Wandaufbau: Thermohanf, Holzfaserplatten, Wandheizung, Lehmputz

15.04.2009



Hallo,
ich habe noch nie mit Lehmputz gearbeitet, jetzt ist es wohl mal so weit.
Eine Küche soll gedämmt und mit Wandheizungen ausgestattet werden. Eine preisgünstige, saubere und fachwerkfreundliche Lösung ist erwünscht.
Idee: Tapeten und zementartige Putzreste entfernen, Holzkonstruktion aufsetzen und mit 10cm Thermohanf dämmen. Darauf eine ProClima Dampfbremse mit hoher sd-Varianz. Zum Tragen der Wandheizung dann 22mm Holzfaserbauplatten. Die Wandheizung in 2-3 cm Lehmputz einputzen, dann Jutegewebe und Oberputz.
Irgendetwas zu bemängeln? Ist die tragende Schicht zu wackelig?
Haftet der Lehmputz problemlos auf den Holzfaserplatten?
Ich danke für Tipps!

Grüße,
Tim

Kleine Ergänzung: Ich habe mir den Aufbau hier mal berechnen lassen
http://www.bastelitis.de/u-wert-rechner/?sid=0.781021299754506&d1=0.5&name1=Lehm-Oberputz&l1=0.66&m1=5/10&r1=1500&mtyp1=p&d2=3&name2=Lehm-Unterputz&l2=0.73&m2=5/10&r2=1600&mtyp2=p&d3=2.2&name3=Holzweichfaserplatte&l3=0.045&m3=3/5&r3=160&mtyp3=i&d4=0.05&name4=Dampfbremse%20sd=5&l4=0.22&m4=1e4/1e40000&r4=260&mtyp4=d&d5=10&name5=Holzweichfaserplatte&l5=0.045&m5=3/5&r5=160&mtyp5=i&d6=0.05&name6=Dampfbremse%20sd=2,3&l6=0.22&m6=4600/4600&r6=260&mtyp6=d&d7=1&name7=Lehm-Unterputz&l7=0.73&m7=5/10&r7=1600&mtyp7=p&d8=12&name8=Lehm-Unterputz&l8=0.73&m8=5/10&r8=1600&mtyp8=p&d9=0.5&name9=Kalkputz&l9=0.87&m9=10/10&r9=1400&mtyp9=p&outside=0&T_i=20&T_e=-12&RH_i=50&RH_e=80&

Evtl. sperrende Reste auf der alten Oberfläche habe ich mit einer Dampfbremse sd=2,3 modelliert, die Außenwand mit 12cm Lehmunterputz.



Für meine Geschmack...



...eine zu hohe Dämmstärke. Selbst bei der Verwendung von den noch so ökologischen Baustoffen, die eine Menge Eigenschaften mitbringen, um eine funktionierende Innendämmung für ein Fachwerk zu ergeben, stellst du bei der Dämmstärke die Außenwand komplett in die Kälte.
Weniger ist mehr, dann braucht's auch keine Dampfbremse.

Gruß Patrick.



Problem?



Vielen Dank für die fixe Antwort. Ich bin sehr daran interessiert, die Wand ins Kalte zu stellen, denn dann stehe ich im Warmen. Hast du vielleicht einen Link mit Infos, warum man sie nicht ins Kalte stellen sollte?



dran denken



... dass auch Gardinenstangen und evtl. Hängeschränke an diese Wand gehängt werden sollen -> dafür entsprechend Holz anbringen, damit genügend fester Grund vorhanden.

Für die Berechnung der Dämmstoffmaterialien und deren Stärke kann ich nichts schreiben - weiß aber hier aus dem Forum, dass die Fachleute gerne noch folgendes Wissen wollten: Aufbau und Stärke der Außenwand sowie Himmelsrichtung(en), ob geschützte Außenwand oder im Wetter stehend.

viele Grüße
Silke



Die Außenwände



sind 3 an der Zahl, nach Osten, Norden (der Giebel) und Westen.
Fachwerk mit viel Eiche, leider ver-"Consolant" (dicker dichter Lack). Dazwischen Lehm und Holz, teilweise könnten auch ein paar Ziegelsteine eingesetzt sein. Gefache außen verputzt, Innenwände gemischt verputzt und tapeziert.
Dachüberstand dürfte bei 40 cm liegen, am Giebel eher 20-30cm.

Grüße,
Tim



Ist nur leider...



...nicht ganz das Wahre. Du reduzierst das Trocknungspotential dramatisch. Eine Innendämmung bei einem Fachwerkhaus sollte eher der Temperaturerhöhung der Wandinnenfläche dienen, als dem komplett "ins Kalte" stellen der Außenwand. Größenordnung 4 bis max. 6 cm. Wenn in deine ausgekühlte Wand Wasser eindringt (was bei einem Sichtfachwerk immer der Fall ist), hilft eine moderate Dämmung bei der Trocknung. Außerdem hättest du ohnehin noch ein zusätzliches Problem mit großen Wärmebrücken an den Decken, sofern die Innendämmung nicht durch die Geschoßdecken durchgezogen wird (und nebenbei deine Klimamembran auch absolut dicht an die Balken angeschlossen wird. Die Gardinenstange sind das kleinste Problem.
Nochmal, bei Innendämmung an einem Fachwerk ist weniger mehr. Aufbauvorschläge über die Forumssuche, die gibt es zu Hauf. Kannst auch mal unsere "Lehmer" fragen, Udo Mühle oder Mathias Josef.

Gruß Patrick.



Massewandaufdopplung möglich



Auf die Bestandswände einen Lehmausgleich aufbringen und durchtrocknen lassen.
Nachher eine Holzweichfaserdämmung aufklebend anbringen und mechanisch befestigen und darauf dann die Wandheizung montieren.
Unter Wärme Verputzen und nicht mit Jutegewebe, sondern Glasfasergewebe grobmaschig einbettend arbeiten. Nach Durchtrocknung mit einem Oberputz oder Feinputz fertigstellen.

Grüße Udo



Vielen Dank



für die Tipps.

Udo, was heißt "aufklebend aufbringen"? Was wäre deine Empfehlung für die maximale Dämmstärke in Holzweichfaserplatten?

Grüße,
Tim