Kaufen oder Nicht??????

03.03.2013 simme2510



Hallo ich bin ganz neu hier und hab gleich eine Frage. Mein Mann und ich sind gerade dabei uns eine alte Hofreite ( über 1000qm Grundstück, 4 Scheunen/ Stallungen und Wohnhaus 120qm) zu kaufen. Der Preis liegt bei 150.000€. Am Haus selbst ist einiges zu machen. Bad, Elektrik wurde 2010 erneuert-leider aufputz (haben eine kleine Tochter, daher schlecht)Heizung ist auch von 2010.Alles in allem ist das Haus innen sehr gepflegt. Was uns ziemlich Kopfschmerzen bereitet und uns zögern lässt ist die Aussenwand an der Wetterseite....da fällt der Putz komplett ab und die Wand ist auch feucht und laut Maler und Verputzer muss auf jeden Fall der untere Querbalken erneuert werden wahrscheinlich aber einiges mehr. Leider kann man die ganzen Ausmaße des Schadens nur erahnen da das Fachwerk ja nicht freiliegt. Laut Architekt ist das Haus aber für das Alter (Baujahr ca 1650) in guten Zustand. Meine Frage ist würdet ihr hier eher vom Kauf abraten mit einem Budget für Sanierungen von kanpp 100.000€ ??? Gibt es vielleicht jemanden der sich damit auskennt und eventuell mal anschauen kann?? Haben ein bisschen Bammel das wir uns da vielleicht übernehmen könnten zu mal die komplette Anlage unter Denkmalschutz steht.Bin um jeden Rat und Tipp sehr dankbar.
Liebe Grüße
Simme



Fotos



Hallo,

Bilder verhelfen zu einem genaueren Eindruck. Der Ort ist auch hilfreich für eine mögliche Besichtigung.

Elektrik neu und AP?

Gruß
selle



Mal so grob gepeilt



Stellen sie sich bildlich vor, sie legen auf jeden Quadratmeter Wohnfläche ihres sanierungsbedürftigem Anwesen, einen 500 Euro-Schein. Wohnhaus mit 120qm=60000€.
40000 für den Rest. Nebengebäude sind anders zu bewerten
Das sind eigene Erfahrungswerte und unverbindlich.



An Selle



Hallo Selle erst ml vielen Dank. Auch an Steiner...die Kalkulierung hatten wir auch grob so. Die Stallungen/ Scheune sind weitesgehend ok. Wohnhaus ist die Hauptbaubestelle. Ist wohl hier und da auch immer mal saniert worden aber man kann halt von Ausen nicht viel sehen. Die Elektrik ist realtiv zweitrangig da wir in der Familie einen Elektrotechniker haben. Er meinte das ware alles wohl kein Thema. Zum Ort ist im Rheingaus Taunus in der Nähe von Idstein/ Bad Camberg.
Fotos kann ich gern per Mail schicken. Habe leider keine jpegs nur Expose. :(((



An Selle



meine email simme@gmx.de
liebe grüße



Ihr Planer...



...verfügt durchaus über einen hintergründigen Humor:

"Laut Architekt ist das Haus aber für das Alter (Baujahr ca 1650) in guten Zustand."

Da geschätzte 99% aller Häuser dieses Semensters nicht mehr stehen, ist alles, was besser als Steinhaufen + Humus aussieht, in einem "guten Zustand". Mit so einer Aussage können Sie nichts anfangen.

Sie sollten etwas Geld in die Hand nehmen, und einen Sachverständigen beauftragen. Jeder Cent seiner Kosten wird sich für Sie bezahlt machen, egal, ob Sie das Haus dann kaufen - oder auch nicht.

Mir erscheint Ihr Budget ziemlich dünn, und ich frage mich auch, was Sie mit 3 Scheunen machen wollen. Wenn Sie das Ganze gewerblich beleben wollen, ist das eine gute Sache. Sollten Sie aber nur eine Wohnnutzung suchen, haben Sie einen fetten Klotz am Bein, der trotz scheinbar guten Zustandes Erhaltungskosten fordern wird.

