Abriss oder noch Sanieren?

25.06.2010 Naturpädagogik



Hallo liebe Fachwerk-Gemeinde!
Ich habe ein Häusle gfunden, dass ich von der Lage und dem Preis etc. sehr reizvoll finde, allerdings stellt sich mir natürlich die Frage, ob eine Sanierung überhaupt noch in Frage kommt.
Nächste Woche habe ich ein Treffen mit dem Makler,um mir das Objekt von innen anzusehen.
Damit ich da wenigstens ein bisschen vorbereitet rangehen kann... Was sollte ich mir ganz genau ansehen? Was sollte mir zu denken geben? Gibt es Fragen, die ich konkret dem Makler stellen könnte? leider kann ich zu dem Termin noch keinen Sachverständigen mitnehmen...so schnell finde ich keinen.
Das Objekt steht seit ca. 15 Jahren leer. Bild habe ich mal drangehängt.
Dach sah von außen her dicht aus, allerdings roch es von innen her aus der Haustür recht moderig.
Haus steht nicht unter Denkmalschutz und ist wohl so um 1900 gebaut lt Makler.
Problematisch scheint mir der linke Teil des Objekts ( mit der Haustür), der wohl auch älter ist. Der rechte Teil machte einen besseren Eindruck.
Mir ist klar, dass keine Ferndiagnose bzgl. Abriss oder Sanierung gamacht werden kann. Ich möchte nur wissen, worauf ich schon als Laie achten kann.

Eine andere Frage....wenn man das Haus nicht oder nur mit erheblich großem finanziellem Aufwand sanieren könnte, wäre ein Abriss dieses Häuserteils und anschließender Neubau mit gleichen oder kleineren Abmaßen möglich? Würde es unter Bestandsschutz fallen, da ja beide Häuserteile miteinander verbunden sind und nur eins richtig baufällig ist? Oder bräuchte man dann eine Baugenehmigung?

Dummerweise interessieren sich natürlich auch noch andere für dieses Objekt, so dass ich mich wahrscheinlich recht schnell entscheiden muss.:-(

Ich wäre jedenfalls für jede Hilfe/Ratschläge aus den Forumsreihen dankbar.

Viele Grüße und ein sonniges Wochenende





Hallo,

ja der Aufwand wird hoch.Es kommt einem Neubau gleich.
Bei 15 jährigem Leerstand brauchen Sie eine Genehmigung für die Nutzungsänderung von "ohne Nutzung in Wohnen".
Weitere fragen:
- Kanalanschluß ?
- Wasserleitung ?
- Strom ?

Wofür ist der Zementsockel ?

Was soll das haus denn kosten ?

Grüße vom Niederrhein



Teils/Teils



Hallo, da ich das Gebäude kenne, kann ich Ihnen eine detailliertere Beratung auch per mail anbieten. Ist für das Forum sicher nicht so spannend.
Grob gesagt: Der Wohn/Kneipentrakt ist nicht nur vernachlässigt, sondern durch geringe Deckenhöhen, Schäden am Tragwerk, Asbesteindeckung ein schwerer Patient. Der Preis durch Ersatzvornahmen der Gemeinde (Kanalisation, Strassenumlage) eigentlich zu üppig. Der Saalanbau dagegen sehr erhaltenswert und das soziale Umfeld des Dorfes rechtfertigt auch einen Einsatz. Ob es für Sie das passende Objekt, sollte ein Gespräch erbringen. Welche Nutzung angestrebt werden kann und wie diese realisiert werden sollte, ist zusammen mit dem Bauamt zu erarbeiten.
Lassen Sie sich beraten, bevor die Maklerlyrik erklingt.



Mal ehrlich



Sie haben das Haus noch nicht kekauft und denken schon über den Abriß nach?

Gruß...J.



@ Jürgen



manche denken nach bevor sie handeln ......



Danke...



...für Ihre Antworten. Das hilft mir schon weiter.

Natürlich überlege ich vor dem Kauf, ob ein Abriss notwendig wäre. Das ist doch logisch. Man muss doch alle Eventualitäten in Betracht ziehen.

Das Objekt ist schon günstig, es wird m.E. nur der Grundstückswert zugrunde gelegt.

Strom und Wasser sind stillgelegt bzw. Abwasser noch nicht angeschlossen, aber wohl in der Nähe.
Wozu der zementsockel ist, weiß ich nicht. Allerdings ist auf dieser Ecke bis nach oben in den Giebel bei vielen Steinen der Mörtel raus, vielleicht hat man das einfach zugeschmiert.

Vielen Dank nochmal!



Abwasser?



