlich aus Splittbeton Hohlblock gemauert. Ist jedenfalls ein grauer geformter Mauerstein, der recht porös aussieht - kann bei Bedarf ein Foto nachliefern.

Gedämmt ist eine Fassade von außen. Dort wurde eine Holzunterkjonstruktion angebracht, die mit zwei mal 2 cm dieser hellblauen Styroporplatten isoliert wurde.

Das Gebäude wird in den kommenden Jahren nur als Wochenendehaus genutzt. Isoliert werden soll auch deshalb von innen, da die aufheizung der dicken Wände tage dauert und eben nur am Wochenende geheizt werden soll. Außerdem wird jetzt sowieso tabula rasa gemacht, den Dreck scheue ich also nicht.

Die Frage ist, wie eine Innendämmung hier konstruktiv möglich wäre. Ich dachte an horizontal angebrachte Latten, die ich mit Holz als neue Innenverkleidung vertikal verkleide. Die Fächer würde ich dann mit Isofloc ausblasen lassen.

Ich frage mich derzeit a) ob eine Sperrfolie/Dampfsperre verarbeitet werden müsste und b) ob es Probleme an der Decke gibt (Holzbalken). Ich kenne die Beispiele, wo bei Innendämmung die Balkenköpfe weggefault sind, habe mir aber sagen lassen, dass man heute über reine Taupunktberechnung hinaus ist und Innendämmung durchaus möglich ist, wenn sie richtig gemacht wird.

Die Gebäudeseite mit der bestehenden Außendämmung soll auch von innen gedämmt werden, da die Außendämmung zu gering ausfällt. Wie dick sollte grundsätzlich gedämmt werden?

Ein anderes Problem sind Kältebrücken im Fensterbereich. Die Rahmen der Fenster sind kaum stark genug, hier von innen vernünftig zu denken und die Wand innen ist noch gut 45 cm stark. Abtragen ist wegen des speziellen Mauerwerkes gerade im Erdgeschoss (Feldsteine) kaum denkbar, im OG wäre das kein Problem, da ist die Wand aber auch weit weniger dick, die Wärmebrückenproblematik also auch weit weniger schlimm. Was kann man da machen?

Herzlichen Dank



Innendämmung mit diffusionsoffener Wandheizung



Hallo Jonathan,

eine Innendämmung ist hier auf jeden Fall möglich. Dazu kann ich dir die einzige auf dem Markt erhältliche diffusionsoffene und beheizte (Wandheizung) Innendämmung von Climatewall empfehlen.
Durch die vollkommen atmungsaktive Bauweise der Wandheizung die gleichzeitig auch deine Innendämmung darstellt gibt es mit Schimmel keine Probleme mehr.
Die Oberfläche der Wand wird zu guter letzt mit natürlichem hydraulischem Kalk verputzt der der Schimmelbildung ebenfalls entgegenwirkt.
Das ganze System ist zu 100% aus ökoloischen Materialien und wurde auch schon von Prüflaboren wie dem Fraunhofer Institut auf Tauwasserbildung usw. als positiv getestet.

Noch Fragen?





Hallo,

niemals würde ich eine Konstruktion einbauen, die auf Tauwasser positiv getestet ist.
Scherz beiseite: Holzweichfaser in vollflächiger Verklebung, am besten Lehmkleber, 5-6 cm innen, dann Wandflächenheizung Roth oder Variotherm z.B.,dann zweilagig Lehmputz.
Wenn Sie Schimmel befürchten oder Lehm nicht mögen geht auch Kalk in Eigenmischung oder von allen namhaften Herstellern.
Vergleichen Sie ruhig Preise !

Fensterlaibungen: Holzweichfaser ab 2 cm oder Schaumglas in Platten wg. der Unterbindung von Dampfdiffusion.

Eine "ergänzende Innendämmung" ist weniger pfiffig, weil es kein klares Dämmkonzept ist. Wo ist denn jetzt die wärmedämmende Hülle ?
Allerdings können im noch nicht aufgeheizten Bau schon 2 cm Holzweichfaser hilfreich sein, besser ist allemal die Temperierung der Wand mit einer Flächenheizung. Ich nehme mal an, bei einem Wochenendhaus steht wg. der Kürze der verfügbaren Zeit die Aufheizzeit und nicht die Energieersparnis im Vordergrund.

