Bruchsteinwand abdichten mit Drainage

03.05.2018 smartcore



Hallo,

ich habe eine alte Garage, welche auf ein den Grundmauern einer alten Scheune errichtet wurde zu Wohnräumen umgebaut. Umlaufend auf zwei Seiten habe ich einen 50cm starken ca. 80cm hohen Bruchsteinsockel (innen gemessen) über 16m Länge. Den habe ich innen fachgerecht mit Sanierputz, Kalkputz und Silikatfarbe behandelt. Soweit eigentlich alles ok. Leider ist der Sockel am Boden doch teilweise etwas zu feucht und im Vergleich zu den anderen Wänden recht kalt, so dass sich an den Fußleisten etwas Schimmel gebildet hat. Das lag jedoch hauptsächlich daran, dass die Fußleisten zum Boden und zur Wand abgedichtet waren und nach der Außendämmung falsch gelüftet wurde. Das habe ich (auch dank der Hilfe hier im Forum) durch eine selbst konstruierte hinterlüftete Fußleiste hinbekommen. Es gibt also aktuell kein wirkliches Feuchteproblem.

Trotzdem möchte ich nun sichergehen und den Sockel, der teilweise im Erdreich steht (abfallendes Gelände), nochmal vertikal außen abdichten. Ich weiss, dass mein Vater seinerzeit schon eine Drainage verlegt hat ... aber wie tief und ob das fachmännisch gemacht wurde weiss ich leider nicht. Daher habe ich nun eine Abdichtung mit neuer Drainage geplant und möchte nur mal Ihre Meinung zu meinem geplanten Vorgehen hören.

- Aufgraben bis Fundament (falls ich eines finde das den Namen verdient ... ist ja kein Keller, daher auch nicht so tief)
- Trocknen lassen - Frage: Muss das furztrocken sein? Wie lange ca. trocknen?
- Mit Knauf UP 310 verputzen
- 2 Schichten Dichtschlämme oder KMB - Frage: Was würden Sie empfehlen?
- XPS Dämmplatten mit Perimeterkleber oder Bitumenkleber bis vorhandene Wanddämmung
- evtl. Noppenbahn für Drainage - Frage: Unter welchen Umständen nötig? Oder grundsätzlich sinnvoll?
- Drainagevlies am Boden der Ausgrabung
- Kiesschüttung - Frage: Bestimmter Kies?
- Drainagerohr Verlegen mit einem Revisionsschacht an der Hausecke
- Kiesschüttung
- Zuschütten mit vorhandener Erde - Frage: Oder sollte es Kies bis oben hin sein?

ich freue mich über Kommentare dazu.



Kondensat !



"Leider ist der Sockel am Boden doch teilweise etwas zu feucht und im Vergleich zu den anderen Wänden recht kalt"

.......das wird durch die geplanten Maßnahmen auch nicht besser werden.

da hilft eigentlich nur Wärmeeintrag, natürlich insbesondere dann, wenn der Kondensatausfall am größten ist. Das ist wahrscheinlich im Sommer so. Nun wird keiner Im Sommer heizen wollen.

Als Krücke kann man eine Innendämmung versuchen, das ist aber nichts für Gelegenheitsbauherren.

Manche Gebäude sind als Wohnraum eben nicht gut geeignet.



Kann man so oder so sehen ...



"....das wird durch die geplanten Maßnahmen auch nicht besser werden."

Da gehen die Meinungen diverser Experten auseinander. Vor allem beim Thema Bruchstein. Die gewerblichen Bauwerkentfeuchter empfehlen entweder die vertikale Abdichtung oder die Horizontalsperre ... je nachdem welches System sie anbieten ;-) ... und in diesem Forum ist ja von "gar nix machen", "nur Abdichten" und "Dämmen und Abdichten" alles vertreten.

Bei der Temperatur haben Sie wohl recht. Da hilft die belüftete Fußleiste und das richtige Lüften schon ganz gut. Aber zumindest seitlich drückendes Wasser wird mit der Abdichtung vermieden.

Noch weitere Meinungen zum geplanten Aufbau?



