Dachstuhl - neu? Bitte um Eure Hilfe (m. Foto)

14.05.2009



Schön langsam hab ich mich hier gut eingelesen, doch heute bitte ich euch wieder um Eure (Fern)Meinung:

Haben ja ein altes Bauernhaus, das Renoviert werden muss, möglichst (gerade der Dachbereich) vor nächstem Winter. Aber grade das Dach ist auch die schwierigste Entscheidung.

Wir hatten jetzt 5 "Experten" hier vor Ort, 3 meinten: neue Deckung (ok wollen wir sowieso) aber Dachstuhl ok, eventuell zusätzliche Verstrebungen.
1 meinte (Zimmerer): am Besten neuer Dachstuhl (aber der vorhandene, ist vom Holz ok, nur die Tragkraft wäre zu schwach).
1er (von einer Baufirma) meinte gleich: gesamtes Gebäude am Besten dem Erboden gleich machen :-(

Das Dach war früher übrigens Strohgedeckt, daher noch die weiten Abstände zwischen den Sparren.

Natürlich ist das ganze auch eine Kostenfrage, da am Gebäude generell sehr viel/alles gemacht werden muss (Heizung, Installationen, ?Fenster?...) und die 1. Schätzung des Zimmerers bei doch 35.000€ nur für den Dachstuhl liegt.

Lange Rede kurzer Sinn: wie beurteilt Ihr die Bilder und welche Erfahrung habt Ihr bisher gemacht?
Was ist in etwa der übliche Preis (pro qm Dachfläche) für einen neuen Dachstuhl?

Hier die Bilder:
http://img54.imageshack.us/img54/6008/dachinnenansicht.jpg
http://img54.imageshack.us/img54/2629/dachauenansicht.jpg
http://img54.imageshack.us/img54/1663/dachansichtandere.jpg


Freue mich sehr auf Eure Antworten, danke das Ihr euch dafür Zeit nehmt!



Dachgeschoss wird vermutlich ausgebaut.



Leider sieht man die Firstpette nicht, wenn diese stark genug wäre, ist es durchaus denkbar, dass man zusätzlich Sparren einzieht um den Sparrenabstand zu verkürzen.
Dies sollte aber von einem Statiker abgeklärt werden.
Wichtig wäre auch noch, ob die Sparrenhöhe für einen vernünftigen Dämmschutz ausreichend ist.
Was die Kosten anbelangt, kann man nur sagen, dass diese von der jeweiligen Massnahme abhänig sind.

Grüsse Thomas



So ganz viel



ist von der Dachkonstruktion nicht zu erkennen. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass solch alte Dachkonstruktionen bei eingehender Prüfung sich als verblüffend leistungsfähig erwiesen haben. Allerdings erfordert das einen erhöhten Rechenaufwand.
Meine Empfehlung: einen fachwerkerfahrenen Statiker suchen, der das nachrechnet und dann auch eventuelle Verstärkungen ermittelt. Wenn das Holz im wesentlichen noch in Ordnung ist, wärs Blödsinn, alles zu erneuern.
Wär natürlich am einfachsten und lukrativsten, nur nicht für den Bauherrn.
MfG
dasMaurer



Durch



Bilder kann man doch nicht sagen ob der Dachstuhl noch tragfähig ist oder nicht.
Oder schreibt hier einer Angebote nach Foto´s?
Ein Statiker muß alles rechnen können ob Fachwerk oder nicht.



verblüffend leistungsfähig, lukrativ ?



was für eine Antwort !,
es geht um die nächsten 60- 80 Jahre, die ein Dachstuhl funktioniert, und wir haben heute andere Anforderungen an den Wärmeschutz, sommerliche Hitze und Schall, wenn in dem " kleinen Grundriss" noch ein Kinderzimmer dazukommt, dann ergibt sich schnell der Wunsch nach einer Gaube, hier noch ein Dachflächenfenster etc. Wenn ich dann den alten Dachstuhl verstärken muß, sind oft die Lohnkosten für die Ertüchtigung des Dachstuhls an der falschen Stelle eingesetzt.



Ich kann aus...



