Kauf trotz beseitigtem Schwammbefall?

02.09.2011



Hallo,

wir beabsichtigen im Südschwarzwald ein Haus zu kaufen
("Hotzenhaus", ca. 150 Jahre alt, Bruchsteinwände,
Innen- und Aussenverkleidung Holz, Bruchsteinkeller).

Kurz vor Vertragsabschluss wurde im bis dahin
verschlossenen (Laminat über Dielenboden) Keller
Schwamm entdeckt, vermutlich handelt es sich um Echten
Hausschwamm (Probe ist im Labor).
Ein Fachunternehmen ist mit der Untersuchung und
Sanierung beauftragt.

Meine Fragen:
1. kann man grundsätzlich sagen dass bei
früherem Befall die Wahrscheinlichkeit eines
erneuten Auftretens wesentlich höher ist
obwohl die Ursachen beseitigt wurden?
Wie ist eure Meinung, trotzdem kaufen, das Risiko
eingehen und eben häufig und gezielt kontrollieren
oder "Finger weg"?

2. Welche Kaufpreisminderung ist in etwa realistisch?

Danke für jeden Tip.

Jan



mein



persönliche Ratschlag: wenns es kein Märchenschloss ist, dann Finger weg. Wer weiß, wie es noch an anderen nicht sichtbaren Stellen aussieht.



Duch die Verlegung von dichtem



Laminatboden über Dielenböden kann genau so was passieren.

Grüße



Nach einer fachgerechten und umfassenden Sanierung...



...sehe ich keine Bedenken, so die Befallsgründe dauerhaft entfallen.

Ob sich klauseltechnisch ein Vorbehalt zu einem Wiederbefall verankern lässt, kann ich nicht beurteilen. Wer gibt denn die Sanierung in Auftrag?

Grüße

Thomas



danke



für die bisherigen Hinweise und Meinungen.

@Thomas: die Sanierung wird vom Verkäufer in Auftrag
gegeben und natürlich gezahlt.

Grüße
Jan



Dann...



...zahlt sich, selbst wenn es wider aller Erwartung nicht zum Kauf kommen sollte, die Überprüfung der Arbeiten in der Ausführung durch einen Sachverständigen Holzschutz aus.

Grüße

Thomas





Bei dieser Sachlage würde ich, wenn ich das Haus dann kaufen würde, in jedem Fall den Schaden nur Finanziell regulieren- und die Sanierung selbst durchführen lassen.
Nur so hätte ich auch einen Einfluss auf die Qualität der Ausführung.
Das Interesse des Nocheigentümer dürfte sich doch darauf beschränken so wenig wie möglich Geld auszugeben.

Grüße
Oliver Struve



Herr Struve,



nicht jeder der Haus verkauft, bescheisst.

Zunächst würde ich mit dem Verkäufer das weitere Vorgehen für die Sanierung besprechen.
Der Verkäufer hat ja auch ein Interesse daran, dass das Haus richtig saniert wird, denn wenn sie nicht kaufen und er noch einmal ein halbes Jahr warten muss, sollte das Haus in Ordnung bleiben.
Nach der Sanierung müssen ca 1/2 bis 1 Jahr vergehen und dann noch einmal geprüft werden, ob der Schaden nachhaltig behoben ist. So war es bei mir, als ich dem Hausschwamm Hausverbot erteilt habe.


Klaus



Man muß ja nicht gleich...



...von Beschiß reden, wenn der Verkäufer den Schaden nur eng fokussiert und nur das Nötigste machen lässt; er hat nur finanzielle Interessen. Auch ein gutes Sanierungskonzept kann im nachhinein noch aufgeweicht werden, wenn nach billigeren Teillösungen gesucht wird.

Es wäre tatsächlich optimal, wenn der Verkaufspreis um die Sanierungskosten lt. gründlichem Gutachten, das von beiden Seiten akzeptiert wird, gemindert würde. Nur der Erwerber hat ein grundsätzliches Interesse an der Sanierung des Hauses.

Grüße

Thomas





@Klaus

Ich hab nicht gesagt das jeder der etwas verkauft ein Betrüger ist.

Mir erklärt sich nur nicht warum ein Verkäufer sich noch der Belastung einer Sanierung unterziehen will.

Der Kaufpreis wird um die Schadenssumme X aus dem Gutachten gemindert und gut.

Wie Herr Böhme schon sagt, der Verkäufer hat ein rein finanzielles Interesse.
Der Verkäufer wird die Kosten der Sanierung tendenziell immer so gering wie möglich halten wollen.
Der neue Eigentümer wird mit Sicherheit eher den ein oder anderen Euro mehr ausgeben und auf Nummer “sicher” gehen.

Im übrigen kann der neue Eigentümer so auch andere Modernisierungsmaßnahmen gleich mit einbeziehen.

Grüße
Oliver Struve



Danke ...



an alle für die zahlreichen Anregungen aus unterschiedlicher
Perspektive.

Jan





update:
Mittlerweile ist zusätzlich starker Schimmelbefall
festgestellt worden, ein Gutachten liegt vor.
Der Verkäufer will die Sanierung nicht durchführen
und bietet eine (meiner Meinung nach sehr niedrige)
Kaufpreisreduzierung für Schwamm- und Schimmelbeseitigung
sowie Wertminderung an. Da sich mittlerweile noch
herausgestellt hat dass das Haus wohl mehrere Jahre nicht
beheizt wurde und mit weiteren Schäden zu rechnen ist trete
ich vom Kauf zurück.

Seltsam, dass keiner vom Befall wusste aber es gibt
natürlich auch Zufälle...



Sanierbar ist nahezu alles...



...aber unter den gegebenen Bedingungen kann's ein Fass ohne Boden werden. Ich hätte denn auch Bedenken, daß der Schaden sehr in die Breite gehen könnte.

Grüße

Thomas



denn



meist kommt es schlimmer als man denkt!
Viel Erfolg bei der weiteren Suche.