Schimmel schon nach 6 Wochen?

01.12.2010



Hallo, wir haben uns ein Haus gekauft, Stein, Anfang 20 Jahrhundert, 150qm Wohnfläche auf einer Ebene und alles sehr offen. Der ehemalige Hausbesitzer hat fast alle Fenster durch Kunststofffenster Wert 1,1 vor drei Jahren ausgetauscht. Nun haben wir im Flur, im WC und in der Abstellkammer noch Kunststofffenster mit Einfachglas - haben wir vorher noch nie gesehen. Die Eingangstür ist Aluminium. Nach unseren neuesten Erfahrungen müssen die alte Tür und die Fenster raus:

Ich wohnen hier nun mit meinen drei Söhnen seit 6 Wochen in dem Haus und auf den Rahmen der einfachverglasten Fenster bildet sich ruckzuck schwarzer Schimmel. Auch an der Haustür und an einer Glasbausteinfläche im Treppenhaus. Nicht nur in den Fugen sonder auch im Inneren des Rahmens. Sowas haben wir noch nie gesehen.
Was machen wir falsch? Wir wischen mehrmals täglich die Feuchtigkeit von den alten Fenstern und der Haustür. Lüften kurz morgens und abends bzw. nach dem Duschen. Kochen meist einmal am Tag und sind kurz vorm Verzweifeln. Auch in der Ecke der Speisekammer oben bildet sich ein schwarzer Fleck...
Ist davon auszugehen, dass sich das ändert, wenn wir die alten Fenster und die Haustür auswechseln. Das Haus meiner Eltern ist ähnlich gebaut und dort gab es nie Probleme, obwohl deren Haustür aus Aluminium mit Einfachglas ist.

Ach ja, das Haus hat eine Gasheizung, ca. 8 Jahre alt, einen trockenenen Keller und verfügt über relativ viel Fenster. Die Wände hat der Vorbestizer weiss gestrichen und auf dem Boden liegt teils Laminat, teils Holz, teils Fliesen. Im Bad haben wir keinen Schimmel...

Hilfe, sonst drehen wir durch... PS: Weiss noch jemand, um welchen Schimmel es sich handelt? Gesundheit?

Danke & Gruss
Andrea



Morgens



und Abends kurz lüften klingt schon mal sehr unzureichend. Vermutlich sind die benannten Räume auch nicht beheizt und somit wird aus den anderen Räumen zusätzliche Luftfeuchtigkeit eingetragen, die dann in den ungeheizten oder schwach geheizten Räumen zum Kondenswasserausfall führt. Ein Austausch der Bauelemente kann für Abhilfe sorgen.
MfG
dasMaurer



Nicht verzagen



Hallo Andrea,

Hört sich erstmal nicht so gut an, sollte aber in den Griff zu bekommen sein.

Schimmel an einfachverglasten Fenstern, Türen und Glasbausteinen. Diese Punkte sind Wärmedämmtechnisch die schwächsten Bauteile in der Gebäudehülle. Hier kommt es dann zu Kondenswasserbildung und damit ist eine gute vorraussetzung für Schimmelpilze gegeben. Erste-Hilfe- mäßig den Schimmel bekämpfen: 70%tiger Alkohohl wirkt super und ist bei äußerer Anwendung ziehmlich ungiftig. Alternativ kann man sich auch Spiritus (ist nämlich auch Alkohol) auf 70% runter verdünnen und das geht so: Man nehme 1 Liter Spiritus und 0,25 Liter Wasser und erhält eine ca. 70%tige Alkohollösung (stinkt etwas ist aber viel billiger).
In alten Hauskonsruktionen sind alte Fenster sozusagen Sollkondensatbereiche. Werden die Fenster gegen moderne Fenster ersetzt können sich die Kondensatbereiche verlagern, z.B. an Raumecken, Fensterlaibungen etc. Die baupyhsikalischen Verhältnisse können sich dann stark verändern. Aber das nur am Rande.
Der Schimmel in der Speisekammer kann auch auf Kondenswasserbildung zurückzuführen sein.
Bekommt man den Schimmel mit der Erste-Hilfe-Methode nicht weg bzw. breitet sich der Schimmel mehr aus sollte man das Gebäude von einem Sachverständigen für Schimmelpilze untersuchen lassen. In der Regel sollte man Schimmelpilzbefall über 0,5m² von Fachleuten bearbeiten lassen. Sind Putze etc. von Schimmel durchsetzt müssen diese entfernt werden etc, etc. Schimmelbildung durch bauphysikalische Mechanismen müssen bei der herangehensweise zur Problemlösung sorgfältig geplant werden.
Hier eine kleine Hilfestellung:
- Schimmel erstmal abtöten zumindest versuchen.
- Schimmelpilzanalyse.
- Ursachenanylyse (Kältebrücken, Hauskonstruktion,schimmelanfällige Materialien z.B. Tapeten, Binderfarben etc. )
- ggf. Schimmel sanieren.
- Ursachen beseitigen oder Bedingungen optimieren. hier kommen Maßnahmen in betracht wie: Temperaturerhöhung der Wandoberlächen durch Dämmung der Laibungen, Raumecken, verwendung von Kalkputzen und reinen Kalkfarben etc,etc.

