Wand- und Fußbodenbehandlung Altbau (Bj. 1936) - Schimmelverdacht bzw. unklare Wandverhältnisse

Diskutiere Wand- und Fußbodenbehandlung Altbau (Bj. 1936) - Schimmelverdacht bzw. unklare Wandverhältnisse im Forum Sanierung allgemein im Bereich - Hallo zusammen, ich freue mich im Forum zu sein und bin gespannt auf einen offenen Austausch mit euch. Folgender Sachverhalt: Wir haben vor...
Re: @KH

"Das Bild Nr. 4 der Dielenenden mit den stark verrosteten Nagelköpfen lässt m. E. auf Braunfäule an der Dielenunterseite bzw. auch dem Lagerholz schließen."
Stimmt. Ich hatte diese Bild nicht mehr "aufm Schirm" als ich meinen Hinweis schrieb. Mir ging es um die "Probleme", die entstehen wenn man Bodendielen vor dem Auflager absägt......

"Ich würde es an seiner Stelle nicht riskieren, darauf unbekümmert neues Parkett zu verlegen."
Sehe ich auch so.

"Ganz abgesehen davon, dass ja wohl keinerlei Wärmedämmung gegen Erdreich vorhanden ist. "
Und, was m. E. noch kritischer ist, dass es keine Feuchtesperre gibt.

So gesehen wäre die Ideallösung den Fußboden komplett auszubauen und von "ganz unten" den Unterbau neu aufzubauen..... im gesamten EG....zumindest wo kein Keller drunter ist.

Es ufert wieder mal aus..... ;-)

Gruß,
KH
 
@KH, Gretchenfrage ?

Du schreibst:
"So gesehen wäre die Ideallösung den Fußboden komplett auszubauen und von "ganz unten" den Unterbau neu aufzubauen..... im gesamten EG....zumindest wo kein Keller drunter ist.

Es ufert wieder mal aus..... ;-)"

Nein, im Gegenteil, ich glaube, die Ursache in einer sonst funktionierenden Horizontalsperre zu suchen ist "zunächst"
zu weit gegriffen!
Ich weiß, es ist gewagt, aber ich lehne mich mal etwas zum Fenster raus.
Sachverhalt:
- Bild 5 - Außenseite lässt augenscheinlich keine typischen Merkmale von aufsteigender Nässe in der Wand erkennen.
- Felix schreibt: "[...] Grundsätzlich haben wir noch ein Zimmer im EG (Außen, Südseite)[...]"

Man darf also darauf schließen,
dass das geschilderte Problem allein in diesem Raum und an dieser Hausecke gegeben ist.
> Also eben nicht "[...] im gesamten EG....zumindest wo kein Keller drunter ist."

Tapeten und Putznachbesserungen weisen darauf hin, hier wurde schon vor längerer Zeit durch verschlimmbessernde Maßnahmen lediglich an den Symptomen ohne gründliche Ursachenforschung herumgedoktert.
Ich denke, da sind wir uns einig?
Bei vorsichtiger Herangehensweise würde ich mir die Frage stellen, warum gerade in dieser Raumecke die Horizontalsperre, entgegen den Wänden im restlichen Haus, nicht funktionieren soll.
- Damals, "1936", vergessen? Dann gäbe es da ein anderes Fassadenbild!
- Inzwischen defekt geworden? Sehr unwahrscheinlich!
Ich glaube einfach nicht, dass das Problem im Mauerwerk selbst zu suchen ist.

Neben meinen Anmerkungen zum Zustand der Dielen fällt mir in der Schilderung von Felix noch auf:
"[...] Der Grund ist, dass die Dielen ziemlich hinüber sind [...]
zwei, drei müssten wieder fixiert werden [...]

Ich frage mich, warum sind die Dielen ziemlich hinüber und warum müssten selbst nur (!) zwei, drei" fixiert werden?
Ich unterstelle mal dreist:
Da sind vielleicht (vielleicht!) paar andere Lager so verrottet, dass die Nagelung nicht mehr hält.

