Walliser Stall umbauen

30.01.2019



Aktuell bin ich am Kauf eines Walliser Stalls in Strickbauweise (Blockbau mit gerade behauenen Bohlen) interessiert. Das ganze besteht aus Lärchenholz und ist ca. 150 Jahre alt. Während die Südseite perfekt und trocken ist, hat die Nordwestseite schwere Mängel. Die Bohlen sind zwischen 25-30cm hoch und 200mm dick. die Länge ca. 5,5m lang, was sich aus der grundsätzlich nutzbaren Länge der lokalen Stämme ergibt. Ab dem Boden steht die Grundmauer noch ca. 15cm raus und darauf liegen die ersten beiden Bohlen, die erstaunlicherweise noch intakt sind. Darüber befinden sich ca. 6-7 lagen Bohlen, die deutlichen Wurmbefall aufweisen und teilweise morsch abblättern. Auf der Innenseite sehen diese teil noch intakt und hellbraun aus, weichen aber teilweise schon ins Graue abschiessen. Stecke ich eine Ahle ins Holz, so gibt dies nach und wirkt etwas saftig, was nichts Gutes heissen soll. Die Bohlen müssten aller Anschein getauscht werden, während die Eckverbindungen noch gut halten. Wie werden diese morschen Bohlen ausgetauscht. Muss der ganze Strickbau von oben abgebaut werden. Momentan ist noch ein Wellblechdach drauf, das eh komplett ersetzt weden muss. Das hiesse also alle Balken abbauen, durchnummerieren und später wieder aufbauen, was in meinen Augen ein Mehraufwand im mittleren 5-stelligen Bereich ist, oder kann ich die 5-6 alten Bohlen "sanfter" ersetzen und aus schneiden und durch Hydraulisches Anheben an den Eckverbindungen mit Gurten die gesamte Konstruktion soweit anheben, dass die neuen Bohlen passgenau reinkommen und die tragende Funktion weiterhin erfüllen können und evt. mit zusätzlichen Holzdübeln nach unten und oben mit dem restlichen bau verbunden werden. Als Randnotiz, der Stall mit obenliegender Scheune ist nicht komplett Winddicht und einige Spalten sind da. Das heisst dass hinter der Aussenhülle sowieso noch eine Wassersperre und komplette Isolation mit Holz und diffusionsoffenen Naturmaterialen hinkommt. Insofern ist einige Millimeter Spaltmass nicht wirklich tragisch. Zur info der Bau hat eine Gesamthöhe von gut 7,5m welche Hangseitig (nordwestseite) gute 5,5m beträgt. danke vorab für alle kompetenten Vorschläge.



Massivholz



Hallo

könnten Sie ein paar Bilder machen

Gesamtsituation

etwas näher

Detail mit Ahle drin

Danke

Florian Kurz



Fotos



Danke lieber Florian Kurz,

lustigerweise habe ich selber 5 Jahre an der Schönbichlstr. 67 gewohnt.

ich habe einige Fotos auf flickr hochgeladen, die man sich hier anschauen kann.

https://www.flickr.com/photos/26038677@N06/

danke für Deinen Beitrag

liebe Grüsse

Björn Kurt



Balkenreparatur



Wenn die Eckverbindungen noch intakt sind könnten die geschädigten Balkenteile dazwischen schräg herausgeschnitten werden und neue Balken passend angeschrägt eingesetzt und mit schräg eingebohrten Holzdübeln befestigt werden.

Der Eckverbund bleibt dabei bestehen und trägt weiterhin, sodass nichts angehoben werden muß, was den gesamten Verbund schädigen könnte.

Wenns mehrere übereinanderliegende Balken betrifft nicht genau übereinander herausschneiden sondern seitlich versetzt.

Länge der Schräge ca 3-4 x die Balkenhöhe.evt weniger- je nach Möglichkeit.
In der Draufsicht auch einige mm schräg schneiden- siehe Skizze, um eine genauere Passung zu bekommen. Auch in der Draufsicht kann die Schräge viel größer sein-
in dem Fall können Holzdübel gerade eingebohrt werden..

Liegen die Balken einfach übereinander?
Hinterher würrde ich die Fugen gegen Schlagregen abdichten- zB mit Hanfschnüren oder Stopfhanf verwenden.

Innenseitig könnte ein Ziegelgewebe zur Armierung befetsigt und dieses mit Lehmputz versehen werden, dann zB vollflächig Holzfaserplatten einbetten und anschrauben.
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Balken austauschen



Da besteht auch die Chance mit HM1 von Masid eine Balkenverfestigung und stabiliesierende Sanierung ohne Balkentausch durzuführen. Die Bilder am besten mal direkt zu Masid schicken. Dann gibt es eine perfekte Lösung



Balkenbilder



Hallo

War vor ein paar Jahren mal ein Versuch zur "Imprägnierung" durchgeführt worden?

War mal über längere Zeit eine Regenrinne defekt?

Wie alt ist das Gebäude?

Florian Kurz



Regenrinne



Danke für jeden guten Input. Ich habe den Eindruck, dass wenn der Balken schon mit Feuchtigkeit vollgesogen ist, eine neuimprägnierung kaum helfen wird. Möglicherweise eine dauerhafte Trocknung im Hochsommer über selbst-mitdrehende spiegelwände könnten ein Austrocknen bewirken. Mittlerweile ahne ich, warum die unteren Balken noch unbelastet sind. Da die unteren Balken noch zum Stall gehören und nie (feuchtem) Heu ausgesetzt waren, konnte sich dort auch keine Grundfeuchte etablieren. In jedem (Splintholz) sind ja Holzwurmeier drin, deswegen versucht man ja beim guten Stadel, möglichst nur das Kernholz zu verwenden. Dazu wurden teilweise auch Balken in Salzwasser getaucht, damit Schädlinge und Pilze abgetötet wurden.
Ein altes Wissen, was bei der heutigen technischen Trocknung kaum noch relevant scheint.

@Florian: Imprägniert wurde nie was. Der Stall ist schätzungsweise 100-150 Jahre alt. Und Dachrinne gab es kaum je welche, wobei der Überstand des Blechs immer ca. 60-70 cm waren. Dennoch kann die Fassade gelitten haben. Im Endeffekt zählt aber das Wissen WIE solch ein Balken extrahiert oder getauscht werden kann. Danke nochmals allen guten Ideen.

björn