Also dann viel Glück

Wie man sieht nicht ganz so einfach. Hierfür benötigt man besondere fachspezifische Kentnisse



Schimmel nach sechs Wochen....



...der könnte auch über Nacht wachsen.
Ich habe im Moment keine Zeit ausführlich darauf eingehen zu können, jedoch ...
Krank durch Schimmelpilze?
Schimmel und auch Sporen sind überall festzustellen.
Natürlich ist immer Schimmel vorhanden, denn es gibt auf der Welt keinen schimmelfreien Bereich!
Insbesondere dann, wenn ein Raum belüftet wird und somit Sporen und Pollen eindringen können.
Es ist nur leider so, dass viele Menschen - die Arbeit brauchen - zunächst Ängste schüren und dann alles Mögliche dagegen anbieten.
Jeder gesunde Mensch kann ohne Problem mit etwas Schimmel in der Wohnung und in der Natur leben.
Glauben sie nicht jedem der behauptet - Schimmel ist immer gesundheitsschädlich.
Jeder Landwirt/Förster/Waldarbeiter, aber auch die Gärtner - und wer weiß, wer sonst noch, hat ständig mit Schimmel zu tun.
Auch ich, wenn ich im Wald spazieren gehe und es so richtig frisch nach Schwammerl riecht.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Es ist meist nur Angstmacherei was hier abläuft.
Es sind weit über zwei Millionen Beiträge bei Google „Schimmel gesundheitsschädlich“!

Interessant ist, dass seit die Labore (aber auch einige Behörden) nicht mehr Asbestproblemen richtig ausgelastet sind - die Schimmelproblematik stark zunimmt.

Natürlich gibt es auch Menschen, die gegen den einen oder anderen Schimmel allergisch sind. Das muss halt dann ein Arzt ermitteln.
Aber viele in unserer Gesellschaft wollen doch nur gut an dieser "Krankmacherei" und - schnell ihr Geld verdienen.
Dies geht jedoch oft am leichtesten, wenn stets behauptet wird "Vorsicht Schimmel ist gesundheitsschädlich".
Man muss sich wundern, was so alles an Seminaren (und auch von welchen Menschen) dazu angeboten wird.

"Ich behaupte einfach, es gibt mehr Menschen die mit Schimmel überlebt haben - als damit umgekommen sind"!
Man denke nur an Penicillin und dann auch an den guten Schimmelkäse.

Selbstverständlich soll man, auch aus hygienischen Gründen den Schimmel schnell beseitigen. Bei kleinen Flächen genügt jedoch oft schon Alkohol (70-oder 80%) auf die Flächen sprühen und dieser ist tot.
Andere, auch sehr verträgliche und auch ungiftige Produkte sind auf dem Markt um Schimmel in einer Wohnung abzutöten.
Ich denke dabei insbesondere an geeignete Fruchtsäuren.
Bei größerem Befall ist sicher der Rat eines/r Fachmanns/frau gefordert.
Dies auch deswegen, um die Ursache des Befalls zu finden und dieses Problem gegebenenfalls abzustellen.





