Fachwerk - Lärcheschalung




wahrscheinlich schon all zu oft gefragt und durchdiskutiert, aber ich bin gerade erst auf dieses forum aufmerksam geworden, deshalb sorry, falls wiederholung!

ich soll ein Fachwerk zum Schutz mit lärchebretter verschalen (westseite). eine extra Wärmedämmung ist nicht vorgesehen. reicht es, wenn ich eine Lattung waagerecht aufbringe und darauf die böden/deckel, oder brauche ich eine konterlattung, um eine gründliche Hinterlüftung zu garantieren?

danke für die mühe,
kay



Die Luft



... hält die Fassade trocken!

Ich würde lieber mit Konter und Lattung arbeiten - auch wenns mehr Aufwand macht!
Langfristig wird sichs sicherlich rechnen!

gut Holz

FK



Die Alten erhalten



Hallo Kay,

ich schließe mich der fachlichen Meinung vom Florian an. Ich erlaube mir dennoch die Frage zu stellen, warum Sie keine Dämmung in Betracht ziehen? Den Aufwand am Haus haben Sie sowieso und eine Dämmung fachgerecht ausgeführt, wird dem Fachwerk nicht Schaden und wird Ihnen helfen die Energiekosten zu senken.

MfG J. Simon



Sind Sie sich da sooooo



… sicher??
Ich meine mit demSatz:
… wird dem Fachwerk nicht schaden und wird Ihnen helfen die Energiekosten zu senken.

Die Kosten gehen rechnerisch erst einmal hoch, weil Sie Geld für Dämmung ausgeben!
Dann kommt die lange Amortisationszeit ... und andere Faktoren, die ein Sparen ad absurdum führen (wie z.B. Fenster, ungünstige Heizung, Rohstoffverteuerung; etc...)

Was man sich noch überlegen könnte, wäre alles mit Kalkputz zu überputzen ... aber die Frage war: Konter + Latten oder nur Konstr-Latten!

Veil Erfolg

FK



Ich mische mich mal wieder ein



Wenn die Fassade zu mehr als 20% verschalt wird, muss nach EnEv eine Dämmung aufgebracht werden. Man kann dem nur entgehen, indem man eine Ausnahmegenehmigung wegen Unwirtschaftlichkeit einholt. Die Unwirtschaftlichkeit ist dabei nachzuweisen. Damit wären dann die Vermutungen von Florian Kurz nachgewiesen, ... oder auch nicht und dann lohnt sich die Dämmung. Fenster Heizung und Rohstoffverteuerung (was auch immer damit gemeint sein mag) haben mit einer Dämmung natürlich nur so viel zu tun, wie sie bei einer anständigen Energieberatung sowieso Berücksichtigung finden sollen.
Sicher sein mit dem von Florian Kurz zitierten Satz kann man allemal, wenn die Dämmung fachgerecht ausgeführt wird.



Konterlatten!



Guten Tag, auf jeden Fall sollten Sie Konterlatten verwenden. Zum rechtlichen Hintergrund ist mir Fred Heim zuvor gekommen. Ich empfehle seine Ausführungen zu beherzigen. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Vielen Dank...



...für die rege Anteilnahme. Ich werde mich also für die Konterlattung entscheiden. Was die Dämmung betrifft, so kann ich nur sagen, daß es nicht mein Haus ist, sondern eine Auftragsarbeit, wobei ich die rechtlichen Hinweise so weiterleiten werde. Ich selbst bevorzuge im Fachwerk eine innen vorgemauerte dicke Lehmwand oder eine Vorsatzschale, die mit Lehm gefüllt wird. Die K-Werte sind akzeptabel, das Raumklima sehr angenehm und die Außenansicht bleibt ein Fachwerk, so wie ich es liebe. Aber wie sagt man so schön, des Kunden Wille ...

Vielen Dank,
vom Kay



Und wenn...



...,dann wäre eine Holzweichfaserplatte wieder ideal.
Diese in Lehm gebettet und mittels einer Konterlatte die Lärchenschalung aufgebracht.
Hier eine kleine Impression einer Lärchenschalung auf Holzweichfaserdämmung.

Grüße aus Oppach

Udo





Hallo,
wir haben die Fassade mit Lärche geschalt vorher das Fachwerk 10 cm aufgedoppelt und mit Mineralwolle isoliert.
die Bretter (Deckelschalung haben wir vorher mit osmo- einmallasur mit dem Schwamm dünn eingerieben gibt ein tolles(bei uns grün) und man braucht wenig Farbe und die Holzmaserung bleibt sichtbar. Nach 2 Jahren ( auch Tipps aus dem Forum geholt merken wir die Energieeinsparung sehr und es geht auch ohne zusätzliche Konterlattung. ( alles trocken)



Aufbau



Ihr geschilderter Aufbau wird die Problematik erst in einigen Jahren aufzeigen.
Leider ist es nach Ihren Schilderungen jetzt zwar trocken (wie haben Sie es kontrolliert??), doch funktional ist es leider nicht richtig.
Sie hätten auf die außenseitige Ebene der MiWo eine Winddichtungsebene aufbringen müssen, um Wärmeabstrahlung durch die Gefachkanten zu unterbinden.
Doch präzisere Antworten sind hier durch unsere Fachplaner wünschenswert.

