Kamin mit Lehm verputzen

03.06.2012



Hallo zusammen,
bin bisher nur Leser und muss jetzt zu meinem "Kleinprojekt" doch noch einige Fragen loswerden. Habe einen ehem. offenen Kamin mit Heizkassette. dessen Oberteil (durch das die Rauchgase in den Schornstein gelangen) wurde vom Ofenbauer neu gesetzt (6 cm Schamottsteine + 4 cm Schamottplatten). Darauf und auf den Schornstein sollen nun noch ca. 2 cm Lehmputz. Möchte eigentlich einen Universallehmputz (also ohne Stroh o. ä.) verwenden, den ich erdfeucht in der benachbarten Ziegelei günstig bekomme und mir das Mischen spare. Wollte zusätzlich ein (Glasfaser)gewebe einputzen. Und nun die Fragen:
1. Ist Universalputz ohne weiteren Zuschlag ausreichend? Hab ja Gewebe als Armierung..
2. Muss ein spez. feiner Oberputz drauf, oder kann ich das auch mit dem Universalputz machen? Habe meine Wände auch nur damit geputzt und finde es okay..
3. Muss ich die Schamottplatten vorbehandeln/einschlickern o.ä. bevor ich putze?
4. Soll der Ofen beim Putzen wirklich warm sein? Trocknet doch dann so schnell und reißt erst recht..
5. Wo kommt die Gewebematte hin? 2/3 Putz - Matte andrücken - trocknen lassen - 1/3 Putz drauf?
Freue mich auf Eure Antworten
Gruß Karsten



Hallo Karsten,



Gewebe und Stroh sind brennbar.
Wenn Eure Kaminhaube aus Schamott ist, dürfte ein Rauchrohr dahinter sein. Und, da nicht anders beschrieben, gehe ich von einem Schornstein ohne Zughülsen aus.
Dann sind auf Haube und Schornstein beide Materialien verboten. Nicht nur wegen der Brand-, sondern auch wegen Verkohlungs / Kokelgefahr.
Für die Verarbeitung des Putz bitte Anleitung beachten - ist besser als allgemeine Ratschläge.
Gruß Walter



Hallo Walter



Danke für Deine Antwort zu Frage 1. Da gibts gar kein Rauchrohr oder Zughülsen - ist alles gemauert. Also nehme ich Lehmputz ohne Stroh und eine nicht brennbare Armierung.
Für den Putz gibt es keine Anleitung - wäre also noch an der Beantwortung der Fragen 2 - 5 interessiert.
Gruß Karsten



Armierung



Ziegelrappitz - Hasengitter mit Tonsternen - ist am teuersten und sinnvollsten. U.U. tut´s nur Hasengitter auch.
Wenn Du eine Anleitung zur Verarbeitung brauchst, frage bitte über meinen mail acount an.
Wenn Du Lehm aus einer, eher privaten, Grube aus der Nachbarschaft hast, solltest Du Handwerker, o.ä., fragen, welche schon Erfahrung mit ihm haben. Alle überregionalen, gewerblichen Verkäufer haben Anleitungen / Datenblätter nach DIN / ECE.
Lehm hat so viele unterschiedliche Zusammensetzungen, daß standardisierte Mischverhältnisse nur auf Industrieware anzuwenden sind. Wenn Du Dir nicht sicher bist, stelle Proben mit Armierung in min. 20 x 20 cm her. Diese trocknest Du dann, ohne wenden, im Schatten. Sie sollten solange "feucht" abgedeckt sein, bis er ganz durch getrocknet ist.
Gruß Walter