Ist es vielleicht "zum Glück" des Fragestellers nur ein nasser Untergrund, einzig in diesem Raum,
der die feuchte Ecke verursacht?
Siehe dazu auch das angesprochene Thema Regenfallrohr!
Anzunehmen ist, dass die Fundamente im Schadensbereich nicht über Frosttiefe hinaus ausgeführt wurden.
Sonst hätte man sicher gleich unterkellert.
(@Felix) Natürlich wäre es noch gut zu wissen:
- In welcher Verbindung liegen die Wände der Teilunterkellerung mit der Schüttung unter diesem Raum?
(Eine Handskizze aus der die Grundrisse Keller und EG hervorgehen wäre sehr hilfreich!)
- Gibt es eine kapillar brechende Schicht unter den Lagerhölzern?
- Ist die Schüttung/das Erdreich gegen die angrenzende Außenwandecke abgesperrt?
Ich lasse mich natürlich gerne eines Besseren belehren,
aber ich würde hier die Ursache zunächst im Untergrund suchen.

Gruß
MSteinig
 
Abtrocknung des Sockelbereiches

Der Unterbau des Fußbodens muss kontrolliert und ggf. erneuert werden, das ist klar.

Das erklärt aber nicht den feuchten Sockelbereich. Vielmehr würde ich den Außenbereich nochmal kontrollieren. Auf dem Außenfoto erkennt man einen grauen Anstrich des Sockels. Ist dieser ggf. diffusionsdicht verputzt/ gestrichen?

Liebe Grüße
Holger
 
sockelbereich-doppelhaush-lften-antwort-i30280_20221220101923.jpegAntwort 1

Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen!

Leider kann mein Bekannter erst heute sich das Problem mal anschauen. Vorab mal ein Foto von der Außenwand/Sockelbereich. Ja, die Vermutung mit dem diffusionsdichten Verputzen des Sockelbereiches ist glaube ich nicht verkehrt. Vor zwei Jahren wurde das Haus mal grundsätzlich durch die Voreigentümer in „Schuss“ gebracht, hier ggfls auch der Sockelbereich entsprechend erneuert, evtl. mit der falschen Lösung ..

Das Haus steht in einem Dorfanger - es müssten 8 Häuser, jeweils in Doppelhaushälften aufgeteilt, sein. Bei 14 der 16 Doppelhaushälften ist im Sockelbereich keine verputzter Sockel o.Ä., nur bei uns und einem weiteren Haus mal etwas evtl. verschlimmbessert worden.

Ich habe nun ein, zwei Thesen im Kopf, würde aber den Termin heute mit dem Bekannten mal abwarten (Baunigenieur, selber altes Haus saniert) und dann mal seine Einschätzung hier darlegen.

Anbei mal ein Foto des Sockelbereichs.
 
Re: @KH, Gretchenfrage / Abtrocknung des Sockelbereiches

Hallo M.Steinig,

natürlich gucken wir alle nur in die frisch polierte Glaskugel, wie es Holger schon schrieb.
Mein Satz " Es ufert wieder mal aus" war auch nur ironisch-sarkastisch gemeint, weil es ja oft so ist: Zuerst nur ein kleiner Schaden sichtbar, bis man anfängt diesen zu untersuchen....
In dem Fall frage (oder befürchte) ich halt, wenn die Dielen (und evtl. das Lagerholz) in der Ecke tatsächlich von unten verrotten, wo kommt die Feuchtigkeit her? Wenn in den Wänden Horizontalsperren drinne sind, kann sie nicht "von oben" wegen einem defekt Fallrohr auf der Außenseite kommen (siehe These der Beiträge "Dachentwässerung"). Kommt die Feuchte von unten, fehlt zumindest in der Ecke eine Sperre zum Untergrund und zum Wandfuß/Fundament (der/das unterhalb einer Mauersperre im "Nassen" steht).
Es wäre aber sehr ungewöhnlich, wenn in einem Raum eine Sperrfolie nur teilweise ausgelegt worden wäre
(deshalb meine Bedenken, von wegen ausufern).
Es kann natürlich auch sein, dass eine Flächenabdichtung überall unter dem Boden ausgelegt-, an den Wandfüßen aber nicht bis zur Mauersperrbahn hoch gezogen ist. Und über diesen offenen Spalt die Feuchte aus der vom defekten Fallrohr durchfeuchteten Wand auf die Flächenabdichtung gelangt.
Bleibt die Frage, wie viel Wasser dringt/drang ein und wo sickerte es hin, wenn es sehr viel war?

