Öl versus Gas

29.07.2019 Methusalem



Hallo,
unser Haus soll erstmalig mit einer Zentralheizung ausgerüstet werden.
Bj. 1928
Zweischaliges Ziegelsteinmauerwerk, Holzfenster mit Einfachverglasung,
voll Unterkellert, 2 Vollgeschosse, Ausbaureserve im Dach.
Wohnfläche ca. 170m²
Zur Auswahl stehen Heizöltanks im Keller oder ein Gastank im Garten jeweils mit Brennwertgerät und Heizkörpern.
Platz spielt keine Rolle, da Bauernhof mit Scheune und Stall und Keller etc.
Habt ihr Tipps für mich?
Gruß



Öl oder Gas



war die Frage.
Schon einmal über Wärmepumpe nachgedacht?
So wie die gesetzliche Entwicklung zeigt, werden die Kosten steigen.
Wenn du genug Fläche hast kannst du z.B. einen Brunnen schlagen und / oder eine Flächenkollektor für einen Wärmepumpe anlegen.
Ich würde mich informieren, ob nicht auch ein Sonnenkollektor möglich und sinnvoll ist.
Fossile Brennstoffe sind bald zum Glück Vergangenheit.
Energieberater ist dafür auch ein gutes Stichwort.

Klaus



Na,



Holzfenster mit Einfachglas und Wärmepumpe passen wohl nicht so recht zusammen. Die erforderlichen niedrigen Vorlauftemperaturen würden bedingen, innen alles auf Stahlungsheizung umzukrempeln. Das wird sich wohl genausowenig rechnen wie ein bunter mix aus mehreren alternativen Energiequellen.

Ich würde über eine Pelletheizung nachdenken. Das ist hinreichend öko, und im Einkauf ist man flexibler und klebt nicht unmittelbar am Öl/Gaspreis. Wenn die Schäden in den deutschen Wäldern zunehmen, werden Pellets deutlich billiger. Dafür gibt es auch Fördermittel, und die Geschichte ist vom technischen her eher bodenständig.

Platz spielt ja keine Rolle, also auch viel Lagerfläche für Pellets, wenn sie billig sind.

Ob ein effektiver Kombikessel Pellets+Scheitholz existiert, weiß ich nicht. Wer gerne auch mit großen Teilchen heizt, könnte das ja 'mal prüfen.


Grüße

Thomas



Vielen Dank



an Klaus und Thomas!



Heizung



Ich würde auch in Richtung Holz gehen. Kombikessel für Pellets und Scheitholz gibt es nur wenige, dafür aber einige Kombikessel für Pellets und Hackschnitzel. Zumindest in unserer Gegend kommt es immer wieder vor, dass man Hackschnitzel quasi hinterher geworfen kriegt, daher scheint mir das durchaus interessant.

Unsere Ausgangslage ist ähnlich, wie bei Euch: Backsteinmauerwerk, alte Holzfenster, 2 Geschosse plus Dachboden. Ich setze auch auf klassische Konvektion. Lediglich im Bad habe ich im Zug der Sanierung eine Fußbodenheizung verlegt und in Flur und Küche ist eine Deckenheizung verbaut. Die Planung ist bereits abgeschlossen, doch an die eigentliche Installation mache ich mich erst im nächsten Jahr, wenn der erste Stock wohnfertig ist.

Hast Du Dir mal die Heizkörper von Arbonia angeschaut? Das ist nicht ganz billig, sieht aber im Altbau um Welten besser aus, als die hässlichen Blechdinger. Das Geld kann man an anderer Stelle einsparen: Für Pelletsilos rufen die Hersteller teils extrem hohe Preise auf. Wenn Du einen passenden Raum hast, kannst Du dir aber ebenso für einen Bruchteil der Kosten selber ein Silo reinbauen. In der Regel ist das ein Ständerwerk aus Balken, mit OSB belegt und darauf eine Schicht Laminat. Vorlagen gibt es zu Genüge im Netz, wenn man handwerklich begabt ist. Wir haben einen Raum in den Ställen, der sich hervorragend dafür ausbauen lässt und dessen Außenwand direkt an einem befestigten Privatweg liegt, so dass der LKW mit den kürzesten Schläuchen einblasen kann und niemandem im Weg steht.

Bei uns werden übrigens alle Heizungsrohre im Wohnhaus aufputz verlegt. Da sie eh in einem Ring innen an der Außenmauer verlaufen, ist tiefes Schlitzen statisch unzulässig und zudem würde ich mehr Energie verschenken, als wenn ich sie unisoliert einfach durch die eh beheizten Räume verlege. Darüber hinaus finde ich die Kupferrohre optisch durchaus passend in einem Altbau, doch das ist natürlich Geschmackssache. Zwei nette Nebeneffekte sind a) die kostenlose Sockelheizung (auch wenn es in diesem Haus niemals Schimmelprobleme gab) und das angenehme Gefühl, niemals einen versteckten Wasserschaden zu haben. Sollte jemals etwas tropfen, dann sieht man es gleich.

Viele Grüße
Tilman



Danke



auch dir! In diese Richtung werde ich mal nachfühlen.



Zum Nachdenken



Pellets sind eine Möglichkeit, doch ist die gut?
In Tangermünde hat das Pelletswerk zugesperrt, da die Kosten / Nutzen für die Nutzer nicht passen und keiner das Zeug kaufen wollte.
Die Kosten für Wartung und Instandhaltung einer Pelletheizung sind nicht so echt gering. Die Förderschnecken sind ein echter Schwachpunkt.
Mein Haupthaus hat 480 m² aus dem Jahr 1875 wird mit Solar, Kaminofen mit Wassertasche und im Winter mit Holzvergaser beheizeizt.
Klar ist das mit Arbeit verbunden aber es ist leicht machbar und ist ökologisch und preiswert. Mein Holz kostet mich nichts ;-)
Ich würde mir einen Energieberater ins Haus holen, kostet wenig und kann von der Steuer abgesetzt werden und spart auf längere Zeit echt Geld.

Viel Erfolg
Klaus