...irgeneinem Grund die Bilder nicht ankucken, vielleicht mal die Bilder ins Profil stellen.
Bei mir hat das Wohnhaus einen neuen Dachstuhl bekommen. Der Aufwand, den alten Dachstuhl zu verstärken wäre in keinem Verhältnis gestanden. Durch die neuen 8/20 Sparren hatte ich gleich eine vernünftige Dämmstärke, die Arbeit war durch den geraden Dachstuhl viel einfacher und vor allem sieht jetzt das Gesims und die Sparrenköpfe außen vernünftig aus.
In der Scheune wurde nur bei Bedarf aufgedoppelt, damit es eine gerade Fläche ergab. Die Sparrenköpfe waren nicht relevant, weil an der Scheune ein Kastengesims angebracht wurde (wie ursprünglich auch).
Mein Tip, neuer Dachstuhl in Erwägung ziehen, dann machen die Folgearbeiten auch Spaß und es sieht anständig aus.

Gruß Patrick.



Dachstuhl



Hollo,
So kann man es auch machen.

Allerdings ist dies ein Einzelkulturdenkmal.

Es gab einen nennenwerten Zuschuß vom Landesamt für Denkmalpflege.

viele Grüße



Ja



Herr Göbel so isses.Wir bearbeiten gerade so einen Patienten von 1851.Da ist aber auch nichts gerade oder in einer Flucht.Der Bauherr besteht auf erhalten auch ohne Zuschüsse.Es ist eine wahre Freude und eine Herausvorderung auf so einem alten Dachstuhl zu arbeiten.
Die Dachhaut wird auch ohne neu zu richten ordentlich aussehen auch wenn es ein bisschen länger dauert.



danke



doppelt...



Ein



Angebot für das Dach könnten díe doch machen.
Die Ausgleicharbeiten kann man nur nach Aufwand / Material anbieten.Also im Stundensatz.
Es ist nun mal so.Zu einem Festpreis wird es keiner machen es sei denn er hat keine Ahnung.
Ich mache es mit Tagesrapport / Unterschrift damit haben beide Parteien einen guten Überblick.
Über den Stundensatz kann man sich einigen.
Ist ja auch Werbung für den Betrieb.



18700,- Euro



Hallo,

Hier mal ein Beispiel:
Haus Bj 1952, ca 8x8,40 m

Abbruch des Daches und der Giebel in Eigenleistung.

Neuer Dachstuhl mit 80 cm Drempel DN 32grad.
Giebel in Fachwerk.
Schalung aus Fasebrettern , innen sichtbar
Dampfsperre
Aufsparrendämmung mit Hilfssparren ,16cm MIWO
40mm Weichfaserplatten
Ortgang und Traufbretter
Dachlattung
Dacheindeckung : Eigenleistung

Also ohne Abbruch und Eindeckung :18700,- Euro

Wo : Nordhessen



Vielleicht noch ein paar Details ?



Hallo,

grundsätzlich ist Dein Dach für eine Sanierung geeignet, da durch die relativ steile Dachneigung nicht so viel Schneelast auf die Konstruktion anfällt. Bei einem flachen Dach sieht es da schon wieder anders aus.
Vielleicht könntest Du noch ein paar bessere Bilder einstellen, die z.B. die Firstpfette zeigen. Außerdem müßtest Du Dir die Arbeit machen und die Sparrenlänge ermitteln, ebenso wie die Dimensionen sämtlicher Pfetten und Sparren. Erst dann kann man eine ungefähre Aussage treffen. Was für eine Dacheindeckung ist denn geplant ? (Wirkt sich direkt auf die Eigenlast aus und ist deshalb auch mitentscheidend).
Grundsätzlich gibt es von Heco Zylinderkopfschrauben, mit denen man zu schwache Hölzer Aufdoppeln und somit verstärken kann (wäre evtl. für Deine Sparren eine Möglichkeit).
Finanziell gesehen muß ich Dir leider sagen, daß ein neuer Dachstuhl oft billiger kommt als ein "geflickter", da man Dir als Zimmerei bei einem neuen Dachstuhl ein Komplettangebot macht, während so eine Dachstuhlsanierung in der Regel nur auf Regie funktioniert.
Zudem hast Du bei einem neuen Dachstuhl die Möglichkeit, mit einer Außendämmung (z.B. Pavatex oder Gutex) eine lückenlose Dämmung herzustellen und den Dachstuhl innen sichtbar zu lassen.
So, das sollte erst mal reichen - jetzt bist Du wieder dran - mess erstmal Deine Hütte auf :)

Gruß Andreas