Viel Erfolg !
Grüße vom Niederrhein



Innendämmung ohne Heizung?



Hallo,

von dieser Lösung hatte ich hier schon gelesen, kommt für mich aber leider weniger in Frage, weil ich eig. keine Heizung plane. Das Haus soll alleine durch Luftkollektoren+Kaminöfen beheizt werden, teils bleiben wohl die vorhandenen alten Gas-Einzelplatzheizkörper zunächst drin.

Eine Zentralheizung ist also nicht vorhanden und soll zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht eingebaut werden, langfristige Überlegungen gehen in Richtung BHKW - in jedem Fall benötige ich eine ganzheitliche Energielösung, da auch kein Stromnetz angeschlossen ist - derzeit geht alles über eine PV Inselanlage aber das ist ein anderes Thema.
Das Haus soll langfristig ständig bewohnt werden, Energieeffizienz ist also schon auch ein Thema.

Die vorhandene Außendämmung an einer Fassade ist zwar da und wäre dann unnötig doppelt aber wie gesagt, diese fällt viel zu gering aus, ihr gegenwärtiger Nutzen ist wohl fraglich.

Wäre also auch eine diffusionsoffene Dämmung mit z.B. Isofloc und nicht luftdichter Innenverkleidung denkbar? Ich dachte an gestrichene Rauhspundverkleidung "Landhausstil". Hier sollte man das Holz aber wohl zunächst wegen Feuchtigkeit ablagern?

Herzlichen Dank an Euch



Wärmedämmung im Innenbereich mit Wandheizung



Hallo Herr Beckmann,

mit dem auf "positiv getestet auf Tauwasser" meinte ich natürlich auch dass keine!! Tauwasserbildung zu befürchten ist!

Und der Aufbau der Innendämmung mit Climatewall-plus ist so wie sie auch schon sagten mit einer 4-6cm starken Holzweichfaserplatte von Steico auf deren dann wärmespeichernder Schamottstein mit Kalkkleber aufgebracht wird.
Anschliessend können die Heizleitungen mit Kalkputz (wir empfehlen natürlichen, hydraulischen Kalputz der Firma Hessler Kalkwerk) verputzt werden.
Mehr Infos sehen sie unter www.energiewerkstatt-rn.de

Sorry... hatte mich vorhin vielleicht nicht deutlich ausgedrückt :-)

Schöne Grüße aus Heidelberg
Thomas Rumbach



Also



die Innendämmung wird bis zu einer Stärke von 6 cm, ausgeführt mit einer Weichholzfaser als unkritisch eingestuft.

Natürlich fällt in jeder Innendämmung Tauwasser aus, nur ist die Weichholzfaser wenn Sie richtig, mit den entsprechenden Materialien verarbeitet wurde in der Lage mit diesen überschaubaren Mengen an Tauwasser umzugehen.

Grüße Gerd



vielen Dank



Hallo,

"Natürlich fällt in jeder Innendämmung Tauwasser aus, nur ist die Weichholzfaser wenn Sie richtig, mit den entsprechenden Materialien verarbeitet wurde in der Lage mit diesen überschaubaren Mengen an Tauwasser umzugehen."

gilt das nicht auch für Isofloc? Klar, mit den Platten wäre es ein Anfang, eine "ideale" Dämmung müsste allerdings doch dicker sein?


Im OG ist übrigens kein Gasbeton, sondern Schwämmstein verbaut. Dort würde. ich ggf. recht leicht außen dämmen können (OG ist im Dach + Gauben).


Herzliche Grüße und vielen Dank bis hierher.



Tauwasser



fällt auch in den Flocken aus.

Ich denke das eine Innendämmung mit in Mörtel eingebetteten Weichholzfaserplatten ein besseres Trocknungspotential hat.

Eine Wandheizung verbessert die Trocknung zusätzlich und läßt sich sehr einfach in die Konstruktion integrieren.



Strombedarf Umwälzpumpe



Ich habe noch mal über die Wandheizung nachgedacht. Grundsätzlich ist es ja wirklich kein Problem, die zu installieren und teuer dürfte das Material ja auch nicht sein. Ich muss nur mein Heizkonzept umstellen. Ich würde dann mit Solarthermie und einem wassergeführten Kaminofen arbeiten. Die Solarthermie wäre zunächstmal nur dazu da, das Haus trocken und frostsicher zu halten - also so wenig Module wie möglich. Später würde ich das dann erweitern.

