Kalkbruchsteinfassade verfugen

Kalkbruchsteinfassade verfugenHallo liebes Fachwerkhaus-Forum,

ich bin stolzer Besitzer eines denkmalgeschützten Hauses im Raum Berlin von 1866.
Die Fassade besteht aus Kalkbruchstein.(siehe Fotos)

http://img4web.com/view/1VDS1L
http://img4web.com/view/CC2MX8
http://img4web.com/view/C2LMFG

Vor kurzem habe ich neue Fenster einsetzen lassen, welche nun von außen an gearbeitet werden müssen, zeitgleich müssen div. Fugen überarbeitet werden.

Hierfür bin ich auf der Suche nach geeignetem Material.
Durch div. Foreneinträge hätte ich von SOLUBEL den Luftkalkmörtel genommen. Doch leider gibt es in meiner Umgebung kein Händler und online finde ich keine Bezugsmöglichkeit.

Habt ihr noch andere Vorschläge?
Was haltet ihr von: Otterbein, HISTOCAL Historischer Mauer- und Fugenmörtel MGIIa fein

Vielen Dank,
mherbig

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1987 | | 20.10.16

Verfugung


VerfugungSprechen Sie mit dem Denkmalamt. Die werden Ihnen dafür Vorschläge unterbreiten bzw. Auflagen erteilen. Als Verfugmaterial wird das auf hydraulischen Kalkmörtel hinauslaufen, als Verfugungsart eine Schlämmverfugung.
Keinen reinen Luftkalkmörtel (PIa)verwenden!
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 20.10.16

Optik muss gewahrt werden


Optik muss gewahrt werdenVielen Dank für die Antwort.
Das Denkmalamt macht hier keine Vorgaben, auch keine Vorschläge. Die Optik ist zu wahren.

Wieso kein reinen Luftkalkmörtel?

Kann man diesen verwenden:
http://www.naturbaushop.de/kalkputze_kalkmoertel/histocal_historischer_mauer-_und_fugenmoertel_mgiia_fein_25kg?gclid=COLA2PG26c8CFUoz0wodQBsHrg

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1987 | | 20.10.16

Otterbein


verwende ich selbst gern, verarbeitet sich gut, nach dem Datenblatt ein hydraulischer Kalkputz CS II, also verwendbar. Weiß bloß nicht, ob den feineren oder gröberen du verwenden solltest. Vielleicht ist für G. Böttchers empfehlung der Schlämmverfugung der feinere besser. Vorsicht, Histocal gibts auch für Innen, den richtigen bestellen.
Leben ist das was passiert, während Du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen. (J. Lennon)
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| 20.10.16

Verfugung


VerfugungDas sind keine reinen Luftkalkmörtel sondern Kalkzemtmörtel bzw. hydraulische Kalkmörtel der Gruppe II.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 21.10.16

Du willst


die Anschlussfuge vom Fenster an die Leibung einfach nur ausmörteln? Oder hab ich da was überlesen?


Methusalem | 21.10.16

Fuge


FugeDie Fuge zwischen Fenster und Anschlag soll vermörtelt werden, teilweise sind noch Steine zu ergänzen (das ist aber eher die Ausnahme).
Dahinter liegt ein Kompriband.
Die Fensterbank erhält noch ein Abdeckblech, um die horizontale Fuge zu schützen.

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1987 | | 21.10.16

Fenstereinbau


Warum sind Sie nicht auf die Idee gekommen VOR dem Fenstereinbau die Laibungen auszubessern und innen zu putzen?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 21.10.16

Laibung


Die Anschläge sahen vorher relativ gut aus, leider waren die alten Fenster nicht in Waage eingebaut, die neuen Fenster nun schon, d.h. ich habe eine konische Fuge links und rechts zwischen Fenster und Mauerwerk.

Im Nachhinein hätten die Laibungen vorher genauer bearbeitet werden müssen, da haben Sie Recht.

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1987 | | 21.10.16

Vorher - Nachher


Ich stimme dem herrn Böttcher zu, wo er darauf hinwies, die Fensterleibungen vorher mit Putzaufbau auszurichten und herzustellen.
Ausfugungen auf Kompribänder oder gar Ausschäumungen sind nicht von langer Dauer.
Als Fug- bzw. Putzmaterialien würde ich Hesslerkalkeprodukte empfehlen oder u.U. Gräfix.
Für ihre Sanierungsfragen hätte ich aber in ihrem erweiterten Umfeld einen guten Ansprechpartner.
Herrn Peter Garkisch.
Architekt Peter Garkisch vom Büro Dritte Haut.
Er kann feststellen, begleiten, beraten und organisieren und empfehlen.