Keine weitere Meinung dazu?



... bin für alles offen.

Habe aus einem früheren Beitrag noch einen Hinweis auf eine Sockelheizung gefunden.
Wäre eventuell einen Versuch Wert bzgl. "Wärmeeintrag", oder?
Wäre so etwas sinnvoll: http://www.riwak.de/anti-schimmel/sockelheizungen
(Falls Links nicht erlaubt sind: Es handelt sich um eine Arte Elektrische Heizleistung für die Steckdose welche etwa 20-30W pro Laufmeter verbraucht und bis max 60 Grad heizt)
Soll in Sommermonaten nachts bis zu 12h und im Winter ggf. durchgängig laufen. Kosten wären "im Rahmen".

Würde eine Vertikalabdichtung UND Horizontalsperre (Injektion) denn überhaupt was bringen oder ist das vermutlich ein reines Kondensatproblem? Bevor ich hier etliche Tausender in Maßnahmen stecke die eh nix bringen ...



Bruchsteinwand



Wie hoch steht denn die OK Außengelände über dem Fußboden innen und wieviele Wände betrifft das ? Fotos wäre hilfreich. Eine nachträgliche Horizontalsperre in Bruchsteinmauerwerk ist meistens unsinnig. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass Ihr Vater zwar eine Drainage eingebaut hat, aber keine Vertikalabdichtung angebracht hat. Möglichweise ist aber genau die Drainanlage der Grund für Ihr Problem. Ob diese fachgerecht ausgeführt wurde könnte man schon daran erkennen, ob Kontroll- und Spülschächte vorhanden sind. Ansonsten könnte eine Probeschachtung Aufschluss geben.



Bilder



"Wie hoch steht denn die OK Außengelände über dem Fußboden innen und wieviele Wände betrifft das ?"
--> unterschiedlich; von 0 bis ca. 70cm (nach hinten aufsteigend); betrifft zwei Wände bzw. Sockel. Der Bruchsteinsockel ist ja nur ca. 80cm hoch (von der Betonbodenplatte aus gemessen). Darauf wurde Hohlblock gemauert.

"Eine nachträgliche Horizontalsperre in Bruchsteinmauerwerk ist meistens unsinnig."
--> Auf jeden Fall aufwendig und teuer ... und wenns wirklich nur Kondenat ist bringts ja eh nix.

"Ich kann mir schlecht vorstellen, dass Ihr Vater zwar eine Drainage eingebaut hat, aber keine Vertikalabdichtung angebracht hat."
--> Da er das scheinbar selbst gemacht hat und keine diesbezügliche Ausbildung hatte kann ich das nicht sagen. Ich weiß auch nicht, ob er die Drainage überhaupt richtig verbaut hat. ... und ihn kann ich leider nicht mehr fragen. Soweit ich sehe, ist da keinerlei Abdichtung erfolgt.

Auf den Bildern kann man sehen, wie der Bruchsteinsockel verläuft. Die volle Bruchsteinwand auf dem Bild rechts ist ein Kaltraum für die Öltanks.
Auf den Innenbildern sieht man die Höhe des Sockels und die von mir verlegte belüftete Fußleiste. Auf einem Bild sind Ausblühungen zu sehen ... zumindest gehe ich davon aus dass das welche sind.



Bild 2



Seite



Bild 3



Sockel innen



Bild 4



Fußleiste



Bild 5



Ausblühungen



Ausblühungen



sind eigentlich kristallisierende Ausfällungen. Hier trocknet der mit gelöstem Salz "getränkte" Stein, dabei verdunstet das Wasser, zurück bleibt das Salz. Da dies unter einer Volumenvergrößerung der Salzkristalle geschieht führt es zu den sichtbaren Abplatzungen. Ich würde hier das zutagetretende Salz immer wieder absaugen, nächstes Jahr die Ecke neu mit Kalkmörtel verputzen und wie gehabt streichen. Der Effekt könnte sich durch die veränderte Sockelabdeckung verstärken, wäre aber für mich ein positives Zeichen. Ich tippe im übrigen Bereich auf Kondensatfeuchte.