Hallo Michaela,
Wenn das Abwasser noch nicht angeschlossen ist,
erkundigen sie sich bei der Gemeinde,ob beim erstmaligen Anschluß ein Schaffensbeitrag fällig wird.
Der kann sehr üppig ausfallen.

viele Grüße



Die Asbesteindeckung



dürfte da aus Welleternitplatten nicht ganz so schlimm ins Gewicht fallen wie beispielsweise genagelte Schindeln. Je nach örtlichen Vorschriften darf Heimwerker diese auch unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen selbst abbauen und entsorgen, Preise sind mir aus verschiedensten Regionen Europas zwischen 150 und 250 Euro pro Tonne zu Ohren gekommen.



Das Entscheidende bei den Baukosten ist,



auf welche Sanierung Sie sich einlassen. Behutsame Bestandsübernahme und systemverträgliche Reparatur (!) inkl. Übernahme einiger ertragbarer Gebrechen oder "Alles neu macht der Mai" inkl. "Alles besser füllt die Fässer" (der Sanierprofis).

Viel gesunden Menschenverstand wünscht

Konrad Fischer
Geizsparer



Bei der Sanierung...



...möchte ich nicht alles neu haben. Ich finde gerade alte Häuser mit den z.B. original Balken sehr schön, auch wenn die Zimmer vielleicht kleiner oder niedriger sind.
Was noch in Ordnung ist, kann auch da bleiben. :-)
Aber ich bin wirklich z.Zt. noch absoluter aie und bin schon gespannt, wie das Objekt von innen aussieht. Morgen gehe ich schauen. Werde so viele Bilder wie möglich machen.



Na viel Spaß!



Haben Sie übrigens gewußt, daß absolute Laien die beliebtesten Opfer von professionellen Substanzschlechtrednern sind?

Lesen Sie vorher Feuerbach - Nix glauben!

Konrad Fischer
Handwerksspruch-Atheist



Ich hätte nie gedacht



daß ich Ihnen mal zustimmen könnte! ;-)
Auch wenn man mit Pauschalaussagen immer vorsichtig sein sollte.



Lesen Sie vorher Feuerbach - Nix glauben!



Wer oder was ist Feuerbach???



Bitteschön:



"Die deftig-satirischen Xenien ... dokumentieren die Abkehr [Ludwig Feuerbachs] von traditioneller ... Gläubigkeit. Trotz der teilweise ungelenken Verse haben sie bis heute viel von ihrem polemischen Biss bewahrt."

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Feuerbach

Ein Vorbild für die Abkehr vom Normenaberglauben, der schon viele Opfer gefunden hat und dessen schwachverständige Jünger täglich neue Scheiterhaufen abbrennen.

Alles Gute!

Konrad Fischer
Ketzer



Da müßt Ihr jetzt durch...



Wer nach Bauaktivitäten fragt, kann hier auch leicht Abschwiffe zur bunten Welt der deutschen Philosophie ernten.

Da die Lebenseinstellung des "Nichts glauben" in's Leere führt, rate ich eher zu mehr Wissen. Das gibt's auch hier.

Ohne einen sanierungserfahrenen Planer solltet Ihr aber nicht mal kaufen, geschweigedenn bauen. Ein guter Planer wird Euch auch zu Eigenleistungen beraten können.

Ganz um die Ecke wäre da: Peter Garkisch
www.dritte-haut.de
Bölschestraße 18
12587 Berlin
030 64094468

Ich schätze seine Herangehensweise, wir haben schon Einiges miteinander bewegt.

Grüße

Thomas



Besichtigung heute...



tja, was soll ich sagen. Ich habe einige Bilder gemacht. Es ist nicht so feucht wie ich gedacht hatte aber schlimm schaut`s schon aus. Sanierungskosten pro Kubikmeter umbauter Raum von 600-800 EUR wurden mir gesagt. Ich weiß nicht ob das realistisch ist. Auf alle Fälle wäre mir das zu viel.:-(
Einige Balken außen sehen schlimm aus, innen bröckelt überall der Putz und teilweise diemit Stroh gedämmten Decken. Eine Decke ist schon ganz durchgebrochen. In den Dachstuhl wächst der Efeu. Nett, ist schon was Grünes im Haus. De Anbau des Saals ist wie erwartet besser. Da müssten "nur" die Fenster neu und die Zwischendecke rausgenommen werden und eben normal renoviert werden...Putz abgeklopft werden und neu gemacht werden.... Sonst schaut es da ganz "gut" aus.
ich hab mal ein Bild vom Dachstuhl mit rangehängt. und eins dann noch von außen. d.h. das Bild sehe ich jetzt nur in meinem Album...sehen das alle anderen auch?



