Fachwerk.de - unheimliche Kalk-Kasein Farbe

Ich habe letztens meine Wand mit einer Kalk-Kaseinfarbe gestrichen. Diese stellte ich mir mit eingeschwämmtem Kalk und Kasein aus einem milchsäuregefällten Milchprodukt (Buttermilch) selbst her. Früher tat ich dass mit labgefälltem Quark, was allerdings nicht zu so schönen Ergebnissen führte.

Das jetzige Ergebniss ist prima, volldeckend, schöne Textur, usw..

Allerdings nach einem Tag färbt sich das Wasser, welches über den abesunkenen Partikeln der noch übrigen Kalk-Kaseinfarbe steht, rötlich (so ungefähr wie Campari), und die Farbe scheint nicht mehr so gut zu decken.

Das gleiche Phanomaen tritt nicht ein, wenn ich der Kalkkaseinfarbe Pigmente zumischte. Ich nahm da zb. Grüne Erde, also ein mineralisches Produkt. Ob ich das rötliche nun sehe oder nicht, die Farbe deckt unvermindert gut.

Des weiteren seltsam ist, dass die Farbe manchmal schon nach wenigen Stunden (4-6 h) einen Geruch hatte, der an Urin erinnert. Das aber auch nicht immer.

Liegts an der Milchsäure, weiß das jemand?


Jo | 05.09.07
Zersetzung
Durch die Erhitzung oder Säurezugabe findet ein Teilabbau des von Dir als Bindemittel verwendete Casein statt, also eine beginnende Zersetzung. Lösung wäre hier vielleicht denaturiertes Casein, aber das ist so wie es klingt gewiss nicht in Deinem Sinne.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer
Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. (Mies van der Rohe)
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Architekturbüro Kornmayer | Christoph Kornmayer | 05.09.07

Ja, ok, danke für die Antwort. Da ich die Farbe ohnehin nur für den jeweiligen Tag mache, ist es nicht wirklich schlimm. Allerdings unpraktisch, wenn man sich von der Farbe für eventuelle spätere Nachkorrekturen etwas aufheben möchte. Daher würde mich doch einmal interessieren, was denaturiertes Casein ist. Ist es das das, was zB. die Firma Kremer in Pulverform verkauft, oder ist es nochmal etwas anderes?


Jo | 05.09.07
Denaturiertes Casein (Caseinat)
Bei Kremer bin ich mir nicht sicher, die gewinnen das Eiweiß glaube ich auch anders. Denaturiert wir durch Säurefällung, dann wird neutralisiert, wenn ich mich recht entsinne mit Natronlauge. Durch Filtern kann dann das Casein abgetrennt werden. Bin aber kein Chemiker.
Für Deine Lösung/Frage von zuvor gilt: Casein ist nur in Laugen löslich.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer
Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. (Mies van der Rohe)
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Architekturbüro Kornmayer | Christoph Kornmayer | 05.09.07

Danke.


Jo | 06.09.07
warum haben Sie mit Magerquark schlechte Erfahrungen gemacht?
Wielange ist Ihr Kalk eingesumpft? Haben Sie holzkohlebrantten Sumpfkalk verwendet? Ich kam bis heute nicht auf die Idee, Buttermilch zur Kalk-Kaseinfarbenherstellung zu verwenden.
Fachwerksanierung mit Lehm- und Naturbaustoffen
Mitglied der Fachwerk.de Community()
TEX-BIS Naturbaustoffe GmbH | Klaus Schillberg | 09.09.07

Ich habe mit Magerquark keine schlechten Erfahrungen gemacht. ^^
Bei dem Kalk handelt es sich um etwa 2 Jahre eingeschlämmtes Kalziumhdydroxit. Die Konsistenz stelle ich immer neu und nach „Gefühl“ein, ist ja auch nicht wirklich schwer, der Kaseingehalt liegt bei 4% :)


Jo | 11.09.07

Passende Bilder aus der Bilddatenbank:

Impressionen aus Gleichen - Klicken Sie auf das Bild für ein grösseres Photo
@ Heike, ---- - Klicken Sie auf das Bild für ein grösseres Photo
Warum - Klicken Sie auf das Bild für ein grösseres Photo
Fertige Lehmoberfläche mit Lehmfarbe - Klicken Sie auf das Bild für ein grösseres Photo
Beratungsintensiv (HAUS 2004) - Klicken Sie auf das Bild für ein grösseres Photo
Fachwerk und Farbe 1 - Klicken Sie auf das Bild für ein grösseres Photo