Ich benötige dafür einen Puffertank, der wohl auch nicht so teuer ist wie ich dachte. Allerdings: Wie viel Strom zieht eine entsprechende (effiziente) Umwälzpumpe für Wandheizung auf 140 m2 Fläche? Strom habe ich ja nur begrenzt zur Verfügung.





Hallo,

nehmen Sie eine hocheffiziente UP von Wilo. Den Rechenschieber für die Pumpe liefert WILO mit. Ich lass mir mal neue schicken, weil die so gefragt waren bei Handwerkern.

Grüße
Dietmar Beckmann



Die schon vorgeschlagenen Pumpe



die ich selbst seit 4 Monaten habe, baut nicht nur dauerhaft Druck auf, sondern nur nach Bedarf.
A
uch ist der Stromverbrauch den man auf der Pumpe direkt ablesen kann sehr gering.

Grüße



Holzweichfaserplatte + Wandheizung



Guten Abend,

ich habe mich nun entschieden Euren Rat zu befolgen und eine sowieso notwendige Heizung in Form einer Wandheizung zu installieren.

Dh. ich werde mit 6cm Holzweichfaserplatte dämmen; für alles weitere warte ich gerade KVA der Installateure ab.

Zur Dämmung:
Wie genau ist diese auszuführen? Hier im Thread heisst es vollflächig verkleben (ich schätze um Lufteinschlüsse zu vermeiden?) oder alternativ einputzen. Die Wahl unter diesen ist Geschmackssache nehme ich fast an? Mit was würde man die Platten einputzen?

Die Außenwände werden also bis in die Ecken herein komplett mit der Holzweichfaserplatte verkleidet, PE-Heizleitungen dann einfach in Schlangen darauf gedübelt und alles ohne Lufteinschlüsse mit z.B. Lehmputz verputzt - korrekt so?

Das gefällt mir sehr gut soweit. Climatewall klingt auch gut aber etwas fummeliger in der Verarbeitung und wahrscheinlich auch teurer?

Thema Elektroinstallation: Sollte man diese in Außenwand legen und an den Stellen für Dosen etc. entsprechende Kabelstarke Löcher in die Weichfaserplatten bohren, um diese durchzuführen oder besser die ganze Installation von innen auf die Platten?

Vielen herzlichen Dank



Schwierigkeiten mit Laibung und Obergeschoss



Zwei Probleme sind mir beim Lesen der Handwerkerinfos der Firma pavatex aufgefallen:

Die Dämmung an Fensterlaibungen darf max 20mm geringer sein als an den Außenwänden. Ich habe aber nur 10 bis 30 mm Platz; bei 60 mm Dämmung brauche ich 40 mm Raum. Fenster ersetzen kommt nicht in Frage und Ausstemmen der Laibungen dürfte eine riesige Sauerei geben (Feldsteine verschiedenster Größe, viel extrem sandiger Mörtel, verschiedene Gesteine)

Was kann man hier machen?

Problem 2: Das Obergeschloss wollte ich eigentlich nicht von innen Dämmen - muss aber erfolgen, weil sonst Schimmelgefahr in Bodennähe entlang der gedämmten Außenwände im OG besteht -> Wenn ich im OG jedoch außen Dämme + obere Geschossdecke des EG - dann sollte das doch kein Problem sein?

Danke Euch!



Für die Laibung



empfehle ioch eine 20 mm Dämmplatte die es extra als Laibungsdämmplatte gibt. Statt PE rate ich zu 100 % sauerstoffdichtem Metallverbundrohr RE/AL/PE Rohr.

Oft haben die Heizungsbauer Schwirigkeiten bei der Auslegung. Hier spielt der Wandaufbau, die max. Vorlauftemperatur, und das Rohr eine wichtige Rolle.