Ihr solltet unbedingt...



die Fördermittel für sowas abfragen, da gibt es, mitunter gut versteckt, beachtliche Zuschüsse.

Was das Projekt kosten mag, hängt sehr stark von dem ab, was Ihr wirklich wollt. Zu jeder Sanierung gibt es Alternativen. Also holt Euch Fachkundige mit in's Boot.

Wenn's dann an den (Holz) Fußboden geht, bin ich gern mit an Bord.

Grüße

Thomas



Auch "Die Fenster neu"



würde ich bei knappem Budget unbedingt in Frage stellen. Ein typischer Geldkiller, der meist nicht sein muß.

Neben vielem anderen.

Besten Gruß
Konrad Fischer



Wieder Zustimmung...



aber eine Schicht Glas ist und bleibt im Winter etwas wenig, da bestehe ich aus persönlicher Erfahrung drauf. Kasten- oder Verbundfenster dürfen es schon gerne sein wenn man in einem Klima lebt wo es auch mal länger unter 15°C hat.

Unser Architekt hat uns für Sanierung mal die Daumenformel "je nach Eigenleistung 500-1000 Euro pro Quadratmeter" genannt, was ziemlich gut den Tatsachen entsprach.



Eine Einfachverglasung...



...ist für den Wohnbereich indiskutabel. Aber auch hier kann man sparen - steicht man die neuen Fenster selbst mit Leinöllasur oder -farbe, hat man eine hochwertigere und dauerhaftere Beschichtung, als es die meisten Fensterbauer anbieten, Freude am Duft des Materials, und spart Bares.

Grüße

Thomas



Es gibt hier im Forum



irgendwo einen Thread, da berichtet ein Einfachverglaster von seiner Praxiserfahrung. Und wie?

Positivst!

So weit ich mich erinnere.

Konrad Fischer
Bausparer



Angebot



Wenn Sie keinen Sachverständigen für die Begleitung zum Objekt finden, rufen Sie doch einfach mal an. Wenn ich Zeit habe, komme ich gerne dazu. Ich bin der, den das Premiummitglied "Mut zum Holz" empfohlen hat...



@ KF



Es findet sich für jede noch so abstruse Behauptung jemand, der gute "Erfahrungen" damit gemacht hat.

Dem gesunden Menschenverstand hingegen ist es unstrittig, daß ein (vermutlich) undichtes einfach verglastes Fenster deutlich mehr Wärme ziehen lässt als ein neues isolierverglastes oder Kastenfenster mit intakten Dichtungen.

Grüße

Thomas



Hier ist es:



Erfahrungen mit Einfachfenstern im Fachwerkforum

Gut, wenn man ein Webseiten-Archiv hat!

Konrad Fischer
Archivar



Die verlinkte Diskussion



sagt aber wenig über den Vergleich zu anderen Fenstern aus, sondern nur darüber, daß man prinzipiell auch mit Einfachverglasung leben kann.
Ich habe hier in einer Wohnung den direkten Vergleich, alle Fenster sind nachträglich mit Dichtungen versehen worden, jeder Raum hat einen passend dimensionierten Heizkörper und es ist eindeutig: wo es Kastenfenster gibt, ist es im Winter erheblich gemütlicher, obwohl die einfachverglasten Fenster deutlich kleiner sind als alle anderen Fenster.

Davon einmal abgesehen ist der Schallschutz um Welten besser, das kann man bei Kastenfenstern super beobachten, indem man die Innenfenster öffnet und den Lärmpegel vergleicht.

Nachtrag: aufgrund dieser eklatanten Unterschiede sind wir seit Jahren am Überlegen, wie man die drei Einfachfenster am besten optimieren könnte. Da es sich um exzellent erhaltene Originalflügel mit schönen Messingbeschlägen handelt, sind wir nicht gewillt die einfach zu entsorgen für neue Kastenfenster.



Eine innen...



...installierte 2. Fensterfront macht ein Kastenfenster draus, und sollte für einen Tischler kein Problem darstellen.

Grüße

Thomas



@ KF



Sonderbare Art, Erkenntnisse zu gewinnen. In dem erwähnten tread schreibt der eine daß er "wenig" verbraucht. Weiß Gott ein relatives Maß. Was würde er wohl verbrauchen, wenn er bei gleichem Heizprofil, Wetter etc. Kastenfenster oder Isolierglas in seinen Löchern hätte? Wir wissen es nicht, und wir werden es nie erfahren.