Inspirationshilfe:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://niemegk-bloggt.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_0008-5.jpg&imgrefurl=http://niemegk-bloggt.de/2016/06/26/modernes-wohnen-in-historischer-muehle/&h=1064&w=1600&tbnid=O5HLn5yV8CCduM:&tbnh=90&tbnw=135&docid=XRUf1MG6_6t90M&client=firefox-b&usg=__j4poHh0SkRtY1lV1i7MLJT8UrlU=&sa=X&ved=0ahUKEwjjsvWIt-7PAhXI1iwKHWarCEUQ9QEIRTAJ
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 22.10.16


Das mit den Laibungen ist ärgerlich, aber ein bekanntes und leidiges Thema.

Folgende Möglichkeiten sehe ich hier:

1. Dein Fenster bekommt einen weiteren, flachen Rahmen rundherum und dieser Rahmen deckt dann die Fuge ab. Ist nicht die schönste Lösung, wurde aber an manchen Häusern auf meiner aktuellen "Großbaustelle" so gemacht, da günstigste u. schnellste Variante.

2. Fehlende Steine ergänzen und die restliche Fuge (max. bis 2cm!) mit Ruberstein Fugen- u. Rissspachtel schließen. Vorher allzu tiefe Fugen mit Fugenfüllschnur auffüllen. Vorteil: Das Zeug bleibt elastisch, lässt sich super Verarbeiten (wird auf Acrylbasis sein, kann man einfach mit Wasser und Schwamm abziehen) und sieht hinterher aus wie eine Mörtelfuge, da das Ganze mit Sand gefüllt ist. Der Kram ist am Ende sogar überstreichbar. Nach der Aushärtung und ersten Bewitterung färbt sich die Spachtelmasse von anfangs weiß in einen sandfarbenen Ton, meist passt das schon ganz gut und "es guggt sich weg"

Habe das Zeug schon mehreren Leuten empfohlen und vom Architekten bis zum kritischen Restaurator: Bisher waren alle glücklich damit. Der große Vorteil ist, dass die Spachtelmasse im Gegenteil zum Mörtel nicht vom Fensterrahmen abreißt und die Dehnungen ein Stückweit mitmacht.

Zu der Verfugung:

Schlämmverfugung macht viel Aufwand, will man die Bruchsteinoptik erhalten. Oftmals wird nach der Schlämmverfugung dann nochmals sandgestrahlt, was aber auch den Nachteil hat, dass die Patina vom Stein verschwindet.

Ich habe die angehängte Wand vor einiger Zeit mal "schick" gemacht und halte folgendes für die günstigste, schnellste und einfachste Möglichkeit so ein Thema in den Griff zu bekommen:

Ich habe die Wand mit einem Hochdruckreiniger gereinigt und anschließend mit Sakret TKM verfugt. Das ist ein relativ grober Kalkmörtel (da Werksmörtel sicherlich auch mit einem geringen Zusatz an Zement) der sich hervorragend verarbeiten lässt. Beim Verfugen darauf achten möglichst die Fugen richtig zu füllen und die Steine links und rechts nicht allzu sehr zu verschmieren. Die Fugen ruhig richtig grob zumachen und genügend Material auftragen. Nach dem Anziehen kann man die Fugen dann mit einer Kelle einfach kratzen und dabei kommt das grobe Mörtelkorn wieder schön hervor. Sollten doch Verunreinigungen auf den Steinen sein, kann man diese in den ersten Tagen meist problemlos mit Wasser nachwaschen. Wichtig ist, dass die Wand vorher richtig saubergekärchert wurde und dass die Fugen auch entsprechend vorbereitet sind, mind. 10-15mm ausgearbeitet sollten sie sein.

Geht wahnsinnig schnell, eine Wand in der gezeigten Größenordnung ist in ca. 3-4 h verfugt und gekratzt (je nach Wetter, ist ja abhängig davon wie schnell der Mörtel anzieht.