Grüße





Hallo,

E-Installation: die Leitungen können auf die Heizklemmleisten montiert werden. Dosen am besten nach Montage der Dämmplatten mit dem Topfschneider einsetzen und entsprechend vorstehen lassen.
Be der Heizungsauslegung ist es von Vorteil, einen guten Verteiler zu haben, der es erlaubt, die Hydraulik auszulitren, was wesentlich dadurch erleichtert wird, dass alle Heizkreise ungefähr gleiche Länge aufweisen.
Faustregel: 20 mm Rohr für Hauptleitungen, 14-15 mm für Heizkreise, es sei denn, Sie beheizen über 400 m2.

Grüße





Schönen guten Abend,

vielen Dank für die wertvollen Tipps bisher! Ich würde ganz gerne Anfang der Woche das Material bestellen und um sicher zu gehen, fasse ich noch mal zusammen:

- Auf die 100 cm Bruchsteinmauer eine Lattung aus sagen wir 1cm starken Leisten vertikal anbringen.
- Lehmputz anrühren und flächenweise zwischen die Lattung schmieren
- 6cm HWL von Pavatex oder anderem Hersteller diffusionsoffener HWL anpressen und mit 3,4 Tellerdübeln auf die Lattung schrauben
- In den Fensterlaibungen schlage ich den Putz runter, um Platz zu gewinnen. Dort dann auch ca. 3 cm HWL aufbringen. Vorher grobe Ausgleichung des Grunds mit normalem Mauermörtel
- Auf die HWL/die Lattung darunter Schienen für die Wandheizung anbringen und Heizkreise mit gleicher Länge auf die Wände verteilen (Dimensionierung, Heizkreislänge nach Empfehlung des Installateurs, Anschluss der Kreis ebenso).
- Elektroinstallation auf die gleichen Schienen legen und Dosen so tief einsetzen, dass sie mit der obersten Putzschicht abschließen werden.
- Eine Schicht Lehmputz, Gewebematte, Eine Schicht feinen Lehmputz. Insgesamt nicht mehr als 1-2 cm stark auftragen

Sollte ich Tiefengrund auf die Wände aufbringen, ehe ich die erste Schicht Lehmputz unter den HWL aufbringe oder trägt der auch so?

Dämmung im OG erfolgt von außen / oberste Geschossdecke. Kellerdecke soll zunächst nicht gedämmt werden, weil der mir nicht einfrieren soll.

Anbei eine Skizze der geplanten Dämmung. Gelb ist die Mineralwolle, die ich im OG obere Geschossdecke und Dachzwischenräume Verarbeiten würde. Braun ist die WHL im EG innen. Ist bei der Dämmung der EG Decke von oben überhaupt noch die Dämmung von unten mit WHL auf min 30 cm notwendig oder kann diese dann getrost weggelassen werden? Wie sieht das an der bereits von außen leicht gedämmten Fassade aus? Müssen hier auch Balkenköpfe etc. in den Raum herein an den Decken gedämmt werden oder kann wegen der bestehenden Außendämmung darauf verzichtet werden?

Vielen Dank und einen schönen Sonntag Abend



Hallo Jonathan,



in groben Zügen stimmt Dein Plan. Lass Dir vom Verkäufer noch die genauen Details mitteilen die sehr wichtig sind.

Auch müssen die Heizkries nicht glecih sein da es an guten Verteilern Durchflussmengenregler gibt an denen Du eindrosseln kannst.

Grüße Gerd



Selber Aufbau mit Kalkputz möglich?



Wegen der Empfindlichkeit und der schwierigeren Verarbeitung von Lehm (bin ja wegen Massivsteinhaus nicht zwingend auf ihn angewiesen): Kann ich den Aufbau auch genau so mit Kalkputz machen? Vorausgesetzt es ist kein Kalkmörtelputz/Silikonbeinhaltender Kalk, etc - also in jedem Fall auch ein diffusionsoffener Kalk?

Mir ist Lehm auf WHL etwas heikel wegen der Oberflächenfestigkeit. Ist bei der Verarbeiten von Kalk weniger Wasser nötig? Ich würde die Arbeiten gerne in den kommenden Wochen durchführen - und wusste bisher nicht, dass die Arbeit zumindest mit Lehm eine so nasse Angelegenheit ist, weshalb man ihn eher nicht in dieser Jahreszeit verarbeitet.



Lehm ist für den Selbstbauer



deutlich einfacher zu verarbeiten.

Auch ist der richtige Lehm sehr druckfest.

Aber die Verarbeitung mit Kalk ist auch möglich.

Grüße