Der andere will einfach nur seine Heizleisten verkaufen. Und wenn's was brächte, bewiese er auch schlagend, daß Heizleisten Haarwachstum und Potenz verbessern.

Wer auf's "Hörensagen" steht, wird das alles freilich beeindruckend finden.

Grüße

Thomas



Bei starker Vergößerung



des Bildes sind mir gerade noch ein paar Dinge am Rande aufgefallen.

1) Die Elektrik ist (was wohl zu erwarten war) komplett entsorgungsreif. In Anbetracht der Lage dürften das wohl auch noch lästig zu verarbeitende und oft nicht mehr zeitgemäße (Stichwort klassische Nullung) Aluminiumleitungen sein.
2) Das Schild ist eindeutig schon zeithistorisch und meiner Meinung nach restaurierungswürdig.

Die Fenster müßte man aus der Nähe sehen und befühlen ob sich eine Sanierung nebst Anfertigung von Innenfenstern lohnt oder ob man lieber zu neuen Verbund- oder Kastenfenstern greift.



Ja freilich,



man kann an allem rumnörgeln und Ausflüchte und Gegenargumente und Scheinargumente finden, wir alle können das. Und warum? Um dem Fragestellenden was zu verkaufen? Um ihm altruistisch zu raten? Oder was?

Ich sage doch nur, daß man verdammt sparen kann, wenn man nicht jedem wohlfeilen Ratschlag zur "Modernisierung" folgt. Auch wenn derart Rat oft perfide unterstützt wird durch "mußte wg. EnEV", was ja gar nicht stimmt: EnEv § 25 - die Behörde muß vom Energiesparwahn befreien, wenn unwirtschaftlich. Und das ist er doch immer, auch im Fensterfall.

Und was wäre daran falsch?

Eben!

Konrad Fischer
Bausparer



Einfachfenster



Hier mal eine Variante der nachträglichen Aufdopplung, gesehen in Bozen.
Über das Aussehen kann man geteilter Meinung sein.

Viele Grüße



Zumindest



sieht Aufdoppelung innen meistens besser aus als Aufdoppelung außen (auch schon gesehen). Je besser die Innenfenster von Profil und Sprossen etc. zu den Originalen passen, umso weniger fällt die Nachrüstung auf.



Also,



ich verkaufe keinem Fenster, weil ich keine baue, auch nicht für Geld. Ihr Kampf für kalte Kammern, lieber KF, ist so subjektiv wie falsch. Ist Ihnen noch nicht in den Kopf gekommen, daß nicht jeder so leben will, wie Sie sich das vorstellen?

Verwundert

Thomas



Ein älteres Foto einer zufriedenen Kundin und ein kleiner Kommentar von mir.



Die wärmetechnische Verbesserung --- Die wärmetechnische Verbesserung ---

© Tischlermeister Andreas Milling Bilder: Tischlermeister Andreas Milling



--- Ihrer alten einfachverglasten Fenster können Sie nicht allein durch die Montage von Fensterläden erreichen. - Wir haben schon oftmals einfachverglaste Innenvorsatzfenster angefertigt und montiert. Auf dem beigefügten Foto ist zu sehen, daß die Vorsatzfenster dierekt auf der Innenseite der Außenwand eingebaut sind. - Dadurch ist gewissermaßen ein Kastenfenster entstanden. - Es ist jedoch darauf zu achten, daß die alten Fenster nicht mit Dichtungen versehen werden. - Die neuen Innenfester haben aber Dichtungen, daß keine feuchtwarme Innenraumluft zwischen die beiden Scheibenebenen dringen kann. Da aber die alten Einfachfenster undicht sind, entsteht eine natürliche Belüftung des Scheibenzwischenraumes, die sehr wichtig ist, damit die lüftungsbedingte "eingesperrte" Feuchte Luft wieder nach außen entweichen kann. Das angefügte Foto stammt von Urike N. , einer zufriedenen Kundin. - Gruß aus Nordsachsen, Andreas Milling



Danke...



für die vielen Hinweise und interessanten Diskussionen. Ich sehe, ich kann hier viel lernen.

Ich werde mir das mit dem Objekt am Wochenende durch den Kopf gehen lassen und werde dann Bescheid geben, wie ich mich entschieden habe. :-)


Ich wünsche allen ein schönes sonniges Wochenende

Michaela B....auch als Umweltmaus bekannt



@Böhme:



Daß ich für kalte Kammern kämpfte, ist eine xxx Unterstellung, sonst nix. Und daß Fensterläden wärmetechnisch sehr viel bringen, wenn man sie nachts schließt, dürfte doch eine Binsenwahrheit sein. Unsere Altvorderen wußten oft wesentlich genauer, was was technisch und wirtschaftlich bringt, auch wenn unsere Tabellengläubigkeit rein gar nix mehr davon weiß, geschweige denn versteht.