Temperatur und Feuchte (sowohl außen als auch innen) sollten genau geprüft werden, außerdem muss richtig gelüftet werden.

Richtig lüften heißt: die Luft auszutauschen und dies abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit und dazu braucht man halt ein geeignetes Messgerät.
Wenn dies richtig gemacht wird, hat auch der Schimmel wenige Chancen in der sauberen Wohnung zu wachsen.
Und man muss auch wissen - wir Menschen und erst recht die Natur braucht Schimmel zum leben.
Schimmel muss jedoch nicht in der Wohnung gezüchtet werden.

Weitere Info zum Schimmel auf der Homepage: www.denkmal-pflege.de
Und wenn man die Berichte des Bundesamt für Umwelt richtig liest, steht darin auch: Nicht jeder Schimmelschaden ist gesundheitsschädlich (Leitfaden UBA Seite 43..) usw....
Man kann auch etwas anderes herauslesen - je nachdem was man lesen will, oder welcher Art man für seine Geschäftsinteressen braucht.

Logisch ist aber auch, dass es Menschen gibt, die gegen eine bestimmte Schimmelart allergisch reagieren können.
Diese Menschen brauchen dringend Hilfe.
Ob dies immer ein Baubiologe sein muss (welche Ausbildung braucht man dazu eigentlich?) da habe ich meine Zweifel.
Hier fehlt sicher noch der/die Facharzt/ärztin um Allergien und deren Probleme fest- und abzustellen.

Aber man braucht auch den fachlichen Rat - um die Lebensbedingungen der Schimmel in einer Wohnung zu verhindern.
Dazu gehört auch:
- das ausreichende Sauberhalten und Reinigen der befallenen Flächen
- man muss auf die Temperaturen und auf die Feuchte achten
- richtig lüften
- dafür zu sorgen, dass auch überall richtig geheizt werden kann
- die Fassade „trocken“ bleibt und ausreichend gedämmt ist
- verhindert wird, dass „aufsteigende Feuchte“ die Wände abkühlt
- kleinere Schimmelschäden (und damit der unangenehme Geruch) schnell beseitigt wird
- der richtige Anstrich innen aber auch außen aufgebracht wird
- keine Wärmebrücken vorhanden sind
- usw.
Dies alles (und noch viel mehr) ist nachzulesen in meinem Buch „Gesund wohnen in Altbauten“.

Mich stört auch besonders, wenn „Werte“ von Schimmelbefall - ob Sporen oder Flächen, aber auch Keime aus Broschüren und irgendwelchen Merkblättern - so einfach als „gesetzliche Grundlage“ ausgegeben werden! Es werden Empfehlungen von Firmen ungeprüft übernommen - um daraus abzuleiten: der Gesetzgeber sagt: dieser oder jener Wert ist zu hoch.
Wenn man genau nachliest – ist dies meist keine gesetzliche Forderung, sondern oft nur eine Empfehlung.
Es besteht meist nicht “ruckzuck“ - ein immenser Bedarf, um mit schwerem Geschütz aufzufahren.
Denn, ob diese angebotenen Bekämpfungen alle auch gerechtfertigt sind, ich jedenfalls habe da oft meine Zweifel.
.
Jetzt im Winter noch richtig lüften oder die Feuchte mit einem Luftentfeuchter reduzieren.



Puhhh...



Hallo Andrea,

woher der Schimmel kommt, ist klar. An den kalten Stellen der Wohnung kondensiert die Feuchtigkeit der Raumluft aus und bereitet den Nährboden für Schimmel.

Also ist die erste Maßnahme: man ersetze die kalten Stellen durch warme. Bei den Fenstern ist es einfach: neue rein. Wenn Ihr kurzfristig Hilfe braucht, kann ich die Fenster-Isolierfolie von fix-o-moll empfehlen. Kostet nur ein paar Euro und entschärft die Situation erstmal.

Was die Haustür und die Glasbaufläche angeht, ist es wohl sinnvoll, diesen Bereich besser zu beheizen. Auch wenn es Geld kostet.