@Holger
Ich denke, der Sockelbereich ist nicht hoch genug, als dass da eine diffusionsoffenere (oder auch gar keine) Beschichtung viel nützen würde.

Warten wir mal das Ergebnis der Vor-Ort-Untersuchung ab und hoffen für Felix das Beste.

Gruß,
KH
 
feuchtigkeit-grunds-tzlich-au-enecke-i30280_2022122015138.jpgAntwort

Hallo zusammen,

ich habe mal als Laie versucht das Treffen wiederzugeben.

Außenbereich:

- Noppenbahn wurde verlegt, aus Sicht des Bekannten wurde sich hier erstmal Gedanken gemacht.
- Fugen wurden bemängelt, diese können bzw. ziehen tatsächlich Feuchte. Poröse Stellen sollten entfernt werden und neu verfugt werden, von Hydrophobie-Schicht wurde grundsätzlich erst einmal abgeraten.
- Fallrohr-Weiterleitung grundsätzlich in Ordnung, jedoch nicht unbedingt ein Problem

Innenbereich:

- Rein von der Raumtemperatur & Luftfeuchtigkeit und von dem allgemeinen Empfinden im Raum, gab es hierzu erstmal nichts zu beanstanden. Ein Klammheitsgefühl o.Ä. hatte er nicht.
- In der Außenecke gibt es tatsächlich einen Temperaturabfall (Raumtemperatur 18'C, Außenecke 10-11'C), was aus seiner Sicht kritisch ist, aber nicht total dramatisch. Positiv wurden die Heizungsrohre empfunden, die quasi einmal den gesamten Raum entlanggehen. Der Vorschlag wurde aber gemacht, einen zweiten Heizkörper zu installieren, um den gesamten Raum "optimierter" zu beheizen.
- Mit der Feuchtigkeitsmessung wurde insbesondere im Bodenbereich höhere Feuchtigkeit gemessen, umso weiter höher, umso trockener wurde es. Interessanterweise war die Außenecke nicht die "feuchteste" Stelle, sondern die Innenwand (das muss ich nachher auch nochmal nachmessen..).
- Die "schimmlige" Stelle im Sockelbereich, siehe Bild 3, ist kein Schimmel sondern Dachpappe/Schweißbahn. Wir haben hier die Wand ein wenig malträtiert und sieht tatsächlich nach Dachpappe aus. Ist aus seiner Sicht auch erstmal ein gutes Zeichen, wenn die Feuchtigkeit nicht doch hochziehen würde.
- Dielen: Hier soll und werde ich die Dielen einmal herausnehmen (1-2 Bahnen) sowie evtl. an der anderen Außenwand auch partiell (muss ich noch überlegen) wie. Dann prüfen, wie sieht der Untergrund aus (feucht/nicht feucht, welcher Untergrund, dann Abwägung, alles raus ja/nein).
- Die grüne Farbe ist Ölfarbe, dass darüber der angesprochene Putzgrund. Hier soll ich erstmal alles runterholen (Putz, evtl. grüne Ölfarbe) und dann auch beobachten. Vom sofort Bestreichen bzw. irgendwas rauf, rät er ab.
- Das Bild 1 (Beitrag 1) ist aus seiner Sicht kein Schimmel. Muss ich jetzt auch erstmal so stehen lassen. Tatsächlich hat sich auch nichts Neues oder irgendetwas gebildet, was auf weiteren oder Schimmel hindeutet.

Wie ist mein Vorgehen:

1. Wand abschleifen/freimachen, mind. den weißen Putz oder die putzähnliche Wandfarbe.
2. Dielen partiell raus (Bahn 1+2 längs, quer partiell raus).
3. Feuchtigkeit/Temperatur + Wandveränderungen beobachten.