Und was der Kunde braucht, muß auch von seinem Budget diktiert werden. Das beachten weder alle Planer noch alle Handwerker. Schon wieder eine Binsenweisheit, sei's drum.

Besten Gruß

Konrad Fischer
Traditionsökonomiker



die



leidliche Diskussion über Theorie und Praxis geht immer ohne Ergebnis aus.
KF, wenn einer schreibt, dass er mit Einfachglas schlechte Erfahrung gemacht hat - ist das auch ein gültiger Beweis ?? oder meine Erfahrung:
Als Kind vom Lande habe ich noch gut die Einfachfenster in Erinnerung, die trotz Kachelofen innen anliefen oder gar Eisblumen hatten. Nur in der guten Stube gab es die Vorhangfenster, die das ganze etwas verbesserten. Mein Kumpel hatte in seinem Zimmer durch einen Umbau (um 1960) schon Kastenfenster und auch die lieben Verwandten in Dresden am Nürnberger Ei hatten Kastenfenster und KAchelöfen. Da war es gemütlich - nicht hinter Einfachglas. Da konnte man die Wurst am Fenster lagern....
Auch in den folgenden Jahren erlebe ich den Unterschied zwischen Einfach-, Iso und Verbundfenster. Selbst ein Kastenfenster mit äußerer Iso-Scheibe - sozusagen eine Dreifachverglasung, befindet sich in meinem Haus - Ein Musterfenster, sollte um 1990 in Chemnitz an der Leipziger Straße (Autobahnzubringer) eingebaut werden. Die Wende und damit verbunden die PVC-Fenster haben diese Pläne über den Haufen geworfen, geblieben ist das Musterfnster, was aufgrund seiner Größe zufällig beim mir passte. Wärmetechnisch ist es im Winter ein guter Platz für Orchideen, wenn draußen jemand davor steht, hört man kein RUFEN, bei den anderen ISo-fenster (k=1,7) kann man sich lautstark unterhalten.
Lieber KF, wer auf ihre Ratschläge hört, kann zwar Geld sparen und schon die Ressorsen, aber die Wohnung ist nicht allzu gemütlich und der Feuerholzvorrat schwindet dafür schneller.
Und wenn man im Winterurlaub ist, nützen Fensterläden wenig, es sei denn, man findet jemand, der auf und zu macht, denn die ganze Zeit geschlossen sollte man sie auch nicht lassen, wegen der Einbrecher und so. Was früher passte, muß heute nicht genau so gut im Alltag funktionieren, oder steht bei Ihnen noch das Pferd im Stall zwecks Benzin nachhalztig sparen ?
Ich kann ihre Meinung zum Thema Dämmung absolut nicht teilen, aber das wissen Sie ja.



Lieber Olaf aus Sachsen,



ich wäre doch wirklich der letzte, der Ihnen Ihre Meinung diktieren wollte, seien Sie getrost! Jeder soll mit seiner Meinung glücklich werden, das ist auch mein Prinzip. Suum cuique! Und gegen Meinung anzukämpfen ist doch sowas von sinnlos, das weiß ich doch. Denn dann kommen nur gemeine Unterstellungen und fiese Beschimpfungen zurück ...

In der Oberpfalz war ich mal Monate zur Denkmallisten-Nachinventarisation. War in meinen zwei Jahren als wiss. Volontär am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Etwas weniger als die Hälfte der ursprünglich in der Liste vorhandenen "Waldlerhäuser" waren noch existent, der Rest ist von meinungsstarken Hinterwäldlern zwischenzeitlich entsorgt worden. Und das war nach Meinung der Verantwortlichen bestimmt kein schmerzlicher Verlust, denn die Vollblockhäuser waren alt und für die neue Zeit nicht tauglich.

Ein paar Auswärtige hatten jedoch manche Häuser gerettet. Die waren nicht immer beliebt in den Käffern, denn die hatten eine andere Meinung zum Thema. Und lieber ließen viele Waldlerhausbesitzer ihre Schmuckstücke vor dem nach ihrer Meinung wesentlich schmuckeren 70er-Jahre-Neubau verrotten, als an solche Preißn, die es durchaus gegeben hätte, zu verkaufen. Selbst die schönsten - aber nach Meinung der Besitzer für die Moderne untauglichen - Bauernmöbel wanderten nicht nur dort auf den Müll oder im Kachelofen. So kann es gehen.

