Risse in Unterzügen/Ab wann gibts Probleme mit der Statik?

24.04.2010



Hallo
habe mal eine Frage! Ich habe mir letztes Jahr ein 2 Ständer Fachwerkhaus gebaut. Mittlerweile habe ich ziemlich Tiefe Risse in den Unterzügen. Die Unterzüge sind 12 Meter lang aus Nadelholz und haben ein Querschnitt von 25 x 25. Das es Risse gibt war mir vorher klar und es stört mich auch überhaupt nicht. Nur mittlerweile sind die Risse schon ca. 7 cm tief und bis zu 2 cm breit. Nun frage ich mich, sind solche Risse normal oder nicht? Und gibt es wenn es weiter reisst irgendwann Probleme mit der Statik?

Vielen Dank
Markus M.



Risse in Unterzügen/Ab wann gibts Probleme mit der Statik?



Hallo Markus,
Du hast doch eine Wahl gehabt, bei der Auswahl des Holzes, oder nicht?

Bin nur ein Verputzer, stelle diese Frage trotzdem.

Grüße

Mladen





Guten Abend Markus,
auf die Lage der Risse kommt es an. Sind die Risse vertikal, so können diese (im Groben gesprochen), wie zwei getrennte Hölzer, jedoch mit der selben Höhe, betrachtet werden, die die Lasten aufnehmen. Wenn tiefe Risse waagerecht verlaufen, ist dies suboptimal. Da sie hier die Tragkraft schwächen können, da der Querschnitt geringer ist.
Vielleicht stellst Du noch ein Bild ein, dass man sicher doch besser orientieren kann. Achja, eine Anmeldung auf dieser Plattform wäre dafür jedoch notwendig, sonst klappt es nicht mit den Bildern.
Gruß Stefan



Risse in Unterzügen



Hallo,

Sie haben offensichtlich kein abgelagertes Holz gekauft sondern mehr oder weniger Frischholz. Das reisst natürlich.
Problematisch können Schubrisse werden, die sich in der Nähe der Auflager einstellen (verlaufen diagonal). Diese sollten Sie durch einen Statiker oder Zimmermann begutachten lassen, weil sich was dagegen machen läßt.
Auch zu große Durchbiegungen (mehr als 1/150tel der feldlänge) würde ich eingrenzen lassen.
Gegen Drehrisse, die aus Verdrehungen des Holzes um die Längsachse entstehen, sind Sie allerdings machtlos. Das könnte Ihnen eine Menge Ärger mit angrenzenden Bauteilen einbringen.
Sonst sind selbst tiefe Risse aber bei den Abmessungen zwar unschön aber statisch nicht unbedingt bedenklich.

Grüße vom Niederrhein



Sortierkriterien für Nadelholz nach DIN 4074-1



Hallo,
handelt es sich um Schwindrisse (Risse in Faserlängsrichtung, in der Regel über die gesamte Länge unregelmäßig verlaufend - im Zweifel begutachten lassen) kann bei Nadelholz der (häufigsten) Sortierklasse S 10 eine Risstiefe bis zur halben Querschnittsbreite toleriert werden. Für hoch belastete Bauteile werden z.T. auch Hölzer mit Sortierklasse S 13 verwendet. Hier liegt das Grenzkriterium bei 2/5 der Querschnittsbreite, also 10 cm Risstiefe bei Ihrem Querschnitt.

Die Sortierklasse kann z.B. der Gebäudestatik entnommen werden.

Wie die Risstiefen zu messen sind, steht in der DIN 4074-1 "Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit, Teil 1: Nadelschnittholz". Wenn die Statik Ihrer Konstruktion geringe Sicherheitsreserven aufweist oder bedenkliche Durchbiegungen auftreten, könnte auch eine Kontrolle der anderen Sortierkriterien interessant sein. Z. B. Ästigkeit, Krümmung oder Faserneigung. Letztere offenbart sich jetzt erst anhand der Schwindrisse.

Gruß
Boris Blenn