Verputzen eines Teilummauerten Fachwerkhauses!

11.06.2008


Hallo ihr lieben,

habe mal wieder eine frage an die experten!

und zwar folgendes haus würde ich gerne aus ästhetischen grunden Verputzen lassen, da das teilfachwerkhaus etwas sehr zerpflückt aussieht.

das Fachwerkhaus ist ca.1870 erbaut worden, wie man an den dachziegeln erkennt wurde ca. 1930-1940 der stalltrakt in massiver backsteinbauweise angebaut und 2 Wände des alten Fachwerkhauses umbaut.

nun meine frage ist es möglich einen Verputz dieses gebäudes unter dem aspekt der rissempfindlichkeit durchzuführen, und wenn ja wie am besten. möchte keine risse nach 2 jahren oder auch 5.

was hättet ihr ggf. sonst für ideen um dieses teilfachwerkhaus zu verschönern? finde teil Backstein und teil Fachwerk einfach nicht schön. eins von beiden wiederum schon ;)

und noch, kann es sein dass das fachwerk unter der backsteinvormauer vielleicht schon schäden hat. ich meine eine direkte anmauerung von backsteinen mit Kalk oder Zementmörtel am fachwerkhaus dürfte diffusionsoffen genug für den feuchtetransport aus den Balken heraus sein? oder irre ich da? kann Zement vllt die balken stark geschädigt haben?

möchte mir nur vorab einen überblick verschaffen, ich erwarte natürlich keine belastbare aussage, die werde ich mit fachleuten vor ort ermitteln.

vielen dank für eure zeit!





nochn bild ;)





letztes ;)


habe ein haufen bilder, wenn ihr mehr benötigt sagts ;)

ach oben schrieb ich verputzen lassen, würde dass aber zusammen im bekanntenkreis anstreben, baugerüst vorhanden.

würde sogar am liebsten einen Putz wählen der nicht mehr gestrichen werden muss, so ein Strukturputz o.ä.



Ist es....



.. sicher, dass hinter der Massivwand noch eine Fachwerkwand besteht ?

Zumindest wäre dann bei der Vormauerung auch die gesamte Ausfachung der Sichtfachwerkwand erneuert worden, denn auf dem letzten Bild jedenfalls sind die Steine der Ausmauerung exakt die gleichen der Massivwand.
Es gibt auch den Fall, dass eine Seite in Fachwerk, eine andere massiv ausgeführt wurde.

Soll der ganze Backstein einschl. Fachwerk verputzt werden ? Sieht doch garnicht so schlecht aus ? (OK, bis auf das Panoramafenster rechts des Tores...)

Gruß, Marc Sattel





Hallo,
an der Darstellung der Baugeschichte habe ich Zweifel:
Zahnfries am Giebel und die Ausbildung des Traufgesimses lassen auf ein früheres Baujahr als 1930 schließen. Dafür sprechen auch diverse Ausmauerungen ehemals vorhandener Öffnungen. Mischbauweise mit geringem Fachwerkanteil war bei wohlhabenden Landwirten durchaus üblich, besonders in Ihrer Gegend mit reichlich Tonvorkommen und Ziegeleien in der Nachbarschaft.
Das alles erzählt eine Geschichte, die unter Putz nur verkleistert wäre.

Viel interessanter: Wie ist denn eigentlich der Zustand der Trennwand zwischen landwirtschaftlichem Teil und Wohnteil ?

Grüße vom Niederrhein



verputzen



warum wollen sie denn verputzen? wenn die Fenster wieder zurückgebaut werden, auch an der fw-wand, und farblich gestaltet (dafür gibt´s bestimmt örtliche beispiele, oder das Denkmalamt gibt anregungen), ist das doch ein sehr schönes, wuchtiges Gebäude mit reizvollen details (zahnfries, segmentbögen, das große tor ist eindrucksvoll!)und einer speziellen ausstrahlung; es wäre schade, finde ich. durch auswahl von passenden fenstern/türen wäre mehr gewonnen, könnte ich mir vorstellen. die nicht verputzte bauweise ist vielleicht typisch für ihre region, sieht so aus (für mich aus der ferne...).ich glaube, daß das haus viel verlieren würde durch überputzen!
viele grüße! carmen riedl





der punkt das das Mauerwerk exakt wie das der ausfachung aussieht lässt mich auch zweifeln, die Deckenhöhe in den räumen ist fachwerkuntypisch sehr hoch, auch im obergeschoss. was auf reine 2 fachwerkwände schliessen würde. die fachwerkwand im stallgebäude sieht perfekt aus. wurde mit einem putz auf die ausfachungen versehen, die balken schwarz gestrichen. keine beschädigungen zu sehen.
sieht typisch nach fachwerk aus, die andere fotografierte fachwerkwand sieht dabei ganz anders aus wie man sieht

haus steht nicht unter denkmalschutz, die aussenwände haben schon ihren reiz. sehen aber einfach sehr runtergekommen aus, die rparaturen im mauerwerk tragen zur unästhetik noch bei, dann noch das fachwerk......mir würde es geschmacklich einfach so nicht zusagen....

deshalb nochmal die frage. welcher putz/putztechnik wäre zu wählen?