Grundsätzlich wurde mir erstmal ein gutes Gefühl vermittelt, dass es vielleicht doch nicht so schlimm ist. Die Gretchenfrage wurde jedoch noch nicht beantwortet (Wie hält's die Wand es mit der Feuchtigkeit? Theorie 1 Boden (Dielen prüfen..- Anschlussfrage ergibt sich dann vielleicht: Was dagegen machen?) - Theorie 2 Außen, wobei durch die Noppenbahn hier nichts eindringen sollte, ggfls. durch die beschädigten Fugen etwas eingedrungen ist und dann durch die Noppenbahn nicht nach außen gelangen kann?) - Theorie 3 - Glaskugel.
 
Re: Antwort

"Gretchenfrage wurde jedoch noch nicht beantwortet (Wie hält die Wand es mit der Feuchtigkeit? Theorie 1 Boden - Theorie 2 Außen, wobei durch die Noppenbahn hier nichts eindringen sollte, ggfls. durch die beschädigten Fugen etwas eingedrungen ist). "
Speziell: "Wie hält die Wand es mit der Feuchtigkeit?"
Du fragst damit: Woher kommt die Feuchtigkeit, die die Wand auffeuchtet?
Wenn das Fundament von außen wirklich dicht ist (NUR eine Noppenbahn ist keine Abdichtung, eine Noppenbahn ist nur der mechanische Schutz einer Abdichtung), kann die Feuchtigkeit auch von unten, dem Fundamentfuß/-querschnitt und/oder der Innenseite des Fundaments kommen. Die Frage ist, ist eine Horizontalsperre über Erdniveau in den Wänden?

"(Raumtemperatur 18'C, Außenecke 10-11'C)", kann zu Kondensatausfall aus der Raumluft in der kalten Ecke führen.

"Positiv wurden die Heizungsrohre empfunden"
Die reichen aber offensichtlich nicht aus, sonst wäre es in der Ecke wärmer.

"Der Vorschlag wurde aber gemacht, einen zweiten Heizkörper zu installieren, um den gesamten Raum "optimierter" zu beheizen. "
Das ist grundsätzlich nicht verkehrt. Das Problem der kalten Ecke wird sich dadurch aber nur etwas verbessern. Steht später ein Schrank oder ein Sideboard in der Ecke, bringt ein zusätzlicher HK (fast) nichts mehr.
Heizkörper heizen überwiegend durch Konvektion. Die dadurch entstehende(n) Luft-, bzw. Umwälzungswalzen bewegen sich aber immer "im freien Raum", die warme Luft kommt nur minimal in die Raumecken. Genau deshalb und weil zusätzlich weil die "Kältestrahlung" der beiden sich in der Ecke treffenden Außenwände da zusammen kommen, sind Raumecken immer kälter. Und somit auch die Wandoberflächen in den Ecken.

Überlegt euch ob eine Wandflächenheizung nicht sinnvoller wäre.

Gruß,
KH
 
Theorie

Hallo,

die Frage nach der Horizontalsperre: Die kann ich leider nicht abschließend beantworten. Vor 2 Jahren wurde das Haus einigermaßen saniert. Es wurde ja was gemacht (siehe Fotos, Buntsteinputz etc.), aber im Detail kann ich das nicht sagen. Bevor ich hier draußen den Buntsteinputz abkloppe würde ich mal versuchen den Voreigentümer zu fragen, ob er mir hier eine Auskunft geben kann.