Wichtig: Die Fugen feucht halten! Der Sakret (und sicher jeder andere Kalkmörtel auch) nimmt dir zu schnelles Austrocknen sehr sehr übel, dann bleibt nur Gebrösel... Ich habe auch ganz gute Erfahrungen gemacht die Fugen auch Tage später immer mal wieder mit einem Drucksprüher anzufeuchten.
"Man verdirbt unter Leuten, die einen nicht übertreffen" Jean Paul
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Ostobjekt - Werkstatt für Gestaltung | | 26.10.16

Schlämmverfugung


SchlämmverfugungSchlämmverfugung funktioniert einfacher und schneller wie normales Ausfugen, vor allem bei breiten, unregelmäßigen Fugen wie in diesem Beispiel.
Man muß nur wissen wie, zum Beispiel nicht erst ein paar Tage warten um die Fugen "mit Wasser nachzuwaschen" oder nachträglich sandzustrahlen. Das ist Unfug.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 27.10.16


Herr Böttcher, hören Sie doch bitte mal auf immer alles was nicht Ihrer Meinung / Erfahrung entspricht gleich als Unfug abzutun. Wir befinden uns hier in einem Forum und ich denke ein reger Erfahrungsaustausch ist das, was den Mitgliedern hier am meisten hilft.

Von der Praxis mit dem Sandstrahlen hinterher halte ich übrigens sehr wenig, es ist aber meist so ausgeschrieben, da bei der Schlämmverfugung die meist sehr rauhe Bruchoberfläche der Steine mit dem sehr feinen Fugenmörtel zugesetzt wird, das ist in der Masse kaum rechtzeitig abzuwaschen.

Die Schlämmverfugung kommt eigentlich aus dem Bereich der Ziegelfassaden, bei Naturstein hat das meines Erachtens nach ohnehin nichts zu suchen, vor allem wegen der Gefahr der Bildung von Schleiern auf der Steinoberfläche und dem massiven Wassereinsatz (Ausnahme sind wohl Boden und Wandbeläge aus Natursteinfliesen, darum geht es hier aber nicht). In der Praxis wird dem Waschwasser daher oft auch ein saurer Reiniger zugesetzt um Schleier zu reduzieren, was ja nun wirklich nicht materialgerecht ist.

Es gäbe übrigens noch eine Alternative, die ich persönlich aber noch nicht ausprobiert habe: Verfugung mittels Mörtelpresse. Dazu benötigt man aber spezielle Fugenmörtel und eben diese Presse. Ein Kollege setzte das Verfahren bei einem Bruchsteinsockel ein und berichtete sehr positiv darüber.

Beide Verfahren (Schlämmverfugung sowie Mörtelpresse) halte ich aber gerade bei sehr breiten Fugen (über 1cm) für unnütz, da die Mörtel zu fein sind. Man braucht ab einer gewissen Fugengröße schon auch ein gewisses Korn im Mörtel, sonst wird die Spannung zu groß und es können sich Risse Bilden.

Schlussendlich ist das ja auch eine Frage der Optik, geht es hier doch auch um ein altes Gebäude. Sie haben mit der Schlämmverfugung der letzten Wand jede Tiefe aus der Wandoberfläche genommen. Das ist nicht modelliert, sondern einfach nur zugeschmiert. Wenn ich daran denke mache ich mal Bilder von dder gezeigten Wand in verfugtem Zustand. Ich könnte mir auch vorstellen, das zu dem Haus des TE auch ein Muschelkalkmörtel sehr gut passen würde. Wurde früher ja auch öfter eingesetzt und auch damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, gerade auch was die Beständigkeit angeht.
"Man verdirbt unter Leuten, die einen nicht übertreffen" Jean Paul
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ostobjekt - Werkstatt für Gestaltung | | 27.10.16

