Aufbau modernisierter Dachgaube

07.01.2009



Hallo zusammen,

ich habe eine Frage. Wie muss ein moderner Aufbau einer Dachgaube (seitlich sowie dachseits) sein? Derzeit ist die Gaube unverbastelt, d.h. Stand 1980 oder so (ich schätze, sie wurde nachträglich aufgesetzt, das haus selbst ist Baujahr 1926).

Momentan ist die Gaube Roh, d.h. die Holzbalken sind mit Mauerwerk gefüllt und diese sind wiederum verputzt (Holzbalken stehen also frei). Da die gaube im unbeheizten Flur ist (OG) treffen dort kalte und warme luft aus den nebenräumen aufeinander und es bildet sich Schimmel entlang der gaubenwände... wie soll hier gehandelt werden? ich dachte an diffusionsoffene Dachbahn von außen und darauf dann blechverkleidung.. innen habe ich keine idee, da kein platz für etwaige Dampfbremse und oder Dämmung ist -> die gäube mündet bündig an eine seitenwand vom schlafzimmer.......

besten dank vorab
stephan aus werder (H.)





Hallo,

Blech ist gut, konkret: Zink, Kupfer oder verzinntes Kupfer,
vorzugsweise stehverfalzt. (Hersteller z.B.Rheinzink)
Aber weil das eine Sache für den ausgebildeten Dachspengler ist, sollten Sie ihm das überlassen. Alleine der Gewinn an Optik wird sich lohnen. Die Details haben es wirklich in sich.
Er kann Ihnen dann auch Vorschläge zum Umgang mit der Dämmung und Kondensat machen.

Grüße vom Niederrhein



Gaube



das mit dem Blech wird avisiert.. aber wie richtig aufbauen? will mir ja keinen bären aufbinden lassen. mit Pappe oder ohne? diffusionsoffen oder dicht? hinterlüftet oder nicht (wird sich wohl nicht vermeiden lassen oder??:-))?

Fragen über Fragen :-)

und was wird sowas kosten? sollte man vorher das Holz noch einmal Streichen bevor es verkleidet wird?





Hallo,

wie gesagt, die Sache ist zu kompliziert.
Sie können aber auf den Seiten von Rheinzink detaillierte Informationen einholen, allerdings sind die für Fachleute geschrieben. Es gibt ausführliche Detailblätter.
Wichtig: Bei der Auswahl des Dachspenglers sollten Sie jemanden nehmen, der mit Zinkblecharbeiten Erfahrungen vorweisen kann. Rheinzink informiert auch darüber.

Grüße vom Niederrhein





Vielleicht sollte man die vermauerung entfernen und die Zwischenräume der Balken Isolieren Die Wangen müßten eh voeher verschalt werden, dann eine Trennlage aufnageln oder Tackern. Vorzugsweise eine Bitumenbahn V13 o.ä. Dann Zink o.ä. in Stehfalz. Von innen Konterlattung und GK Platten, da eine Rigipsplatte auch als Dampfbremse gilt.Wär also ein Aufbau im Innenbereich von etwa 3 cm



hallo



wieviel seitlichen Überstand hat den das Dach der gaube, ich frage wegen des aufbau der verkleidung

mfG

c.heise



überstand



moin,

vielen dank für die antworten. das mit dem zwischenmauerwerk rausnehmen habe ich mir auch schon überlegt - wäre das nach stand der dinge das beste?? da dann ganz normal Steinwolle rein und von innen mit folie, traglattung und gk-platten?

die Eckbalken von außen verschalen? weiß das nen normaler dachdecker? :-/ nich das mir von den "profis" einer was vom Pferd erzählt...

Überstand ist eine holzstärke, also 12cm....





Wenn die Balken von aussen verschalt und mit Zink verkleidet werden, bekommt man einen Aufbau von etwa 6cm. Überstand sollte also genug sein.
Jeder Dachdecker sollte im Stande sein eine Gaube Fachgerecht zu schalen und zu verkleiden.
Wie gesagt, vermauerung raus, dämmen und von innen verkleiden.
Bei einem 12er Balken hast du ne 120 er Dämmung, Wird im Neubaubereich auch so betrieben.





12er Wolle rein und fertig..., dann innen alles nach dem Stand der Technik verkleiden.

Denkbarer Aufbau, beginnend von aussen:
- Zinkverkleidung
- Trennlage, Bitumenpappe V13 o.ä.
- Schalung,impr.
- Balken mit zwischendämmung
- Dampfbremse,-sperre
- Konterlattung
- GK-Platten
- fertig

alles schön verkleben und das Problem mit Schimmel usw. ist vom Tisch. Das ist ein ganz Regulärer Aufbau einer Gaube und sollte von jedem Dachdecker so ausgeführt werden.
Die Balken können vor den Arbeiten auch zusätzlich mit Imprägnierung gestrichen werden, ist nie verkehrt, aber nicht zwingend erforderlich





Eine Bremse würd ich schon einbauen, muß nicht unbedingt eine Dampfsperre sein.