Ich finde es gut, daß sie VOR dem Kauf nachdenken. Oft kommt das Erwachen erst danach. Viel Erfolg!

Grüße

Thomas





Ich bin kein Experte aber wir machen gerade die Erfahrung, daß das von unserem Architekten geplante Budget hinten und vorne nicht reicht. Und unser Haus ist "nur" von 1890. Also - bitte immer etwas mehr Puffer einplanen, denn sonst bekommt Ihr ein Problem!!! Bei unserem Haus kommen Sachen zum Vorschein, die nicht vorhersehbar waren!!! Trotzdem würde ich Euch gerne ermutigen, etwas Altes zu erhalten - das macht nämlich am Ende auch zufrieden!!!





Hallo Simme 2510,

das kommt mir irgendwie bekannt vor. Schicken Sie mir doch mal die Scout ID, vielleicht kann ich Ihnen etwas zum Gebäude dazu sagen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Das Alter ist fast völlig egal



Hallo Simme,

aus meiner Sicht - Häuslebauer mit immer noch akutem Fachwerk-Virus - ist das Alter des Hauses relativ egal. Ein mit Chemie verseuchtes Haus aus den 80ern dürfte deutlich mehr Sanierungskosten verursachen als ein Haus aus dem 17. Jahrhundert, das sinnvoll saniert wurde. Wenn aber jemand in das alte Haus "Wunderstoffe" der letzten Jahrzehnte gestopft hat, schaut das wieder anders aus. 100.000 Euro sind allerdings leider aus eigener Erfahrung nicht sonderlich viel Geld, besonders wenn man in teureren Regionen baut. Aber das hängt halt auch davon ab, wie viel Ihr wirklich selbst übernehmen könnt - und was davon dringend notwendig ist vor dem Einzug.

Aus eigener Erfahrung in Hessen: Die Auflagen von den Mitarbeiterinnen von unterer und oberer Denkmalschutzbehörde waren nicht die schwierigsten oder teuersten Themen. Ja, wir hätten ein paar wenige Sachen anders gemacht und sind auch nicht 100% glücklich mit allen Ideen - was aber wohl auch daran liegt, wie das am Ende umgesetzt wurde. Viel schwieriger ist bei uns zum Beispiel der Brandschutz. Ein Haus aus dem 17. Jahrhundert hat halt schon mal Fenster, die in der Hessischen Bauordnung bei modernen EnEV-Schachteln so nicht erlaubt wären. Und genau da können Dir gute Denkmalpfleger helfen, dass aus einem alten Fenster kein Brandschutzfenster wird, das noch Stunden nachdem ein Fachwerkhaus abgebrannt ist glühend in den Trümmern liegt...

Viele Grüße

Dirk



Denkmalschutz beisst nicht



Hallo!
Mein Mann und ich haben vor einem Jahr gekauft und haben die groben Maßnahmen jetzt durch. Wir haben das Gebäude vor dem Kauf mit dem Denkmalschutz besichtigt und alle Schritte durchgespielt. Denn das ist erstens eine Gratisberatung von jemand mit Erfahrung und zweitens weiss man, wo bestimmte Auflagen auf einen warten. Wenn ihr nicht so einen netten Mitarbeiter erwischt wie wir, wisst ihr das wenigstens auch vorher. Dann haben wir alles mit einem Architekten durchgeplant und eine Kostenaufstellung gemacht. Dazu haben wir verschiedene Handwerker um Kostenvoranschläge bemüht und zusätzlich Puffer eingebaut. Dann eine Finanzierung unter Ausschöpfung aller öffentlichen Gelder auf die Beine gestellt und erst dann gekauft. Diese zwei bis drei Monate Vorspiel haben sich aber gelohnt.
Viele Grüße, Nostalgika



Allein...



... die Überschrift ist toll...