Und wenn wir dahergelaufene Saupreißn (galt für mich als Franggn insbesondere) vom Denkmalamt es frecherweise mal wagten, gegenteilige Meinung zum Wert oder auch Unwert von alter und neuer Bausubstanz zu äußern, schlug uns derartiger Haß und wütende Agression entgegen, daß man da lieber seine Meinung gaaanz, gaanz still für sich behielt. Sonst hätte man schnell Bekanntschaft mit bestockten bäuerlichen Werkzeugen oder auch Mühlweihern schließen dürfen.

Manche Erfahrungen in diesem Forum fachwerkseeliger Experten rufen diese Erinnerungen wieder hervor, das können Sie vielleicht nachvollziehen.

Wenn es übrigens an Einfachfenstern Eisbleamelrn gab, ist das meiner Meinung nach ein geradezu sicherstes Zeichen für vermiefte, stickige Buden mit unzureichender Ausheizung und Entlüftung. Selbst heutzutage soll es sowas in Wohnungen mit Isoliergläsern geben, ich stoße jedenfalls in meinen Bauberatungen sehr oft auf Fensterkondensat und Schimmel, gerade bei isobefensterten Buden.

Es tut mir wirklich leid, in welchen Verhältnissen so viele Menschen aufwachsen mußten und müssen, weil die Leut nix vom richtigen Heizen und Lüften wissen. Wenn Sie sich mal meine Webseite gönnen würden (was ich Ihnen keinesfalls zumuten will, da Sie dort ganz gewiß nicht Ihre Meinungen bestätigt finden würden, das meine ich jedenfalls), würden Sie weit über 100 Seiten zum Thema finden, denn ich versuche auch dazu etwas Aufklärungsarbeit zu leisten. Ist freilich meistens sowas von sinnlos, weil man ja bekanntermaßen gegen Meinungen nicht ankommt.

Womit wir wieder beim Ausgangsthema wären.

Soviel dazu.

Alles Gute für Ihre Meinung

wünscht Ihnen von ganzem Herzen

Konrad Fischer
Meinungsliberalist



@ KF



Das Klappern mit Ihrer unsortierten und buntschillernden Web-Seite, die mehr einem Gemischtwarenladen mit redaktionellem satirischen Beiwerk ähnelt, als einer seriösen Informationsquelle zum Thema Sanierung, es nervt langsam. Mit Ihren Tiraden glänzen Sie hier wie da vor allem als Baupolemiker. Nicht meine Form von Aquise.

Wenn Sie mit Halbalt-Einfachfenstern (die Fragestellerin hat da eher keine historisch hochwertigen Exemplare in der Wand) nicht weiterkommen, müssen sie plötzlich mit Fensterläden ergänzt werden. Deren klimatische und optische Funktion ist unumstritten; sehen sie da aber Fensterläden auf dem Bild? Und die Gleichung: "Neubau von Fensterläden und Aufarbeitung alter vorhandener Einfachfenster = besser und preiswerter als neues Fenster" kauft Ihnen kaum jemand ab.

Ein neues Fenster, z.B. ein hölzernes Iso-Fenster, vom Bauherren selbst mit einer Leinöllasur oder Farbe gestrichen, wäre in allen Punkten vorzuziehen: Preiswerter, energiesparender, dauerhafter. In anderen Situationen könnte die Nachrüstung zum Kastenfenster eine Lösung sein.

Das unreflektierte Anbeten alles Alten nur um seiner selbst Willen ist nicht sinnvoll, wenn es mit heutigen Wünschen in Sachen Wohnkomfort nicht vereinbar ist. Die Alten, auf die Sie sich immer berufen, haben sich auch verändert. Langsamer als heute ohne Zweifel, und bedachter. Sie haben keinesfalls immer perfekt gebaut. Warum sollte in den letzten hundert Jahren nichts an Wissen und Technik dazugekommen sein, daß es wert wäre, aufgegriffen zu werden?

Die Fragestellerin will kein Museum bauen.

Grüße

Thomas



@Böhme:



Ja, da haben wir wieder Ihre inzwischen schon gewohnt Unterstellungs-Rhetorik. Unreflektiertes Anbeten! Da darf ich schon schmunzeln ;-) Und in Ihrer aufgebrachten Stimmung lesen Sie ganz offensichtlich die Beiträge hier nur sehr selektiv, sonst hätten Sie gemerkt, worauf sich meine Kommentare beziehen und könnten wenigstens sich und den geplagten Mitleseren Ihre so absichtsvollen Falschinterpretaionen und ins Leere gehenden Herabwürdigungen ersparen.