Lüften per Hand ist uneffektiv und teuer (wegen dem Wärmeverlust). Damit kriegt man in der Regel keinen Schimmel weg (vor allem weil man nicht den ganzen Tag zu Haus ist). Da solltet Ihr mal über den Einsatz einer Lüftungsanlage nachdenken. Google mal nach dem Bayernlüfter.

Viel Erfolg!

Wolfgang



welcher Pilz ist giftig?



..diese Frage ist eine entscheidende, egal ob ich im Wald Schwammerl suche, oder ob ich im Innenbereich
wissen will , ob ein gesundheitliches Risiko besteht. Da man die Pilze nur als Fachmann, teils nur im Labor identifizieren kann, geht dann kein Weg daran vorbei, eine Bestimmung vorzunehmen. Bis dahin ist das bestimmt keine Beutelschneiderei und sollte nicht als überflüssig angesehen werden. Natürlich geht es nach Beseitigung des Bewuchses immer um die Ursachen, seien sie nutzerbedingt, oder aus der baulichen Situation heraus begründet.



schwarz, grün, weiß sind alle meine Kleider ...



Kaum wird es kalt beginnt es wieder überall zu Schimmeln. Die Sporen sind ubiquitär vorhanden und gehören einfach zum Leben dazu. Geschildert ist hier ein wiederkehrender Kleinbefall. Es bringt dem Bewohner wenig zu wissen, ob es sich um einen Aspergillus niger oder um einen Alternaria alternata handelt. Manchmal kann man auch die Kirche im Dorf lassen. Herr Mues hat das ganz schön gesagt: "man ersetze die kalten Stellen durch warme".

Das Zeug muss aber weg. Bereits vor dem Entfernen sollte auf Ursachenforschung gegangen werden. Weshalb entsteht der Schimmel an genau dieser Stelle und was kann der Bewohner an der Nutzung der Örtlichkeit, bzw. an seinem Verhalten ändern?
Manchmal reicht ein einfaches Abrücken der Möbel von den Wänden aus, manchmal das leichte Erhöhen der Raumtemperatur, das Erneuern eines Bauteiles, etc. – Heizen und Lüften kann wahre Wunder bewirken, falsche Sparsamkeit eben auch.
Bei richtigem Lüften entsteht kein großer Wärmeverlust. Durch das Lüften verlieren Sie zwar auf den ersten Blick Energie wenn Sie teuer aufgeheizte Luft in die Freiheit entlassen, aber die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit wird somit effektiv abgeführt. Auch nicht zu verachten: Um trockene Luft auf gleicher Temperatur zu halten muss weniger Energie aufgewendet werden, als nötig ist um feuchte Luft zu heizen.

Treppenhaus, Speisekammer, Bäder und auch Schlafzimmer sind wahre Klassiker. Alle sind feucht, nicht ausreichend beheizt und weisen meist einen geringen Luftaustausch auf. Einfachverglaste Fenster in zu kühlen Räumen scheinen gar um den Pilzbefall zu betteln. Gerade in kalte Treppenhäuser gelangt immer wieder durch das öffnen der Türen warme und feuchtere Luft, deren Feuchtigkeit dann an den kalten, einfachverglasten Fensterflächen ausfällt. Hier entsteht der Nährboden für den Schimmelbefall.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Moin Andrea,



wenn du's genauer wissen willst, besorg dir doch mal ein IR-Thermometer z.B. sowas:

http://www.elv.de/IR-Thermometer-Flash-Pen/x.aspx/cid_74/detail_10/detail2_25732/flv_/bereich_/marke_

Da kannst du sehen, wo die Kältebrücken in deinem Haus sind, also vermehrt Kondenswasser entsteht und den Schimmel ernährt.

Gruss, Boris





Boris?

Wenn ich den Schimmel wachsen sehe braucht es kein IR- Thermometer mehr um zu wissen das genau dort wo er wächst die Feuchtigkeit zu hoch ist.


Grüße aus Schönebeck



@Oliver:



Duu natürlich nicht, denn du hast Erfahrung mit solchen Dingen.
Um mein Haus und was darin vorgeht zu verstehen, find' ich die Dinger klasse, v.a. zum aufspüren von Dämmlücken/Kältebrücken.

Gruss, Boris