Grüße Udo



Ich nehme an,



dass der Aufbau von G.Albrecht nicht bis ins Detail beschrieben wurde.
Benötigt werden:
- eine luftdichte Ebene innen
- eine Winddichtung an der Außenseite der Dämmung
- eine ausreichende Hinterlüftung mit Zuluft unten und Abluft unter Traufe oder Ortgang (min Lattenstärke)
- Insektenschutz an Zu- und Abluft.



Wärmedämmung bei Fachwerk



Hallo,
Die ENEV ist meiner Meinung großer Mist, lieber eine Ausnahmegen. erteilen lassen denn die Schäden die das Dämm-Material verursacht kommen erst Jahre später. Kein Schwede oder Däne würde so einen Humbug machen... Luft dämmt genug und erhält das Holz, auch würde ich von einer Windsperre absehen. Konterlattung und Schalung vor. Natürlich hinterlüftet. Das mach ich bei mir ebenfalls gerade an meinem Fachwerkhaus.

Gruß Harry



Winddichtungsebene



Diese Ebene sollt auf jeden Fall ausgeführt werden, denn sonst wirkt die Hinterlüftungsebene der Holzverschalung wie ein Kamin.
Durch sämtliche Fugen des Fachwerkes ströhmt im Winter Warmluft ab und diese führt nach gewisser Zeit zu Bauschadbildern und außerdem zur Erhöhung der Energieaufwendung.
Dies ist aber abhängig vom installierten System, ob Öl oder Gas, sollte es sich nur um Holzheizung handeln, so würde dies ja nur CO²-Austausch bedeuten.

Grüße



Um einem Missverständnis vorzubeugen:



- Auch Dänen und Schweden dämmen ihre Häuser (übrigens meistens mit Mineralwolle)!
- Luft kann nur dann dämmen wenn sie sich nicht bewegt. Hinter einer Schalung soll sie sich aber bewegen und hat natürlich keine Dämmwirkung.
- Dämmungen führen nicht automatisch zu Schäden. Schon gar nicht gute Aussendämmungen. Aber fehlende Dämmschichten werden den Energieverbrauch gleichbleibend hoch halten.

@Harry Stolpmann
Warum ist die EnEV Mist? Sie bietet doch die Möglichkeit sich befreien zu lassen, wenn man gute Gründe hat.



Ob Schweden oder Gähnen...



.... auch die haben mit der Bauphysik zu tun, haben Feuchteschäden aufgrund der Dämmerei, haben abgesoffene Fassaden und Holzbauschäden aller Arten dadurch .... die sind nicht automatisch "besser" nur weil sie im Norden leben ...

Warum dämmen denn Eskimos ihre Iglus nicht?
:-)

Luft dämmt zwar - das ist aber nur in den Labors der "Dämmwelt" so wichtig!
Sogar jeder normale Thermometer misst nicht die "Lufttemperartur" sondern ist ein "Mischmesser", der auch hauptsächlich Strahlungswärme misst!
Jeder Körper nimmt Wärme auf und gibt sie ab und "strahlt" dabei - manche mehr und manche weniger ...
Und manche wollen warme Luft verkaufen und manche lassen sich auf den Handel á la Schilda nicht ein.
Der grösste Strahlungsheizkörper zeigt es uns: die Sonne braucht keine "warme Luft" um uns einzuheizen - sie strahlt für uns!
Und manche "Unbelehrbaren" glauben immer noch, dass es wichtig ist, warme Luft zu produzieren - Ich sage: Das ist das falsche Pferd, auf das da gesetzt wird!
Und der Verbrauch an Energie wird nicht relevant vermindert, wenn man Dämmungen einbaut - der Energieeinsatz ist unrentabel! Wenn man dann noch die Risiken abwägt, kann man auf den Schluss kommen, dass man in eine Irre geführt wurde .... aber manche werden erst langsam darauf kommen.

... aber das sagte ich schon ...

Was ich noch geren wüsste:
Was sind: "gute Aussendämmungen"? Gibt es auch "böse"?

Noch was zur ENEV:
gerechneter Altbau nach den Vorgaben der ENEV
verglichen mit:
tatsächlichem Energieverbrauch!
Was schätzen Sie?
Kommt da mehr raus oder weniger (wie viel %)?
oder ist das absolut richtig was da rauskommt (±5%)

Noch was:
ein Bauwerk wird unabhängig von 4 zertifizierten Energieberatern untersucht!
Bekommt man 4 gleiche Antworten?

früher gab es die Gebrüder Grimm, Willhelm Hauff, Homer etc.
heutzutage heissen die Bücher anders und kommen per Gesetz heraus!
Jedoch VORSICHT! Weder die einen noch die anderen leisten Gewähr!

Schönen Tag noch

FK