Hallo,

ein paar Anmerkungen hätt ich schon noch:
1. Nehmen Sie bitte meinen Rat mit den Detailblättern
und dem erfahrenen Spengler ernst ! Ich hatte mal zwei hintereinander zum Teufel schicken müssen, weil sie nicht begriffen hatten, wie man mit Zink umgeht.
2. Keine Blechkonstruktion ohne Dampfsperre innen !
Entgegen der Meinung von Herrn Schildgen sind GKB-Platten keine !!!
3. Kein Kontakt von bituminierten Bahnen mit Zink !
Trennlage verwenden.
4. Zink möglichst unterlüften, weil sich sonst "Weißrost"
auf der Unterseite bildet. Be- und Entlüftung genau planen.

Und wenn Sie es doch alleine machen wollen (ich rate ab), machen Sie sich mit Daten- und Detailblättern von Rheinzink schlau !

Grüße



Gaube



Die Sperre gehört auf die Warmseite, also nach innen.
Dann fällt Kondensat wegen Nichtunterschreitung des taupunktes erst gar nicht an und Sie werden keine Feuchtigkeitsprobleme haben.

Grüße





nochmals zur Trennlage unter dem Zink, eine Trennlage aus Bitumenbahn V13 enthält eine Oberfläche aus Sand, womit der direrkte Kontakt - Bitumen/Zink garnicht erst gegeben ist. Laut Rheinzink auch zulässig.
Manche Sachen sind nunmal nicht in jedem Detailheftchen und DIN und Märchenbücher jeglicher Art aufgelistet.
Erfahrung kommt aus der Praxis und nicht aus dem Therorieunterricht.



Trennlage



Seit Jahren nehmen wir Trennlagen aus diffusionsoffene Material ( DELTA ) Vent S oder Maxx Foxx egal ob Zinkdeckung oder Naturschieferdeckungen.
Auch im Denkmalschutz.



V13



V13 war mal früher die übliche Trennlage bei Metall , Schiefer und als Pappdocken bei Ziegeln.
Stand der Technik sind diffusionsoffene Trennlagen.
Schalungsbahnen sind leichter zu verarbeiten.
V13 ist diffusiondicht.





Wir verwenden auch heute noch eine V13 o.ä. als Unterlagsbahn für Metalldeckungen, da des öfteren Mängel bei Diff.offenen Bahnen aufgetreten sind, und zwar das sich der Kondens an der Rückseite der Scharen gesammelt hat und es dadurch zu Weisrost kam.
Und ja, auch ein kleinbetrieb kann -und sollte- solche Arbeiten fachgerecht ausführen können.



Kondens



Was für eine Schalung?Bei OSB dürfte das nicht passieren.
War die Schalung zu Feucht?
Oder hat es geregnet während der Bauphase so das die Feuchtigkeit mit eingebaut wurde?
Ach Kleinbetrieb.Ich hab nur 2 Gesellen und 2 Azubis das zum Thema Kleinbetrieb.
Wo ein Wille ist ist auch ein Weg.





@SKUPKE

die Schal und Klempnerarbeiten wurden im Sommer durchgeführt.
Schalung konnte - durch BG-Stilllegung- 2 wochen durchtrocknen, war also knochentrocken. Na dann Folie drauf und Scharen. Anfang Herbst kamen die Mängel, ersichtlich weil das Kondenswasser bereits am unteren Bleianschluss runterlief.
Ob jetzt im Innenbereich an der Bremse gespart wurde, glaub ich nicht.



Schuld



Und wer hat einen dran bekommen?Sag nicht du?





@skupke
Seitens des Bauherrn wurde erstmal ein Sachverständiger gerufen, dann folgte der übliche Wahnsinn, "feuchtigkeit kommt immer vom Dach" usw. Bei der Demontage und freilegung der Gauben war der Sachfuzzi die ganze Zeit dabei und konnte auch mit größter Mühe keine Mängel an der Verkleidung oder am Aufbau von außen erkennen. Also gings nach innen, den Innenausbau hatte ich auch angeboten, war aber zu teuer, Polnische Supermänner waren wieder günstiger. Die einzige verklebung der Dampfsperre basierte auf "Tesafilm" und die auch nur als Nahtabdichtung. Eine Abdichtung mit Primur o.ä. war garnicht vorhanden.
Zum Schluss bekam ich dann den Auftrag den Innenausbau komplett zu entfernen und neu herzustellen, hurra.
Der Sachfuzzi war wahrscheinlich ein Alter Hase, er bevorzugte auch eine Dachbahn V13 o.ä. als Unterlage für Metallarbeiten. Seit dem verwende ich eigentlich nur noch Pappe für solche Zwecke und hab keinerlei Probleme damit.