Fachwerk putzen

05.08.2008



Hallo,
wir besitzen ein Fachwerkhaus mit Eiche-Fachwerk, zu DDR-Zeiten wurde das Haus verputzt. Wir wollen diesen alten Putz abtragen und neu Verputzen. Es wurde uns folgendes angeboten: Rippensteckmetall als Putzträger aufnageln und Unterputz in MG III herstellen, dann Flächenarmierung mit eingelegten 210 g Glasfasergewebe und Siloxanputz K 2mm fungizil, algizil eingestellt. Hierbei teilen sich die Meinungen - MG III enthält wohl viel zu viel Zement, so dass MG I empfohlen wird, Siloxanputz soll lt. Fassadenbauer diffusionsoffen nach aussen hin sein, nach innen jedoch keine Feuchtigkeit vom Regen einlassen. Wir sind nun unsicher und haben einige Leute um Rat gefragt jedoch mussten wir feststellen, dass 5 gefragte Leute auch 5 unterschiedliche Meinungen vertreten. Wie ist Eure Meinung dazu? Das Haus bekommt von aussen keine Wärmedämmung. Danke im Voraus, Rose.



Fachwerk verputzen



Die Art des Putzsystems sollte sich in erster Linie nach der klimatischen Belastung der Fassade richten, z.B. durch Schlagregen.
Ob ein kunststoffmodifizierter Oberputz erforderlich ist, kann man nur anhand der örtlichen Situation klären.
Zu einem Außenputzsystem gehören i.d.R. 3 Schichten.
Die Art des Aufbaues und der Verarbeitung sind in den "Leitlinien zum Verputzen von Mauerwerk und Beton" undin den WTA- Merkblättern zum Verputz von Fachwerkfassaden zu finden. Die sollten Sie in der Vertragsgestaltung mit einbeziehen.

Viele Grüße



Fachverwerk putzen - meine Vorstellung



Vielen Dank für die schnelle Antwort, leider finde ich nur kostenpflichtige downloads für WTA-Merkblätter, werde dazu aber mal einen Bekannten ansprechen. Aus all den von mir gehörten Meinungen halte ich folgende Vorgehensweise für sinnvoll

1.Vorputz: Kalkputz ohne Zementbeimischung & ohne chemische Zusätze, darin eingelegtes NICHT mit dem Fachwerk verbundenes Gewebe (Glasfasergewebe)
2. Kalkputz oder Kalk-Trassputz als Feinputz
3. Kalkfarbe oder Silikatfarbe

Wenn ich es richtig herausgelesen habe, ist Kalkputz ein eher "weicher" Putz - wie lange hält so etwas, er muss doch sicher nach einiger Zeit erneuert werden? Zur Kalkfarbe - wäscht diese sich nach einiger Zeit ab?



Putz auf FW-Fassade



Guten Tag,

ist Ihnen eigentlich klar, wie viel Geld Sie bei einer korrekten Planung gegenüber einer von Ahnungslosigkeit geprägten Bauausführung einsparen ?
Finden SIe es vernünftig bei den Nebenkosten (Merkblätter) der Nebenkosten (Planung) mit dem Sparen zu beginnen ?

Grüße



zum Sparen



Warum soll ich kostenpflichtig downloaden, wenn ich die Merkblätter vielleicht kostenlos vom Bekannten bekommen kann? Sein Vater ist Architekt - hat der diese Blätter nicht oder gibt diese nicht weiter, kann ich sie immernoch gegen Gebühr aus dem Internet holen.





Der von ihnen favorisierte Aufbau wäre mir zu kapillar. Im übrigen halte ich das einbringen einer Rissarmierung in die erste Putzlage bei modernen Putzsystemen für falsch. Früher hieß die Regel beim Putz weich auf hart. Moderne Putzsystem funktionieren aber anders. Der Unterputz, leicht, Dämmputz, ist weicher und dient bei richtiger verarbeitung als Entkoppelung und Pufferschicht. Wird nun noch die Armierung im Oberputz eingebracht führt das zur Senkung der Rissgefahr durch die ges. Putzlagen.
Wenn sie einen Fachunternehmer damit beauftragen der seine Arbeit mag, wird der sicher auch die WTA Blätter besitzen!

gruß jens



Moin,



jaja Herr Beckmann, Sie kennen doch sicherlich auch den Stamm "Nimm" und dieses Naturvolk ist überaus gross und welweit verteilt.
Man hilft ja auch gerne, allerdings finde ich häufig Fragen hier im Forum die genau betrachtet eine komplette Planungsaufgabe beinhalten oder diese Fragen wie z.B. "...gibt es eine Faustformel mit der man Balken berechnen kann...." denn die Statiker (so wie ich) oder die Architekten (so wie Sie), nehmen ja sowieso viel zu viel Geld für zu wenig Leistung......