Eine von mir mal aufgestellte Theorie aus den hier gemachten Vorschlägen und Erklärungen und Zusammenreimen der Umstände: Vor der Anbringung des Buntsteinputzes im Sockelbereich hatte die Bodenfeuchte die Chance nach außen zu gelangen. Ich unterstelle mal, dass die 80 Jahre alte Horizontalsperre aus Dachpappe/Schweißbahn schon nicht mehr intakt war/ist. Mit der Anbringung des Buntsteinputzes ist der Feuchtigkeitsaustausch nach außen gehemmt und dringt so nach innen, tendenziell bis Höhe Dachpappe, lässt hier die Wand feucht werden in Höhe der Dachpappe, die 5cm über den Dielen ist, und zieht partiell noch nach oben. Das würde die unterschiedlichen Feuchtigkeitsmessungen im Wandbereich erklären umso höher man misst (je nachdem, wo die Dachpappe hinüber ist und wo sie noch einigermaßen intakt). Ich bin mir darüber bewusst, mit der Theorie evtl. auch "baden" zu gehen .. Wir schauen mal. :)

In der Ecke soll mit Sicherheit nichts stehen, die bleibt frei, alleine schon wegen der Eckenproblematik. Die Wandflächenheizung ist tendenziell eine gute Idee, aber würde ich mir damit nicht mehr Feuchtigkeit noch in die Wand ziehen, sofern irgendwo Feuchte ist, und hier noch mehr Fläche biete?
 
Re. Theorie

Hallo Felix,

wie hoch ist denn außen der "abgedichtete" Sockel?
Wie gesagt, ich glaube nicht dass 20 - 30 cm höhere "Verdunstungs-/Austrocknungsmöglichkeit" nach außen hin so viel bringt, dass es innen trocken wäre.

Deine Aussagen zur Mauersperrbahn verstehe ich nicht. Gibt es eine oder nicht? (wir reden hier nicht über vertikale Abdichtungen)

"Die Wandflächenheizung ist tendenziell eine gute Idee,...."
Im Hinblick auf zukünftige Heizenergiekosten und zukünftig zulässige Heizungsarten ist das nicht nur tendenziell, sondern ein ganz wichtiges und aktuelles Thema, mit du dich unbedingt befassen solltes!

" ....aber würde ich mir damit nicht mehr Feuchtigkeit noch in die Wand ziehen, sofern irgendwo Feuchte ist,..... "
Nein, eine Heizung kann keine Feuchtigkeit ziehen, nur heizen.
Aber dadurch das eine Wand warm wird, wird die darin enthaltene Feuchtigkeit schneller raus verdunsten.
Das diese Art der "Trockenlegungdurch Beheizen" energetisch gesehen Unsinn ist, sollte klar sein.

"....und hier noch mehr Fläche biete?"
??? Wer bietet wem warum mehr Fläche? Die Fläche ist da, die Wände werden nicht größer und nicht kleiner.
Was soll dieser Halbsatz aussagen?

Versuche dich bitte klarer, deutlicher auszudrücken.

Gruß,
KH
 
Antwort

Hallo, ich versuche mal kurz ohne Umschweife mich klar auszudrücken.

1. Die Höhe des außen abgedichteten Sockels ist ca. 40cm.
2. Mauersperrbahn: Ich denke ja, ist anhand der erkannten Dachpappe/Schweißbahn ableitbar? Wobei bei einem 80 Jahre alten Haus auch evtl. bereits porös?
3. Wandflächenheizung: Ok, das Thema nehme ich auf jeden Fall mit als Alternative zum zweiten Heizkörper.
4. Die Anmerkung mit der kalten/warmen Luft und der Wandflächenheizung ziehe ich mal zurück.

Die Außenwände des Hauses erstrecken sich über das diskutierte Zimmer, das Wohnzimmer und Küche. Im Zimmer haben wir das Problem der aufsteigenden Feuchte (umso tiefer an der Wand, umso höher die Feuchte - okay'e Trockenheit/Feuchte in Höhe 80cm-1m), beim Wohnzimmer ist der Wert soweit in Ordnung, nur direkt über den Dielen ist eine erhöhte Feuchte zu verzeichnen. In der Küche, die ich gestern mal auseinandergebaut habe, ist das gleiche Muster wie im diskutierten Zimmer. Da sich das Problem anscheinend über die gesamte Außenwand zieht, würde evtl. eine defekte Horizontalsperre ursächlich sein (Küche und Zimmer auf Ostseite hohe Feuchte, Südseite Wohnzimmer annehmbar).

