Fenster ersetzten - wie auf potentielle Innendämmung vorbereiten

Diskutiere Fenster ersetzten - wie auf potentielle Innendämmung vorbereiten im Forum Fenster & Türen im Bereich - Moin, wir müssen in einem Fachwerkhaus die aktuellen Fenster, Holzrahmen mit Sprossen und meist noch Einfachverglasung, ersetzen. In Bezug auf...
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Moby_HH

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Moin,

wir müssen in einem Fachwerkhaus die aktuellen Fenster, Holzrahmen mit Sprossen und meist noch Einfachverglasung, ersetzen.
In Bezug auf Dämmung ist das Haus wohl noch weitgehend im "Originalzustand", d.h. ohne Innen- oder aussendämmung (innen jedoch wahrshceinlich Rigips, aber unsicher).
Das Haus ist Bestandteil eines "Gedamtdenkmals" (Innenstadtbereich) einer Kleinstadt in hessen

Ich habe in dem Zusammenhang folgende Fragen:

A) Derzeit geht es nur um Ersatz der bereits etwas angegriffenen Holzfenster, in den nächsten Jahren wüden wir auch das Thema Dämmung / Sanierung angehen. Gibt es für die aktuellen Fenstermaßnahmen (ersatz Einfach- mit Doppelverglasung) schon Förderung? Oder subventionierte beratung, etc.?

B) Muss ich den Ersatz der momentanen Holzfenster durch Kunststofffenster (mit Sporssennachbildung) mit dem Denkmalschutz abstimmen?

C) Wenn ich später eine Innendämmung nachrüsten will, worauf sollte ich bei der Beauftragung bzw. Ausführung der Fenster bereits jetzt achten (breitere Fensterbänke, etc.)? Oder ist das egal, weil das im Rahm der Innendämmung dann ohnehin alles neu gemacht werden muss?

Viele Grüße

Moby
 
Zu A) Die Fördermaßnahmen ändern sich täglich. Vielleicht gibt's ja bei euch auch was vom Land oder von der Stadt. Am einfachsten beim Bauamt anfragen, die bieten meist so "Beratungsstunden" an. Bei uns macht es die Verbraucherzentrale, die kommt ins Bauamt und dort macht man einen Termin aus. Ist bei uns für Privat kostenfrei. Meist ist die Förderungen aber nur Kredit über KfW. Keine Zuschüsse. Ansonsten Förderung nach §35c EStG über den Steuernachlass (falls es bei euch passt) oder halt über die Denkmalabschreibung, was ja auch eine Art Förderung ist.
Zu B) Ja, immer Abstimmung mit Denkmalschutz. Wenn du das erste Mal mit dem Denkmalschutz in Kontakt bist, einfach generell abklären, was bei dir Abstimmpflichtig ist, dann weißt du gleich, was Sache ist.
Zu C) Wenn du weist, was du später als Innendämmung ggf. nachrüsten willst, kannst du entsprechend planen. Wenn du aber nicht weist, was du vielleicht mal machen willst, dann kannst du Glück haben, dass es passt oder halt auch nicht. Das ist halt aktuell Kaffeesatzleserei. Du musst halt bedenken, ob du Laibungsdämmung machen musst/möchtest, in welcher Ebene die Fenster eingebaut werden sollen usw. Man muss sich schon vorab mit der Dämmung etc. beschäftigen und dann entsprechend planen. Erst planen, dann bauen! So lautet der Tipp.
 
... da schließe ich mich an. Die Dämmung sollte gleich mit geplant werden um bei einer späteren Ausführung die Fenster richtig anschließen zu können. Die Laibungsdämmung wird zwar in der Regel dünner ausgeführt, aber je nach Ausführung der Beschläge kann es da sehr eng werden.
Zunächst musst Du herausfinden, ob es sich hier um eine Verblendung mit Gipskarton handelt oder nicht. Dieser muss natürlich später runter. Wenn man die Wandstärke und die benutzten Materialien der Gefache hat, kann berechnet werden, welche Dämmung benötigt wird. Das Ganze hat natürlich auch Einfluss auf die Boden- und Deckenanschlüsse (Fußleisten, Stuck, Laibungsverkleidungen aus Holz .... etc.).

Denkmalschutz: Erst fragen, dann planen, dann bauen. HDSchG: "Eine Maßnahme in einer Gesamtanlage ist zu genehmigen, wenn sie diese in Substanz oder Wirkung nur unerheblich oder nur vorübergehend beeinträchtigt. Wenn das öffentliche Interesse an der beabsichtigten Maßnahme entgegenstehenden Gründen des Denkmalschutzes überwiegt, ist die Maßnahme zu genehmigen." Das bedeutet, dass es in der Regel nichts mit den Plastikfenstern wird. Die gehören aber auch nicht in ein Fachwerkhaus.

Hier liegt viel Ermessen beim zuständigen Sachbearbeiter. Idstein ist nicht Gießen.

Gruß aus Wiesbaden
Christoph Kornmayer
 
Ach, und mach besser schonmal ein Lüftungskonzept. Falls ihr bisher keine Probleme mit Schimmel in den Raumecken und Leibungen hattet, dann könnte es mit den guten neuen Fenstern nun anders werden.
 
Hallo Moby,

wenn es irgendwie geht am besten direkt die Innendämmung mitmachen, wie KH und Methusalem schon angedeutet haben, ist das Risiko das Du Schimmelprobleme bekommst auf jeden Fall erhöht nach dem Fenstertausch.

Zum Thema Innendämmung habe ich am Mittwoch eine Podcast Folge veröffentlicht - da kannst Du ja bei Interesse mal reinhören.

Das Denkmalamt wird wahrscheinlich eher Holzfenster haben wollen..

Beste Grüße
Florian
 
Der Einbau neuer Fenster in einem ansonsten energetisch unsanierten Altbau (keine Innen- oder Aussendämmung) ist ein grundsätzlicher bauphysikalischer Fehler und wird von der KfW-/BEG-Förderung ausgeschlossen. Die Maßnahmen Fenstererneuerung-Gebäudedämmung-Heizungsanlage/Wärmeerzeugung-Wärmeverteilung müssen als Gesamtkonzept immer aufeinander abgestimmt und zeitgleich realisiert werden.

Innendämmungen in Form von GKB-Vorsatzschalen mit MiWo/EPS-oder sonstiger Dämmung müssen immer entfernt werden. Sie sind bauphysikalisch falsch und fachwerkschädlich.

Alle Maßnahmen sollten in Ihrem Fall vor der Detailplanung und Realisierung immer mit den Denkmalbehörden abgestimmt werden.
Wie es Kollege Kornmeyer schon so treffend formulierte : Denkmalschutz: Erst fragen, dann planen, dann bauen. Auch wenn es nervt und Zeit kostet.
 
Thema: Fenster ersetzten - wie auf potentielle Innendämmung vorbereiten

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