Wand- und Fußbodenbehandlung Altbau (Bj. 1936) - Schimmelverdacht bzw. unklare Wandverhältnisse

Diskutiere Wand- und Fußbodenbehandlung Altbau (Bj. 1936) - Schimmelverdacht bzw. unklare Wandverhältnisse im Forum Sanierung allgemein im Bereich - Hallo zusammen, ich freue mich im Forum zu sein und bin gespannt auf einen offenen Austausch mit euch. Folgender Sachverhalt: Wir haben vor...
Lösungsvorschlag Boden und Wand

@KH: Ja, die Wandoberflächentemperatur wurde auch gemessen. Diese betrug bei ca. 18-19'C Raumtemperatur 10,5-11'C. Du hast da also schon einen Abfall, rel. Luftfeuchtigkeit betrug 50%.

@Detlef: " Es muss ein genereller Neuaufbau der Wandfläche vorgenommen werden". Mal ganz naiv gefragt, was meinst du hier genau?

Dadurch, dass wir den Boden nun aufmachen werden, werden wir diesen nun gleich (mit-)machen wollen. Folgendes haben wir uns überlegt (da eine Bodenplatte vorhanden ist):

Boden:

1. Mit (selbstklebender) Schweißbahn den Boden versiegeln (Frage: Bis genau Höhe Mauersperrbahn oder drüber?).
2. Randdämmstreifen, Ausgleichsschüttung und Fermacell-Platten. (Frage: Kann die Ausgleichsschpttung direkt über die Schweißbahn oder muss hier noch Folie drüber?)
3. Trittschalldämmung und darüber Parkett verlegen.

Für die Wand, da sich nun auch keine weiteren Anzeichen von Schimmel o.Ä. bis dato zeigen:

1. Grundsätzlich: Wand abschleifen (weißen Putzgrund, ggfls. auch Ölfarbenreste), verspachteln (mit mineralischen Putz) und mit mineralischer Farbe (Sto Sil Mineral). Feuchten Streifen mit Sanierputz.
2. Streifen auf ca. 1m Höhe (mit erhöhter Feuchtigkeit) werden wir versuchen etwas weiter aufzuklopfen. Tatsächlich, man sieht ja immer wieder neue Sachen, scheint dieser Wandabschnitt sich etwas uneben zu sein und eine Beule nach innen zu bilden. Evtl. ist hier einfach Unmengen an Putz/Farbe, etc. draufgeklatscht worden und "siecht" nun vor sich hin. Was hinter dem Zeug ist, kann ich ja gerne dann nochmal teilen.

Das wäre Option 1 der Ursache.

Option 2 ist das Fallrohr, für welches ich nun auch ein Sickerschacht installieren werde.

Option 3 sind evtl. noch die Fugen, die wir uns für das Frühjahr/Sommer dann vorgenommen haben, da diese die besten Tage hinter sich haben und hier evtl. Feuchtigkeit reinzieht.



Gruß,
Felix!
 
Es muss ein genereller Neuaufbau der Wandfläche vorgenommen werden

Hallo Felix
Ja . so wie ich es schon geschrieben habe
Ich würde davon abraten die Oberflächen nur zu schleifen.
Mit dem Sanierputz bist du schon auf den richtigen Weg. Allerdings habe ich den Eindruck ( nach deiner Beschreibung ) das es mehr Handlungsbedarf zur Sanierung der Wandflächen gibt.
Da würde ich keine halben Sachen machen.
Ich zitiere mal aus einer Ausschreibung - Wie ich sie oft erhalten habe.

Den vorhandenen Alt Putz bis auf das Mauerwerks Gefüge abschlagen.
Lose sandende Fugen auskratzen und die Fläche mit einen scharfen Besen reinigen.

Auftragen einer Salzsperre Flächendeckend von unten nach oben flutend
Auftragen einer Sulfat beständigen Schlämme / Sie muss Wasserdampfdurchlässig sein.
frisch in frisch einen Vorspritzmörtel halbdeckend und Warzenförmig auftragen.

Nach dem aushärten einen Sanierputz WTA zwei lagig auftragen. / hierzu habe ich oft einen reinen Luftkalkmörtel genommen.
Die Oberfläche mit einem Kalk oder Silikatspachtel glätten.

Wichtig hierbei ist es die vorhandenen Mauersalze zu binden .
sonst würde der Sanierputz sehr schnell zum Opferputz und mit Salze gesättigt sein.
Der Putzaufbau muss in der Lage sein die vorhandene Raumluftfeuchtigkeit zum größten teil zu speichern und aus diffundieren zu lassen.
Zur Verarbeitung der Materialien würde ich mir immer auch das Technische Merkblatt da zu nehmen.