Hier noch eine Frage: Wenn die mal angedachte Horizontalsperre/Dachpappe nun eingebracht worden ist, jedoch die Dielenhöhe unterhalb dieser Sperre sich befindet, ist doch eine Feuchte im Bereich der Sockelleisten unvermeidlich? Die Frage ist, ist die Feuchte dann in diesem Fall hinnehmbar?

Auch wenn ich sicherlich wieder einstecken muss, hilft es sehr weiter, die Optionen und Möglichkeiten weiter zu ergründen.

Vielen Dank im Voraus!
 
Nochmal von vorn

Hallo Felix,
"Auch wenn ich sicherlich wieder einstecken muss,.... "
Falls du mit "einstecken müssen" die eine oder andere kritische Bemerkung meinst, du musst hier im Forum nichts einstecken. Es ist halt für jemand der die Gegebenheiten nicht sieht, oft schwer langatmige Texte oder zwischen mehreren Themen/Punkten hin und her springende Aussagen nachvollziehen zu können. Entweder bekommt der Fragesteller irgendwann keine Antwort mehr, oder wird halt darum gebeten sich deutlicher auszudrücken. Ich zumindest versuche das meistens auf die freundliche Art, nach dem Motto: wie es in den Wald rein schallt.... ;-)

"...hilft es sehr weiter, die Optionen und Möglichkeiten weiter zu ergründen."
Natürlich. Es macht wenig Sinn zu einer Schadensbehebung einfach drauf los rauszureißen, wenn man die Schadensursache nicht kennt. Manchmal liegt die wo ganz anders als man zunächst annimmt.

Der Übersichtlichkeit halber lasse bitte den Fußboden ab jetzt zunächst ausm Spiel. Der ist ein anderes Thema.

Also los:
Nachdem du jetzt geschrieben hast dass in den anderen Räumen die gleich, oder eine ähnliche Situation ist, tendiere ich eher in eine andere Richtung.
Erste Theorie, abgeleitet aus deinem Satz "(Küche und Zimmer auf Ostseite hohe Feuchte, Südseite Wohnzimmer annehmbar)": Die Wände sind generell (zu) schlecht dämmend. Die Raumtemperatur ist zu niedrig. Deswegen bleiben die Wandoberflächen zu kalt. Daraus ergibt sich zumindest an den kritischen (besonders kalten) Stellen (da wo die warme Luft nicht hin kommt --> Raumecken, direkt über dem Fußboden, Wandnischen, Fensterleibungen) eine zu niedrige Oberflächentemperatur, weswegen besonders da Kondensat entsteht. Das Kondensat kann wegen der dichten/filmbildenden Anstrich vom Putz nicht schnell genug aufgesaugt und wieder abgegeben werden. Deswegen misst du mit dem Feuchtemesser mit Kugelkopf-Sensor da hohe Feuchtigkeit. (die Geräte messen nur "oberflächennah")
Zweite Theorie: Weil die vorhandene Horizontalsperre tatsächlich defekt ist, gibt es aufsteigende Feuchtigkeit. Die hat der Vorbesitzer mittels der abdichtenen Anstriche versucht zu "kaschieren".
Dritte Theorie: Die Horizontalsperre ist an sich noch intakt, liegt aber zu hoch. Unterhalb der Sperre steht sehr viel Feuchtigkeit an. Der Innenputz ist von oben kommend ohne Unterbrechung über die Sperre auf den feuchten Bereich verputzt worden. Er bildet so eine "Brücke" oder "Umgehung" über/um die Sperre. Die Feuchtigkeit zieht über den Putz weiter nach oben und feuchtet die Wand von innen heraus auf.

