Außenwände erneuern in altem Anbau / Wandaufbau / Anschluss

27.02.2011 Michael F.



Was mich am Sonntag so beschäftigt:

Für April ist die Dachsanierung geplant. Im EG wurde 1963 ein kleiner Anbau gemacht, der Keller wurde entsprechend vergrössert, eine kleiner Betonplatte drauf und im EG die Fachwerkaussenwände "ergänzt". Es ist der Bereich rechts oben im Grundriss ("Esszimmer"), vorher war der Grundriss sozusagen T-förmig, die blau markierte (jetzt) Innenwand und der markierte Ständer waren vorher die Außenwände.
Das ergänzt Fachwerk ist aus Eiche, schlicht und schwächer dimensioniert --> optisch=katastrophe. Da drin war das Bad und die Wände somit immer Feucht, eine schlecht angeschlossene Balkon-Betonplatte darber hat ihr übriges getan.
Die Wände sind lt. Schadenskartierung vom Fachmann nicht mehr instandzusetzen und da nicht histor. auch nicht erhaltenswert.
Nun überlege ich, wie ich die Wände aufbaue und an die übrige Konstruktion anschließe. Folgenede Randbedingungen:
-Auf die Mauerkrone / den Rähm wird nur eine Anschleppung vom Dach aufgelegt, kein Wohnraummehr darüber.
-lt. Zimmermann ist sowohl Fachwerk als teuerste, wie auch Holzständerwände oder aber Mauerwerk als günstigste Variante denkbar.
-von Außen kommt eine Boden-Deckel Schalung dran, ist vom Denkmalamt abgesegnet.
-von unten ist es trocken, die Kellerergänzung hat eine horiz. Sperre aus Bitumen.

Ich dachte nun an eine Mauer aus Hochlochziegeln, von außen+inne ein Kalkgrundputz dran und innen den geplanten Wandaufbau direkt weiterlaufen lassen (Rahmen, Leichtlehmschüttung, Lehmbauplatten, teilw. Wandheiz, Lehmputz)
Den Anschluss an die beiden FW-Ständer dachte ich mit Dreikantleisten.

Ist das eine Möglichkeit? Wo seht Ihr Vor- / Nachteile / Probleme? Oder ist das ein Lösungsansatz vom Typ Holzweg?

Also Danke mal im voraus & einen schönen Abend!

Gruß
Michael

PS:
Der Statiker kommt übernächste Woche und schaut sich alles an, ich (und der Zimermann) gehen aber davon aus, dass alle drei Varianten statisch möglich sind.



Hier...



....nochmal der entsprechende Bereich mit Beschriftung.
Es geht also um die grün markierten Wandabschnitte.

Viele Grüße
Michael



Keiner...



..einen Tip / Hinweis?

Grüße
Michael





Hallo Michael,

zur Vorgehensweise: Wenn das Denkmalamt sich das so vorstellen kann muss da zunächst eine vernünftige Zeichnung her in der der auszutauschende Bereich deutlich markiert und die Gesamtmaßnahme vom Abbruch bis zur Bodendeckelschalung nachvollziehbar (in Grundriss und Ansichten) dargelegt/beschriftet ist.
Desweiteren muss Dein Statiker das Mauerwerk hinsichtlich statischer Belange, Wärmeschutz etc. dimensionieren. Auch solltest Du im Bauamt in HP nach fragen ob durch den Eingriff in das Tragwerk der Außenwand eine Antragspflicht besteht. Ein Statiker war doch bereits bei dieser Gewölbegeschichte im Boot?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



P.S.: Wie schonmal im Januar dargelegt hätte ich das Gebäude anders aufgeteilt.



Danke..



Für die erste Rückmeldung!
Es gibt Außenansichten, eine Abwicklung der Fassade und eine Schadenskartierung der Außenwände. Die geplante Schalung ist in den Ansichten dargestellt und in der Baubeschreibung beschrieben in Art und Ausführung.
In der Schadenskartierung wurde der Bereich entsprechend markiert und darauf hingewiesen, dass die "Ecke" komplett erneuert werden muss.
Es gab vor kurzem einen OT, bei dem alles besprochen und "abgenickt" wurde und jetzt warten wir auf die schriftl. Genehmigung.
Der Statiker soll ja genau das machen: die Wand in Absprache mit dem Zimmermann der das Dach macht dimensionieren.
Ich möchte eben abklopfen welche der drei Varianten
1)Fachwerk
2)Holzständerwände
3)Mauerwerk
4)was auch immer

welche Vor-/Nachteile mit sich bringt.
Da von außen die Schalung dran kommt und die Wand innen auch nicht sichbar sein wird, sehe ich in Fachwerk nicht so recht den Sinn (ist in dem Bereich ja auch nicht histor., da nachtr. angebaut).





Hallo Michael,

Fachwerk und Mauerwerk sind denkbar. Keller und Betonbodenplatte aus dem Jahr 1963 lassen nicht zwingend an einen Fachwerkaufbau denken, sondern zunächst an Mauerwerk.

Dies unbesehen zum empfehlen ist aber schwierig, da doch viele Anschlusspunkte zwischen
- Dach und zukünftiger Außenwand hinsichtlich Lastabtragung (V/H)
- Anschluss von Mauerwerk an bestehende Fachwerkwände
- Anschluss Balkonplatte
- Was geschieht mit der darüber liegenden Dachkonstruktion
- etc. genauer betrachtet werden müssten.

Das agieren über Teilabsprachen mit Denkmalschutz/Bauamt lässt jetzt zunächst nicht auf ein Gesamtkonzept schließen, wenn ja wäre das interessant.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Beantragt wurde ...



m.E. schon ein Gesamtkonzept:
-Sanierung Fachwerk im EG
-Sanierung der Geschoßdecke
-Erneuern aller Fenster
-Einbau Zentralheizungsanlage
-Erneuern der ges. Elektrik
-Ertüchtigen der Giebeldreicke
-Erneuern des Dachstuhls incl. Eindeckung
-usw.
Natürlich entsprechend ausformuliert in der Baubeschreibung.

Sind die von Ihnen angesprochenen Punkte

"...
- Dach und zukünftiger Außenwand hinsichtlich Lastabtragung (V/H)
- Anschluss von Mauerwerk an bestehende Fachwerkwände
- Anschluss Balkonplatte
- Was geschieht mit der darüber liegenden Dachkonstruktion
- etc. genauer betrachtet werden müssten.
..."

Dinge, die der Statiker festlegen/berücksichtigen kann oder ist dieser da die falsche Adresse?

Gibt es weitere Punkte, die zu berücksichtigen sind / Andere Meinungen / Vorschläge?

Viele Grüße
Michael

PS: Zu diesem Thema habe ich Ihnen gerade eine Mail geschrieben.