Gruß / Detlef
 
putz-mauerwerk-feuchten-i30280_202315161751.jpgIch habe noch 2 Fragen

Der Bodenaufbau soll folgendermaßen gestaltet werden:

1. Abdichtung Boden: Bitumen-Schweißbahn KSU S4 (verklebt)
2. Trockenschüttung: Fibotherm Perlite 1-5mm
3. Trockenestrich: Gipsfaserplatte 20mm
4. Unterlage Parkett: Vinclic 1,6mm
5. Parkett: Birke

Ist das vom Vorgehen so in Ordnung? Benötige ich/wir hier noch eine Trennung zwischen Wand und Schüttung durch Randdämmstreifen oder Styropor/Styrodor? Sollte die Schweißbahn bis zur Horizontalsperre gelegt werden oder kann diese auch darunter enden (bis Höhe Ende Bodenaufbau)?


Wand:
Hier bin ich noch zwiegespalten zwischen großer Keule oder dem leichten Weg. Mein Plan war erstmal abschlagen, zumindest die obere Schicht (Latexfarbe) und Ölfarbe, dann mal schauen, was dahinter los ist. Tendenziell würde ich dann dort wieder einen neuen Putz (Kalkzement) draufsetzen. Nur für die feuchten Stellen würde ich den Putz weiterabschlagen, ggfls. bis zum Mauerwerk, und hier mit Sanierputz arbeiten.

Ich habe mal schon den Putz teilweise abgeschlagen: An feuchten und trockenen Stellen.. An feuchten Stellen geht es sehr einfach, Putzdicke ca. 2cm. Mauerwerk dahinter hat den gleichen Feuchtegrad. Trockener Putz hat auch trockenes Mauerwerk dahinter..
 
Gesamtkonzept

den Plan glaube ich, kann kein/e Fachkundige/r gutheißen, weil nur Makulatur.
Du musst Dich damit anfreunden, dass Du da leider eine richtige Baustelle hast.
Der gesamte Thread zeigt eine Vielzahl von Problemen aus teils nur gestreiften Salamischeibchen auf.
Arbeite doch mal die vielen fachlichen Ratschläge der Reihe nach ab.
Der Boden alleine ist es nicht!
BG Michael
 
Zusammenfassung

Hallo,

also die Ratschläge abarbeiten und herausschälen haben wir aus meiner Sicht bestmöglich gemacht:

1. Mauersperrbahn/Horizontalsperre > ist vorhanden.
2. Perimeterabdichtung -> ist vorhanden, sieht gut aus. Ggfls wurden jedoch die Lüftungsfugen verschlossen (ist niemand mehr drauf eingegangen, könnte ich mir aber auch als Ursache noch vorstellen)
3. Bodenbeschaffenheit -> könnte eine Ursache sein, machen wir aber auch aus kosmetischen Gründen neu inkl. Dämmung und Abdichtung gegen u.U. aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich.
4. Fallrohr -> wird derzeit bereits umgeleitet, die Tage wird noch ein Sickerschacht installiert.
5. Wand -> Entfernen des Putzes an der Wand, feuchte Stellen mit (Luft-)Kalkmörtel behandeln, ggfls. noch mit Salzsperre.
6. Feuchte/Temp. -> über einen längeren Zeitraum ist der Raum weder zu wenig temperiert noch zu feucht. Es haben sich auch keine neuen Flecken an der Wand gebildet. Es kommt zum Temperaturabfall in der Innenwand, ja, evtl mitunter auch im kritischen Bereich. Hier soll mit der Installation eines neuen Heizkörpers nachgebessert werden.
7.Außenfugen - sind teilweise porös/offen, hier soll im Frühjahr nachgebessert werden.

Aus der Ursachensammlung und den bereits und noch weiter abzuleitenden Maßnahmen würde ich denken, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Deshalb verstehe ich den Pessimismus auf die Maßnahmen nicht, bin aber gerne weiterhin empfänglich für Vorschläge.
 
Pessimismus

Hallo
So wie Michael geschrieben hat ist diese Vorgehensweise nur Makulatur
Die oberen Schichten abschlagen und mal schauen ?
Mit dem Feuchte Messgerät kannst du die Feuchte des Mauerwerks messen - aber nicht den Salzgehalt.

Zwiegespalten zwischen großer Keule und leichten Weg ?
Bei der Unsicherheit würde ich mir einen guten Fachmann vor Ort da zu nehmen , zu dem hat es den Vorteil das er , wenn es nicht zum gewünschten Erfolg kommen sollte greifbar ist .

Noch einmal meinen kurzen Eindruck zum Objekt.

Es ist oder war eine Feuchtigkeit vorhanden , welche abgestellt worden ist oder noch wird .
Die Versalzung des Mauerwerk wird weiterhin nicht ernst genug genommen.
Weil .. Du überlegst da nur teilweise zu sanieren.

Mein Fazit
Wenn ich mir schon die ganze Mühe und Arbeit mache , gehe ich auf alle möglichen Ursachen ein.
Sollte ich in dem Verlauf hier , nicht überzeugt worden sein, Hohle ich mir die Fachkompetenz zum Objekt.
Anregungen zur Ursache des Schadens hast du hier reichlich erhalten , das gibt dir den Vorteil mit dem Fachmann vor Ort Fachlich diskutieren zu können .

