Kaufen oder nicht?

28.10.2009



Guten Tag,

wir haben uns in ein Fachwerkhaus von ca 1750 verliebt. Das Haus wurde bereits (kosten-)aufwändig saniert, leider mit modernen Materialien. Die Außenwände, innen und außen Sichtfachwerk wurdenvom alten Putz befreit und die Gefache (Füllung unbekannt) wieder neu verputzt, mit konventionellem Zementmörtel. Leider bestehen aber zwischen den Balken und den Füllungen bis zu fingerdicke Fugen. Da die Wände aber nur wenig mehr als 10 cm dick sind stellt sich die Frage, ob die Außenwände nicht generell mit einer Innendämmung versehen werden sollten (ich weiß, das ist hier im Forum ein heißes Thema). Unser Fachwerk- /Holzexperte riet uns zu Vorsatzwänden, könnte das eine gute Idee sein? Wie genau würde hier verfahren werden. Oder gibt es noch andere Methoden, die Wände zugluftärmer zu gestalten? Reichen hier vielleicht schon Wandteppiche aus, oder schimmelt es dahinter?

Oder ist zu erwarten, dass durch den Zementputz generell große Schäden an den Fassaden entstehen?

Danke im Voraus

Stefanie Sailer



Kaufen oder nicht



Liebe ist das Eine, aber würde sie diesen Pflegefall aushalten ?

Grüße



Zement/Beton ist für Fachwerk, wie Karies für die Zähne!



Diese goldene Regel aus dem "Lenze" hat sich nach allem was ich bisher an Fachwersanierungen gesehen und am eigenen Hause dank der vorherigen Bewohner erlebt habe mehr als bestätigt. Sie hat sich bei mir und meiner Frau förmlich eingebrannt.

Ferner ist die Innendämmung einer Fachwerkwand nicht nur hier im Forum ein heißes Thema. Sie stellt generell ein großes Problem dar, weil da mit absoluter Vorsicht zu handeln ist, ansonsten wird man das Ständerwerk innerhalb kürzester Zeit dem Verfall preisgeben. Auch in diesem Fall lautet das Motto: "Weniger ist mehr." Es sind schon viele Fachwerkwände/-häuser kaputtgedämmt worden.

Was die Vorsatzwände oder -schalen angeht, so kommt es auf die Ausführung an. Richtiggehende Wände (also z. B. eine vorgesetzte Mauer) würde ich ablehnen. Normalerweise ist ein Vorgehen mit den historischen Materialien ratsam. Das heißt auf die Fachwerkinnenwand möglichst (Stroh-)Lehm, Holzweichfaser, Schilfrohrmatten oder dergleichen aufzubringen. Nach meinem Kenntnisstand sollte die auf die Innenseite einer Fachwerkaußenwand aufgebrachte "Dämmschicht" nicht dicker als sechs bis acht cm sein. Winddicht aber nicht luftdicht ist oberstes Gebot. Das Holz muß "atmen" können. Hohlräume beim Aufbau sind unbedingt zu vermeiden. Na ja, und den Zement würde ich, sollten Sie sich für einen Kauf entscheiden, zügigst wieder abschlagen und durch klassischen Kalkputz ersetzen.

Was hat es mit den Fingerdicken Fugen auf sich? Könnten Sie vielleicht ein Bild einstellen?

Viele Grüße
Achim Hecke



uva



Die Aussenwände sind ja nur das eine ... es gibt andere - ungefährliche - Dämmmöglichkeiten, etwa

oberste Geschossdecke
Abseiten/Drempel
Türen

Das sind die anderen 50% Wärmeverlust, und da kann an wenig(er) falsch mchen.

stt



woher



weist Du, daß es sich um Zementmörtel handelt ?
Hole Dir lieber jemand vor Ort als aufgrund einer Ferndiagnose das ganze Geld in den Sand zu setzen. Ich kann nicht sagen, ob du es kaufen solltest .....



momentan



macht mir weniger der Wärmeverlust zu schaffen, es ist momentan genug Holz dabei um erstmal nicht zu erfrieren und die ZH ist ja auch noch da. was mir Sorgen macht ist der Wind, der hereinpfeift! Die Fugen meinte der holzbau/FW-experte seien durchs Setzen, weil beim Ausbau ordentlich Gewicht reingekommen ist.