Wand feucht durch Lüftungsschacht?

25.10.2012



Hallo,
Bei unserem Backsteingebäude (Holzständerbauweise) auf Feldsteinfundament sind fast ebenerdig an den Hauswänden so eine Art Lüftungsschächte (so groß wie ein halber Backstein) mit Gitter. Welche Funktion haben diese Schächte? Hinter dem Backstein ist noch eine Hinterlüftung und dann Lehmziegel. Jetzt haben wir festgestellt, dass in Höhe des Schachts die Wand innen feucht ist (vom Boden 20cm hoch auf einer Breite von 1,20m). Kann die Feuchte Wnad mit dem Lüftungsschacht zutun haben? Welche Maßnahmen würden Sie empfehlen? Sperre im Spritzverfahren, Schacht zumauern, andere Ideen?
Für ihre Hilfe danke ih herzlich im Voraus!
Beste Grüße,
K. Friese



Um welche Bauweise ...



... handelt es sich nun genau? - Backsteingebäude in Holzständerbauweise mit anteiligen Lehmsteinwänden geht doch etwas durcheinander.
Handelt es sich vielleicht im Kern um ein Fachwerkhaus mit Lehmsteinen in den Gefachen und vorgeblendeter, hinterlüfteter Klinker- / Ziegelsteinfassade?

Auch wäre eine genaue Beschreibung des Wandaufbaus sehr hilfreich, um sich der Angelegenheit näher anzunehmen.


i. V.

Dirk Meisinger





Hört sich ein wenig nach Lüftungsöffnungen im Sockel zur Belüftung des Zwischenraums zwischen Holzbalkenboden und Erdreich an. Davon müsste der belüftete Bereich mehrere, mindestens auf 2 gegenüberliegenden Seiten, haben.

Das äußere Gitter soll Ungeziefer fern halten.
Die dahinter liegende Öffnung sollte bis zum zu belüftenden Hohlraum reichen. Diese Lüftungsöffnungen liegen meist in der Balkenebene relativ dicht unterhalb der Dielung. Der umliegende Wandbereich kühlt stärker aus als andere Wandbereiche und wird so leicht zu einer Kondensationsstelle für Raumluftfeuchte.

Was man baulich ohne schädliche Nebenwirkugen ändern könnte weiß ich nicht.
Möbel in dem Bereich des Außenwände sollte man nicht stellen.



An die Variante ...



... mit dem unterlüfteten EG-Boden hatte ich noch gar nicht gedacht. - Danke Erwin!

Von daher sollten doch noch mehr Informationen zur Gebäudekonstruktion / zum Aufbau der Bauteile (Außenwände / Boden) geliefert werden.

Ansonsten wird's ein lustiges Rätselraten.

i. V.

Dirk Meisinger



Kalkprodukte



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Hans



Licht ins Dunkel



Hallo,
Vielen lieben Dank schonmal für die hilfreichen Antworten. Zum Haus: es ist ein zweigeschossiges Backsteingebäude mit Krüppel-Walmdach, sorry, im inneren ist nur eine Balkenkonstruktion. Das Haus steht auf einem Feldsteinfundament. Es ist eine typische Mecklenburger Büdnerei, Baujahr geschätzt 1920. Sanierung war 1997 und da wurde dann mit Lehmziegel innen aufgemauert. Der Wandaufbau ist folglich: Backstein-Hinterlüftung-Lehmziegel.
Danke Erwin für die Bestätigung, es gab früher offenbar eine Sockelbelüftung, ist auf beiden Seiten der Fall. Kann es denn sein, dass die Innenwand, also der Lehmziegel Feuchtigkeit über den Schacht zieht. Auf dem Dielenboden ist kein Anzeichen von Feuchtigkeit zu sehen. Schade wär es, wenn wir dort keine Möbel stellen können, dort sollte doch Omas Küchenschrank hin ;-(
Gibt es nicht doch irgendeine Lösung, die Wand trocken zu kriegen und mit etwas Abstand zur Wand dem Schrank seinen vorbestimmten Platz zukommen zu lassen? Erfüllen diese Schächte denn immer noch ihre Funktion? Oder könnte man die stilllegen und zumachen? Wenn ja, wie stellen wir das am besten an?

Herzliche Grüße in die Runde und besten Dank für Eure Hilfe!

K. Friese





Wenn die Lüftungsöffnungen mit der innen vorgestellten Lehmziegelwand zugestellt wurden, dann können sie ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen.

Es ist jetzt nicht klar, ob der Planer der Sanierungsmaßnahmen den Lüftungsöffnungen eine neue Funktion im Verbund Mauer-Luftschicht-Lehmwand zugedacht hat oder ob er die einfach übersehen hat.

Die Lehmwand zieht sicherlich nicht über die Öffnungen Feuchtigkeit sondern durch die Öffnungen kühlt die Lehmwand aus und dadurch kondensiert an diesen Stellen die Raumluftfeuchte. Dies führt nach einiger Zeit zu einer feuchten Wand.

Falls der Planer der Sanierungsmaßnahmen greifbar ist, wäre mit ihm zu klären, ob die Lüftungsöffnungen zugemauert werden können. Wenn die Lehmwand nicht mehr kälter wird als an anderen Stellen, dann könnten sich die Problemstellen im Laufe der nächsten Heizperiode erholen.