Ausfachungen und Wärmedämmung von innen

23.11.2002



Hallo Fachwerkfreunde und -kenner,

ich plane gerade die Renovierung unseres Fachwerkhauses von 1870. Zunächst muß ich einige Holzbalken (teilweise Eiche / sonst Fichte) austauschen. Danach sollen alle Ausfachungen mit Gasbetonsteinen (10 cm) erneuert und aussen bündig mit Kunstharzputz verputzt werden. Für die Wärmedämmung von innen habe ich 10 cm Rockwool, darüber eine Dampfbremsfolie und anschliessend Rigipsplatten vorgesehen. Kann so etwas funktionieren, oder liege ich völlig falsch ?

Vielen Dank für Eure Hilfe !



Ausfachungen und diverses



Sehr geehrter Meister Rixecker,
nachdem nun zum x-wievielen Male Architekten,Planer,Fachleute und andere kompetente Leute in diesem Forum über das Für und Wieder, der Ausfachungen und Innenwandaufbauten geschrieben haben, ist es ermüdend zu lesen was Sie vorhaben, versuchen Sie es einfach mal mit Lesen einiger älterer Artikel in diesem Forum.
Dort werden Sie Lösungen und Wege finden.
mfg. Harald Stöhr



Fachwerk



Ich glaube es handelt sich hier um einen Witz.
Daher keine Aufregung bitte.
M.f.G.
J.E. Hamesse



falsch



... Sie liegen falsch. Dieser Wandaufbau ist keineswegs dafür geeignet, eine Wärmedämmung und Ausfachung vorzunehmen.



Lehm!



Der Aufbau sollte in jedem fall Diffusionsfähig sein was bei Ihrer Beschreibung nicht zutrifft.
Er könnte z.B. so aussehen: -Ausmauerung der Gefache mit Leichtlehmsteinen -Zweilagiger Kalkputz von Außen -Innendämmung mit Leichtlehmsteinen homogen vor die Fachwerkwand gemauert -Zwischenraum mit Lehmmörtel verfüllen,keine Dampfbremse
Der Lehm im Fachwerk ubernimmt eine wichtige Holzschützende Funktion und verbessert zudem noch das Wohnklima
Zwecks Rückfragen und ausführlicheren Infos können Sie mich auch anrufen (Siehe Profil)
Viele Grüße



Herr im Himmel !



Lieber Herr Rixecker, was Sie da schreiben, ist fast die komplette Aufzählung der Bausünden der 70er und 80er Jahre.(Es fehlen nur noch Silikon und Bauschaum zum Fugenabdichten an den Gefachen)

Dieser Art der "Renovierung"
sind wahrscheinlich mehr Fachwerkhäuser zum Opfer gefallen als durch Feuersbrünste.Wie sind denn die bisherigen Ausfachungen ? Hoffentlich mit Lehm,Stroh-Lehm-Gemisch oder Lehmziegeln. Dann können Sie sich beglückwünschen, Sie haben damit das beste Material überhaupt, billig, einfach zu verarbeiten, endlos wiederzuverwerten, gesund, trocken und einfach das beste für ein Fachwerkhaus überhaupt.Gasbetonsteine saugen Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm, wenn Sie dann noch einen Kunstharzputz auftragen, ist das Treibhausklima perfekt und in 20 Jahren können Sie sich einen Neubau auf ihr Grundstück stellen, dann ist nämlich jeder Balken verottet. Besinnen Sie sich einfach auf die Baustoffe, mit denen seit Jahrhunderten Fachwerkhäuser gebaut wurden, Lehm, Stroh und Kalk - also diffusionsoffene Baustoffe und Sie sind auf der sicheren Seite.Auch Wärmedämmung von innen ist damit prima möglich, schauen Sie sich hier einach mal die entsprechenden Beiträge im Forum an, oder besorgen Sie sich Info-Material von Firmen, die Lehmbaustoffe vertreiben (Z.B Claytec)
Suchen Sie sich entsprechende Fachleute als Mitstreiter und vergewissern Sie sich, das diese wirklich Erfahrung mit der Sanierung von Fachwerkhäusern haben.Selbstverständlich kann man mit entsprechender Beratung sehr vieles selber machen (Wir werkeln als "Laien" seit 10 Jahren an unserem Haus herum und haben es noch nie bereut)
Noch eine Frage: Wenn Ihr Haus Baujahr 1870 ist,ist es tatsächlich als Sichtfachwerkbau errichtet? War zu dieser Zeit kaum üblich.Hat das Fachwerk schon freigelegen ?
Ich wünsche Ihnen trotz all der niederschmetternden Antworten auf Ihre Frage viel Glück und Freude an Ihrem Haus!

Claudia Junghans



Wandaufbau im Fachwerk



Hallo Herr Rixecker, ich möchte Ihnen nur am Anfang gleich mitteilen, wenn Sie Ihre Sanierung so umsetzen, wie Sie es in Ihrem Gedankengut so vorgeben, dann bitte ich Sie darum, gleich doppeltes Material zu beschaffen und einzulagern. Denn ca. in 10-15 Jahren werden Sie diese Maßnahmen erneut durchführen müssen( ob ein Jahr eher oder zwei Jahre später ist jetzt hier dehingestellt!!!) Doch wie bereits von meinen Vorrednern erläutert, ist eine Nachhaltigkeit von Fachwerkkonstruktionen nur durch sinnvolle Baustoffe gewährleistet (Lehm, Holzweichfaser, Dämmstoffe die sorptionsfähig sind, also alles solche Baustoffe, die nun Mal keine Lobby haben!) Ich als Lehmbauer werde Ihnen da natürlich immer den Lehmbaustoff nahelegen, aber eben nicht weil ich nun ein Lehmbauer bin, sondern weil der Lehm sehr viele positive Eigenschaften mit sich bringt, welche in so einer Holzkonstruktion sehr gut funktionieren und sich über Jahrhunderte gut bewährt hat. Einen Wärmedämmaufbau im Lehmhaus muß man dann aber auch homogen gestalten, d.h., miteinander verbundene Dämmschichten. Grüße aus der schönen aber kalten Oberlausitz.