Beschreibe bitte den gesamten Wandaufbau von außen nach innen. Auf dem ersten Foto sieht man außen Klinkersteine, wie gehts nach innen weiter? Ist die Außenwand zweischalig? Wenn ja, ist der Hohlraum gefüllt? Ist er belüftet? Aus was ist die Innenschale?
Zeichne evtl. eine, oder auch mehrere Skizzen und lade sie hier hoch.
Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Gruß,
KH
 
zimmer-leeres-kueche-i30280_20221221212433.pngAntwort

Hallo KH,

nein, das mit dem "einstecken" meine ich tatsächlich voller Demut. Ich bin tatsächlich dankbar, hier so viel mitzunehmen! Also, ich habe nochmal von vorn angefangen:

1. Ich habe alle Außenwände von Innen per Feuchtigkeitsmesser (Climia 100CMG; bis 30 trocken, 30-60 feucht, ab 60-100 nass). Der Hausaufbau ist von links nach rechts bzw. Ost nach Süd: Küche -> leeres Zimmer 1 --> leeres Zimmer 2 --> Wohnzimmer. Es ist zu erkennen, dass insbesondere der Bereich über den Dielen hohe Werte aufweist, der Bereich unter dem Fenster im leeren Zimmer und in der Küche in der Ecke. Küche ist tapeziert mit Strukturtapete, leeres Zimmer "nackig" bis auf Putzgrund und Ölfarbe, Wohnzimmer verspachtelt und Glasvlies.

2. Es handelt sich um ein Hohlmauerwerk, meiner Meinung nach nicht belüftet, Hohlraum ist nicht ge-/befüllt. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass hier und da die Fugen nachgebessert worden sind (sind die Belüftungsfugen evtl. verschlossen worden (mit dem Buntsteinputz?). Auf den Bildern einmal der Sockel: Der Buntsteinputz ist ca. 40cm hoch, darunter befindet sich auf Höhe der GOK eine Kappleiste, darunter oder damit abgeschlossen die Noppenbahn. Was hinter der Noppenbahn ist, kann ich noch nicht sagen (noch keine Rückmeldung vom Voreigentümer). Ich werde morgen mal noch tiefer versuchen zu kommen (heute nur Regen und dunkel). Ich würde jetzt hier eine Hohlkehle erwarten.

Anbei mal die Bilder:
 
[...]ich habe nochmal von vorn angefangen[...]

Das ist gut!
Jetzt noch unbedingt
- eine Handskizze vom KG (!), aus der zu ersehen ist, unter welchem Raum im EG sich das Gewölbe befindet;
- die erste, optimal auch die zweite Diele parallel zur Wand aufnehmen und Foto vom Untergrund in den beiden Ecken;
- wo zeigen die Ausstülpungen der Noppenbahn hin? Zur Wand oder zum Erdreich? Das Foto suggeriert Wand;
- aufschlussreicheres Foto von der Kappleiste.
Gruß
M. Steinig
 
Korrektur !

Das Foto suggeriert, die die Noppen"erhöhung" zeigt zum Erdreich!
Gruß
M. Steinig
 
Sockel außen sieht gut aus

Abgesehen von dem relativ waagrechten Versprung (Bodenplatte?) sieht die Perimeterabdichtung gut aus.
Auf diesen Versprung hätte halt noch die Hohlkehle gehört, damit Wasser garantiert ablaufen kann.

"Das Foto suggeriert, die die Noppen"erhöhung" zeigt zum Erdreich!"
So ist es korrekt. Die Noppenbahn muss "flach" an der Bitumenbahn/Abdichtung anliegen, damit die Noppen keine Löcher rein drücken (könnten). Die Noppen dienen zur Verkrallung im angefüllten und verdichteten Erdreich, damit die Folie nicht mit der Zeit nach unten weg sacken kann.
Die Abdichtung über dem Gelände/am Sockel ist somit auch korrekt.
Von außen kommt (z. B. durch Sprizwasser) keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk.
Bleibt m. M. n. als nächstes zu prüfen, ob die Mauesperrbahn noch intakt ist.
Ich würde dazu innen stellenweise den Putz weg schlagen und die Fuge in der die Sperrbahn liegt so vorsichtig auskratzen, dass dabei die Folie nicht beschädigt wird.

Gruß,
KH
 
Thema: Wand- und Fußbodenbehandlung Altbau (Bj. 1936) - Schimmelverdacht bzw. unklare Wandverhältnisse

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