Verfugung


VerfugungWenn ich das so lese- kann es sein das Sie über diese Verfugungsart wenig wissen?
Das Sie sich mit der Historie von Putzbekleidungen und Natursteinmauerwerk wenig beschäftigt haben?
Das ist jetzt keine Unterstellung oder Kritik, aber es könnte eine Erklärung sein warum Sie ständig irgendwelche Behauptungen aufstellen die entweder nicht stimmen oder nur dann passieren wenn man mit diesem System nicht vertraut ist.
Die Fotos die ich hier eingestellt habe zeigen jedenfalls eine andere Realität, dort hat es funktioniert, ohne Sandstrahlen, abwaschen, "Patinaverlust" usw..
Dann noch eine Bemerkung: Bruchsteinmauerwerk ist nicht hammerrechtes Schichtenmauerwerk, Außenmauern sind keine Innenmauern.
Sie sollten da schon differenzieren. Hier geht es um Bruchsteinmauerwerk im Außenbereich,klingt vom Namen her ähnlich ist es aber nicht; es gibt große Unterschiede.
Das ist wie mit einem Sack Mehl und einem Saxophon, klingt ähnlich; den Unterschied merkt man spätestens dann wenn man hineinbläst.

"Lebendigkeit der Fassade" (was auch immer das sein soll) ist Ansichtssache. Die Fassade um die es geht ist dann eben nicht "lebendig" denn hier sind die Fugen nicht erst ausgeräumt und dann zentimetertief zurückgesetzt- ich vermute das meinen Sie. So sieht die Wand eben NICHT aus und so sollte sie auch nicht nach der Sanierung aussehen. Deshalb habe ich auch keine Lust mich mit Ihnen weiter über irgendwelche individuellen Ansichten zu streiten was denn nun besser aussieht oder nicht.
Das ist mir egal, es muß a) funktionieren, b) kostengünstig sein und c) den Vorgaben und allgemein geltenden technischen, historischen und denkmalpflegerischen Vorgaben entsprechen.

Übrigens:
Schon vor über 800 Jahren und länger gab es Menschen die auch Bruchsteinfassaden gebaut haben denen "die Lebendigkeit" fehlte. Das nannte sich "Pietra rasa". Die Grenzen zwischen Putzbekleidung und Verfugungen sind bzw. waren fließend. Nicht wegen der "Lebendigkeit" oder der Ansicht sondern aus technischen und finanziellen Gründen- Wetterschutz und minimaler Materialeinsatz.
Die bestimmende Komponente war die ART des Mauerwerkes.
Eng gefugtes, sauber geschittenes und gesetztes Quadermauerwerk von hoher Qualität: fast unsichtbare Fugen.
Normales Quadermauerwerk: Fugenbreite etwa 10 mm, glatte, ebene Wandflächen, also "nicht lebendig" nach Ihrer Auffassung.
"Lebendig" gab`s auch, als Kissen- oder Diamantquader, Bossenmauerwerk, Rustica usw.- aber mit parallelen, steinbündigen 10 mm- Fugen.
Das andere hatten wir im Prinzip schon. Ich kann Ihnen gerne zu jedem Mauerwerkstyp und der dazugehörigen Verfugungsart Fotos senden.
Zur Frage "Lebendigkeit" bei dieser Wand:
Bündige Verfugung hat noch eine weitere wichtige Auswirkung: Die Fassadenfläche wird dadurch so gering wie möglich gehalten. Ausgeräumte, tiefergesetzte Fugen= größere Fassadenoberfläche = höherer Wärmeverlust durch Windchill und Radiation.
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Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 27.10.16


Lieber Herr Böttcher,

auf Ihre Provokationen gehe ich nicht weiter ein, ich bleibe sachlich.

Zu ihrem Punkt A - es muss funktionieren:

Alte, nicht mehr funktionierende Fugen sollten normalerweise um das doppelte des Fugenmaßes ausgearbeitet werden und dann neu verfugt werden - so weit die Theorie. In der Praxis ist das natürlich stark abhängig davon wie die neu zu verfugende Wand aufgebaut ist. Es gibt Mauerwerk, wenn man da so verfährt, kommt einem der Rest auch entgegen, daher meine Empfehlung mind. 10-15mm auszuarbeiten und dann neu zu verfugen. Vorteil einer möglichst tiefen Ausarbeitung ist die Entfernung evtl. eingelagerter Salze, diese setzen sich nämlich vornehmlich in den meist sehr offenen Porenraum in den Fugen. Zudem haftet dann der Fugenmörtel auch ausreichend an den Steinflanken. Ein zu geringes Ausarbeiten führt zu Schalenbildung, nur fix "drüberschwammeln" bringt also keine Punkte.
Fugen sind zudem immer weicher auszuführen als der Stein.