Gruß / Detlef
 
pessimismus-verkaufen-realismus-i30297_2023161460.jpgRealismus nicht Pessimismus

@Dearno, hat’s treffend zusammengefasst.
@Felix, verständlich ist, dass man mit Blick auf den Geldbeutel gerne zu Minimallösungen tendiert.
Das führt häufig zu einem Tunnelblick.
Hier was flicken und dort was abklopfen ist halt Salamitaktik, die der Komplexität Deiner Baustelle nicht gerecht wird.
Ratschläge haben ja auch was mit Verantwortung zu tun und solche hast Du wirklich eine Menge gute bekommen.
Hier wurde mal der Begriff "Glaskugel" verwendet und der trifft’s sehr gut!
Es ist unmöglich vor den doch sehr spärlichen Infos aus der Ferne ein verantwortbares Gesamtkonzept zu Deiner Vorgehensweise zu liefern.
Irgendwie hat sich Dein Thema aus meiner Sicht zu sehr verkopft!
13 % da 35 % dort, mit Baumarktmessgerät hier und dort. Schön und gut, aber letztendlich belegt alles nur, die Wände sind mehr oder weniger feucht.
Das mit einem zusätzlichen Heizkörper zu beheben ist aber, wie bereits von anderen geraten, keine Lösung.

Natürlich musst Du die vertikale Sperre an die horizontale Sperre ranführen und mit letzterer verschweißen.
Nur, diese (siehe Pfeil) endet z.B. an dieser Stelle und ist also nicht hermetisch umlaufend. Da Wasser keinen Kopf hat, sucht es sich halt diese noch so kleine Unterbrechung und verteilt sich von dort im Restmauerwerk.
Solange Du den ganzen Putzmist allein nur im Sockelbereich nicht komplett runterholst, bleibt es auch dort eine halbherzige Flickarbeit u. letztlich Selbstbetrug.
Der Buntsteinputz außenseitig ist eine der schlimmsten Putzerfindungen.
Dieser Kunststoffkleister ist dicht wie ein Taucheranzug, kaschiert Versalzungen und führt im Regelfall zu größeren Bauwerksschäden als den bereits vorhandenen (siehe nachfolgend).

Randbemerkung:
[...]ein altes Haus erworben, Baujahr 1936, vor ca. 2 Jahren grundsätzlich in Schuß gebracht,[...]

Erfahrungsgemäß fällt einem Hauskäufer häufig genau das "in Schuss gebrachte" auf die Füße.
Mir stellt sich immer die Frage, warum der Verkäufer noch Geld investiert, wenn er doch verkaufen will?
Wäre es nicht fairer das Haus so zu verkaufen wie es ist, mit allen sichtbaren Mängeln und dafür mit dem Preis zurückzugehen. Dann wüsste der Käufer, woran er ist.
 
bauwerksschaeden-kunststeinputz-kalkzementputz-i30297_202316143737.jpgBauwerkschäden durch Kunststeinputz

Entgegen meiner ausdrücklichen Warnung hat sich der Eigentümer diesen feuchten und versalzten Haussockel vor 6-7 Jahren mit Buntsteinputz verkleistern lassen!
Der von ihm aber doch beauftragte "Fachbetrieb" suchte anscheinend Arbeit, egal welche.
Na ja, letzteren gibt’s halt auch nicht mehr. Und weil der Geldbeutel klamm geworden ist, versucht der bedauernswerte Bauherr die Misere mit einem Sack Kalkzementputz nach dem anderen zu flicken.

(mal sehen, ob das mit dem Bild hochladen nach 3 Versuchen jetzt klappt)
 
Wirklich?

"Mit dem Feuchte Messgerät kannst du die Feuchte des Mauerwerks messen - aber nicht den Salzgehalt."

Das üblicherweise dem Privatmann zur Verfügung stehende Messgerät misst die elektrische Leitfähigkeit. Es taugt schon bei nicht versalzenem Mauerwerk aufgrund der Ungenauigkeit, heterogenen Materials etc. nur für Vergleiche, nicht für die exakte Messungen.

Bei versalzenem Mauerwerk versagt die Technik.

Grüße

Thomas
 
@thomas, Meine Rede,

seine Sachlage ist einfach zu komplex.
[...]13 % da 35 % dort, mit Baumarktmessgerät hier und dort. Schön und gut, aber letztendlich belegt alles nur, die Wände sind mehr oder weniger feucht.[...]
Felix sollte sich den Ankauf von weiteren Heimwerker-Messgeräten sparen.
Um einen Fachmann vor Ort wird es wohl nicht herumkommen.

Login funktionierte jetzt mal zwei Wochen. Bis gerade jetzt, wo’s halt wieder nicht mehr klappt.
 
Thema: Wand- und Fußbodenbehandlung Altbau (Bj. 1936) - Schimmelverdacht bzw. unklare Wandverhältnisse

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