Ihre Meinung zu meiner Webseite ist selbstverständlich ganz allein Ihre Sache. Sie dürfen sie behalten und gehören sicher - ob Sie nun tatsächlich abstimmten oder auch nicht - zu den paar Außenseitern, die mir in meiner Webseitenumfrage nach deren Nutzwert eine 6 reingesemmelt haben. Damit werde ich wohl leben lernen müssen. Sonderlich grämen tut es mich aber nicht, um es mal so zu sagen.

Es grüßt Sie immer noch frohgemut

Konrad Fischer
Daddy Cool



Auch hier...



...überschätzen Sie Ihre Wichtigkeit gewaltig. Wozu sollte ich Ihrer Website mit einer 6 bewerten, ich weiß nicht mal, wo man das täte. Und es interessiert mich auch nicht.

Meine Meinungen zu Ihrer Web-Site und zu Ihren Äußerungen hier bei fachwerk.de werde ich selbstredend behalten - und mich nach Lust und Laune auch zu Wort melden.

Worauf sich Ihre Kommentare beziehen? Darauf, mit obskuren Äußerungen Aufmerksamkeit zu generieren. Wohl kaum auf das konkrete Anliegen der Fragestellerin.

Völlig entspannte Wochendgrüße

Thomas



Die Frage hier:



"Abriss oder noch Sanieren?"

Meine Anwort:

Möglichst günstig reparieren. Und das heißt zumindest bei mir: Möglichst wenig wegschmeißen, was man mit ein bisserl Verstand und Toleranz noch gut erhalten und weiternutzen kann. Und möglichst wenig Normsanierung, die einem doch gerne aufgeschwatzt wird. Das senkt bestimmt die Instandsetzungskosten und die Modernisierungskosten und die Umbaukosten und leider, leider auch die Handwerksumsätze, die bei "Alles neu macht der Mai" freilich fröhlicher explodieren können. Doch es schont die Baueherrenkasse. Und darauf - und auf nix anderes - kommt es mir an. Daß das in manchen Kreisen hier aneckt, weiß ich. Und nehme es in Kauf. Man gönnt sich ja sonst nix.

Besten Gruß

Konrad Fischer
Webseitenumfrage: www.konrad-fischer-info.de/umfrage.html. Es fehlen noch 6er ;-)



Es ist ein unstrittig bemerkenswerter...



...und ehrenhafter Ansatz, Herr Fischer, den Sie da vertreten. Ich würde mich Ihnen sofort anschließen - wenn Ihre Behauptungen auf realer Physik beruhten, und nicht ein buntes Potpurri falsch interpretierter Gegebenheiten wären.

Darüber haben wir oft genug gestritten, es sind wohl nur noch Wiederholungen drin.

Köstlich amüsiert hat mich folgende Seite:

http://www.ing-buero-ebel.de/

Der geneigten Leserschaft zum Studium empfohlen.

Mal eine Homepage ohne Shop, ohne Bewertungen, ohne minutengenaue Besucherzählung nach Ländern aufgeschlüsselt, ohne hämische Tiraden, ohne Verschwörungstheorien, dafür aber faktenreich.

Wenn's also 'mal wieder regnen sollte...

Grüße

Thomas



Wenn Einfachfenster



so toll wären, warum gibt es dann in mehr oder weniger der gsamten ehemaligen k&k-Monarchie seit etwa 200 Jahreb fast nur Kastenfenster, mit Ausnahme ärmlichster Bauernkaten und subalternen, ursprünglich unbeheizten Räumen wie WCs, Stiegenhäusern u.ä.? Auch in Teilen Deutschlands sind Kastenfenster seit ziemlich langer Zeit üblich.



Die Antwort ist einfach



Es ist die unwissende Zeit vor Fischer&Meier. Die Menschen vermeinten hinter Kastenfenstern weniger zu frieren, was ja nun schlagartig (im Bereich der Theorie :-( widerlegt wurde. Der Triumph der Theorie über's wirkliche Leben.

