Dachboden gegen Trittschall dämmen

Hallo beisammen!
Um 16qm Wohnraum zu gewinnen möchte ich meinen Dachboden ausbauen (Baujahr ca. 1850, Erdgeschoss Stampflehm, darauf Kieferfachwerk mit Bims ausgemauert, Dach neu gedeckt und mit Weichfaserplatte/Zellulose/Weichfaserplatte isoliert)Der Boden war mit Estrich vergossen; die freigelegten Sparren liegen im Abstand von ca. 50 cm, dazwischen Eichenlattung mit Lehm nach alter Art. Der Fachmann vom Ökobaumarkt empfiehlt Kokosmatten auf die Sparren und darauf den Rauspund. Das scheint mir zu wenig. Der Schreiner meint flächendeckend Perlitschüttung. Das ist mir zu strapaziös für die Zwischenräume. Gibt es evtll. eine Kombilösung? Mir schwebt Filz auf die Sparren vor mit Perlit bodenfüllend, Kanthölzer in das Perlit parallel zu den Sparren und dann darauf die Dielen. Habt Ihr noch Vorschläge oder ist meine Idee abwägig?
Thomas Greenhorn
lieber Balken als Träger
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.09.06

Ich nehme an,


dass die Sparren eigentlich Deckenbalken sind. Es wäre zu prüfen, ob eine Schalung auf den Deckenbalken aus statischen Gründen (Aussteifung) erforderlich ist. Ein ganz guter Aufbau wäre, den Lehm zwischen den Balken zu belassen, bzw. bis Balkenoberkante aufzufüllen. Darauf eine Rauhspundschalung als Scheibe in die Balken vernagelt. Darauf einen schwimmenden Fussboden. Z.B. Holzweichfaserplatten mit Zwischenleisten und Dielenboden. Bei allen Arbeiten die Deckenstatik im Auge behalten.
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 18.09.06

Filz...


Entkoppelter Aufbaumuß es nicht unbedingt sein, eine in Streifen geschnittene Holzweichfasermatte (min. 6mm) tut es auch. Ansonsten ist der Aufbau so wie von Dir vorgeschlagen o.k.
Wichtig ist, daß die Kanthölzer im Balkenzwischenraum nicht auf dem Einschub zu liegen kommen, sondern in der Schüttung unter der Dielung "schweben".
Solltest Du aus Gründen der Sparsamkeit Rauhspund verwenden, sollte dieser wenigstens 2 Monate unter Dach (am Besten schon im Verlegeraum) auf Stapelleisten nachtrocknen können. Dielung wäre die hochwertigere Variante, weil verlegetrocken.

Wie Fred Heim schreibt, sollte die Erfordernis einer statischen Scheibe vorab geprüft werden, sie kann ggf. auch mit Windrispenbändern erreicht werden.

Gutes Gelingen

Thomas W. Böhme
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 19.09.06


Danke für Eure Antworten! Allerdings verstehe ich das mit der Statik von Fred Heim nicht ganz. Wie soll ich Rauhspund mit den Balken vernageln? Besteht Gefahr daß sich die 'Balken voneinander weg bewegen? Was ist eine "statische Scheibe"?
Kann ich die Reste von der Dachisolierung (Gutex) als Dämmstreifen benutzen? Ich habe gedacht daß ich jeden einzelnen Dachbalken längs mit Kanthölzern "einfasse", erstmal mit Hilfslattung und dann auf gewünschte Höhe die Dielung bringe; also Dachbalken mit Gutexstreifen belegen, den ganzen Raum mit Perlit auf Niveau bringen, Kanthölzer links und rechts der Dachbalken mit Hilfslatten fixieren und dann die Dielen in die Kanthölzer schrauben?!?!
lieber Balken als Träger
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.09.06

Als Scheibe...


muß eine Dielung unter Umständen wirken, um die Verwindungssteifigkeit des Bauwerkes zu verbessern, unter Windlast z.B.

Aufgrund der kleinen betroffenen Fläche vermute ich, daß es nicht erforderlich ist, aber die Konsultation eines Statikers würde zu einer sicheren Aussage führen - das ist halt die Grenze der Ferndiagnosemöglichkeit.

Falls Du nicht auf den Balken ausgleichen willst, geht das auch sehr gut mit seitlich (einseitig reicht)an die Balken geschraubten / genagelten Bohlen 40 x 100mm, die leicht über Balkenoberkante augerichtet befestigt werden. Die restlichen Gutexplatten sind sicher 40 oder 50mm dick, das ist zu viel. Für die Entkopplung reichen 6 oder 10mm Weichfaserplatte, die auf die neu verlegten Bohlen verlegt wird.

Gutes Gelingen

Thomas W. Böhme
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 25.09.06