MfG,
sh



Vielen Dank



Vielen vielen Dank für eure Ratschläge und Meinungen.
Wir sind mittlerweile soweit das wir das Risiko einfach nicht eingehen wollen zumal der Verkäufer nicht bereit ist uns mit Fachleuten die Sanierungsmaßnahmen kalkulieren zu lassen. Der ist ziemlich verbohrt.
Der Achritekt gehört zur Familie also in seiner Ausführung über den Ist Zustand eher ziemlich direkt. Statik ist gut keine Nässe Schimmel etc. Haben auch Maler/ Verputzer, Elektriker und Gas Wasser Installateur und nicht zu vergessen Gerüstbauer im Freundeskreis....aber je länger wir darüber nachdenken....die Scheunen würden wir gewerblich nutzen....eine als Werkstatt und der Rest würde als Reitstall/ Pferdestall genutzt werden....
Hilfe Hilfe Hilfe....





Hallo Simme,

mit Eurem Freundeskreis habt Ihr ja echt Glück wenns um die Sanierung eines alten Hauses geht!

Aber wenn der Verkäufer so verbohrt ist - dann sucht Euch ein anderes Haus. Es gibt auch Verkäufer die sich freuen, wenn jemand mit Herz und Verstand das Haus kauft und fachgerecht saniert.

In welcher Ecke von Hessen sucht Ihr denn? Vielleicht hat ja jemand hier im Forum einen Tipp für ein passendes Haus.

Viele Grüße

Dirk (mit "Sanierungsprojekt" in Hessen)



an Dirk



Hallo Dirk ja da hast du wohl recht.....der Kerl ist wirklich wahnsinnig schwierig....und extrem ekelhaft.
Aber das Haus bzw die Hofreite ist halt direkt im Nachbarort. Nachbarschaft wäre ein Traum aber "leider" auch die Hofreite. Super viel Platz für Kind und Krims Krams, da ich selbst ein Pferd habe und 1100qm reine Wiese direkt am Haus sind....ein Traum...Wir sind nur beide keine Fachwerkprofis und haben tierisch Angst uns total zu übernehmen.....Bin grad dabei Bilder hoch zu laden....das hilft :) Sind im Raum Idstein/ Bad Camberg ansässig .Viele liebe Grüße



Nur Mut...



wenns wirklich das Traumhaus ist. Den Verkäufer kauft man ja zum Glück nicht mit... Preise für Holzweichfaserdämmung, Lehmputz oä. pro m² kann ich gerne mal per mail durchgeben.
Evtl auch mal in einem Telefongespräch Details klären.
Sicher müssen einige Balken getauscht werden, das sollte sich ein Profi vor Ort anschauen... Bilder wären prima!

Grüße aus dem Norden Hessens



An Mathias



Das ist ja lustig wollte gerade eine Nachricht an dich schreiben :)))))) Edertal....da ist es schön ;)
Ja sehr sehr gerne.. Einfach mal was rüber schicken. Und das mit dem Verkäufer ist echt wahr...das ist so ein Stinkstiefel :D unglaublich der Mann.... der hat nicht viele Freunde..... Mein Mann und ich haben beide besichtigt und jeweils einen "Fachmann" mitgenommen um uns ein besseres Bild zu machen da der Verkäufer am liebsten keine Besichtungen zugelassen hätte....total verrückt.
Bin dabei ein paar Bilder hochzuladen damit man sich ein besseres Bild machen kann. Eine Hauswand hat er mit ganz merkwürdigen Panelen gepflastert....der Maler und Verputzer meinte aber das wäre gut gemacht...,sieht aber wirklich nicht schön aus...würde mich sehr über eine Nachricht freuen.
Liebe Grüße Simone





Also die Entscheidung ist gefallen.....wir kaufen das Ding ;) Im Mai gehts los mit Sanierung. Da gibts dann bestimmt einiges an Bildermaterial inklusive Brunnen im Keller :)
Wünsche allen ein schönes We