Grüße

Thomas



wenn



man alles mit Vernunft nur repariert hätte, würden wir noch in Fellhütten wohnen, in denen man dank Fell auf dem Fußboden keine Fußkälte hätte und die strahlenden Heizquelle mittig des Raumes würde dank ökologischer Scheitholzverbrennung alle ausreichend wärmen, so auch hier im Erzgebirge bei -20° und leichtem Schneetreiben. Nur meine Großeltern, die bei solchen Temperaturen nun mal angelaufene Scheiben hatten, lebten in einer "das (ist)meiner Meinung nach ein geradezu sicherstes Zeichen für vermiefte, stickige Buden mit unzureichender Ausheizung und Entlüftung." Nur war mein Großvater Zimmermann, kannte Fachwerke hinreichend, da noch selber mit umgebaut und als Landmensch waren im Kondensat, Schwitzwasser und gründliches Lüften vom Heizen hinreichend bekannt.
Lieber KF, wollen anderen ihre Meinung nicht aufdrängen, gleichzeitig erklären sie sie aber, wenn nicht in Ihr Konzept passt für
- Unreflektiertes Anbeten!
- meinungsstarken Hinterwäldlern
- gehören sicher - ob Sie nun tatsächlich abstimmten oder auch nicht - zu den paar Außenseitern ...
- absolute Laien die beliebtesten Opfer von professionellen Substanzschlechtrednern (übersetzt: die einen keine Ahnung, die anderen Betrüger ....)
- auch wenn unsere Tabellengläubigkeit rein gar nix mehr davon weiß, geschweige denn versteht. - nur Sie scheinen der mit dem übergreifenden Wissen zu sein und so geht das in einem fort ...

Zu Ihre so umworbenen Seite: mir ebenso zu überladen, unübersichtlich und ohne Konzept - vom medientechnichen / gestalterischen Gesichtspunkten aus eine völlige Niete (meine Meinung), der Inhalt ist Ihre Meinung und wird respektiert - jedoch nicht unterstützt. Interessant finde ich natürlich, wer alles bei Ihnen werben darf wenn man Ihre Meinung so langsam kennenlernt. Vielleicht gibt es den Besucherzähler auch nur, um den Werbenden den Erfolg der Seite zu beweisen ?!? Aber da würde ich Ihnen die Energieversorger als Sponsor noch empfehlen ......

Tut mir leid, als Baumensch sage ich gern meine Meinung und entschuldige mich auch gern, wenn ich zu weit gegangen bin.
Aber Ihre Antworten haben meist den Tenor - bringt nix, ich weiß es besser und die anderen wollen dem Fragenden nur Blödsinn einreden.



Ja, den Steinzeitvorwurf höre ich hier immer wieder,



ist auch wohlfeil, wenn man den potentiellen Auftraggebern was aufschwatzen will. Und da gehört der als Holzhammerrhetorik unabdingbar dazu.

Manche Bauherren haben aber neben 10 Planerempfehlungen zum Vollwärmeschutz mittels Innen- oder Außendämmung auch schon mindestens drei Angebote zur Totalsanierung, von kompetenten Handwerkern natürlich, die genau wissen, wie man seine Ware anpreist. Sind aber dennoch verzweifelt.

Nicht nur, weil das Geld gar nicht so locker sitzt, wie es für solche Angebote sein müßte, sondern weil sich die Angebote auch nur in wenigen Punkten gleichen und in vielen widersprechen.

Und sich bei genauerer Betrachtung zeigt, daß recht viele Energiesparoptimierungen rund um Dämmstoff und Fenstermodernisierung sich nur erbärmlich oder nie amortisieren.

So einfach ist es also nicht, die "physikalische Realität" aufs im Einzelfall richtige Bauen herunterzubrechen. Und es gibt genug verzweifelte Bauherren, denen das wohlmeinende Hinterherjagen der Handwerker nach irgendwelchen Normen die Kasse vorschnell ausgeleert hat und dann in ihrer Investitionsruine sitzen.

Fazit: Es kommt auf den Bauherren und seine Möglichkeiten an. Und der braucht erst mal keine wohlfeilen Verbesserungsvorschläge, sondern eine kritische und möglichst unvoreingenommene Analyse dessen, was geht. Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen.

Doch das scheint hiesigen Interessenslagen schon mächtig gewaltig gegen den Strich zu gehen.

Wieder mal Pech gehabt ...

Konrad Fischer
Unglücksrabe

PS. Und wenn meine Webseite auch sonst nix bietet, wenigstens für Bauherren, die sich nicht ins kassenleerende Normengetümmel ergeben wollen, is scho a bissel zum Nachdenken drin, jedenfalls wenn ich nach den Einträgen in meinem Gästebuch gehe ...



@ KF



Gerade Sie beschweren sich über "Holzhammerrhetorik"?

Ich wünsche Ihnen herzlichst den Zugewinn einer für Sie offenbar fremden Gabe: Fähigkeit zur Selbstkritik.

Ab an den Baggersee eilende Grüße von

Thomas



@Böhme:



Und Ihnen wünsche ich herzlichst keinen Hitzschlag. Die kühlenden Wellen des Baggersees werden diesem Wunsch hoffentlich Flügel verleihen ... ;-)

Konrad Fischer