Warum verputzen?



Hallo Sucharkiewicz,

möchte mich meinem Vorschreiber anschliessen: Warum eigentlich verputzen? Das Haus würde viel von seinem Charakter verlieren. Anbei ein Beispiel bei meinem aktuellen "Bauprojekt".

Substanz: Die Außenwand einer ca. 140 Jahre alten Großbäckerei, die durch einen Neubau (=Anbau) nun zur Innenwand wurde. Ich wollte eine Art Fenster in die Vergangenheit schaffen und habe ein Stück der Aussenwand aufgearbeitet: Mit einem Sandstrahler abgestrahlt (15 Minuten), Fugen 15 mm ausgekratzt (ca. 2:30) und relativ grob neu verfugt (ca. 2:00 Stunden). Man sieht: Der zeitliche Aufwand kann erheblich sein, für große Flächen wirds allerdings wegen der Rüstzeiten weniger, hier waren es grade mal 1,5qm. Man sieht aber auch schön, dass ein "nacher" den Aufwand wirklich lohnen kann.

Projekt fürs nächste Jahr, die ganzen Aussenfassade der Bäckerei in diesem Stil Aufarbeiten ,-)


Grüsse,
Sören Gerlach





Hallo herr Sucharkiewicz,

warum sollten Sie nicht verputzen? Ein wichtiger Grund wäre, dass das Holz unter dem Putz mit den Jahren anfangen würde zu verfaulen. Sie können noch so viel Gewebe in die Putze einlegen, er wird immer kleine Risse aufweisen und vielleicht gerade an einem Holzständer oder Querriegel. Und diese eindringende Feuchte würde ausreichen um Ihr Holz mit der Zeit dem Baufehler zum Opfer zu fallen. Dem Vorgesagten ist eigentlich nichts zuzusetzen. Sie werden stolz auf Ihre ursprüngliche Fassade sein. Zumal ich nicht glaube, dass der Denkmalschutz Ihr Vorhaben gerne sieht. Er könnte sich letztendlich zwar nicht dagegen sträuben, doch erhebliche Steine in den Weg legen.

viele Grüße
Michael Reisinger





vielen dank für die vielen eindrücke, zwar etwas gegen mein vorhaben aber umso besser....was habe ich von lobpudelei^^^....


wie ich schon sagte gefällt mir eigentlich nur nicht dass halt nur eine Wand Fachwer ist (s Bilder). den rest des backsteinhauses halte ich für sehr schön.

sandstrahlen um die steine "herauszuputzen" ist auch was feines. aber das ist schweineteuer, da die wände riesig sind.

gibt es andere methoden den backstein zu verschönern?


eine wichtige frage noch, auf bild 3 sieht man das wie schon beschrieben die backsteinwand vor die fachwerkwand gesetzt wurde. die backsteinwand weisst keine risse o.ä. auf.....was ist möglw. ein schäden am fachwerk hinter dem backstein möglich?



teilummauertes Fachwerkhaus



Vorgemauerte Schale: auch so ein Indiz für eine längere Baugeschichte. Es kann sein, daß ursprünglich nur eine halbsteinige Ausmauerung vorhanden war und die Dicke 1,5 steinige Wand nachträglich vorgesetzt wurde (nur so eine Möglichkeit, der man mal nachgehen könnte).
Zu Schäden kann man nur etwas sagen, wenn man sie gesehen hat.

Auch ich halte Sandstrahlen für zu aufwendig, bei 4 m² pro Stunde sind Sie über eine Woche beschäftigt, mit dem zweifelhaften Ergebnis, daß die gesinterte Außenhaut kaputtgestrahlt ist und der Stein imprägniert werden muß.
Abwaschen mit Heißwasser oder Dampf genügt für die Optik und läßt den Stein ganz.

Grüße vom Niederrhein





hier mal ein bild der wand zw. wohnteil und stallteil





Hab ich mir doch gedacht: das Haus ist ziemlich alt.
Eine Sache für die Hausforschung.
Allerdings kann man, auch weil das Foto leicht verwackelt ist, kaum etwas zum Zustand der (kritischen) Wand sagen.

Grüße





ich muss sagen die wand sieht wie saniert aus im gegensatz zu der fachweraussenwand in den anderen bildern. balken absolut fleckenfrei, vollkommen intakt, klopfstabil. putz fest und rissfrei.

eines würde mich interssieren. welche stein da hinterm putz liegen....naja komme erst bald wieder zum haus....




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