Schalldämmung

03.01.2016 Jassi



Ich bewohne ein altes Haus (einstmals Fachwerk) im ersten Geschoss.Unter mir wohnt der Vermieter, der das Haus nach seinem besten Wissen ausgebaut hat (ich würde sagen verbaut hat).Das Problem an der Wohnung die ich bewohne ist die unzureichende Schalldämmung nach unten.Ich höre alle Geräusche (Gespräche,Radio,husten,schnarchen,TV...), was ziemlich nervig ist.Nun habe ich mich beim Vermieter nach dem Bodenaufbau erkundigt,der sich folgendermaßen zu gestalten scheint (von mir aus):

-PVC Boden
-Spannteppich
-OSB Platte (nicht überall)
-alte Dielung
-Schlackewolle (?)
-abgehängte Decke beim Vermieter

Alles in allem beansprucht der Aufbau ca 30 cm. Die Deckenhöhe bei mir ist ca. 1,90. Nun denke ich über einen neuen Bodenaufbau nach, würde das auch selber finanzieren. Könnte man einen besseren Schallschutz hinbekommen mit eventuell sogar niedrigerem Aufbau?

Jassi



es



gibt aber auch viele Schallnebenwege. Z.B. Heizungsrohrdurchführungen, Kanalschächte, durchgehende Trennwände - es muß nicht immer der Fußboden sein. Aber ein altes Haus bleibt ein altes Haus. Hier scheint aber auch Füllmasse im Deckenraum zu fehlen - da müsste man alles aufmachen - das sollte man sich reichlich überlegen, noch dazu auf eigene Kosten.



Schalldämmung verbessern



Bei der Deckenhöhe von 190 cm kann kein zusätzlicher Aufbau erfolgen-
Wenn eine wesentliche Verbesserung erfolgen soll müßte dein Fußbodenaufbau entfernt werden inkl den alten Dielen.
Tragfähigkeit überprüfen, Dimension,Abstand, Spannweite der Deckenbalken.
Unebenheiten nivellieren
Vorhandene Hohlräume bis Oberkante Decke mit geglühtem, feinem Sand auffüllen, (ggf leichte Schlacke teilweise entfernen) insbesondere auch alle Randbereiche auffüllen- ggf darunter Rieselschutzpapier verlegen.
Gewicht vom Sand ca 18 kg je qm und cm Höhe.

Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten:
18 mm OSB-Platten aufschrauben, darauf dünne Schalldämmmatten auflegen, darauf 20 mm Trockenestrich Verlegen (oder aus 2 versetzt verlegten, verklebten und miteinander verschraubten Lagen 10 mm Gipsfaserplatten selber herstellen)
Darauf Teppich verlegen (oder Parkett verkleben)

Alternativ auf die Holzbalken Dämmstreifen (Gummigranulatplatten, latexierte Kokosfaserstreifen oä legen), zusätzlich kann auf die Sandschüttung eine dünne flexible Dämmung gelegt werden, damit unter den Dielen kein Hohlraum bleibt.
In die Sandfüllung neben die Holzbalken Begleitlatten 40/60 flach einlegen, darauf Holzdielen schrauben.
Das spart Höhe-ist aber schalltechnisch nicht so gut.
Evt kann unten in den Hohlraum der abgehängten Decke Zellulose eingeblasen werden, sofern die tragfähig genug ist
(Gewicht der Zellulose etwa 5-6 kg je 10 cm Höhe-
Einblasdruck reduzieren und für genügend Entlüftungsmöglichkeiten beim Einblasen achten)

Der Vermieter sollte zumindest alle Materialkosten übernehmen und dir die Arbeit durch vergünstigte Miete oä vergüten-
für Schallschutz ist der Vermieter zuständig
Ungenügender Schallschutz berechtigt auch im Altbau zur Kürzung der Miete.

Andreas Teich