Morscher Deckenbalken - Alter des Schadens ermittelbar ?




Hallo,

wir sind aktuell am Renovieren einer Wohnung in einem alten Mehrfamilienhaus - Jugendstil.

Ein Frage bzgl. eines Schadens an einem Deckenbalken hat sich bei uns ergeben. Im Wirrwarr der Versicherungen und des Verkäufers sind wir gerade etwas verloren.

Es geht um 2 Dinge die evtl. miteinander in Verbindung stehen.
Zum einen gab es vor 9 Monaten einen Wasserschaden/Leck in "der" Wand. Dieser wurde vom damaligen Besitzer damals nicht (richtig) behoben da zu dem Zeitpunkt klar war, dass die Wand entfernt wird.
Zum anderen haben wir, nachdem wir die Wand entfernt haben,
festgestellt dass der Deckenbalken genau an dieser Stelle morsch ist, jeweils 1m rechts und links (siehe Bild). Man kann mit der Hand kleinere Stücke herausbrechen und zerbröseln. Der ganze Verkauf und das Entfernen der Wand hat ca. 6 Monate länger gedauert als ursprünglich gedacht.

Nun sehen wir einen kausalen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen :-)

Uns wurde gesagt, dass der "Gutachter" der Versicherung lapidar meinte, der morsche Balken muss von einem anderen Wasserschaden herrühren. Der Balken ist zu trocken.
Der Wasserschaden ist jetzt 9 Monate her, der Balken liegt seit 2 Monaten offen - kann man aufgrund der Trockenheit des morschen Holzes ausschließen dass die beiden Dinge Zusammenhängen - oder ist das einfach Humbug ?

Vielen Dank !



Wasserschaden



Was denkt Ihr über den Rest der Decke?
Es wäre sehr komisch, wenn sich der Schaden nur auf einen Balken bezieht.
Der Einschub, der unterseitige Putzträger und die anderen Balken bestehen ja auch aus Holz.
Was sagt denn der Gutachter zum gesamten Schadensumfang?

Viele Grüße



Nichts genaues weiß man nicht...



Von weitem besehen (sprich auf dem Foto) sieht der Balken tatsächlich so aus, als wäre es ein Altschaden, aber nur über das Aussehen so etwas zu entscheiden ist m. E. zu wenig. Den Versicherungsgutachter interessiert aber in dem Moment vielleicht gar nicht mehr...
Ich würde überprüfen, ob es das einzige, geschädigte Bauteil ist, bzw. wie weit der Schaden tatsächlich geht und ob es zu einem früheren Zeitpunkt auch schon mal eine ausschlaggebende Ursache für einen Schaden gegeben haben könnte.
Des Weiteren würde mich interessieren was für ein Pilz hier den Schaden verursacht hat. Vom Schadensbild her ist ein Befall durch Echten Hausschwamm nicht ausgeschlossen und der erfordert ein anderes (umfangreicheres) Sanierungsprogramm als andere Pilze.
Mein Vorschlag wäre einen eigenen Holzschutz-Sachverständigen ranholen um in einem ersten Schritt der örtlichen und augenscheinlichen Untersuchung zu überprüfen, ob es ein Altschaden ist oder durch den "aktuellen" Wasserschaden verursacht wurde oder zumindest versuchen das Versicherungsgutachten einzufordern um einen gesicherten Kenntnisstand zu bekommen.
Mir ist nur noch nicht klar, wie man in diesem Fall richtig mit der Versicherung umgeht um seine Chancen nicht zu verspielen.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri





Hallo,

daß so ein massiver Würfelbruch nicht in neun Monaten entsteht, ist sonnenklar. Das ergibt sich aus der maximalen "Arbeitsgeschwindigkeit" von Pilzen.
Deshalb befürchte auch ich, daß sich Ihr Problemfocus ein wenig verschieben wird: Wie sieht es insgesamt aus und was war/ ist es wirklich? Sie werden da im eigenen interesse sachverständig nachforschen lassen müssen und vielleicht den Vorbesitzer zur Kasse bitten müssen.

Grüße vom Niederrhein





Hallo Stubentiger,

der Schaden ist wohl älter; wenn ich den Würfelbruch sehe kriege ich etwas Bauchschmerzen. Da sollte schon mehr von der Decke geöffnet werden um zu sehen, wie groß der Schaden wirklich ist.

Ich rate dringend zu einem eigenen Gutachter, der Deine Interessen vertritt und nicht jene der Versicherung des Verkäufers.

Mannheim
Hessen Meldepflicht



Danke !



..vielen Dank an alle.

Das Gute ist, dass der Schaden zum einen nicht sehr tief zu gehen scheint - nach ein 2 bis 3 cm kommt wieder festes Holz. Auf der einen Seite ist ein Wechsel leicht angegriffen, auf der anderen Seite anscheinend garnichts. Ebenso sieht die "Füllung" der Balkendecke gut und pilzfrei aus (aus Laiensicht).

Alles in allem werden wir wohl um einen eigenen Gutachter nicht herumkommen :-(



Will ja nicht rumunken, aber:



Bei Pilzbefall soll/muß eine Gesundschnittzone eingehalten werden (in Kurzform):
Echter Hausschwamm - sichtbarer Befall plus 1,00 m gesundes Holz in jede Richtung plus chem. Mauerwerkssperre
andere Nassfäulen - sichtbarer Befall plus 0,30 m gesundes Holz in jede Richtung ohne chem. Mauerwerkssperre
Hintergrund:
In den anliegenden gesunden Holzzellen setzen sich Hyphen der Pilze ein, ohne dass man äußerlich eine Schädigung erkennen kann. Bei neuer Befeuchtung könnte dadurch ein neuer Schaden entstehen.
Das wäre nach Regelwerk. Parallele oder andere Lösungen können in Erwägung gezogen werden, wenn die örtliche Situation geprüft wird. Danke für Danke.
Schönen Abend noch
Martin Malangeri