Zu Ihrem Punkt B - es muss kostengünstig sein

Die gezeigte Wand und auch andere gleicher Art habe ich für einen Preis von 40€ pro m2 gereinigt, verfugt, Dübel / Anker / Gipsplomben entfernt und wo nötig auch mit Vierung ergänzt, ca. 2-4 Vierungen pro 10m2, zeitlich gebraucht habe ich inkl. Wartezeit fürs Kratzen des Mörtels bei der gezeigten Wand ca. 7h. Ich denke zwischen beiden Verfahren, so wie sie zur Auswahl stehen, wird es irgendwo eine Schallmauer in Form der Menge geben wann welches Verfahren das schnellere oder günstigere sein wird. Fugenschlämmen sind allerdings auf der Materialseite oftmals teuerer, für den 40kg Sack TKM von Sakret habe ich bisher etwas um die 5€ bezahlt - das ist zumindest bei den mir bekannten und genutzten Fugenschlämmen um ein Vielfaches teuerer gewesen.
Einen großen Nachteil bei der Schlämmverfugung sehe ich darin, dass man mindestens zu zweit arbeiten sollte, da einer schlämmt und der andere wäscht - so kenne ich das jedenfalls von Ziegelfassaden, was anderes habe ich noch nicht geschlämmt.
Für den Selbstmacher halte ich meine beschriebene Variante für die günstigere + schnellere.

Zu Ihrem Punkt C - Allgemein geltende technische, historische und denkmalpflegerische Vorgaben

In der Din 18332 im Kapitel "Ausbildung von Fugen" (3.3) unter dem Punkt 3.3.5 steht geschrieben:

"Mörtelfugen sind durch Einschlämmen zu schließen, ausgenommen sind Naturwerksteine mit rauhen Oberflächen"

Die Din 18332 ist in dem Zusammenhang als untergeordnet zu betrachten, da hier denkmalpflegerische und historische Vorgaben sicherlich stärker eine Rolle spielen werden und die VOb darauf nicht ausgelegt ist. Viele Angaben beziehen sich in der Din eher auf die heute üblichen Bauarbeiten wie zum Beispiel Böden und Wandbeläge o.ä.

Früher wurden solche Mauerwerke entweder verputzt (so wie in meinem gezeigten Fall zum Beispiel) oder direkt beim Mauern wurde der Versetzmörtel mit abgezogen. Ich finde nichts konkretes auf dem Bild, was den Rückschluss zuließe, dass das hier gezeigte Mauerwerk einmal verputzt war. So wie das Bild wirkt, wurde das Mauerwerk direkt beim Erstellen mit verfugt, also mit der Kelle abgezogen. Das kann man aber vor Ort sicherlich besser erkennen und beurteilen.


Was allgemeines: Was ich unter "lebendiges" Mauerwerk verstehe, ist genau das, was im Bild des TE zu sehen ist. Das Mauerwerk lebt von den kleinen Versprüngen, Ecken und Kanten und den sehr ungleich dicken Fugen, den kleinen Zwickeln usw.
Was mich an Ihrem gezeigten Beispiel so abschreckt, sind die übermäßig breiten Fugen und völlig weggeschlämmten Zwickel, das sehr glatte Fugenbild und die "knallende" Fugenfarbe. Es wirkt ein wenig wie eine verputzte Wand in die die Steine unregelmaßig hineingedrückt wurden. Mag sein, dass das von Ihnen gezeigte Beispiel im Ursprung genau so war, dann frage ich aber: was hat es dann mit der hier gezeigten Wand zu tun?
Dass dadurch natürlich auch die Oberfläche verringert wird, ist unbestreitbar ein Vorteil, da gebe ich Ihnen auf jeden Fall recht. Würdig für das gezeigte Haus (TE) empfände ich das trotzdem nicht und bei den kleinen Flächen und dem Dachüberstand wohl auch für vernachlässigbar.

Der TE fragte nach Mörteln die er verwenden kann und ich glaube da wurde zumindest von meiner Seite ausreichend erwähnt.

Haben Sie eigentlich Produktempfehlungen abgegeben? :-)
"Man verdirbt unter Leuten, die einen nicht übertreffen" Jean Paul
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ostobjekt - Werkstatt für Gestaltung | | 27.10.16

Kalkbruchsteinfassade-Bilder aus der Bilddatenbank: