verborgenes Fachwerk?

25.07.2005



Hallo liebe Forumsmitglieder!
Heute wende ich mich mit einer Frage bezüglich Ziegelfachwerk an Sie:
Wir haben heute ein potentiell zu kaufendes Haus besichtigt, von dem es heißt, dass sich beim alten Teil unterm Putz (Front) und Platten (hinterer Hausteil, Teerpappen o.ä.?) Fachwerk verbirgt. In dieser Gegend (Erftkreis) wird vor allem Ziegelfachwerk gebaut, auch handelt es sich um ein Haus der Jahrhundertwende. Nun die Frage:

Müssen beim Aufbringen von Putz und Betonplatten die Ziegel drastisch "geschädigt" werden, sprich lassen sich diese "Sünden" entfernen, ohne darunter liegende Ziegel zu zerstören? Kosten sind dann noch eine ganz andere Fragen;-)

Die Frage ist wahrscheinlich saublöd, aber ich kenne mich wirklich null aus.

Danke für Ihre Antworten schon an dieser Stelle.

Herzlichen Gruß

Sabine Tiede



Kein Schaden





keine Beschädigung



also die Teerpappe etc..kann komlett entfernt werden ohne die Ziegel zu zerstören.

Teerpappe entfernen und Putz am besten Luftkalkmörtel neu Aufwerfen.

Mfg Peter schneider





Liebe Sabine Tiede,
es gibt keine "saublöden" Fragen.! Niemand kann alles wissen.
Wie allerdings der Zustand der originalen Wände jetzt aussieht bzw. nach der Abnahme späterer Zutaten, kann aus der Ferne kaum jemand beurteilen.
Eine Probefläche anzulegen wäre dazu hilfreich. Aber das ist wohl kaum möglich, solange Ihr nicht Eigentümer seid.
Grundsätzlich halte ich es (als Restaurator) bei Freilegungen für möglich und dringend nötig, so sensibel zu arbeiten, daß keine weiteren Schäden entstehen. Dazu muß man dann die entsprechende Technologie und Werkzeugauswahl treffen.
Das Haus ist wohl kein Denkmal (?), aber dennoch würde ich so feinfühlg vorgehen als wäre es eins. Trotzdem kann man dabei mit richtigem Handwerkszeug und optimierter Methode zügig vorankommen.
Zwischendurch müßt Ihr Euch eben mal guten Rat holen und ausprobieren.
Ihr macht das schon.!
Freundliche Grüße
D.Fr.





Vielen Dank schon für die ersten Reaktionen. Vor allem für die Ermutigung;-)

Lieber Dietmar Fröhlich,

das Haus ist tatsächlich kein Denkmal, eher ein Beleg für eine gepflegte "Kraut- und Rüben-Architektur" der letzten 100 Jahre. (Ursprung Jahrhundertwende, An- und Umbauten der 30er, 60er und 80er Jahre) Sollten wir das Haus kaufen, werden wir versuchen, aller "Moden Unverstand" möglichst originalgetreu wiederherzustellen. (Außer den Tapeten der 60er, graus;-)

Ich fürchte auch, als Nicht-Besitzer wird es schwierig sein, "mal eben drunter zu schauen". Trotzdem danke! Falls wir Besitzer werden sollten, wird es sicher Meldungen von Überraschungen und weitere "Ratlos-Fragen" geben.

Herzlichen Gruß

Sabine Tiede



Nicht gleich aufgeben!



Hallo Sabine,

ich würde nicht gleich lockerlassen, was die Frage betrifft, ob man mal unter die Abdeckplatten/den Putz schauen darf. Der Immobilienmarkt floriert doch nicht dermaßen (zumindest in unserer Gegend und bei alten Häusern nicht), daß die Kaufinteressenten Schlange stehen, oder? Also müßte der Verkäufer eigentlich Verständnis dafür aufbringen, daß man nicht die Katze im Sack kaufen möchte. Ihr habt dem Verkäufer doch sicher schon gesagt, daß Ihr noch 3,4 andere Häuser angeschaut habt, die Ihr günstig haben könntet, oder? (grins!)
Und verfaulte Fachwerkbalken oder zerdroschene Ziegel sind ja wirklich keine Kleinigkeit. Also: drunterschauen. Wenn es gut aussieht, umso besser. Wenn es schlecht aussieht, Kaufpreis drücken.

Gruß & viel Glück,

U. Fischer



Nur keine Hemmungen



Ich fürchte auch, als Nicht-Besitzer wird es schwierig sein, "mal eben drunter zu schauen".

Auf der Suche nach einem alten Haus in Leonberg (Württemberg) hatte der Denkmalschutzbeauftragte nichts dagegen, dass ich mit einem Hammer Teile der Wände abgeklopft und den ein oder anderen angeweicht-durchgammelten Putz dabei von den Balken beförderte. Das waren genau die Stellen, die mich auch dazu bewogen hatten dann das Haus nicht weiter anzusehen.

Ihr solltet Euch bewusst sein, dass so eine Anschaffung etwas fürs Leben ist und Ihr Euch mit dem Haus auf Jahrzehnte rumärgern müsst, wenn da was vermurkst ist. Nicht die Kosten zu vergessen. Da sollte es zugestanden werden, mal etwas genauer nachzusehen.

Viel Erfolg dabei.
Denis



Was drunter ist?



Wenn die Teerpappe richtig aufgeklebt ist mit einer Bitumenemulsion oder ähnlichem krigt man das nur mit erheblichem Aufwand wieder runter.
Was für Platten sind das auf der Rückseite? Sind die vielleicht asbesthaltig? Dann sollten Sie die Entsorgungskosten mit einrechnen.