Badezimmer in der Scheune

22.05.2008



Ich plane ein Badezimmer in der ehemaligen Scheune zu bauen. Ich bin etwas ratlos über den Wand und Deckenaufbau. Gegeben ist die alte Brandwand, gemauert aus Bimsstein, ca 40 cm. dick zum Wohnhaus. Vor dieser Wand befinden sich Balken für den Dachstuhl. Es muss also eine Vorsatzschale her.
Dann muß ich noch Dachschrägen Verkleiden und dämmen. Der Aufbau des Daches ist Sparren, Bretter, Dachpappe oder ähnliches und Naturschiefer. Ich möchte keine Folien einbauen. Mir schwebt eine Kaltdachkonstruktion vor. Aber wie das Ganze ausführen? Welche Dämmstoffe in welcher Stärke bieten sich an? Welche Wandverkleidung von innen im Badezimmer? Eine Wand besteht bisher lediglich aus einem horizontalem Balken. Dahinter ist dann weiterhin unbeheizte Scheune. Das ganze sollte möglichst einfach zu machen sein und Kostengünstig sein. Ich bin für Vorschläge dankbar, Bedingung ist lediglich KEINE FOLIE.



Da



sollte eine ordentliche Badezimmerplanung gemacht werden. Ein Badezimmer ist ein sehr komplexes System mit unterschiedlichsten Anforderungen. Sicher lässt sich ein diffusionsoffener Wand- und Deckenaufbau realisieren, andererseits müssen bestimmte Bereiche Wasserdicht konstruiert werden. Details lassen sich nur vor Ort festlegen.
MfG
dasMaurer



Wasserdicht ist nicht das Problem



Den Duschbereich würde ich aus Wedi Platten mit wasserdichtem Anstrich und Fliesen gestalten. Mir stehen etwa 5 x 4 Meter Fläche zur Verfügung. Da kann ich den Naßbereich auch in die Mitte vom Raum stellen. Ich tendiere zu einem Aufbau mit Holzständerwänden mit OSB beplankt. Dahinter dann ein Dämmmaterial. Reicht dafür Glaswolle oder ist Hanf besser oder Weichfaserplatten. Und was könnte ich dann auf den OSB Platten aufbringen.
Ich bin gerade am Anfang meiner ordentlichen Badezimmerplanung. Ich geh nur ungern zu den sogenannten Fachleuten ohne ein gewisses Grundwissen. Und ich denke hier im Forum sind Leute die wissen wovon sie sprechen und nicht nur die schnelle Mark sehen. Es wird eben auch gerne das verkauft was schon lange im Lager rumliegt. Und wenn mein Baustoffhändler das Wort Schaumglasschotter noch nie gehört hat, mach ich mich lieber erst mal selbst schlau, als zu dem nächst besten "Profi" vor Ort zu rennen.



Badezimmer in der Scheune



Hallo Carsten, kann ja sein, dass sich der Badezimmerfall lange erledigt hat. Aber ich fand die Idee als sehr ansprechend und daher noch mein Kommentar. Ich bin deutscher Architekt, lebe seit sechs Jahren in Brasilien, vorher war ich in Deutschland 30 Jahre selbständig auf dem Sektor Luxusbadezimmer. Für die von Dir angesprochenen Probleme gibt es jeweils mehrere Lösungen, aber ein paar Grundsatzfragen müssen erst beantwortet werden. Zum Beispiel die Budget-Frage, die Energiefrage, dann kommen praktische Anforderungen ans Bad hinzu, Gewohnheiten,(Duschen oder Baden; Trocken-Nassrasieren; Junggeselle-Familie; WC abgetrennt oder mit im Bad usw.)Dann kommen Materialvorliegen ins Spiel. Die einzelnen Materialien, Fliesen,Granit, Marmor, Holz bringen dann ihre eigenen Lösungsmöglichkeiten mit. Soll der Scheunencharakter erhalten bleiben? Das sind dann Deignfragen. Isolierung, Beheizung, Beanspruchung, Anfordernisse, Lichtverhältnisse, wieviel-Personenhaushalt. Wenn man diese Eckdaten kennt, ergibt sich meist leicht die genau passende Lösung. Dann wird es letztlich zur Nebensache, ob Sie einen schwimmenden Estrich aufbringen oder sich zu einem Trockenestrich entscheiden. Gibt es Allergiker in der Familie oder kann man ungehindert Faserdämmstoffe einsetzen? Wie ökologisch darf/muss/soll gebaut werden, daraus ergeben sich die zu verwendenden Baustoffe. Es waren nur ein paar Denkanstöße, vielleicht hilft es ja weiter. PE-Design www.echevers.com



Der



Fall hat sich noch nicht erledigt. Das Budget soll natürlich so günstig wie möglich sein. Derzeit wäre es ein Junggesellenbad, was sich aber schnell ändern kann. Geplant ist also ein Familienbad. Hinein soll Dusche, Badewanne, WC, Urinal, 2 Waschbecken und später mal eine Sauna. Bei der Heizung tendiere ich zu Heizleisten oder Wandheizung. Fußbodenheizung wäre auch möglich, wobei ich beim Fußboden zu einem Eiche-Dielenboden tendiere. Der Fußboden ist derzeit eine Stall-Gewölbedecke(Doppel-T-Träger mit Bimssteinen ausgemauert). Fenster sind keine vorhanden, dafür soll ein Dachfenster eingebaut werden.
Das Wichtigste ist für mich zunächst der Wandaufbau. Welche Dämmstoffe müssen wie dick verbaut werden. Auf Folien möchte ich verzichten, da ich nicht weiß, ob nicht doch in den nächsten 50 Jahren mal jemand ein Loch in die Wand bohrt. Die Materialien müssen nicht unbedingt vollkommen Ökologisch sein. Für die Wandverkleidung kämen Putz, Paneele oder Profilholz in Frage,bzw. eine Kombination daraus. Nur die Bereiche, welche dem Spritzwasser ausgesetzt sind sollen mit großformatigen Fliesen verfliest werden. Da bisher ja lediglich eine äussere Hülle besteht habe ich noch alle Möglichkeiten, was die Entscheidungen allerdings nicht gerade vereinfacht.



Rahmenbedingungen



Nun sind die Rahmenbedingungen schon weitaus klarer, Bestand, Ausbaugedanke, ökologischer Gedanke, einzusetzende Materialien, Objektliste, Bedarf, zukünftige Erweiterungen.
Jetzt müßte ich Sie eigentlich in Deutschland und Europa herum schicken, damit Sie sich vor Ort ein paar meiner Bäder anschauen können. Aber das geht natürlich nicht, eben beim Münchner Bürgermeister oder anderen Leuten anzuklingeln. Eine zusätzliche spätere Sauna bedarf natürlich einer einwandfreien Vorplanung - jetzt schon.
Wenn ich jetzt einen etwaigen Grundriss mit Nordpfeil hätte und wüßte, in welchem Ort gebaut wird, mit welchem Wetter im Winter zu rechnen ist, wäre das noch ein Schritt in die richtige Richtung. Beispielsweise extreme Kälte erfordert andere Isolierung, als ein Objekt auf den Kanaren. Nordpfeil ist auch nicht unwichtig wegen dem Taupunkt in der Wand, der sollte ja möglichst weit aussen liegen.
Der Fall interessiert mich, Sie können mir gerne an meine email Peter@Echevers.com ein paar Unterlagen zur Ansicht schicken, dann melde ich mich bei Ihnen.
Mit freundlicher Empfehlung
Peter Echevers